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Foto: dmitriydanilov62/stock.adobe.com

Foto: Rupbilder-fotolia

Foto: Anja H/Pixabay

Baukünstler an und in Gewässern

Blaugrüne Mosaikjungfer
Foto: Martina Berg/Fotolia

In naturnahen Teichen, möglichst fischfrei, und in natürlichen Bächen leben zahlreiche Insekten, in erster Linie aber wasserbewohnende Larven von Insekten: Beispiele sind Libellen, Eintagsfliegen, Schlammfliegen und Köcherfliegen. Andere leben zeitlebens im Wasser wie Wasserkäfer und Wasserwanzen, wie Schwimmwanzen und Rückenschwimmer.

Die besten Baukünstler im Wasser sind zweifelsohne Köcherfliegen, sie sind mit den Schmetterlingen verwandt und haben wie diese die Möglichkeit, einen Faden zu erzeugen. Mit diesem werden auf fast wundersame Weise winzige Steinchen, Holzstückchen oder Pflanzenteile zu einer Wohnröhre, dem Köcher, zusammengesponnen. Das sind röhrenförmige Gebilde, die an einem Ende eine große und am anderen eine kleine Öffnung haben. Sie dienen den Larven nicht nur als schützendes Gehäuse vor Feinden, sondern sorgen auch dafür, dass die Larven nicht von der Strömung im Bach davongetragen werden.

Expert*innen können sogar an der Form des Köchers erkennen, zu welcher Köcherfliegen-Art eine Larve gehört. Sie haben nämlich alle einen ganz charakteristischen Baustil. Spezielle Köcherfliegenlarven bauen ein Fangnetz auf, das wie ein Spinnennetz funktioniert: die Larven sitzen in ihrem Köcher und lauern, ob sich ein Beutetier in diese Fangreuse verirrt.

Was kann ich tun?

  • bestehende Bauten nicht zerstören
  • naturnahe Gartenteiche ohne Fische anlegen

Ideen und Tipps

Nachfolgend finden Sie Anregungen und Projektbeschreibungen für verschiedene Aktivitäten, um Kindern und Jugendlichen Baukünstler an und in Gewässern näher zu bringen.

Schiffchen basteln

Foto: Nailia Schwarz/stock.adobe.com

Hintergrund: Die Weibchen einiger Wasserkäferarten, wie zum Beispiel die des Großen Kolbenwasserkäfers bauen für ihren Nachwuchs ein „Schiffchen“. Dieses „Schiffchen“ besteht aus dem Blatt einer Wasserpflanze – ein seidenartiges Gespinst mit einer Art „Schornstein“. Das Weibchen legt bis zu 50 Eier auf das schwimmende Schiffchen. Danach wird das Schiffchen seinem Schicksal überlassen und treibt frei über das Wasser. Die Larven entwickeln sich im Inneren und verlassen im letzten Larvenstadium das Nest, um sich in der Nähe des Ufers im Boden eine Höhle zu bauen – hier entwickeln sie sich dann zum fertigen Käfer.

Andere Wasserkäferarten, bauen ebenfalls ein seidenartiges Gespinst – einen Kokon – für ihre Eier, heften diesen aber unter Wasser an Steine oder Wasserpflanzen.


Bildungsziele: schwimmende Bauwerke am Wasser, kreatives Gestalten und Experimentieren


Alter: Kindergarten, Volksschule, Mittelschule

Gruppengröße: Gesamtgruppe

Material: Äste („Holzstöckchen“), Faden (z.B. Gartenkordel), Schere, großes Laubblatt (oder Papier, Stoffreste, etc.) für das Segel


Ablauf: Trockene, möglichst gerade Äste in der gleichen Länge zuschneiden. Die Äste nebeneinanderlegen und mit einem langen Faden umwickeln, den Faden dabei nach jedem Ast überkreuzen.

Zwei weitere Äste quer an der Unterseite befestigen. Aus einem weiteren Ast kann in der Mitte des Floßes ein Mast positioniert werden, dafür an der Spitze des Mastes zwei längere Fäden befestigen, diese einige Male um den Mast wickeln und an den querliegenden Ästen an der Unterseite des Floßes festknoten.

