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Foto: dmitriydanilov62/stock.adobe.com

Foto: Rupbilder-fotolia

Foto: Anja H/Pixabay

Baukünstler auf der Wiese und Streuobstwiese

Honigbiene
Foto: Pixabay/Kathy2408

Je mehr Pflanzenarten in einer Wiese wachsen, desto höher ist auch die Artenzahl von Insekten und anderen Kleintieren. Mehrere tausend Arten können in einer einzigen blütenreichen Magerwiese leben – daher gelingen Beobachtungen von Tierbauten in solchen, nur ein- oder zweimal im Jahr gemäht Wiesen, am ehesten. Im Mai sind in solchen Wiesen mit großer Wahrscheinlichkeit Grillenlöcher zu entdecken. Die Tiere graben kleine verzweigte Gänge und sitzen vor den Löchern, um zu zirpen. Zur selben Zeit sind in vielen Wiesen die Schaumnester von Schaumzikaden zu sehen – der so genannte Kuckucksspeichel. Das Weibchen legt Eier auf Gräser, aus denen Larven schlüpfen, die gemeinsam diese schützende Schaumhülle erzeugen – ein guter Trick gegen Fressfeinde und gegen Austrocknung.

In höheren und später gemähten Wiesen faszinieren die Netze von Webspinnen – ausgeklügelte Materialien verbunden mit Kunstfertigkeit machen die Netze zum Wohnraum und zur Falle für Fluginsekten. Noch erstaunlicher sind die Wabennester von Wespen, Hornissen, Hummeln und Honigbienen. Die letzten beiden sind ganz wichtige Bestäuber von Wild- und Nutzpflanzen ohne die Blütenreichtum und Fruchtgenuss eingeschränkt wären. Besonders wichtig ist diesin Streuobstwiese, denn Honigbienen und Wildbienen erhöhen stark die Qualität und Menge von erntefähigem Obst.

Was kann ich tun?

  • bestehende Bauten nicht zerstören
  • blütenreiche Magerwiesen erhalten oder neu anlegen
  • magere und sonnige Böschungen nicht düngen, nur einmal mähen, nicht mulchen
  • Blühflächen und Nützlingsflächen anlegen, auch wenn sie sehr klein sind
  • Nachpflanzen von Hochstamm-Obst bäumen bzw. alten Sorten
  • Obstbäume pflegen, damit sie alt werden können
  • Wespen- und Hornissennester, die nicht in Hausnähe sind, belassen oder Stelle absichern

Ideen und Tipps

Nachfolgend finden Sie Anregungen und Projektbeschreibungen für verschiedene Aktivitäten, um Kindern und Jugendlichen Baukünstler auf der Wiese und Struobstwiese näher zu bringen.

Bienenwaben stempeln

Foto: VNÖ

Hintergrund: Bienen sind präzise Baukünstler, sie bauen ihre Waben ihn Form perfekter Sechsecke. Der Baustoff dafür ist Wachs, das die Bienen in ihren Wachsdrüsen produzieren. Die sechseckigen Zellen dienen zum Aufziehen der Larven und zum Lagern von Honig und Pollen.


Bildungsziele: Bienenwaben – Form und Bauweise kennenlernen, kreatives Gestalten


Alter: Kindergarten

Gruppengröße: Kleingruppe, Gesamtgruppe

Material: Tonpapier, weißes Papier, dünner Karton, Toilettenpapierrollen, Klebeband, Kleber, evtl. Heißkleber, Schere, Luftpolsterfolie, gelbe und orange Fingerfarben, Schale für die Fingerfarben


Ablauf:
Beobachtungsaufgabe: Als Einstimmung können Bienen im Garten beobachtet werden. Welche Farben haben Bienen? Wie viele Füße, Flügel, und Fühler haben Bienen? Was machen die Bienen an den Blumen? Wie saugen sie den Nektar aus den Blüten? etc.

