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Foto: Fred Lindmoser

Foto: Fred Lindmoser

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Sachunterricht

Foto: Pixabay

Im Sachunterricht bzw. in Geografie, Biologie und Geschichte geht es meist um Lehrgegenstände, die sich entweder in der Natur befinden oder um Phänomene, die sehr eindrucksvoll auch draußen erlebt werden können. Das „Draußen“ bringt den SchülerInnen die konkrete Erfahrung zur grauen Theorie.

Nachfolgend finden Sie Beispiele, um „Sachunterricht" bzw. „Geografie", „Biologie" und „Geschichte“ gemäß des österreichischen Lehrplans draußen zu unterrichten.

Meine Umgebung früher und heute aus dem Buch „Draußen unterrichten"

Die Kinder lernen ihre Umgebung früher und heute kennen und orientieren sich in der Natur, gestalten eine Karte oder ein Modell des Naturortes zu einer bestimmten Epoche, versetzen sich in die Lebensweise anderer Menschen.

Diese Unterrichtssequenzen sind dem Buch „Draußen unterrichten: Das Praxishandbuch für dislozierten Unterricht 1. bis 8. Schulstufe" entnommen. Dabei handelt es sich um Beispiele für lehrplanadäquaten Unterricht, der im Freien stattfindet. Wir danken der Stiftung SILVIVA und dem hep Verlag für die zur Verfügungstellung dieser Inhalte.

Wie war dieser Naturort früher?

Bildungsziele: Geschichte, Veränderungen im Ablauf der Zeit wahrnehmen


Schulstufe: 1.-8. Schulstufe

Material: evtl. Bilder und historischer Text über den Naturort (1.–2. Schulstufe), Schreibunterlagen, Stifte und Natur-Lernjournal (3.–8. Schulstufe)


Ablauf: 

1.–2. Schulstufe:
Die Klasse sucht sich einen alten Baum, alle Kinder setzen sich darunter. Die Lehrperson stellt Fragen, die Kinder antworten.

Beispiele:

  • Was hier ist wohl vom Menschen geschaffen und was nicht?
  • Was hier ist schon lange da (vor hundert Jahren; als eure Eltern, eure Großeltern noch Kinder waren)? Was ist neu?
  • Wie lange ist wohl dieser Baum schon da? Wie alt waren eure Großeltern oder Urgroßeltern, als der Baum noch ein Kind war? Was hat er wohl alles schon erlebt?
  • Wie war das Leben vor x Jahren hier? Wie lebten die Leute? Wie war wohl ihr Tagesablauf? Was hat sich seither hier verändert?
  • Wie wird es hier in x Jahren aussehen? Was wünscht ihr euch für die Zukunft dieses Orts, dieses Baums?

Als Einstieg in diese Reise in die Vergangenheit kann die Lehrperson Bilder von früher zeigen und einen historischen Text über den Naturort vorlesen.

3.–8. Schulstufe:
Die Lehrperson stellt der Klasse einige der oben genannten Fragen. Dabei kann die Lehrperson auf eine bestimmte Epoche fokussieren (vor hundert Jahren, vor tausend Jahren). Jedes Kind setzt sich an seinen persönlichen Naturplatz (oder sonst an einen Ort), beobachtet die Umgebung und stellt sich vor, wie es damals hier war. Wie sah es hier damals aus? Auf ein vereinbartes Signal kommen die Kinder zur Lehrperson zurück. Sie tauschen sich über ihre Beobachtungen und Gedanken aus.

Naturort-Geschichtsrundgang

Bildungsziele: Geschichte, Veränderungen im Ablauf der Zeit wahrnehmen


Schulstufe: 1.-6. Schulstufe

Material: alte Bilder und Informationen zur Geschichte dieses Ortes


Ablauf: 

Die Klasse läuft gemeinsam den Naturort ab. Bei einigen historisch interessanten Elementen macht die Lehrperson halt und liefert einige Informationen: Wann und wie kam dieses Element hierher und wieso? Was bedeutete es den Menschen, wofür nutzten sie es? Wie lebten die Menschen zu dieser Zeit? Die Lehrperson zeigt Bilder von früher. Danach erstellt jedes Kind allein oder zusammen mit anderen Kindern aus Naturmaterial ein Modell, das diese Umgebung früher zeigt: viel Wald, einige Häuser, Haustiere, Feuerstellen und Menschen, die jagen oder sammeln … Die Bilder von früher können dabei zur Inspiration nochmals angeschaut werden.

