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Foto: F. Grabenhofer

Foto: F: Kovacs

Foto: F. Kovacs

Foto: F. Grabenhofer

Foto: F. Kovacs

2019 ist das Jahr der Tonkünstler

2019 findet der Aktionstag zum Tag der Biodiversität am 22. Mai statt, dieses Mal unter dem Motto „Landschaften voller Tonkünstler“. Alle Naturpark-Schulen und -Kindergärten sind eingeladen, sich mit Aktionen und Projekten daran zu beteiligen.

Fotos: Ewald Neffe, Pixabay/lagunabluemolly, Pixabay/sethink, Ewald Neffe, Herfried Marek, Pixabay/Pezibear, Pixabay/Oldiefan

Unsere Naturparke sind voller Tiere, Pflanzen und auch unbelebter Phänomene, die uns mit ihren unglaublich vielfältigen Kommunikationsarten und Geräuschwelten immer wieder aufs Neue in Staunen versetzen. So wie etwa die spannenden Momente, wenn aus einem freundlichen Zwitschern ein Alarmsignal wird, nach einer Unterbrechung durch Raubtiere wieder ein entspannter Austausch einkehrt, sich Naturgewalten lautstark ihren Weg durch die Landschaft bahnen oder wenn wir Menschen alltägliche Pflanzen zu stimmungsvollen Musikinstrumenten machen.

Das Spiel mit Geräuschabfolgen von einer Stimmung zur nächsten, von einer Tonabfolge in eine andere, von einem alten Rhythmus zu einem neuen finden wir aber auch, wenn sich eine Brise in einen Sturm verwandelt, wenn Wasser in der Kurve eines Bachlaufs plötzlich schneller fließt oder sich die Geräuschwelten einer Jahreszeit zur nächsten Phase wandeln. Am Tag der biologischen Vielfalt im Jahr 2019 dreht sich bei den Naturpark-Schulen und -Kindergärten alles um Geräusche und Kommunikation in der Naturparklebewelt, die dahintersteckenden Strategien, genialen Kniffe und das wunderbare Wechselspiel zwischen Symphonien und Dissonanzen.

Informationen und Materialien zum Aktionstag 2019

Ideen und Tipps zum Jahresthema „Landschaften voller Tonkünstler“

Die konzentrierten Aktionen der Naturparke, Naturpark-Schulen und Naturpark-Kindergärten lassen diese als österreichweite, kräftige Einheit in Erscheinung treten und erhöhen die öffentliche Wahrnehmung für deren Engagement für die Biodiversität. „Ideen und Tipps“ soll als Unterstützung für Aktionen und Projekte zum Jahresthema „Landschaften voller Tonkünstler“ dienen.

PDF-Download: Ideen und Tipps Tonkünstler

Beispiele zu Tonkünstlern, die uns umgeben

Gehölze

Foto: Pixabay/Yvonne Höpfl

Das Phänomen

Gehölze kombinieren ganz bestimmte Tier- und Pflanzenwelten, die je nach Art und Größe, eigene Geräuschkulissen hervorrufen. Diese Geräuschkulissen machen den Klang und die Stimmung in einem Lebensraum einzigartig und unterscheiden ihn von anderen Symphonien, welche zum Beispiel nur auf Wiesen zu hören sind.
Gehölze wie zum Beispiel Heckensträucher wogen sich im Wind, rascheln mit den Blättern, schlagen mit den Ästen aufeinander und knacken. Je mehr Gehölze beieinanderstehen, desto intensiver werden ihre Geräusche. Im Wald gesellt sich zu Blätterrascheln, schlagenden und knackenden Ästen auch das mächtige Stöhnen von Baumstämmen, das Rumpeln, wenn sie fallen oder der laute Knall, wenn ein Baum vom Blitz getroffen wird. Hecken wie auch Wälder dienen aber auch als Lebensraum für Tonkünstler wie singende Vögel, keifende Eichhörnchen und brummende Käfer. Manche unserer Tonkünstler kommen nur in Lebensräumen mit den richtigen Gehölzen vor. So findet man Mönchsgrasmücken nur dort, wo es Hecken gibt, aber niemals mitten im Wald oder auf einer offenen Fläche. Buchfinken hingegen lieben Bäume und würden sich nicht mit ein paar Sträuchern zufrieden geben. So klingen selbst verschiedene Arten und Kombinationen von Gehölzen unterschiedlich. Diese manchmal feinen Unterschiede kannst du nur wahrnehmen, wenn du dich bewusst darauf einlässt und dich mit deiner Umgebung beschäftigst. Dann enthüllen sich dir
nach und nach die Melodien, die durch Gehölze geprägt werden.

