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Hecke

Hecken und Gebüsche sind ein typisches Landschaftselement der Talböden. Sie sind ein multifunktionaler Lebensraum, denn sie bieten vielen Arten einen Rückzugsraum, Nahrungsquelle, Brut- und Nistplatz und fungieren als Korridor, über den sich wandernde Arten ausbreiten können. Auch schützen sie den Boden vor Erosion durch Wind und Wasser. Hier leben Tiere wie Haselmaus, Ohrwurm, Grünes Heupferd und Neuntöter.

Eine Hecke ist eine lineare Struktur, die aus ganz unterschiedlichen Gehölzen bestehen kann. Im besten Fall sind es viele verschiedene heimische Gehölze, die sich auch in ihrem Alter unterscheiden. So sind sie als Habitat für die unterschiedlichsten Tiere geeignet, denn Gehölzpflanzen, die bei uns eigentlich nicht heimisch sind, wie zum Beispiel die Thuje, bieten den meisten Tieren wenig Nahrung. Der Unterschied zwischen einer Hecke und einem Feldgehölz ist der meist größere Anteil an Sträuchern, aber vor allem erkennt man Hecken daran, dass sie anders proportioniert sind. Sie sind eher lang als breit. Damit eine Hecke ihren vollen ökologischen Wert entfalten kann, sollte sie mindestens 8 m breit sein – so kann in ihrem Inneren eine Art Waldklima entstehen, das vielen Tieren nutzt. Im Inneren der Hecke jagt am Boden und auf den Sträuchern der Gemeine Ohrwurm. Unser zweiter Superheld und Gesangsvirtuose, das Grüne Heupferd, zirpt meist von mehreren Metern Höhe.

 

Superhelden in der Hecke

Gemeiner Ohrwurm
Forficula auricularia

Merkmale:

  • 6 Beine
  • 3-geteilter Körper (Kopf, Rumpf, Hinterleib)
  • 2 lange Fühler
  • 2 kurze, verhärtete Hinterflügel
  • anggestreckter Hinterleib

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Ohrwürmer (Dermaptera)
Superkraft: Schädlingsbekämpfung

Der Gemeine Ohrwurm ist trotz seines Namens kein Bösewicht, sondern ein Superheld der Schädlingsbekämpfung. Tatsächlich sind Ohrwürmer für den Menschen absolut harmlos. Die bedrohlich wirkenden Zangen am Hinterleib setzen die Tiere lediglich bei ihrer Jagd nach kleinen Insekten, zur Paarung oder zur Flügelentfaltung ein. Ohrwürmer sind heimliche Nützlinge mit großem Hunger: Sie sind Allesfresser und dabei nicht wählerisch, sie fressen pflanzliches Material, organischen Abfall und kleine Insekten, darunter massenhaft Schädlinge, wie Blattläuse oder Milben. Ohrwürmer leben im Familienverband. Eine Ohrwurmfamilie kann in einer Nacht mehr als 1.000 Blattläuse fressen! Tagsüber halten sie sich gerne in kleinen Ritzen und Spalten auf und kommen meist erst in der Nacht zum Vorschein. Die Weibchen legen ihre Eier in selbstgegrabenen Röhren in den Erdboden. Danach beschützen sie die Eier und bleiben mit den geschlüpften Larven noch für einige Zeit im Nest. Diese Nester finden sich häufig auch in Hecken, denn die Gehölze bieten ihren Nachkommen zusätzlichen Schutz.

 

 

Grünes Heupferd

Tettigonia viridissima

Merkmale:

  • 6 Beine
  • 3-geteilter Körper (Kopf, Rumpf, Hinterleib)
  • lange Hinterbeine
  • arttypischer Gesang (mit Flügeln und Beinen)

Klasse: Insekten (Insecta)
Ordnung: Heuschrecken (Orthoptera)
Superkraft: Meister des Weitsprungs

Das bis zu 4 cm große Grüne Heupferd ist unsere größte heimische Heuschrecke und ein absoluter Meister des Weitsprungs. Ihre hinteren Beine sind zu mächtigen Sprungbeinen umgewandelt. Am Kopf befinden sich lange, schnurartige Fühler. Das Weibchen ist am langen Legestachel zu erkennen, mit dem es die Eier – mehrere Hundert auf einmal – in den Boden legt. Aus den Eiern schlüpfen erst nach zwei Jahren die Larven. Diese sehen bereits ihren Eltern sehr ähnlich, nur die Flügel fehlen. Die Winzlinge häuten sich mehrmals, da die Haut nicht mitwachsen kann. Im Gegensatz zu einigen seiner Verwandten, die massenhaft Pflanzen fressen, ernährt sich das Grüne Heupferd hauptsächlich von Insekten und deren Larven, wie Fliegen, Raupen und Blattläusen; es ist also sehr nützlich. Der große Räuber besitzt dafür kräftige Mundwerkzeuge. Das Zirpen der Männchen kannst du schon von Weitem hören. Das Grüne Heupferd ist ein Langschläfer und fängt erst am Nachmittag zu singen an, dafür aber bis tief in die Nacht hinein. Der Gesang wird übrigens durch das Reiben der Flügel erzeugt.

 

Ideen und Tipps

Nachfolgend finden sich Anleitungen für verschiedene Aktivitäten und Projekte.

Lebensraum Hecke: Wer wohnt hier?

Bildungsziele: Lebensraum Hecke: Bewohner kennen lernen, aufmerksames Beobachten und Wahrnehmen


Alter: Kindergarten, Volksschule und Mittelschule

Gruppengröße: Gesamtgruppe

Material: weißes Tuch, Stock, evtl. Forscherausrüstung: Lupe, Fernglas, Becherlupe, Auffangboxen etc.