Für das Segel kann ein großes Laubblatt, oder alternativ Papier oder Stoffreste verwendet werden. Floß und Segel können nach Belieben gestaltet werden. Nach Lust und Laune kann das Floß auch mit weiteren (leichten) Naturmaterialien, wie einer schönen Blüte, verziert werden.

Fachlichen Input zu Wasserkäfer-Schiffchen finden Sie hier und die Bastelvorlage für ein Floß gibt es hier!

 

Weitere Bastelideen für Schiffchen können hier gefunden werden!

Spiele am Bach und Teich

Foto: Pixabay/Pezibear

Bildungsziele: Reaktion, Geschicklichkeit, Spaß an der Bewegung


Alter: Kindergarten, Volksschule

Gruppengröße: Klein- oder Gesamtgruppe


Der Storch geht um

Das Ufer des Baches ist die Startlinie. Alle Kinder stellen sich entlang dieser Linie auf und gehen in die Hocke – sie sind die Frösche. Ein Kind (= der Storch) stellt sich einige Meter entfernt (z.B. auf die andere Uferseite) mit den Rücken zu anderen Kindern auf und sagt: „Passt auf! Passt auf! Der Storch geht um“.

Während der Spruch aufgesagt wird, hüpfen die „Frösche“ in Richtung des „Storches“ und versuchen möglichst nahe an den „Storch“ ran zu kommen. Wenn der Spruch fertig aufgesagt wurde, dreht sich der „Storch“ blitzschnell um. Bewegt sich ein „Frosch“ noch, muss dieser zurück an die Startlinie. Der „Frosch“ der als erstes den „Storch“ berührt gewinnt und darf der neue „Storch“ sein.


Schiffrennen

Wer hat das schnellste Schiff? Jedes Kind schickt sein selbstgebasteltes Schiff ins Rennen (Anleitung zum Basteln siehe „Schwimmende Bauwerke am Wasser“, Seite 25).

Gemeinsam wird eine Start- und Ziellinie ausgewählt, eine Brücke oder eine beliebige Stelle am Ufer, die mit einem Stöckchen markiert werden kann. Auf ein Signal hin darf jedes Kind sein Schiff ins Wasser lassen. Welches Schiff erreicht als erstes die Ziellinie? Als Alternative zu den Schiffen kann das Rennen auch mit von den Kindern ausgesuchten Ästen (oder Blättern) veranstaltet werden.


Steinburgen, -schlösser und -türme bauen

Mit den Steinen im Bach können tolle Burgen, Schlösser und Türme gebaut werden. Auch Mandalas oder andere Muster lassen sich mit den Steinen legen oder probiert einen Staudamm zu bauen.

 

Weitere Ideen und Anregungen:

Unterwasserlupe basteln

Foto: Pixabay/TilenHrovatic

Bildungsziele: Lebensweise, Gefährdung und Schutzmaßnahmen für den Hirschkäfer und andere Totholzbewohner kennenlernen und aktiv helfen; Beobachtungen zur Entwicklung von Kleintieren im Totholz; Bedeutung von Alt- und Totholz im Wald und einer naturnahen Waldbewirtschaftung.


Alter: Volksschule, Mittelschule

Gruppengröße: Gesamtgruppe

Material: Material: Leere Dose, Dosenöffner, Gummiringe, Klarsichtfolie oder dursichtige Folie


Ablauf: Deckel und Boden einer Blechdose mit einem Dosenöffner entfernen (Tipp: Da die Ränder der Dose sehr scharf sind, sollte ein Erwachsener helfen). Die Folie zurechtschneiden, über die Dose stülpen und mit einem Gummiring befestigen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Folie straff gespannt ist.

Auf geht die Entdeckungstour: in ruhigen Flachwasserzonen kann mit Hilfe der Unterwasserlupe das Leben im Wasser beobachtet werden. Mit etwas Glück entdeckt ihr sogar einige Bauwerke unter Wasser! Den Kokon eines Wasserkäfers, einen Köcher mit einer Köcherfliegenlarve, mit viel Glück die Taucherglocke einer Wasserspinne.

