naturpark

Nagelfluhkette

Landschaften voller Leben

Schützen und Nützen

Wo die Alpen beginnen, der Bodensee nah ist und ein besonderes Gestein die Landschaft prägt, liegt der Naturpark Nagelfluhkette. An der Schnittstelle zwischen Allgäu und Bregenzerwald hat sich über viele Jahrhunderte hinweg eine großartige Natur- und Kulturlandschaft entwickelt.

Mehr Infos findest du hier: www.nagelfluhkette.info

Einrichtungen & Angebote

Daten & Fakten

Größe
0 ha
Gründungsjahr
0

Feuchtwiesen und Moore, Wald, Gebirge
Wichtige Lebensräume

9 Gemeinden
hier geht’s zu den Naturpark-Gemeinden

Fauna & Flora

Der Wiesenpieper (Anthus pratensis) galt in Vorarlberg bis zur Entdeckung eines Brutvorkommens im Naturpark Nagelfluhkette im Juli 2013 als ausgestorben. Die wenigen Brutplätze im Naturpark liegen an der Südgrenze des Brutareals des Wiesenpiepers. Eine nachhaltige und extensive Beweidung kann dem störanfälligen Bodenbrütern zugutekommen, da so die Landschaft offen gehalten wird und durch den Viehtritt günstige Strukturen für die Nestanlage geschaffen werden.

Vor allem im österreichischen Teil des Naturparks hat sich seit Jahrhunderten eine sehr naturnahe Form der Waldbewirtschaftung erhalten: die Plenterwaldwirtschaft. Bei diesen Wäldern handelt es sich um Dauerwälder, aus denen immer nur einzelne, große Bäume entnommen werden. Neben starken Weiß-Tannen und Rot-Buchen wachsen auch zahlreiche, kleinere Bäumchen. Da der Nachwuchs schon bereit steht, wenn einer der Baumriesen gefällt wird, läuft die Verjüngung und Erneuerung gleichsam von selbst. Da in Plenterwäldern keine Kahlschläge erfolgen, können sie ihren naturnahen Charakter über Jahrhunderte hinweg bewahren.Der seltene Moor-Enzian (Swertia perennis) wächst in sumpfigen Wiesen, Flach- und Quellenmooren. Im Naturpark steigt er bis in 1.400m Höhe. Seine traubigen Blütenstände erscheinen zwischen Juli und September, wobei die Blütenfarbe von hellblau bis violett variieren kann. Ursprünglich stammt die Pflanze aus den Gebirgen Asiens. Sie ist während der Eiszeiten in die Alpen eingewandert.

Der seltene Moor-Enzian (Swertia perennis) wächst in sumpfigen Wiesen, Flach- und Quellenmooren. Im Naturpark steigt er bis in 1.400m Höhe. Seine traubigen Blütenstände erscheinen zwischen Juli und September, wobei die Blütenfarbe von hellblau bis violett variieren kann. Ursprünglich stammt die Pflanze aus den Gebirgen Asiens. Sie ist während der Eiszeiten in die Alpen eingewandert.

Roter Apollofalter | Foto: Rolf Eberhardt
Roter Apollofalter | Foto: Rolf Eberhardt

Wandertipps

Wenn aus Wasser Steine werden

Das Quelltuffgebiet an der Subersach ist nicht nur das größte in Vorarlberg, es gilt auch als großartigste Kalksinterbildung in Europa nördlich der Alpen – eine Märchenwelt aus bizarren Quelltuff-Vorhängen, meterhohen, pilzförmigen Felswänden und seltsam anmutenden Kalksinterbecken. Auf dem Lehrpfad beschreiben fünf Informationstafeln die Geologie und Vegetation dieses Naturschauspiels. Der Weg führt Großteils über einen gut begehbaren Kiesweg mit Holzstegen und -treppen.

Gehzeit: 1,5 Std.
Höhenunterschied: 70 Hm
Weglänge: 2,4 km

Von Schmugglern und Moormumien

Artenreiche Blumenwiesen und idyllische Moore, stattliche Tannenwälder und ein eindrucksvolles Panorama auf die Nagelfluhkette – die Landschaft auf dem Hochsträß zwischen Sulzberg und Oberreute ist äußerst reizvoll und sehr abwechslungsreich. Auf dem Grenzerpfad können Wanderer diese Vielfalt hautnah erleben. Zehn Erlebnisstationen informieren über die verschiedenen Lebensräume und ihre Bewohner. Sie gehen aber auch auf die Geschichte der deutsch-österreichischen Grenze ein, berichten von Schmugglern und Zöllnern und erzählen vom „Hochsträßwible“, einer alten Sagengestalt. Gerade für Familien mit Kindern gibt es auf dem Grenzerpfad viel zu entdecken: Der „Schmugglerpeter“ nimmt die Kleinen mit auf eine Abenteuerreise und lädt sie dazu ein, die Natur mit spielerischen Mitteln selbst zu erforschen. An den einzelnen Erlebnisstationen können die Kinder selbst aktiv werden und die Geheimnisse der Natur mit all ihren Sinnen wahrnehmen. Entlang des Grenzerpfades finden sich zudem mehrere reizvolle Rastplätze, die zum Verweilen, Schauen und Picknicken einladen.