Das Früher im Heute suchen

Bildungsziele: Geschichte, Orientierung


Schulstufe: 3.-8. Schulstufe

Material: alte Bilder und Informationen zur Geschichte dieses Ortes, Fotoapparate, Schreibunterlagen, Stifte und Ortspläne


Ablauf: 

Die Lehrperson bildet Kleingruppen und gibt jeder Gruppe einen aktuellen Ortsplan, einen Fotoapparat und alte Bilder interessanter Elemente der Umgebung. Auf dem Plan sind diese interessanten Elemente eingezeichnet. Jede Gruppe geht die Elemente suchen und fotografiert sie. Die Kinder vergleichen ihre Fotos mit den alten Bildern und stellen sich Fragen dazu.

Beispiele:

  • Was hat sich verändert? Was ist gleich geblieben?
  • Warum ist es zu diesen Veränderungen gekommen?
  • Weshalb heißt dieses Element, dieser Ort so?
  • Warum ist dieses Element hier? Wann und wie kam es hierher?
    Wofür benutzten es die Menschen früher?

Auf ein Signal hin kommen die Gruppen zur Lehrperson zurück. Sie kontrollieren anhand der Fotos, ob sie die richtigen Elemente gefunden haben.

Dann geht die Klasse die historischen Elemente gemeinsam besuchen. Bei jedem Element macht sie halt. Die Gruppen tauschen ihre Antworten auf die oben genannten Fragen aus, und die Lehrperson ergänzt. Nach dem gemeinsamen Rundgang wird das Erfahrene vertieft. Hier zwei Ideen:

  • Die Kinder schreiben an ihrem persönlichen Naturplatz oder direkt beim historischen Element einen Text über das Leben hier zu einer bestimmten Epoche: Wie sah es hier aus? Wie lebten die Leute damals, wie sah ihr Tagesablauf aus? Zur Inspiration kann die Lehrperson den Anfang einer Geschichte oder eines Tatsachenberichts erzählen, die Kinder schreiben eine Fortsetzung.
  • Mithilfe der Ortspläne gestalten die Kinder mit Naturmaterial ein dreidimensionales Modell, das diese Umgebung früher, zu einer bestimmten Zeitepoche zeigt. Darin dürfen auch Menschen, Tiere, Häuser usw. vorkommen.

Die Geschichten werden dann der Klasse vor Ort vorgetragen, die Modelle präsentiert und eventuell fotografiert. Das Publikum beurteilt die Kreativität und den Realitätsgehalt.

Diese Unterichtssequenzen stammen aus dem Buch „Draußen unterrichten". Weitere Informationen zum Buch finden Sie unter: www.hep-verlag.de/draussen-unterrichten-at 

Biologie in der Natur aus dem Projekt „Lernraum Naturpark – draußen unterrichten“

Was bietet sich mehr an, als die „Lehre vom Leben“ in der belebten Natur zu praktizieren? Lehrgegenständen gibt es zuhauf. Sie sind echt und sinnlich wahrnehmbar, duften oder riechen mitunter. Und manche sind sogar schon zu den besten Freunden geworden.

Die folgenden Outdoor-Unterrichtseinheiten sollen Hilfestellung und Anregung geben, den Unterricht abseits vom Klassenzimmer in der Natur durchzuführen – selbst wenn es sich nur um kurze Einheiten handelt. Sie wurden im Rahmen des Projekts „Lernraum Naturpark – draußen unterrichten“ gesammelt.

Pflanzen-Phantasiename

Bildungsziele:

Die Vielfalt in Wiesen entdecken: Welche Pflanzen kommen in der Wiese vor? Gibt es viele Pflanzen? Welchen Einfluss haben die Umweltfaktoren auf die Wiese?


