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Foto: Naturpark Jauerling-Wachau

Foto: Büro LACON

Foto: Naturpark Attersee-Traunsee

G̶´̶s̶c̶h̶l̶a̶m̶p̶e̶r̶t̶ Ordentlich!

Naturpark Südsteiermark von DI Mag. Johannes Stangl

Projektbeschreibung

Im Rahmen des Leader-Projektes „Biodiversitäts- und Artenschutzoffensive im Naturpark Südsteiermark“ beschäftigt sich der Naturpark gezielt mit dem Thema Lebensraumerhalt. Die Bewusstseinsbildungsaktion „G´schlampert Ordentlich!“ zeigt die Wichtigkeit spezieller Lebensräume auf.

Spät gemähte Wiesen, unaufgeräumte Gartenecken, alte Heustadln wirken für die meisten Menschen g´schlampert. Aus Sicht der Tiere sind das aber ordentliche Lebensräume mit reich gedecktem Tisch. Unsere Kulturlandschaft braucht diese ordentlich g´schlamperten Ecken. Weniger zammgräumt bedeutet mehr Biodiversität und Artenvielfalt! Aus diesem Grund haben die Naturpark-Gemeinden, in enger Zusammenarbeit mit dem Naturpark Südsteiermark, einige solcher Ecken mit Informationstafeln ausgestattet, um eben auf die Wichtigkeit dieser Lebensräume hinzuweisen.

Im Folgenden sind vier Tiere beschrieben, die von diesen Lebensräumen profitieren:

Gemeiner Ohrwurm
(Foto: Naturpark Südsteiermark)

Gemeiner Ohrwurm (Forficula auricularia)
Sein schlechter Ruf (Ohrenschlüpfer) ist auf seine schlüpfrige Gestalt und seine Hinterleibs-Anhänge zurückzuführen. Diese sind zu einer Zange umfunktioniert und dienen lediglich zur Verteidigung. Als Allesfresser ist der Ohrwurm wegen der Vertilgung von Blattläusen, Blattsaugern sowie Raupen und besonders der Blutlaus eigentlich ein verkannter Gartennützling. Nur bei Massenauftreten kann an Weichobst und Wein Schaden auftreten. Er ist nachaktiv, lichtscheu und fühlt sich an feucht-warmen Orten wohl. Daher ist er oft unter Brettern, Steinen, in Laubhäufen und Mauerspalten anzufinden.

Nördlicher Weißbrustigel
(Foto: Naturpark Südsteiermark)

Nördlicher Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus)
Der in der Steiermark dominierende Weißbrustigel (außerdem in Österreich vorkommend: Braunbrustigel) ist ein Kulturfolger und tritt häufiger in Kulturlandschaften als in natürlichen Umgebungen auf, daher bewohnt er hauptsächlich Ackerland, Parks und Gärten. Er jagt in der Nacht und braucht folglich für den Tag einen Unterschlupf. Eine dichte Hecke, Asthäufen oder ein Komposthaufen kann den Stachelritter beherbergen. Da er, neben Würmern und Tausendfüßlern, gerne auch Schnecken und andere Schädlinge vertilgt, trägt er zu einem ausgewogenen Gartenleben bei.

Stieglitz (Foto: Naturpark Südsteiermark)

Stieglitz (Carduelis carduelis)
Distelfink lautet ein anderer Name dieses bunten Gesellen. Das deutet einerseits auf die Zu-gehörigkeit zur Familie der Finken hin und andererseits gibt es Aufschluss über seine Nahrung, vornehmlich sind das Samen verschiedener Blütenpflanzen, Gräser und Bäume. Damit er diese aber verspeisen kann, braucht es spät gemähte Wiesen und unaufgeräumte Ecken, in denen samentragende Pflanzen auch über den Winter stehen bleiben dürfen. Solche Flecken gibt es aber leider in unserer Kulturlandschaft immer seltener.

Zwergfledermaus
(Foto: Naturpark Südsteiermark)

Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)
Dieser Winzling (ca. 7g leicht) unter den Fledermäusen passt mit zusammengefalteten Flügeln ohne weiteres in eine Streichholzschachtel. Ihr Quartier schlägt die Zwergfledermaus meist in alten Gebäuden (spaltenförmige Verstecke) auf, dadurch liegt Ihr Hauptlebensraum zumeist in Siedlungen und in deren direkter Umgebung, wo sie zu jagen pflegt. Obwohl die Zwergfledermaus sehr anpassungsfähig ist, findet man sie immer seltener. Grund ist der Mangel an Unterschlupfmöglichkeiten. Neue oder sanierte Gebäude bieten oftmals keine Verstecke mehr oder sind an allen Ecken verschlossen. Nistkästen können hier ein Ersatzquartier bieten.

Resümee und Ausblick

Ob es Gartensendungen im TV, Radioberichte, Buchveröffentlichungen oder Zeitungsartikel sind, die `gschlamperte Ecken findet wieder Platz in den südsteirischen Gemeinden, sodass Naturpark-BürgerInnen auf die Aktion aufmerksam wurden und auch für ihre Hausgärten unsere Beschilderungen bestellen wollten. Nichtsdestotrotz ist der Rasenroboter ein fast übermächtiger Gegner, dem der Naturpark aber mit weiteren biodiversitätsfördernden Maßnahmen im Rahmen des Projekts „Biodiversitäts- und Artenschutzoffensive“ begegnen wird.

Service-Angaben

Naturpark Südsteiermark • DI Mag. Johannes Stangl
Grottenhof 1 • 8430 Leibnitz • Tel.: +43 (0) 3452 / 71 305
E-Mail: j.stangl@naturpark-suedsteiermark.at
Web: www.naturpark-suedsteiermark.at 


G´schlampert Ordentlich! (PDF-Download: 0,5 MB)

Stand: März 2021


Unterstützt wurde dieses Projekt zur Entwicklung des ländlichen Raums 14-20 aus Mitteln der europäischen Union, des Bundes und des Landes Steiermark! Weiters unterstützt durch Regionsmittel im Rahmen des StLREG 2018.

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