 

Die Geräusche im Überblick

  • Die Bewohner der Hecken und Wälder, wie zum Beispiel verschiedene Vögel, Bienen, Füchse, Hirsche und viele mehr zwitschern, summen, rufen, quieken, heulen, röhren und fauchen.
  • Saftstrom des Ahorns.
  • Blätter rascheln in Laubwäldern.
  • Äste knacken.
  • Stämme ächzen.Blüten verwandeln sich in Früchte.

 

Ideen und praktische Tipps zur Umsetzung

  • Besorg dir ein Stetoskop und leg es an einen Baumstamm. Was kannst du hören? Wie hört es sich an, wenn jemand die Äste schüttelt oder du gegen den Baumstamm klopfst?
  • Geh zu deiner Naturparkhecke und hör dich um, welche Heckenbewohner und
    Heckengeräusche kannst du hören?
  • Bau eine Rassel aus den Samen deiner Hecke oder des Waldes. Das funktioniert
    besonders gut mit den Samen von Hasel, Pimpernuss, Schlehe, Schwarzem Holunder, Rotbuche, Eiche, Robinie, Kirsche und Linde.
  • Setz dich zuerst unter einen Nadelbaum, dann unter einen Laubbaum und lausche ihren Geräuschen. Wie unterscheiden sie sich? Bemerkst du auch Unterschiede zwischen verschiedenen Laubbäumen?
  • Spiel das Mikrofonspiel
  • Welche Geräusche gibt es im Wald? Welche dieser Geräusche kannst du im Wald in deiner Nähe hören?
  • Manche Vorgänge bei Gehölzen, wie zum Beispiel die Samenverbreitung des Sandbüchsenbaums, können sehr laut sein.
  • Welche Beispiele kennst du noch?
  • Wie sehen Fuchsrufe aus, wenn man sie zeichnet?

 

Zum Weiterdenken

  • Welche Prozesse in Gehölzen verursachen
    noch Geräusche?
  • Welche Töne entstehen wenn Menschen
    Gehölze verarbeiten und verwenden?

Wiesen

Foto: Donau Niederösterreich/www.extremfotos.com

Das Phänomen

Wie Gehölze kombinieren Wiesen ganz bestimmte Tiere und Pflanzen zu einer eigenen Tonkulisse. Nicht nur leben auf Wiesen andere Tiere und Pflanzen als auf Gehölzen, sie werden auch von Menschen anders genutzt. So finden sich auf Wiesen Haustiere wie zum Beispiel Kühe, Schafe oder Ziegen, die dieser Umgebung einen ganz anderen Klang verleihen, als wir ihn im Wald durch Rehe, Füchse oder Wölfe hätten. Auf Wiesen finden sich auch eigene Vogelarten, die den Wald meiden, wie zum Beispiel das Braunkehlchen oder die Feldlerche. Auch manche Insekten, wie zum Beispiel Zikaden und Grillen finden sich nur auf Wiesen und veranstalten nur dort ihre lauten Konzerte, die von im Wind rauschendem Gras begleitet werden.
So einzigartig wiesenbewohnende Tiere sind, so einzigartig sind auch ihre Strategien um Töne zu erzeugen:
Vögel nutzen ihren Stimmkopf, Insekten verwenden ihren Panzer oder ihre Tymbalorgane und Säugetiere erzeugen Töne mit dem Kehlkopf. Auf Wiesen finden finden wir auch Pflanzen wie den Klappertopf oder den Mohn, die von sich aus keine Geräusche erzeugen können, aber mit ihren Fruchtständen im Rhythmus rasseln, wenn sie vom Wind geschüttelt werden. So haben Wiesen ihre eigene, einzigartige
Kombination von Tönen, die sich in keinem anderen Lebensraum findet. Wie auch bei der Tonkunst der Gehölze lassen sich die Unterschiede zwischen verschiedenen Wiesen nur wahrnehmen, wenn du dich bewusst darauf einlässt und dich mit diesem einzigartigen Lebensraum beschäftigst. Dann enthüllen sich dir nach und nach die Melodien, die durch Wiesen geprägt werden.

