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Foto: Herfried Marek

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Foto: Herfried Marek

Gemeiner Ohrwurm

Foto: Alonso Aguilar/stock.adobe.com

Nein, Ohrwürmer (Forficula auricularia) kriechen nicht in der Nacht heimlich ins Ohr, um dort das Trommelfell zu durchbeißen und ihre Eier ins Gehirn zu legen. Solche Geschichten sind Erfindungen. Tatsächlich sind Ohrwürmer für den Menschen absolut harmlos. Die bedrohlich wirkenden Zangen am Hinterleib setzen die Tiere lediglich bei ihrer Jagd nach kleinen Insekten, zur Paarung oder zur Flügelentfaltung ein. Ohrwürmer sind heimliche Nützlinge mit großem Hunger: Sie sind Allesfresser und dabei nicht wählerisch, sie fressen pflanzliches Material, organischen Abfall und kleine Insekten, darunter massenhaft Schädlinge wie Blattläuse oder Milben. Ein einziges Tier kann in einer Nacht bis zu 120 Blattläuse fressen – die Gemeinen Ohrwürmer sind also für uns Menschen sehr nützlich. Die ein bis zwei Zentimeter großen Tierchen verstecken sich tagsüber gerne in kleinen Ritzen und Spalten und kommen meist erst in der Nacht zum Vorschein. Die Schauer-Geschichten mit den Eiern sind nur erfunden, die Weibchen legen ihre Eier in selbstgegrabenen Röhren in den Erdboden. Danach beschützen sie die Eier und bleiben auch noch mit den geschlüpften Larven für einige Zeit im Nest.

 

Erstaunlich, aber wahr

Der Name Gemeiner Ohrwurm ist irreführend, er ist weder gemein, noch gehört er zu den Würmern. Wie sein Körperbau verrät, zählt der Ohrwurm zu den Insekten. „Gemein“ ist er im Sinne von häufig und weit verbreitet.

 

Merkmale

  • 6 Beine
  • 3-geteilter Körper (Kopf, Rumpf, Hinterleib)
  • 2 lange Fühler
  • 2 sehr kurze, verhärtete Vorderflügel
  • 2 häutige, eingefaltete Hinterflügel
  • langgestreckter Hinterleib
  • 2 zangenartige Hinterleibsanhänge

 

Ordnung

  • Ohrwürmer (Dermaptera)
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