Material: 

  • Papier
  • Stifte
  • Holzspieße

Ablauf: 

Die SchülerInnen werden in Kleingruppen (z.B. drei Personen) eingeteilt. Alle Kleingruppen erhalten einen Stift, ein Blatt Papier und einen Holzspieß. Die Aufgabe für die Kleingruppen lautet: Sucht eine unbekannte Pflanze. Diese wird mit dem Papierzettel und dem Holzspieß markiert, damit sie jederzeit wiedergefunden werden kann. Die Pflanze soll genau untersucht werden. Wie sieht sie aus, wie riecht sie, wie fühlt sie sich an? An was erinnert die Pflanze? Wie ist sie in ihre Umgebung eingefügt?

Ist die Pflanze und ihre Umgebung genau untersucht, soll der Pflanze ein Phantasiename gegeben werden. Dieser Name wird auf den Papierzettel geschrieben. Die Gruppe überlegt sich auch imaginäres Wissen zur Pflanze (z.B. Wie kam die Pflanze zu ihrem Namen? Gibt es eine Legende zu dieser Pflanze? Wozu kann man sie verwenden? Hat sie Heilkräfte? etc.). Für diese Tätigkeiten hat jede Gruppe ca. 15 Minuten Zeit. In weiterer Folge stellt jede Gruppe den anderen Gruppen ihre Pflanze vor. Im Anschluss kann gemeinsam mit der Großgruppe die Pflanze und ihr tatsächlicher Name und einige Details über diese Pflanze besprochen werden.


Nachweis des Unterrichtsertrages:

Namen und Geschichten der Pflanzen

 

Pflanzen-Phantasiename (PDF-Download: 0,1 MB)

 

Quelle: nach den Unterlagen von Georg Derbuch für die Tagung „Draußen unterrichten – Lernraum Naturpark“

Tiersuche mit Becherlupe in der Wiese

Bildungsziele:

Die Vielfalt in Wiesen entdecken: Welche Tiergruppen kommen in Wiesen vor? Welche Anpassungen haben Tiere an den Lebensraum Wiese? Welche Auswirkungen haben Veränderungen im Lebensraum auf diese Tiere?


Material: 

  • Becherlupen
  • Bestimmungsfolie mit den häufigsten Tiergruppen in einer Wiese

Ablauf: 

Jedes Kind bekommt eine Becherlupe und hat ca. 10 Minuten Zeit die Wiese auf ihre tierische Lebewelt zu untersuchen. Ein Tier soll vorsichtig in der Becherlupe gefangen werden. Dieses wird zu einem Treffpunkt mitgenommen. Jedes Kind versucht das Tier mit Hilfe von einigen wenigen Bestimmungsmerkmalen einer Tiergruppe zuzuordnen. Die zugeordneten Tiere werden auf einer vorbereitetet Folie, sortiert nach Tiergruppen, abgestellt. Im Anschluss kommt es zu einem Austausch an Wissen zwischen der Gruppe und dem/der Lehrer/in über die gesammelten und bestimmten Tiere.

Varianten:

Jedes Kind stellt sein „Lieblingstier“ vor und erzählt warum gerade dieses Tier ausgewählt wurde. Darauf wird das Tier einer Tiergruppe zugeordnet und auf die vorbereitetet Folie gestellt.


Nachweis des Unterrichtsertrages:

  • Geschichte zum Lieblingstier
  • Folie mit Tiergruppen – Tier (Foto)

 

Tiersuche mit Becherlupe in der Wiese (PDF-Download: 0,1 MB)

 

Quelle: nach den Unterlagen von Georg Derbuch für die Tagung „Draußen unterrichten – Lernraum Naturpark“

Tiersuche mit Becherlupe im Wasser

Bildungsziele:

Die Vielfalt im Wasser entdecken: Welche Tiergruppen kommen im Wasser vor? Welche Anpassungen haben Tiere an den Lebensraum Wasser und die Strömung? Welche Auswirkungen haben Veränderungen im Lebensraum auf diese Tiere


Material:

  • Becherlupen
  • Siebe
  • Pinsel
  • Becher
  • Weiße Plastikwanne
  • Bestimmungsfolie mit den häufigsten Tiergruppen im Wasser

Ablauf: 

Die Kinder haben etwa 10 bis 15 Minuten Zeit, Tiere im Wasser zu suchen. Die gefundenen Tiere werden in der weißen Plastikwanne gesammelt, mithilfe von einfachen Karteikarten bestimmt und besprochen.

