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Foto: Verein Naturparke Niederösterreich / Fotograf: www.pov.at

Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen

Foto: Barbara Derntl

Landschaften voller Delikatessen

Ohne sie geht’s nicht

Insekten bilden durch ihre enorme Anzahl und Biomasse – 9 von 10 heimischen Tieren sind Insekten – wesentliche Bestandteile in den Nahrungsnetzen und Nahrungsketten. Insektenreiche Lebensräume sind gedeckte Tische für zahlreiche größere Tierarten. Insekten sind unverzichtbar für ein intaktes ökologisches Nahrungsnetz!

Foto: Franz Kovacs

Insektensterben sorgt für Nahrungsmangel! Sehr viele unterschiedliche Tierarten fressen Insekten, ob Grasfrosch, Bergeidechse, WaldSpitzmaus, Igel, Großes Mausohr, Schwarzkehlchen oder Wespenbussard. Nicht zu vergessen sind Spinnen und natürlich die räuberischen Insekten selbst, wie Laufkäfer, Raubfliegen und Raubwanzen. Sie bilden die mittlere Stufe in den Nahrungsketten, die Pflanzenfresser vertilgen, aber auch von größeren Räubern erbeutet werden.

Den sechsbeinigen Insekten, knapp 40.000 verschiedene Arten leben in Österreich, kommt aufgrund ihrer Biomasse und Anzahl an unterschiedlichen Arten in allen Lebensräumen eine zentrale Rolle in den Nahrungsketten zu – wobei es sich vielmehr um komplizierte Nahrungsnetze handelt, die kaum erforscht sind. Jedenfalls weiß man, dass ohne die kleinen Pflanzenfresser nicht viel geht. Und je mehr unterschiedliche Pflanzenarten in den Lebensräumen vorkommen, umso mehr Tierarten können auftreten. Leider sind artenreiche Standorte wie Magerwiesen, Brachen, Ackerränder, Ufergehölzstreifen und Hecken vielerorts stark reduziert, leiden unter einer Nicht-Pflege oder dem allgegenwärtigen Stickstoffeintrag aus einer flächig überdüngten Landschaft.

Ob eine bestimmte Zikaden- oder Fliegenart verschwindet, ist an sich nicht das Schlimme, dramatisch wird es nur, wenn die Masse an Tieren wegbricht. Und das ist der Fall: Heute leben etwa 75 Prozent weniger Insekten als noch vor rund 25 Jahre.

Vor allem sind es die Großinsekten, die zuerst verschwinden – sie vertragen keine monotonen Ackerkulturen, häufiges Düngen und Mähen. Die Auswirkungen spüren ihre Räuber wie Neuntöter, Blauracke, Wiedehopf, Große Hufeisennase, Feldlerche, Kiebitz oder Rebhuhn. Alle diese Arten nehmen im Bestand ebenfalls stark ab.

„Durch ihre enorme Artenzahl und Zahl an Einzeltieren (9 von 10 heimischen Tieren sind Insekten) bilden Insekten wesentliche Bestandteile in den Nahrungsnetzen und Nahrungsketten.“

Erstaunlich, aber wahr

Insekten sind faszinierende Lebewesen. Wusstest du, dass in Österreich mehr als 40.000 verschiedene Insektenarten leben und weltweit etwa eine Million verschiedene Insektenarten bekannt sind und man vermutet, dass ein Vielfaches noch unentdeckt ist? Damit sind mehr als 60% aller beschriebenen Arten Insekten – undenkbar also, wenn diese Anzahl in den Nahrungsnetzen fehlen würde. Viele Räuber und Delikatessen haben auch erstaunliche Fähigkeiten:

Foto: Tim’s insects – stock.adobe.com

Laufkäfer können zu ihrer Verteidigung übelriechende, brennende Sekrete abfeuern und dabei bis auf einen Meter Entfernung genau zielen. Der Bombardierkäfer, eine spezielle Laufkäfer-Art, kann darüber hinaus auf seine Feinde explosionsartig und mit lautem Knall einen ätzenden und 100°C heißen Chemiecocktail schießen.

Foto: Henri Koskinen – stock.adobe.com

Wie können Eintagsfliegen trotz so vieler Feinde überleben? Eintagsfliegen haben eine hohe Vermehrungsrate – ein einziges Weibchen legt etwa 5.000 Eier!

Foto: Enlil2, CC BY-SA 4.0, https://bit.ly/2HfQMfb

Waldameisen halten Blattläuse wie Milchkühe! Sie betreuen sie, schützen sie vor Feinden und tragen sie sogar an bessere Futterstellen. Im Gegenzug dürfen die Ameisen die Blattläuse „melken“ und erhalten somit den süßen Honigtau.

Foto: iredding01 – stock.adobe.com

Zikaden sind Weltmeister im Hochsprung! Im Verhältnis zur eigenen Körpergröße kann kein anderes Insekt so hoch und weit springen – einige Arten schaffen das 100-fache ihrer Körpergröße. Umgerechnet auf einen erwachsenen Menschen, müsste dieser aus dem Stand knapp 200 m weit springen können.

Was kann ich tun?

  • Blühfläche oder Blühstreifen anlegen
  • Wiese bis zum Aussamen stehen lassen
  • „wilde“ Wiesenstreifen und -ecken im Garten stehen lassen, die weder gemäht noch betreten werden: Brennnessel, Gräser und Klee sind für viele Insekten überlebenswichtig!
  • Hecke pflanzen: in heimischen Wildstrauchhecken fühlen sich Käfer, Bienen, Schmetterlinge und Vögel sehr wohl
  • Brachestreifen stehen lassen
  • alte und tote Bäume stehen lassen
  • liegen gelassenes Laub, Häufen mit Astschnitt und Totholz sind ein wertvoller Rückzugsort für Insekten
  • verschiedene heimische Pflanzen für Insekten im Garten pflanzen (mehr dazu im Kapitel „Insekten als Nützlinge“)
  • Unterkünfte für Nützlinge bauen (z. B. Marienkäfer, Ohrwürmer, Florfliegen)

Delikatessen in der Landwirtschaft Insekten spielen eine zentrale Rolle in den Nahrungsnetzen

Insekten bilden die mittlere Stufe in den Nahrungsnetzen unserer Ökosysteme. Durch ihre Biomasse und enorme Anzahl sind sie unverzichtbar für ein intaktes ökologisches Nahrungsnetz. Sie dienen nicht nur zahlreichen anderen Arten, wie Vögeln oder kleineren Säugetieren als Futter, sondern sind als fleischfressende Großinsekten auch Räuber vieler kleinerer Tiere. Vor allem diese verschwinden aber zunehmend, dass sie keine monotonen Ackerkulturen und häufiges Düngen und Mähen nicht vertragen.

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