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Foto: Fred Lindmoser

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Sprachen

Foto: Fred Lindmoser

Deutsch, Englisch und auch andere Sprachen können problemlos in der Natur unterrichtet werden. Ob Buchstaben in Naturform, Laute in Baumnamen oder Geschichten zu Fundstücken, in der Natur finden sich sinnvolle und sinnerfüllte Impulse für den Sprachenunterricht.

Nachfolgend finden Sie Beispiele, um „Sprachen“ gemäß des österreichischen Lehrplans draußen zu unterrichten.

Ausrollgeschichten aus dem Buch „Draußen unterrichten"

Die Kinder lauschen einer Ausrollgeschichte, spinnen sie gemeinsam weiter und erfinden selber eine.

Diese Unterrichtssequenzen sind dem Buch „Draußen unterrichten: Das Praxishandbuch für dislozierten Unterricht 1. bis 8. Schulstufe" entnommen. Dabei handelt es sich um Beispiele für lehrplanadäquaten Unterricht, der im Freien stattfindet. Wir danken der Stiftung SILVIVA und dem hep Verlag für die zur Verfügungstellung dieser Inhalte.

Ausrollgeschichte eines Naturtags

Bildungsziele: Hören > Geschichten zuhöhren


Schulstufe: 1.-4. Schulstufe

Material: Tuch (ca. 100 x 30 cm)


Ablauf: 

Die Lehrperson hat im Voraus etwa zehn in der Umgebung gefundene Gegenstände in ein Tuch eingewickelt, und zwar so, dass sie einen Gegenstand nach dem anderen ausrollen kann. Sie weiß, wie sie ihre Geschichte beginnt und beendet. Die Klasse setzt sich im Kreis hin, sodass alle das Tuch gut sehen können. Die Lehrperson wickelt das Tuch etwas aus, das erste Naturelement wird sichtbar. Sie beginnt ihre Geschichte, in der dieses Naturelement die Hauptrolle spielt: Es war einmal ein braunes, knittriges Herbstblatt, das sich schrecklich langweilte … Mit dem Weiterschreiten der Geschichte werden immer mehr Gegenstände ausgerollt, die in der Geschichte vorkommen. Die Lehrperson kann die Kinder integrieren, indem sie Fragen stellt: „Was glaubt ihr, was passierte dann mit dem Rindenstück?" Oder: „Was kann der Wurzelwicht denn mit diesem Korkenzieher anfangen?" Die Geschichte endet mit dem letzten ausgerollten Naturelement.

Themenvorschläge:

    • Ein Abenteuer erleben: Was ein Ahornblatt alles erlebt, nachdem es vom Baum gefallen ist.
    • Etwas suchen und (wieder-)finden: Der Frühling hat seinen Duft verloren und geht überall schnuppern.
    • Angst haben und die Erfahrung machen, dass einem geholfen wird: Die Wohnung des Maulwurfs wird vom Regen überschwemmt – was soll er nun machen?
    • Mehr und mehr Naturwesen kommen an einem Ort zusammen: Geschichte eines Handschuhs, der den Tieren des Naturorts als Winterquartier dient.

     

    Die Lehrperson beobachtet während des Erzählens, wie gut die Kinder der Geschichte lauschen können, und stellt am Ende Verständnisfragen. Danach dürfen die Kinder mit den gesammelten Gegenständen spielen.

    Varianten:

    • Als Einstiegselement wird eine Figur gewählt, die die Kinder bereits kennen.
    • Anstatt eine Geschichte zu erfinden, wird eine bekannte Geschichte
      nachgestellt; dabei werden Naturelemente der Umgebung integriert.

    Ausrollgeschichte selber entwickeln

    Material: Tücher, Schreibunterlagen, Stifte, Papier


    Schulstufe: 3.-8. Schulstufe

    Bildungsziele: Schreiben, Lesen, Sprechen, Höhren > Reizwortgeschichten verfassen

    Schulstufe: 5.-8. Schulstufe

    Bildungsziele: Schreiben, Lesen, Sprechen, Höhren > writing


    Ablauf: 

    Die Lehrperson erzählt den Beginn und das Ende der Geschichte, die Kinder die Etappen dazwischen. Die Lehrperson rollt jeweils ein Naturmaterial aus. Wem eine Idee dazu einfällt, meldet sich und darf weitererzählen.

    Anschließend erfinden die Kinder ihre eigenen Ausrollgeschichten. Zu zweit oder zu dritt erhalten sie ein Tuch und suchen sich interessante Naturelemente in der Umgebung. Sie schreiben die Geschichte nieder. Dabei achten sie darauf, dass die Geschichte spannend bleibt und einen klaren Beginn und Schluss aufweist. Sie überlegen sich eine Verständnisfrage, die sie den anderen stellen wollen. Danach präsentieren sie das Endresultat der Klasse, indem sie die Geschichte frei erzählen und dabei die Gegenstände Stück für Stück ausrollen.

    Die Lehrperson beobachtet während des Erzählens: Wie gut können die Kinder eine Geschichte kohärent und kreativ weitererzählen? Integrieren sie vorher aufgetauchte Naturelemente? Die Klasse evaluiert gemeinsam nach dem Erzählen: War die Geschichte spannend? Hatte sie einen klaren Anfang und Schluss?

    Weitere Ideen

    Im Klassenzimmer schreiben die Kinder ihre erfundenen Geschichten ins Reine, verbessern wenn nötig den Spannungsbogen oder den Anfang und den Schluss, korrigieren Rechtschreibfehler und reflektieren den Schreibprozess.