 

Die Geräusche im Überblick

  • Weidetiere wiehern, blöken und muhen
  • Wiesenbewohner wie der Feldhase, Ziesel oder Hamster quieken und rufen.
  • Insekten schwirren und summen.
  • Zikaden und Grillen zirpe.
  • Heupferde reiben sich die Beine.
  • Wiesenpflanzen, wie zum Beispiel der Mohn oder der Klappertopf, rasseln und
    klappern mit ihren Fruchtständen.

 

Umsetzungsideen und praktische Tipps

  • Geh auf eine Wiese und mach eine Geräuschlandkarte.
    Was kannst du wo hören?
  • Schaff Lebensraum für die Tonkünstler der Wiese und baue ein Insektenhotel oder eine Insektentränke.
  • Male die Geräusche die du hörst. Wie sehen sie für dich aus?
  • Welche Geräusche findest du auf einer Wiese?
  • Welche Geräusche kannst du auf Wiesen in deiner Nähe hören?
  • Wie hören Tiere, wie zum Beispiel Falter und Fische?
  • Geh mit deinem Smartphone auf eine Wiese und sieh dir die Visualisierung der Wiesengeräusche (Sonagramme) an. Welche Töne findest du am schönsten?


Zum Weiterdenken

  • Wie funktionieren die Ohren von Kühen, Schafen und Ziegen?
  • Wie machen Grillen, Zikaden und Heupferde Geräusche und wie hören sie?

Vögel

Foto: Ewald Neffe

Das Phänomen

Das PhänomenVögel gehören zu den offensichtlichsten Tonkünstlern unserer Umwelt. Sie singen, zwitschern, piepsen, quieken, klopfen, fauchen, imitieren … Jedes Frühjahr singen sich viele von ihnen die Kehle aus dem Hals um anderen Vögeln mitzuteilen, dass sie bereit sind für eine Familiengründung. Das interessante dabei ist, der Gesang vieler Vögel ist nicht angeboren, sondern erlernt. Wie ein Kind, das in die Musikschule geht, lernen auch viele Vögel den Gesang wenn sie jung sind. Singend und rufend drückt sich jederVogel anders aus und jede Art hat ein breites Repertoire, mit dem sie uns mitteilt, was gerade passiert und was sie bewegt. Und das kann auch uns Menschen bewegen.Der erste Vogelgesang im Frühling lässt das Herz höherschlagen, ein Sommer ohne Amselgesang ist unvorstellbar und nicht umsonst dienen Vögel als Inspiration für zahlreiche Gedichte und Musikstücke wie zum Beispiel „Wenn der Vogel singen will“von Franz Grillparzer oder „Il gardellino“ von Vivaldi.Besonders bei Musik kommt sich die Tonkunst der Vögel und der Menschen nahe, denn so wie Menschen versuchen Vögel zu imitieren, so versuchen Vögel oftmals auch Menschen zu imitieren.So kann es vorkommen, dass ein Vogel anstatt seiner arteigenen Melodie einen Popsong trällert. Besonders intelligente Vögel, wie zum Beispiel Eichelhäher, imitieren auch andere Tiere, wie zum Beispiel Katzen, um Fressfeinde zu vertreiben.Wenn wir genau darauf achten, können wir verschiedene Vogelarten an ihren Rufen unterscheiden und mit ihnen fühlen, was sie gerade mit ihren ArtgenossInnen teilen. Manchem Leute machen das sogar haupberuflich.

 

Die Geräusche im Überblick

  • Paarungsrufe im Frühling.
  • Futterrufe wenn sich die Eltern dem Nest nähern.
  • Warnrufe bei Gefahr.
  • Flügelrascheln beim Putzen und beim Fliegen.
  • Klopfen und Rascheln, wenn Vögel nach Nahrung suchen.

