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Foto: Verein Naturparke Niederösterreich / Fotograf: www.pov.at

Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen

Foto: Barbara Derntl

Landschaften voller Nützlinge

Heerscharen im Auftrag der Natur Insekten sind als räuberische oder parasitische Lebewesen Gegenspieler von Arten, die sich in Massen entwickeln und aus menschlicher Sicht zu Schädlingen werden können

Foto: Pixabay Gerhard Gellinger

Von Natur aus gibt es keine Nützlinge oder Schädlinge. Denn Schädlinge sind es ja nur, weil sie „auf etwas scharf sind“, das auch wir Menschen gerne hätten: Gemüse, Obst, Zierpflanzen, Fichten oder bestimmte Vorräte.

Zwar neigen manche Arten von vornherein zur Massenentwicklung, auch ohne, dass der Mensch dafür verantwortlich ist, denken wir an die Heuschrecken- oder Maikäferplagen der vergangenen Jahrhunderte. In den allermeisten Fällen hat der Mensch allerdings durch monotone und möglichst gewinnorientierte Anbauweise in Form vom Plantagen ein Schlaraffenland für bestimmte Pflanzenfresser geschaffen – egal, ob am Acker, im Weingarten, in der Obstplantage oder im Fichtenforst.

Es ist immer dasselbe Prinzip: Wenige Arten können durch Massenvermehrung Nutzpflanzen im großen Stil vernichten, weil ihre natürlichen Feinde wie Krankheitserreger, Parasiten oder Räuber keinen Lebensraum besitzen. Ohne Totholz oder alte Bäume im Wald kann kein Ameisenbuntkäfer, keine parasitische Brackwespe oder kein Dreizehenspecht das erledigen, was sie von Natur aus machen würden – Borkenkäfer fressen. Oftmals sind es auch unabsichtlich eingeschleppte Arten, die zur Plage werden. Der globalisierte Handel macht’s möglich. Kartoffelkäfer, Maiswurzelbohrer, Buchsbaumzünsler sind solche Beispiele – und laufend werden es mehr.

Daher setzen wir auf die Kraft der Natur und das Nützlingspotenzial vieler heimischer räuberischer oder parasitischer Tierarten. Wer wäre dazu besser geeignet als Insekten? Eine Marienkäferlarve frisst bis zu 50 Blattläuse am Tag, Florfliegenlarven ebenso viele Spinnmilben und Blumenwanzen schaffen gar das Doppelte.

Unsere einzige Aufgabe ist es, diesen Tieren einen Lebensraum anzubieten: Einen Brachestreifen im Acker, eine Blühfläche am Rand der Obstplantage, eine später gemähte Magerwiese, eine Hecke im Grünland, Totholz und alte Bäume im Wald.

„Viele Insekten sind Räuber oder Parasiten und können den Schaden von Massenauftreten von Arten, die Nutzpflanzen fressen, verringern.“

Erstaunlich, aber wahr

Insekten sind faszinierende Lebewesen. Wusstest du, dass eine einzige Marienkäferlarve bis zu 50 Blattläuse am Tag frisst, Florfliegen ebenso viele Spinnmilben und Blumenwanzen sogar das Doppelte schaffen? Viele andere Nützlinge haben auch erstaunliche Fähigkeiten:

Foto: Alonso Aguilar – stock.adobe.com

Der Name Gemeiner Ohrwurm ist irreführend, er ist weder gemein, noch gehört er zu den Würmern. Wie sein Körperbau verrät, zählt der Ohrwurm zu den Insekten. „Gemein“ ist er im Sinne von häufig und weit verbreitet.

Foto: Pixabay/Sweetaholic

Das Grüne Heupferd hört mit seinen Füßen! Auf den Vorderbeinen befinden sich die Gehörorgane, die ähnlich wie das Trommelfell im Ohr des Menschen funktionieren.

Foto: Pixabay

Gartenkreuzspinne: Spinnfäden sind ein wahrer Superstoff der Natur! Sie sind bezogen auf ihre Masse stabiler als Stahl und so elastisch, dass sie um das Dreifache ihrer Länge gedehnt werden können ohne zu reißen. Dabei sind sie auch noch extrem leicht und dünner als menschliches Haar.

Foto: ÖKOTEAM, Christian Komposch

Wusstest du, dass Weberknechte Duftdrüsen besitzen? Greift ein Feind an, so hat der Weberknecht für ihn eine übelriechende Überraschung parat.

Was kann ich tun?

  • Blühfläche oder Blühstreifen anlegen
  • Wiese bis zum Aussamen stehen lassen
  • „wilde“ Wiesenstreifen und -ecken im Garten stehen lassen, die weder gemäht noch betreten werden: Brennnessel, Gräser und Klee sind für viele Insekten überlebenswichtig!
  • Hecke pflanzen: In heimischen Wildstrauchhecken fühlen sich Käfer, Bienen, Schmetterlinge und Vögel sehr wohl.
  • Brachestreifen stehen lassen
  • alte und tote Bäume stehen lassen
  • liegen gelassenes Laub, Häufen mit Astschnitt und Totholz sind ein wertvoller Rückzugsort für Insekten
  • verschiedene heimische Pflanzen für Insekten im Garten setzen:

    • Sal-Weide: Ihre Palmkätzchen sind eine der ersten Nahrungsquellen für Bienen nach dem Winter. Sie ist eine wertvolle Pollenquelle und ein üppiger Nektarspender für zahlreiche Schmetterlinge, vor allem für diejenigen, die überwintern, sowie für viele Käfer, Hummeln und Wespen. (Tipp: Zum Schutz der Bienen und anderen Insekten im Frühling/zu Ostern auf das Schneiden der Zweige verzichten und stattdessen Korkenzieherhasel oder ähnliches verwenden)
    • Frühlingsblumen: wie z. B. Schneeglöckchen, Krokusse und Narzissen für früh im Jahr fliegende Insekten
    • Wildblumenbeet anlegen
    • Wildrosen anstelle von Zierrosen setzen und ein Nasch- und Kräutergarten für Mensch und Insekten:„bienenfreundlicher Garten“ gestalten
    • ein Nasch- und Kräutergarten für Menschen und Insekten:
    • „bienenfreundlicher Garten“ gestalten

  • keine Pestizide verwenden
  • Unterkünfte für Nützlinge bauen (z. B. Marienkäfer, Ohrwürmer, Florfliegen)

Nützlinge in der Landwirtschaft „Nützlingspotential“ von Insekten

Insekten sind natürliche Gegenspieler von vielen Arten, die wir Menschen als „Schädlinge“ bezeichnen und die sich ohne räuberische oder parasitische Insekten in Massen entwickeln würden. Die gefräßigen Raupen des Apfelwicklers, die sich in das Fruchtfleisch der Äpfel einfressen, werden selbst von Schlupfwespen parasitiert und können sich so nicht uneingeschränkt vermehren. Flinke Laufkäfer gelten als gefährliche Feinde der Nacktschnecke und Florfliegen fressen mit Vorliebe Blattläuse und Milben. Um allerdings die Massenentwicklung von Schädlingen kontrollieren zu können, brauchen unsere „Nützlinge“ Lebensräume. Durch die Schaffung von Brachestreifen im Acker, Blühflächen am Rand von Obstplantagen, durch das stehenlassen alter Bäume und Totholz oder durch eine erst später gemähte Magerwiese können wir unsere „Nützlinge“ fördern.

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