Ort: Naturnahe Hecke mit heimischen Gehölzen (z. B. Salweide, Kornelkirsche, Haselstrauch, Schlehe, Schwarzer Holunder, Roter Hartriegel etc.)

Ablauf: Jedes Kind stellt sich vor eine Heckenpflanze und beobachtet, für eine zuvor festgelegte Zeitspanne (abhängig von der Altersklasse 3–10 Minuten), aufmerksam die Hecke. Dabei wird jede Pflanze der Hecke von unten nach oben betrachtet, Blätter können vorsichtig umgedreht werden. Unter die Hecke wird ein weißes Tuch gelegt. Mit einem Stock wird die Hecke vorsichtig abgeklopft, so dass die „Heckenbewohner“ auf das Leintuch purzeln. Nun werden die Tiere gemeinsam betrachtet und bestimmt. Sie können zum Beobachten in eine Becherlupe gegeben werden, danach bitte wieder freilassen!

Anschließend werden die Beobachtungen gemeinsam besprochen:

  • Welche Heckenpflanze wurde beobachtet?
  • Welche Heckenbewohner wurden entdeckt?
  • Habt ihr einen Superhelden entdeckt?
  • Ist euch etwas Besonders aufgefallen?
  • Habt ihr ein Bauwerk in der Hecke entdeckt? (z. B. Vogelnest, Haselmausnest)
  • Verbindet die Hecke zwei Lebensräume miteinander?
  • Wo beginnt sie? Wo führt sie hin?
  • Wer könnte die Hecke als Korridor nutzen?

Tipp: Eine naturnahe Hecke kann ganz einfach im Schulhof oder Garten des Kindergartens gepflanzt werden. Sie ist Lebensraum und Nahrungsquelle für viele Tierarten und kann im Jahresverlauf toll beobachtet werden:

  • Welche Pflanze blüht im Frühling als Erstes?
  • Welche Blütenbesucher könnt ihr beobachten?
  • Wann treiben die Blätter aus?
  • Wann werden die ersten Früchte reif?
  • Welche Besucher locken diese an?
  • Wann verfärben sich die Blätter?
  • Wann fallen sie ab?

Ein Ohrwurmquartier bauen

Bildungsziele: Ohrwürmer sind zwar Allesfresser, bevorzugen aber Blattläuse. Sie fressen bis zu 120 Blattläuse in einer Nacht. Sie leben im Familienverband, die Jungtiere werden sogar bewacht.


Alter: Volksschule und Mittelschule

Gruppengröße: Gesamtgruppe

Material: Holzwolle oder Stroh, kleiner Blumentopf (kann auch schön bemalt und verziert werden)


Ablauf: Ein mit Holzwolle oder Stroh gefüllter kleiner Blumentopf wird verkehrt im Baum aufhängt oder auf einem Stecken befestigt. Wichtig ist dabei, dass der Blumentopf Kontakt zum Stamm oder zu einem Ast oder dem Stecken hat, damit die Tierchen in den Topf klettern können. Mit diesen Töpfen kann man die Ohrwürmer leicht zu mit Blattläusen befallenen Obstbäumen oder Sträuchern umsiedeln. Nach jedem Winter die Holzwolle tauschen und das Quartier von Kot reinigen.

Wir bauen eine Ameisenfarm

Hintergrund: Ameisen sind Architekten der Superklasse: Aus Erde und Pflanzenteilen bauen sie riesige Nester, sogenannte „Ameisenhügel“, die bis zu zwei Meter hoch sein können, wobei der größte Teil des Nests unter der Erde liegt. Eine erstaunliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die kleinen Insekten nur rund sechs Millimeter groß sind. Ein Ameisenbau besteht aus einem ausgeklügelten System mit zahlreichen Kammern und Gängen: Von Vorratskammern und Brutkammern bis hin zu einem integrierten Heizungssystem mit Klimaanlagen!

Bildungsziele: Verhalten der Ameisen beobachten, kreatives Gestalten


Alter: Kindergarten und Volksschule

Gruppengröße: Gesamtgruppe

Material: leeres Aquarium, Terrarium oder großer Glasbehälter, dunkles Papier, Erde, Blätter, Ameisennahrung: z. B. Obststücke


Ablauf: Mit dunklem Papier werden ein oder zwei Seiten des Aquariums abgeklebt (Ameisen bauen ihre Gänge bevorzugt in dunkler Umgebung). Das Aquarium wird mit feuchter Erde, Blättern und Nahrung für die Ameisen befüllt (Achtung: die Erde sollte nur feucht und nicht nass sein!). Die Kinder dürfen im Garten Ameisen (eines Ameisennestes) sammeln und diese ins Aquarium geben.

Tipp: Ameisen findet man z. B. unter Steinen, Holz und Ähnlichem.

Die Ameisenfarm sollte gut verschlossen werden, damit die Ameisen nicht hinaus klettern können, aber trotzdem sollten die Tiere auch noch genug Luft bekommen. Nach einigen Tagen kann das dunkle Papier entfernt werden. Mit etwas Glück können nun bereits die Ameisengänge, die entlang der Scheibe gebaut wurden, sowie das Verhalten der Ameisen beobachtet werden.


Hinweis: Nach ausreichender Beobachtungszeit, sollten die Ameisen wieder dort freigelassen werden, wo sie gefunden wurden.


Hier geht’s zu weiteren Ideen für eine selbstgebaute Ameisenfarm

Hier gibt’s fachliche Inputs zu Ameisen und ihren Bauwerken

Hier erfährt man, warum Ameisen so große Hügel bauen

Hier gibt’s weitere spannende Infos zu Ameisenhügeln

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