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Foto: goodluz/fotolia

Masterarbeit von Elisabeth Zacherl

Optionen für eine koordinierte Direktvermarktung in der Naturparkgemeinde Leibnitz

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik der Direktvermarktung innerhalb der Stadtgemeinde Leibnitz. Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, die Direktvermarktungslandschaft von Leibnitz zu untersuchen und mögliche Maßnahmen auszuarbeiten, die eine koordinierte Direktvermarktung zum Ziel haben. Bestehende Kooperationen der verschiedenen Akteure sollen identifiziert, und Möglichkeiten, um diese zu verstärken, ausgearbeitet werden. Weiters werden Herausforderungen in der Landwirtschaft sowie Zukunftsperspektiven in Bezug auf den Erhalt der Kulturlandschaft und Biodiversität diskutiert.

Mit Hilfe eines Fragebogens wurden direktvermarktende Betriebe und deren Angebot erhoben. Weiters wurden mit sechs Direktvermarktern Experteninterviews durchgeführt, um Chancen und Potenziale sowie Hindernisse und Barrieren in der Direktvermarktung zu identifizieren. Im Rahmen der Interviews wurden auch bestehende Kooperationen der verschiedenen Akteure sowie Herausforderungen und Zukunftsperspektiven in der Landwirtschaft diskutiert. Die Ergebnisse der Interviews bildeten die Basis für die darauffolgende SWOT-Analyse. Folgende Forschungsfragen wurden im Rahmen dieser Arbeit behandelt und hier zusammenfassend dargestellt:

  • Welche Maßnahmen können dazu beitragen, um eine koordinierte Direktvermarktung zu implementieren?

Durch ein gemeinschaftliches Auftreten der direktvermarktenden Betriebe kann die Direktvermarktungslandschaft von Leibnitz optimiert und somit auch die regionale Wertschöpfung erhöht werden. Konkret könnte hier die Implementierung einer eigenen Marke „Hergestellt in Leibnitz“ in Erwägung gezogen werden. Es könnte dadurch eine Plattform zum Austausch unter den landwirtschaftlichen Betrieben entstehen und gemeinsam mit der Stadtgemeinde die Erarbeitung einer gemeinsamen Vermarktung „Hergestellt in Leibnitz“ erfolgen. Neben Lebensmitteln könnte die Marke „Hergestellt in Leibnitz“ auch lokal produzierte Handarbeiten miteinbeziehen und so einen zusätzlichen Kundenkreis ansprechen.

  • Lassen sich bereits Kooperationen zwischen den einzelnen Akteuren (Landwirte, Gemeinde, Naturpark, etc.) erkennen bzw. wie können solche geschaffen/verstärkt werden?

Es gibt bereits Kooperations- und Interaktionsbeziehungen zwischen den direktver-marktenden Betrieben und anderen Akteuren jedoch lässt sich keine ausgeprägte Netzwerkstruktur innerhalb der Direktvermarktungslandschaft von Leibnitz erkennen.

Kooperationen bestehen vorrangig mit lokalen und regionalen Gastronomen. Diese Zusammenarbeit könnte mit Hilfe einer Regionalitätsgarantie in Leibnitzer Gasthäuser, Hotels und Buschenschänken ausgebaut werden. Kooperationen der Direktvermarkter und dem Naturpark werden hauptsächlich über das Projekt „Naturparkspezialitäten Südsteiermark“ geführt. Einen wirklich relevanten Nutzen sehen die regionalen Produzenten aber in dieser Kooperation nicht und begründen dies aufgrund des noch relativ jungen Projektes.

Die Zusammenarbeit der Direktvermarkter mit der Stadtgemeinde wurde in den Interviews als gut bewertet. Die Implementierung einer FoodCoop, ausgehend von der Stadtgemeinde, würde den direktvermarktenden Betrieben einen zusätzlichen Absatzkanal verschaffen und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Landwirte ausbauen.

Kooperationen unter den Landwirten selbst basieren hauptsächlich auf einer gemeinsamen Gerätschaftsnutzung und dem Austausch von Know-how. Die Einführung einer eigenen Marke „Hergestellt in Leibnitz“ könnte diese Kooperationen optimieren.

  • Welche Herausforderungen und Zukunftsperspektiven lassen sich im Bereich der Landwirtschaft mit dem Erhalt der Kulturlandschaft und Biodiversität identifizieren?

Die große Herausforderung in Bezug auf den Erhalt der Kulturlandschaft und Biodiversität stellt der stetige Rückgang an landwirtschaftlichen Betrieben dar. Landwirte tragen durch die Nutzung der Flächen und der Landschaftspflege wesentlich zum Landschaftsbild und der Kulturlandschaft bei und fördern dadurch die Biodiversität. Dass sich immer mehr Landwirte dazu entschließen, ihren Betrieb aufzugeben, hat vielfältige Gründe. Die Direktvermarktung kann für landwirtschaftliche Betriebe als Zukunftsperspektive angesehen werden. Durch die zusätzliche Einkommensquelle kann für manche Betriebe das Bestehen in Zukunft gesichert werden. Innovatives Denken und neue Formen der Landwirtschaft, wie beispielsweise das Konzept der solidarischen Landwirtschaft können dazu beitragen, dass die kleinstrukturierte Landwirtschaft erhalten bleibt.

Leibnitz liegt im Naturpark Südsteiermark und verfolgt somit das Ziel, die Kulturlandschaft und Biodiversität zu erhalten. Ausgehend davon, dass sich ein Großteil der im Naturpark ansässigen Landwirte nicht bewusst ist, in einem Naturpark zu leben und zu wirtschaften, sollte in Zukunft Aufklärungsarbeit dahingehend durchgeführt werden. Die Landwirte müssen sich im Klaren sein, welche Bedeutung die Bewirtschaftung ihrer Flächen für die Biodiversität und Kulturlandschaft hat und gemeinsam mit dem Naturpark bzw. der Gemeinde Strategien ausarbeiten, damit der Erhalt für nachkommende Generationen gesichert ist.

 

Download

Die Masterarbeit "Optionen für eine koordinierte Direktvermarktung in der Naturparkgemeinde Leibnitz" (2018) von Elisabeth Zacherl wurde an der Karl-Franzens-Universität Graz an dem Institut für Geographie und Raumforschung verfasst und kann hier heruntergeladen werden (PDF-Download: 1,6 MB).

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