 

Ideen und praktische Tipps zur Umsetzung

  • Schaff Lebensraum für diese Tonkünstler und baue ein Vogelhaus.
  • Mach eine Vogelkartierung und sieh dir an welche Vögel in deiner Umgebung
    leben. Hierzu kannst du einfach spazieren gehen und die Vögel, die du bemerkst auf einer Karte einzeichnen, oder dich von nachfolgender Anleitung inspirieren lassen
  • Versuch die Töne verschiedener Vögel nachzuahmen. Welche Vögel fallen dir leicht? Das kannst du auch mit Vogelpfeifen ausprobieren. Vogelfpeifen bekommt
    man zum Beispiel beim Jagdbedarf.
  • Versuche ein Sonagramm zu zeichnen und vergleiche verschiedene Vögel.
  • Hör dir Musikstücke berühmter KomponistInnen an, die von Vögeln inspiriert
    wurden wie zum Beispiel
  • Sieh dir an:
    >wie Menschen Vogelstimmen imitieren
    >wie Vögel Menschenstimmen imitieren
    >wie Vögel Alltagsgeräusche imitieren
  • Mach ein Quiz und finde heraus wie viele
    Vogelstimmen du kennst

 

Zum Weiterdenken

  • Welche Vögel kennst du und welche Töne machen sie? Kannst du sie nachahmen?
  • Wie funktionieren Vogelohren und Vogelstimmen?
  • Wie kannst du Vogelkommunikation beobachten?
  • Welche Strategien haben Vögel um besonders leise zu sein?

Säugetiere

Foto: Pixabay/lagunabluemolly

Das Phänomen

Auch Säugetiere drücken sich über Töne aus. Sie piepsen, quieken, blöken, muhen, jaulen, fauchen, bellen, miauen und vieles mehr. Dabei klingt jedes Säugetier anders und hat sein eigenes Repertoire mit dem es uns mitteilt, was gerade passiert, ob es gerade Lust auf Zuneigung hat oder ob es lieber alleine gelassen werden möchte.Säugetiere nutzen diese Töne und Tonabfolgen um untereinander, zum Beispiel von Katze zu Katze, oder auch von Katze zu Hund, zu kommunizieren. Manche dieser Töne haben sich Menschen zunutze gemacht, wie zum Beispiel das Bellen eines Hundes oder Esels um vor Gefahr gewarnt zu werden. Gleichermaßen nutzen Menschen Töne, wie zum Beispiel Pfiffe oder Rufe um mit Säugetieren zu kommunizieren und sie dazu zu bringen bestimmte Dinge zu tun. Dabei enstehen manchmal kunstvolle Tonabfolgen und Melodien, wie zum Beispiel beim schwedischen Hirtenruf, dem Kulning, das mit seinen lang gezogenen hohen Tönen durch das ganze Tal hallt. Manchmal beschränkt sich die Kommunikation auch auf kurze Pfiffe und Wörter, die einen Moment nachdem sie ausgestoßen wurden schon wieder verklungen sind. Obwohl Säugetiere, mit Ausnahme des Menschen, weniger musikalisch erscheinen als zum Beispiel Vögel, interagieren sie auch mit Musik. So kommen zum Beispiel Kühe angelaufen, wenn sich ihre Bauern aufs Feld setzen und Musik spielen oder Katzen versuchen ihre Menschen davon abzuhalten nervige Musik zu spielen.Unter den Säugetieren gibt es außerdem ganz spezielle Tonkünstler, die Fledermäuse. Sie stoßen Laute aus, die für Menschen meist nicht hörbar sind, um sich in ihrer Umgbung zu orientieren. Sie sehen sozusagen mit den Ohren.

 

Die Geräusche im Überblick

  • Manche Säugetiere rufen während der Brunft und verwenden auch sonst viele Töne, wie zum Beispiel für Warnrufe, bei Kämpfen um zu imponieren oder um Freude auszudrücken.
  • Katzen schnurren und miauen.
  • Hunde winseln, knurren und bellen.
  • Hamster und Kaninchen quieken.
  • Rothirsche röhren.
  • Wildschweine grunzen.

 

Umsetzungsideen und praktische Tipps

  • Mach eine Suchliste
  • Spiel Säugetier-Activity mit den Kategorien Zeichnen, Töne nachahmen und Pantomime
  • Versuche die Geräusche deiner Lieblingstiere nachzuahmen. Was fällt dir dabei auf?
  • Hör dir die Herzschläge verschiedener Säugetiere an (z.B. auf Youtube) und vergleiche sie mit deinem eigenen. Was fällt dir auf?
  • Menschen immitieren andere Tiere und kommunizieren mit ihnen, wie zum Beispiel beim schwedischen Hirtenruf
    >Was fällt dir dazu ein?
    >Kennst du noch weitere Beispiele?
  • Was hören unsere Vierbeiner?
  • Nicht nur der Mensch, sondern auch Tiere mögen Musik und auch hier sind die Geschmäcker verschieden
  • Mach ein Quiz.
    >Wie viele Säugetierstimmen kennst du?
    >Welche davon kennst du aus deiner Umgebung und aus deinem Alltag?