Das Suchen der Wassertiere im Bach erfordert ein wenig Geduld, da die Tiere im Fließgewässer im Laufe der Evolution spezielle Anpassungen an das Leben in der Strömung entwickelt haben, um möglichst wenig abgetrieben zu werden: einerseits wird versucht den Strömungswiderstand durch morphologische Anpassungen (Beschwerung des Körpers, stromlinienförmiger Körper, Haftorgane) zu verringern oder andererseits weichen die Tiere örtlich in Kleinstlebensräume (Totwasser, Grenzschicht, Kieslückensystem) aus.

Dieses genaue Beobachten und Suchen an unterschiedlichen Stellen fördert die Konzentrationsfähigkeit und zeigt komplexe Zusammenhänge auf.


Nachweis des Unterrichtsertrages:

Folie mit Tiergruppen – Tier (Foto)

 

Tiersuche mit Becherlupe im Wasser (PDF-Download: 0,1 MB)

 

Quelle: nach den Unterlagen von Martina Krobath für die Tagung „Draußen unterrichten – Lernraum Naturpark“

Geografie in der Natur aus dem Projekt „Lernraum Naturpark – draußen unterrichten“

Die Erde und ihr Aufbau oder auch die Wechselwirkung zwischen Erde und Mensch kann nicht nur, sondern sollte draußen unterrichtet werden. Denn dort werden naturwissenschaftliche Einsichten zu Erlebnissen in der realen Welt.

Die folgenden Outdoor-Unterrichtseinheit soll Hilfestellung und Anregung geben, den Unterricht abseits vom Klassenzimmer in der Natur durchzuführen – selbst wenn es sich nur um eine kurze Einheiten handelt. Sie wurde im Rahmen des Projekts „Lernraum Naturpark – draußen unterrichten“ gesammelt.

Landschaftsentstehung in der Sandkiste

Bildungsziele:

Die Grundlagen der Gebirgs- und Landschaftsformung verstehen: Wie entstehen Gebirge, Täler, Schwemmkegel etc.? Welche Kraft hat das Wasser? Wo sollte ich mein Haus nicht hinbauen? Hat das Klima Einfluss auf die Landschaftsformung?


Material:

  • Sand (Sandkiste oder 2-3 Säcke Spielsand auf Plastikfolien)
  • Wasser
  • Schaufeln
  • Gießkannen
  • Eventuell Spielzeughäuser

Ablauf: 

Die Landschaftsformungen, die Jahrtausende oder Jahrmillionen gedauert haben, können sehr einfach in wenigen Minuten nachgestellt werden. Zuerst wird ein Sandgebirge aufgeschaufelt. Mit den Gießkannen wird Wasser über das Gebirge geschüttet. Dabei kann beobachtet werden, welche abtragende Kraft das Wasser auf dieses Gebirge hat. Die Kinder können beobachten, wo neue Landschaftsformen (z.B. Täler und Schwemmkegel) entstehen und ob sie davon schon welche kennen. Die entstandenen Landschaftsformen werden benannt und besprochen.

Varianten:
Die Spielzeughäuser können im Gelände verteilt und mit einer weiteren Ladung Wasser festgestellt werden, wo sichere Bauplätze zu finden sind und wo man besser keine Häuser baut. Hochwasserschutzmaßnahmen werden besprochen.



Nachweis des Unterrichtsertrages:

Die Landschaftsentstehung in Bildern festhalten – Bildgeschichte

 

Landschaftsentstehung in der Sandkiste (PDF-Download: 0,1 MB)

 

Quelle: nach den Unterlagen von Michael Krobath für die Tagung „Draußen unterrichten – Lernraum Naturpark“

   
  

Das Projekt „Lernraum Naturpark – draußen unterrichten“ wird vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gefördert.

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