    Diese Unterichtssequenzen stammen aus dem Buch „Draußen unterrichten". Weitere Informationen zum Buch finden Sie unter: www.hep-verlag.de/draussen-unterrichten-at 

    Sprachen in der Natur aus dem Projekt „Lernraum Naturpark – draußen unterrichten“

    Die folgenden Outdoor-Unterrichtseinheiten sollen Hilfestellung und Anregung geben, den Unterricht abseits vom Klassenzimmer in der Natur durchzuführen – selbst wenn es sich nur um kurze Einheiten handelt. Dafür muss der Weg nicht unbedingt in den nächsten Wald führen, auch der Schulgarten oder ein kleiner Park eignen sich zur Umsetzung.

    Die Einheiten können an das jeweilige Alter der Kinder leicht angepasst werden und bringen nicht nur Wissen sondern auch Spaß in den Schulalltag. Sie wurden im Rahmen des Projekts „Lernraum Naturpark – draußen unterrichten“ gesammelt.

    Buchstaben-Laut-Jagd

    Bildungsziele:

    Verfassen von Texten, Rechtschreiben, Lesen – Umgang mit Texten und Medien, Sammeln von Erfahrungen im plastischen Bereich, Sensibilisieren für Farben, Formen und deren Anordnung sowie z.B. für visuell oder haptisch erfassbare Eigenschaften von Materialien


    Material:

    • (buntes) Papier und Filzstifte für die Buchstaben/Laute
    • Klemmbretter mit Papier oder Notizblöcke sowie Stifte für die Materiallisten bzw. Kurzgeschichten
    • Großes einfärbiges Tuch zum Auflegen der Gegenstände

    Ablauf: 

    Die Kinder gehen paarweise auf Buchstaben-Laut-Jagd. Dazu verteilt die Lehrkraft an jedes Paar einen Buchstaben bzw. eine Lautkombination (au, ei, eu, ie, ss …), die auf das mitgebrachte bunte Papier geschrieben werden, und die Kinder suchen in der Umgebung nach Objekten, die diese Buchstaben bzw. Laute enthalten.

    Die Teams sammeln oder zeichnen die Objekte auf und legen sie nach einer vereinbarten Zeit am vereinbarten Treffpunkt auf ein Tuch zum entsprechenden Buchstaben/Laut. Dann präsentieren die Teams jeweils ihre Funde, die Lehrkraft hilft ggf. bei der Bezeichnung bzw. Beschreibung der Naturelemente.

     

    Varianten

    • Zusätzlich können die Teams eine Liste der gefundenen Gegenstände erstellen. Diese Listen werden mit einem jeweils anderen Team getauscht und auf richtige Zuordnung und Schreibweise kontrolliert.
    • Erweiternd können die Teams zu den gefundenen Gegenständen eine Kurzgeschichte erfinden und erzählen oder aufschreiben und vorlesen.
    • Zum Abschluss kann aus den gefundenen Materialien ein gemeinsames Bild gestaltet werden, das die Lehrkraft fotografiert.

    Nachweis des Unterrichtsertrages:

    • Arbeitsblatt
    • Zeichnungen, Listen oder ggf. auf Karton geklebte Waldmaterialien und dazugehörige Laute
    • aufgeschriebene Kurzgeschichten

     

    Buchstaben-Laut-Jagd (PDF-Download: 0,1 MB)


    Quelle: nach den Unterlagen von Gabriela Orosel und Irene Obetzhofer für die Tagung „Draußen unterrichten – Lernraum Naturpark"

    Schreib-Laufgeschichte

    Bildungsziele:

    Verfassen von Texten, Rechtschreiben, Lesen – Umgang mit Texten und Medien, Einsicht in Sprache durch Sprachbetrachtung


    Material:

    • Klemmbretter mit Papier oder Notizblöcke sowie Stifte
    • Zeitmessgerät

    Ablauf: 

    Paarweise oder einzeln durchführbar: Jedes Kind/Paar erhält ein Blatt Papier auf einem Klemmbrett befestigt sowie einen Schreibstift und sucht sich einen passenden Ort im Naturraum (Baum, Baumstumpf, andere Sitzgelegenheit, etc.). Dort beobachtet oder erforscht es die Umgebung. Sobald es etwas Interessantes gefunden hat, beginnt es eine Geschichte zu schreiben (entweder nur ein Satz oder drei bis vier Sätze).
    Nachdem die Lehrkraft ein vorher vereinbartes akustisches Signal gegeben hat, tauschen die Kinder/Paare die Plätze, lassen die Schreibunterlagen jedoch am jeweiligen Ort liegen. Nun wird die Geschichte des vorherigen Kindes/Paares weitergeschrieben.

    Es sollten zumindest fünf bis sechs Platzwechsel stattfinden, bei denen die Lehrkraft jeweils den Hinweis zu Einleitung, Hauptteil und Schluss gibt, damit die Geschichte einen Spannungsbogen erhält.

    Nach dem letzten Wechsel lesen die Kinder/Paare den anderen jeweils die Geschichte vor, bei der sie sich gerade befinden. Jede Geschichte darf mit einem Applaus wertgeschätzt werden.


    Nachweis des Unterrichtsertrages:

    Blätter mit den Kurzgeschichten

     

    Schreib-Laufgeschichte (PDF-Download: 0,1 MB)


    Quelle: nach den Unterlagen von Gabriela Orosel und Irene Obetzhofer für die Tagung „Draußen unterrichten – Lernraum Naturpark“

       
      

    Das Projekt „Lernraum Naturpark – draußen unterrichten“ wird vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus gefördert.

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