Bienenwaben basteln: Aus einem dünnen Karton 2 bis 3 Sechsecke ausschneiden.Aus einer Luftpolsterfolie ebenfalls 2 bis 3 Sechsecke ausschneiden. Karton und Luftpolsterfolie zusammenkleben. Die Kartonseite an einer Toilettenpapierrolle (mit Heiß-kleber oder Klebeband) befestigen und fertig ist der Bienenwabenstempel. Den Stempel mit Fingerfarbe bestreichen und los geht’s.

 

Die bebilderte Anleitung finden Sie hier!

Wachstücher selber machen

Foto: Pixabay/RikaC

Hintergrund: Ein Bienenstock besteht aus sechseckigen Waben, der Baustoff dafür ist Wachs. Die Arbeiterinnen produzieren es mit ihren Wachdrüsen, dabei entstehen kleine Wachsplättchen, die die Biene mit den Hinterbeinen nach vorne zum Mund befördert und mit einem Speichelsekret durchknetet. Dann kann die Wabe modelliert werden. Zum Bau der Waben hängen sich die Bienen zu einer Baukette zusammen.


Bildungsziele: Wachs und Wabenbau der Honigbiene kennen lernen


Alter: Volksschule, Mittelschule

Gruppengröße: variabel

Material: Stoffreste aus Baumwolle, Leinen oder anderen natürlichen saugfähigen Textilien. 2 gehäufte EL Bienenwachs pro Tuch (vom Imker als Bienenwachs-Pastillen oder aus Bienenwachs-Kerzenresten), Backblech, Backpinsel, Backpapier, Bügeleisen


Ablauf: Stoff ausschneiden (evtl. mit Zick-Zack Schere), neue Stoffe zuerst waschen. Backpapier auf ein Backblech ausbreiten und den Stoff darauf platzieren. Bienenwachs auf dem Stoff verteilen. Mit einer Käsereibe lassen sich ganze Wachsstücke klein reiben und über den Stoff verteilen. Das Wachs kann auch in einem Wasserbad geschmolzen und mit einem Pinsel auf dem Tuch verteilt werden. Ein zweites Blatt Backpapier auf den Stoff geben und bügeln, bis das Wachs schmilzt. Darauf achten, dass es gleichmäßig verteilt wird. Papier entfernen und abkühlen lassen.

 

Die Anleitung, sowie weitere Infos, finden Sie hier!

Lebensraum Obstbaum: Wer wohnt wo?

Foto: Franz Kovacs

Bildungsziele: Lebensraum Obstbaum: Bewohner und deren Bauwerke kennen lernen


Alter: Volksschule, Mittelschule

Gruppengröße: Gesamtgruppe

Material: Arbeitsblatt: Lebensraum Obstbaum, kleine Kärtchen, auf denen die Bewohner eines Obstbaumes abgebildet sind, Stifte, Klebeband oder Kleber, evtl. Forscherausrüstung: Lupe, Fernglas, etc.


Ort: Streuobstwiese


Ablauf: Gemeinsam werden die Stockwerke und Lebensräume eines Baumes besprochen. Jede Gruppe sucht sich einen Obstbaum aus und betrachtet diesen für einige Minuten: Welche Tiere leben auf, am oder im Baum? Welche tierischen Bauwerke befinden sich am Baum? Von wem stammen diese?

Nachdem die Beobachtungen ausgetauscht wurden, werden alle Bauwerke gemeinsam aufgesucht, wobei der/die Gruppenleiter/in den Kindern die Bauwerke gezielt zeigt und diese mit ihnen bespricht: Wer könnte dieses Bauwerk gebaut haben? Aus welchen Materialen besteht es? Wie hat das jeweilige Tier sein Bauwerk gebaut? Für was wird das Bauwerk genutzt? (Versteck, Nest, Winterquartier). Wer könnte als Nachmieter in das Bauwerk einziehen? (Specht = Baumeister, Siebenschläfer, Fledermaus, Wiedehopf = Nachmieter).