Tipp: Testet vorher im Klassenzimmer, ob die Unterwasserlupe funktioniert, oder ob die Folie noch nachgespannt oder nachgedichtet werden muss.

Am, im und um das Gewässer gibt es noch zahlreiche andere Bauwerke, die nicht von Insekten stammen. Welche könnt ihr noch entdecken? Vielleicht die Fraß- oder Nagespuren eines Bibers? Oder sogar einen Biberdamm oder eine Biberburg? Das Nest einer Ente? Betrachtet die Ufer genau, findet ihr kleine Höhlen oder Löcher, die von Tieren stammen könnten? Zum Beispiel das Mausloch einer Wasserspitzmaus?

 

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Bau einer Unterwasserlupe finden Sie hier!

Wasser-Safari

Foto: Fred Lindmoser

Hintergrund: Die Larven der Köcherfliege bauen mithilfe eines selbstgebildeten Klebers und kleinen Steinchen oder Pflanzenstückchen eine Wohnröhre – den sogenannten Köcher. So ist die Larve vor Räubern geschützt. Meistens ragen nur der Kopf und die Beinchen aus dem Köcher heraus. Köcherfliegenlarven leben am liebsten unter Steinen, in klaren und fließenden Gewässern.


Bildungsziele: Baukünste der Köcherfliegenlarven kennen lernen, Beobachten, Experimentieren und Forschen im Lebensraum Bach


Alter: Volksschule, Mittelschule

Gruppengröße: Klein- oder Gesamtgruppe

Material: Wasserkescher (es gehen auch feine Plastik-Küchensiebe), Kübel, (Plastik-)Schüsseln, evtl. Terrarien-/Aquarienboxen, Lupen, Becherlupen, Nadel, Pinzette


Ablauf: Für eine Wasser-Safari muss man nicht erst in fremde Länder reisen, bei unseren heimischen Bächen gibt es viel zu entdecken und erforschen!

Tiere am Wasser beobachten: Jedes Kind sucht einen Platz und beobachtet für sich das Geschehen im, am und um den Bach. Anschließend werden die Beobachtungen gemeinsam besprochen.

Köcherfliegen Larven suchen: Der*die Gruppenleiter*in zeigt den Kindern wo man eine Köcherfliegenlarve findet, erklärt ihnen, wie man mit den Tieren umgeht und gibt den
Kindern fachliche Inputs dazu (Bauweise, Körperbau etc.). Nun bekommen die Kinder die Aufgabe, selbst Köcherfliegenlarven zu suchen. Tipp: Köcherfliegenlarven sitzen gerne unter Steinen!

Köcherfliegenlarven unter der Lupe betrachten: Aus was wurde der Köcher gebaut? Welches Material erkennt ihr? Wie gut ist der Köcher getarnt? Vergleicht die gefundenen Köcher – entdeckt ihr Unterschiede?

Köcher inspizieren: Zuerst wird genau geschaut, ob der Köcher bewohnt oder unbewohnt ist. Ist der Köcher unbewohnt, kann er mit einer Nadel vorsichtig zerteilt werden. Jetzt kann auch das Innere des Köchers unter der Lupe betrachtet werden. Ist der Köcher bewohnt, bitte nur mit einer Pinzette vorsichtig ein Teilchen (z. B. ein Steinchen, ein kleines Pflanzenstück) vom Köcher lösen und die „ganze“ Köcherfliegenlarve wieder ins Wasser geben. Das gelöste Teilchen kann nun ebenfalls unter der Lupe betrachtet werden.

Hinweis: Alle Tiere werden nach dem Beobachten, wieder frei gelassen! Das Wasser wird in den Gefäßen schnell warm und der Sauerstoff schwindet – während der Beobachtungsphase regelmäßig frisches Wasser dazu geben!


Weiterführende Idee – Wasser-Keschern:

Die Kinder dürfen mit einem Wasserkescher versuchen weitere Bachbewohner zu fangen, zu beobachten und zu bestimmen.


Download: Praxismaterial - Wasser-Safari (PDF-Download: 0,3 MB)

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