 

Zum Weiterdenken

  • Welche Geräusche machen Fledermäuse und warum können sie Menschen nicht
    hören?
  • Wie nehmen andere Tiere Geräusche wahr und wieso hören sie oft so viel besser als Menschen?
  • Wie setzen Säugetiere ihre Stimme zur Kommunikation ein?
  • Wie kommunizierst du mit Säugetieren, wenn du welche triffst?
  • Welche Strategien haben Säugetiere um besonders leise zu sein?

Jahreszeiten

Foto: Pixabay/Public Domain Pictures

Das Phänomen

Das Naturjahr ist wie ein Musikstück: Wenn im Frühling die ersten Tiere aus dem Winter zurückkehren beginnt der Frühling mit einem Pianissimo, welches während der Paarungszeit seinen Höhepunkt in einem dröhnenden Forte findet. Der Frühlingshöhepunkt wandelt sich zum Sommer in ein Mezzoforte, welches zum Herbst hin in ein Pianissimo übergeht. Nach und nach wird auch das Pianissimo des Herbstes zu fast völliger Stille und der Winter bricht an. Doch nicht nur Tiergeräusche ändern sich mit den Jahreszeiten: ein zugefrorener Bach taut im Vorfrühling auf und fängt wieder an zu glucksen, die Blätter fangen im Spätfrühling wieder an zu rauschen, ein Sommergewitter schickt Donner über den Himmel, ein Herbststurm pfeift und ein Schneesturm im Winter erstickt alle Geräusche. So erzeugen Tiere, Pflanzen und Wetterphänomene akustische Kombinationen, die typisch für jede Jahreszeit sind. Auch Menschen erzeugen in jeder Jahreszeit typische Geräusche. So kann man im Frühling die ersten MotorradfahrerInnen hören, im Sommer vergnügtes Plantschen am Wasser und die Ernte des ersten Getreides, im Herbst die Lieder der Erntedankfeste und des Almabtriebs und im Winter Weihnachtslieder, das Vorbeisausen von Skifahrern oder das Kratzen von Eislaufschuhen auf dem Eis. Manchmal hört man die Unterschiede zwischen den Jahreszeiten fast nicht, weil die Übergänge so langsam passieren und die Unterschiede fein sein können. Die Symphonien, die das Jahr für uns spielt, sind subtil und nur wer sich darauf einlässt viele Male genau hinzuhören kann sie in ihrem vollen Umfang genießen.

 

Die Geräusche im Überblick

  • Der Frühling ist laut und es dominieren die Paarungsrufe und Reviergesänge der Vögel, Blätterrauschen ist erst am Ende des Frühlings zu hören.
  • Der Sommer ist ein wenig leiser, die Paarungsrufe klingen aus und es dominieren Warnrufe, Freudenschreie, das Zirpen der Grillen und Heuperde und Blätterrascheln.
  • Im Herbst hörst du hauptsächlich Blätterrascheln, das leise Knacken, wenn ein Blatt zu Boden fällt und die Paarungsrufe einiger Säugetiere.
  • Der Winter ist leise und es dominiert die Stille, höchstens bei einem Sturm heult
    noch der Wind, aber Tiere und Pflanzen sind fast völlig still.

 

Ideen und praktische Tipps zur Umsetzung

  • Komponiere dein eigenes Jahreszeitenlied
  • Mach eine Geräuschjagd und versuche so viele Geräusche wie möglich zu finden
  • Hör dir Musikstücke berühmter KomponistInnen zu den Jahreszeiten an, zum Beispiel:
    > „Die vier Jahreszeiten“ von Vivaldi
    >„Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn
    Kannst du die Jahreszeiten erraten bevor
    du den Titel des Stückes liest?
  • Welche Klänge hörst du im Sommer, im Frühling oder im Herbst?