Gehzeit: 2 Std.
Weglänge: 7,5 km

Der Hittisauer Wasserwanderweg führt über die Kommabrücke – die älteste gedeckten Holzbrücke Vorarlbergs – entlang der Bolgenach bis zur Engenlochschlucht mit ihren überhängenden Felsformationen. Die Wanderung eröffnet die in vielen Bereichen unbeachtete Welt des Wassers um uns herum. Auch der Ortsname Hittisau selbst verweist auf Wasser: Im Namen steckt das Wort “Au”. Es bezeichnet ein von Wasser durchzogenes und von ihm geprägtes Gelände. 22 Stationen informieren über die verschiedenen Formen des Wassers – angefangen bei den Resten eines riesigen eiszeitlichen Sees über die Bedeutung des Nutzwassers bis hin zu kleinen Amphibienpfützen. Verschiedene Ein- und Ausstiegsstellen ermöglichen eine variable Länge der Wanderung.

Gehzeit: 2,5 Std.
Weglänge: 7,2 km

Museum unter freiem Himmel

Ihr wollt mehr über den Naturpark Nagelfluhkette erfahren – und das in einem Museum, das 24 Stunden und 7 Tage die Woche geöffnet ist? Dann seid ihr im Natur.Museum in der Dörnlestraße in Lingenau (direkt hinter der Kirche) genau richtig. Auf 12 Straßeninseln werden die Lebensräume, die im Naturpark Nagelfluhkette zu finden sind, in unterschiedlicher Form dargestellt. Hier könnt ihr beispielsweise erfahren, was ein Plenterwald ist, warum Wildbienen dringend auf kleinstrukturierte Lebensräume angewiesen sind und was sich hinter dem namensgebenden Gestein für unseren Naturpark, dem Nagelfluh verbirgt.

Projekte

„Auf die Fläche, fertig, los!“ ist eine Initiative, um attraktive Lebensräume für Insekten in Naturparken zu schaffen. Hierfür werden kleine Flächen zu standortgerechten Habitaten umgewandelt. Beispiele sind insektenfreundliche Blühstreifen, Käferburgen und Tümpel. Dabei soll auch das Bewusstsein für Insekten bei Groß und Klein gestärkt werden.

Im Naturpark Nagelfluhkette wurden entlang einer Mauer insektenfreundliche und heimische Pflanzen gesetzt. Zudem wurden aus Totholz und Laub Haufen geschaffen. So sind Futterstelle und Lebensraum direkt beisammen – optimale Bedingungen für verschiedene Insekten.

Die Kinder der Volksschule Hittisau haben sich im Zuge des Aktionstags „Landschaften voller Klimafüchse“ mit dem Thema Biodiversität auseinandergesetzt. Im Fokus stand dabei das Anlegen eines eigenen Beets auf dem Schulhügel, in dem die Kinder Kräuter und Gemüse angebaut haben. Zudem haben die Schüler*innen auch mehrere Insektenhotels errichtet, um Bienen und andere Insekten genauer beobachten zu können.

Artenreiche Kleinbiotope für Bienen und Insekten

Der Naturpark Nagelfluhkette schafft Bestäuberparadiese für Bienen und Insekten in den Mitgliedsgemeinden. Im Kampf gegen Umwelteinflüsse ist es für die Insekten äußerst wichtig mit ausreichend Nahrung, Nistmaterial und Lebensräumen versorgt zu sein. An erster Stelle stehen hierbei die Schaffung von artenreichen Flächen in den Gemeinden, sowie die Umsetzung von Insektenbehausungen.

Gesellschaftlicher Wandel und Klimawandel führen zu einer Erhöhung des Besucher:innendrucks im Allgemeinen und an stark beworbenen Sehnsuchtsorten (Hot-Spots) im Besonderen. Um Konflikte zu reduzieren und ein professionelles Chance-Management zu gewährleisten, wurde im Naturpark Nagelfluhkette eine umfassende Prozessbegleitung umgesetzt.