Anschließend bekommt jede Gruppe ein Blatt Papier mit der Skizze eines Obstbaumes sowie kleine Kärtchen, auf denen die Bewohner eines Obstbaumes abgebildet sind (Arbeitsblatt und Vorlagen für Tierkärtchen können als Praxismaterial heruntergeladen werden).

Die beobachteten Bauwerke sollen auf dem Arbeitsblatt eingezeichnet werden. Die tierischen Bakünstler oder ihre Nachmieter werden zu den Bauwerken dazu geklebt.


Download: Praxismaterial - Lebensraum Obstbaum (PDF-Download: 1,2 MB)

Den Wiesen-Baukünstlern auf der Spur

Feldgrille
Foto: phototrip.cz/stock.adobe.com

Hintergrund: Wiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen, aber nur jene die kaum gedüngt und nur selten gemäht werden. Sie sind ein Paradies für Insekten mit zahlreichen kleinen archetektonischen, einzigartigen Bauwerken der sechsbeinigen Bewohner. Vom raffinierten Fangtrichter des Ameisenlöwen, den schaumigen Nestern der Zikaden, den aufwendig konstruierten Wohnbauten der Ameisen, bis hin zu den versteckten Wohnröhren von Grillen, Käfern und Hummeln.


Bildungsziele: wiesenbewohnende Insektenarten sowie deren Bauwerke kennenlernen, aufmerksames Beobachten und Wahrnehmen


Alter: Volksschule, Mittelschule

Gruppengröße: Kleingruppe, Gesamtgruppe

Material: Forscherausrüstung (Lupen, Becherlupen, Klemmbretter, Stifte, Papier), Handy oder Digitalkamera, Kärtchen für das Wiesenmemory (je ein Foto von einem Ameisenhügel, Grillenloch, Schaumnest einer Zikade, Trichter eines Ameisenlöwen, etc.)


Ablauf: Ausgerüstet mit Lupen und Forscherequipment begeben sich die Kinder auf die Spuren der Wiesen-Baukünstler. In Kleingruppen suchen die Kinder Bauwerke in der Wiese. Im Anschluss werden die Beobachtungen ausgetauscht


Wiesenmemory

Jede Gruppe bekommt Kärtchen mit je einem Foto eines Bauwerkes eines Wiesenbaukünstlers: z.B. Foto eines Schaumnestes einer Zikade, Fangtrichter eines Ameisenlöwen, Erdloch einer Grille, Ameisenhügel, etc. Jede Gruppe soll nun diese Bauwerke in der Wiese finden, für einige Minuten beobachten und fotografieren. Dabei können folgende Punkte notiert werden: Wer baut das Bauwerk? Wofür wird es gebaut? Aus welchem Material besteht es? Wie wird es gebaut? Wer baut ähnliche Bauwerke? Anschließend werden die Bauwerke und deren Baukünstler der Reihe nach besprochen. Zusätzlich können Kärtchen von Nicht-Insekten untergemischt werden (z.B. Spinnennetz, Schneckenhaus, usw.). Zusatzaufgabe: Wer findet heraus, welches Bauwerk nicht von einem Insekt gebaut wurde?


Grillenkitzel

In der Wiese wird ein Grillenloch gesucht. Tipp: Wenn man auf das Zirpen der Grillen hört, findet man die Löcher ganz einfach, aber: Wenn man sich dem Loch nähert, verstummt die Grille. Also zuerst aufmerksam lauschen und erst dann dem Loch langsam nähern! Mit einem langen, feinen Grashalm fährt man vorsichtig ins Loch. Durch behutsames „Kitzeln“ (rein- und rausschieben des Grashalmes) wird versucht die Grille aus dem Loch zu locken. Nun kann das schwarze Insekt genau betrachtet oder mit einer Becherlupe gefangen werden.

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