 

Zum Weiterdenken

  • Mach die Geräuschjagd und das Mikrofonspiel zu verschiedenen Jahreszeiten.
    Wie viele und welche Geräusche findest du in welcher Jahreszeit?

Elemente

Foto: Fotalia/bessi7

Das Phänomen

Vom säuselnden Wind bis zur Opernsängerin, das Element Luft ist die Grundlage vieler Geräusche. Bewegt sie sich, wie Beispielsweise bei Wind, entsteht Rauschen, Pfeifen, Quietschen oder Säuseln. Desto gekonnter sie über Membranen und Resonanzräume bewegt wird, wie beispielsweise mit Stimmbändern oder Musikinstrumenten, desto abwechslungsreichere Melodien können entstehen. Hinter Tönen, die von Luft verursacht werden, liegen komplexe physikalische Vorgänge, die nicht nur für kunstvollen Selbstausdruck wichtig sind, sondern auch für viele Maschinen und Geräte, wie zum Beispiel Lautsprecher und Filmaufnahmen. Wasser ist, genauso wie Luft, die Grundlage vieler Geräusche und kann als Regen prasseln, trommeln, peitschen undm dröhnen. Der Regen gibt uns Rhythmus und spielt gemeinsam mit Blitz, Donner und Windbrausen Symphonien für uns. Wasser macht nicht nur selbst Geräusche, sondern bietet auch Lebensraum für Tonkünstler, wie zum Beispiel quakende Frösche, surrende Libellen und singende Vögel. Genauso wie bei Luft stecken hinter Wassergeräuschen komplexe physikalische Vorgänge, die Menschen für Maschinen und Geräte einsetzen, wie zum Beispiel das Echolot, welches verhindert, dass Schiffe auf Grund laufen. Wasser und Luft dienen nicht nur der Tonerzeugung, sie übertragen und reflektieren Töne auch auf unterschiedliche Art und Weise. So beeinflussen diese beiden Elemente auch unsere Geräuschwahrnehmung, weshalb sich eine trockene Umgebung anders anhört, als eine feuchte und ein windiger Lebensraum anders klingt, als eine große Wasserfläche.

 

Die Geräusche im Überblick

  • Das Element Wasser plätschert, rauscht und gluckst in Bächen. Je nach Fließgeschwindigkeit entstehen laute und leise, langsame und schnelle, monotone und abwechslungsreiche Geräusche.
  • Stehende Gewässer können durch Zersetzungsprozesse blubbern und bieten vielen tierischen Tonkünstlern Lebensraum.
  • Wasser trommelt als Regen auf Dächer und Fensterscheiben.
  • Das Element Luft braust, heult und säuselt als Wind. Wind kann Blätter zum Rascheln und Äste zum Knacken bringen.
  • Luft wird von Menschen und Tieren durch ihre Stimmbänder bewegt. Es entsteht
    Sprache und Gesang.
  • Feuer knistert und knackt.

 

Ideen und parktische Tipps zur Umsetzung

  • Schaff Lebensraum für Tonkünstler des Windes indem du Vogelhäuser aufstellst.
  • Mach dir eine Wasserharmonika indem du über den Rand von wassergefüllten Weingläsern streichst.
  • Bau dir eine Wasserflöte, indem du Flaschen verschieden hoch mit Wasser füllst und über die Öffnung bläst. Je mehr Wasser die Flasche enthält, desto höher wird der Ton. Alternativ kannst du die Wasserflöte auch als Wasserxylophon vewenden, indem du mit einem Schlägel dagegen schlägst.
  • Mach ein Feuer und gib nach der Reihe verschiedene Dinge hinein: Salz, Wasser, verschiedene Hölzer. Welche Geräusche lösen sie aus?
  • Hör dir Musikstücke berühmter KomponistInnen an, die von den Elementen Wasser, Wind oder Feuer inspiriert wurden, zum Beispiel:
    > „Wasser Musik“ von Georg Friedrich Händel
    > „Winter Wind“ von Frédéric Chopin
    Kannst du die Elemente anhand der, Musik, bevor du den Titel liest, erraten? Auch moderne MusikerInnen lassen sich von den Elementen inspirieren, zum Beispiel:
    > „Regen“ von Brian Crain
    > „Wind“ von Brian Crain
    > „El fuego“ von Capella de la Torre
    Kannst du die Elemente anhand der Musik, bevor du den Titel liest, erraten?
  • Verschaff dir einen Überblick über Gewässergeräusche:
  • Mixe mit dem Naturgeräuschmixer deine eigenen Naturgeräusche mit den Elementen Feuer, Wasser und Luft.