Das Projekt Biosphärenparkmanagement „Naturpark Nagelfluhkette“ wird durch die Europäische Union, den Bund und das Land Vorarlberg im Rahmen des Programms „Ländliche Entwicklung“ unterstützt.

Über das Projekt wird die Geschäftsstelle in Hittisau mit den folgenden Aufgabenbereichen finanziert:

  • Durchführung von Maßnahmen zur Besucherlenkung
  • Ausbildung von Naturparkführern und Junior Rangern
  • Unterstützung von Naturpark- bzw. Naturvielfaltschulen
  • Schaffung geeigneter Einrichtungen zur Beratung und Information der Bevölkerung und Besucher
  • Einrichtung und Anleitung themenspezifischer Arbeitsgruppen mit den jeweils relevanten Akteuren aus der Region.

Der seltene und bei Sammlern begehrte Apollofalter (Parnassius apollo) ist die einzige nichttropische Schmetterlingsart, welche weltweit durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen vor illegalem Handel geschützt ist (Ebert, 1991). Bereits im Jahr 1977 wurde der Apollofalter in den „Anhang II“ des Washingtoner Artenschutzübereinkommens aufgenommen (Flachsmann, 1977). Der Apollofalter ist europarechtlich streng geschützt: In der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie 92/43/EWG (FFH-Richtlinie) wird die Art unter „Anhang IV, streng zu schützende Arten von gemeinschaftlichem Interesse“ gelistet (Ebert & Bauer, 2000). In der Roten Liste gefährdeter Tagfalter Bayerns (Stand 2016) wird der Apollofalter als „sehr selten“ und „stark gefährdet, Kategorie 2“ angeführt (Voith et al., 2016). Auch in der Roten Liste der gefährdeten Schmetterlinge Vorarlbergs wird die Art als „potentiell gefährdet, NT“ angeführt (Huemer, 2001).

Der seltene Apollofalter ist im länderübergreifenden Naturpark Nagelfluhkette sowohl auf Allgäuer als auch auf Bregenzerwälder Seite noch zu finden. Ziel der Projekte auf beiden Seiten ist es, die Populationen des Apollofalters in ausgewählten Untersuchungsgebieten zu erfassen und bereits bestehende und erfasste Nachweise im Detail zu untersuchen. Des Weiteren sollen mögliche Beeinträchtigungen und Einflüsse, die sich auf das Vorkommen des Apollofalters auswirken könnten, herausgefunden werden. Nur durch die lückenlose Erfassung der Bestände und der beeinträchtigenden Faktoren können entsprechende Pflegemaßnahmen bzw. ein Maßnahmenkatalog zur Beseitigung und Minimierung von Beeinträchtigungen zum Schutz des Apollofalters erarbeitet werden.

Regionale Hecken & Co bereichern die Kulturlandschaft im Naturpark

Die fortschreitende Intensivierung in den Tallagen macht auch vor der kleinstrukturieren Landwirtschaft im Naturpark nicht halt. Hohe Nitratbelastungen und die häufige Mahd haben negative Folgen für die Biodiversität und die Kulturlandschaft des Naturparks. Landschaftselemente mit hoher ökologischer Bedeutung und zahlreichen Ökosystemfunktionen werden weniger. Zugleich unterliegen die Bewirtschafter*innen auch ökonomischen Zwängen monetärer Art und durch knappe Personal- und Zeitressourcen, denen es Rechnung zu tragen gilt.

Öffentliche Flächen der Gemeinden können einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Vielfalt leisten und als Refugien dienen. Sei es nun im Siedlungsgebiet oder auf Flächen der öffentlichen Hand, die verpachtet werden. Angelegte Blühstreifen und Wildgehölze gehören zu einer Kulturlandschaft, bereichern das Landschaftsbild und dienen der Erholung. Aspekte, denen sich die Gemeinden im Naturpark bewusst sind und die sie erhalten und fördern möchten.

Ziel des Projekts ist die Förderung von Landschaftselementen im Naturpark. Das beinhaltet auch bewusstseinsbildende Maßnahmen hinsichtlich des Werts von Landschaftselementen, Wildgehölzen, der genetischen Vielfalt usw. Wichtiger Aspekt des Projekts ist die Verwendung regionalen Saatguts von Spenderflächen aus dem Naturpark und regionaler Wildgehölze. Wildbestände der Wildgehölze werden besammelt und vermehrt. Besammelt, gepflanzt bzw. angelegt werden die Landschaftselemente gemeinsam mit den Volksschüler*innen der Projektgemeinden Sulzberg, Doren und Riefensberg. Das aus dem Projekt gewonnene Wissen fließt über die Bildung für kooperativen Naturschutz in die Naturpark-Schulen ein.

Naturparke in Österreich
Ausflugstipps