 

Zum Weiterdenken

  • Machen Fische auch Geräusche?
  • Wieso gibt es Geräusche?
    Könnten wir ohne Luft oder ohne Wasser hören?
  • Wieso macht der Wind überhaupt Geräusche?
  • Wie entstehen Donnergeräusche?

Menschen

Foto: Pixabay/Pezibear

Phänomen

Wie andere Tonkünstler lenken Menschen Luftmoleküle bewusst in die richtigen Bahnen, um sich sprechend, singend oder auch über ein Musikinstrument auszudrücken. Diese geräuschvollen Kunstformen sind von Person zu Person, Region zu Region und Land zu Land unterschiedlich. Gedichte und Musikstücke haben in unterschiedlichen Dialekten und Sprachen verschiedene Rythmen und Töne. So basiert europäische Musik auf acht Tönen und stellt Zusammenhänge in den Vordergrund, während asiatische Musik oft auf fünf Tönen basiert und Pausen stärker unterstreicht. Diese regionalen Unterschiede gibt es aber auch bei Tieren, wie zum Beispiel beim Buchfink. Er hat regional ausgeprägte Dialekte und so pfeifen, wie bei Menschen auch, tiroler Buchfinken ein bisschen anders als steirische Buchfinken.

Manchmal lenken Menschen Luftmoleküle auch unabsichlich in bestimme Bahnen und es entstehen Alltags-, Umgebungs- und Körpergeräusche wie zum Beispiel klirrendes Geschirr, rauschender Straßenlärm oder ein Magenknurren. Diese Alltags- und Umgebungsgeräusche beeinflussen sowohl menschliche als auch nichtmenschliche Tonkünstler. So fühlt sich unser akustischer Horizont in Umgebungen mit klaren, harmonierenden Geräuschen weit an, weil wir dort Töne über weite Entfernungen wahrnehmen können. Das erleben wir meist, wenn wir in der Natur sind. Wird unsere Umgebung so laut und disharmonisch, dass wir nur noch unser unmittelbares Umfeld wahrnehmen können, wie zum Beispiel an stark befahrenen Straßen, dann verengt sich auch unser Raumempfinden.

 

Die Geräusche im Überblick

  • Sprache und Gesang.
  • Musik mit Instrumenten.
  • Alltagsgeräusche: kochendes Essen, brummende Autos oder klappern der Stifte in der Federmappe.
  • Körpergeräusche: Herzschlag, rauschen unseres Blutes, Gluckern im Bauch, Magenknurren.

 

Ideen und praktische Tipps zur Umsetzung

  • Kannst du ein Instrument spielen?
    Bring es mit und spiel deinen FreundInnen was vor, spielt gemeinsam ein Stück oder versucht damit andere Tonkünstler nachzuahmen.
  • Bastel ein Hollerpfeiferl
  • Bau dir ein Knöterich-Xylophon.
    Dafür musst du nur verschieden große Knöterichstücke aneinanderbinden.
    Vorsicht, es ist ein leises Instrument, wenn du zu fest drauf schlägst bricht es.
  • Spiel eine Runde Geräuschbingo
  • Leg das Ohr an den Rücken deiner FreundInnen, welche Geräusche hörst du? Wie klingt es, wenn sie sich bewegen oder sprechen? Kannst du es hören, wenn sie sich auf den Kopf klopfen?
  • Körpergeräusche gehören zu den ersten Dingen die ein Mensch im Bauch der Mutter hört. Was empfindest du, wenn du sie jetzt hörst?
  • Hör dir die Geräusche dieser menschlichen Umgebungen an. Was lösen sie in dir aus?
  • Wie werden Vögel von menschlichen Geräuschen beeinflusst?
  • Wie hören eigentlich Menschen?

 

Zum Weiterdenken

  • Wie entstehen menschliche Körpergeräusche?
  • Welche Geräusche verursachen Menschen noch?
  • Wie nehmen wir Geräusche wahr und was lösen sie in uns aus?
  • Wie werden verschiedene Instrumente gebaut und wie entsteht ihr Klang?
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