Für Fachkräfte und Naturschutzmanagements
Empfehlungen aus der Praxis in Naturparken
Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds wurden in österreichischen Naturparken Projekte zum Schutz gefährdeter Arten und ihrer Lebensräume sowie zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme umgesetzt.
Diese Empfehlungen aus der Praxis stellen Maßnahmen vor, die im Zuge dieser Projekte durchgeführt wurden und zeigen auf, was beachtet werden sollte, um einen langfristigen Projekterfolg zu gewährleisten.
Trockenstandorte
Trockenstandorte sind nährstoff- und wasserarme Lebensräume mit dünner Bodenauflage, wie Trockenrasen, Felsrasen oder wärmeliebende Strauchgesellschaften. Sie sind ökologisch wertvoll und beherbergen viele spezialisierte, teils gefährdete Tier- und Pflanzenarten, darunter seltene Insekten, Reptilien und charakteristische Pflanzen wie Silberdistel oder Kuhschelle.
Der Erhalt dieser Biotope erfordert gezielte Pflege, da Nutzungsaufgabe häufig zu ihrem Verlust führt. Wichtige Maßnahmen sind Gehölzentfernung, Entbuschung sowie jährliche Mahd oder extensive Beweidung, um Nährstoffe zu entziehen, konkurrenzstarke Arten zurückzudrängen und die Artenvielfalt zu sichern.
Gehölzentfernung und Entbuschung
Die Entbuschung von Trockenstandorten fördert deren offenen Charakter bzw. stellt diesen wieder her und fördert die charakteristische Vegetation.
Mahd und Entbuschung auf Steilflächen
Die Mahd von Trockenstandorten in Steilflächen ist eine zentrale Pflegemaßnahme zur Erhaltung traditioneller Kulturlandschaften.
Fräsen auf Trockenstandorten
Fräsen ist eine bodenbearbeitende Maßnahme, die unerwünschte Vegetationsschichten auf Trockenrasen entfernt.
Renaturierung und Pflege von artenreichem Grünland
Extensives Grünland wie Trockenrasen beherbergt durch seltene Mahd und geringe Düngung eine enorme Artenvielfalt, darunter seltene Orchideen. Diese wertvollen Lebensräume hängen stark von standortgerechter Bewirtschaftung ab. Ohne gezielte Pflege oder Beweidung würden die kargen, lichtliebenden Biotope verbuschen und ihre charakteristische Flora und Fauna verlieren.
Kulturgeprägte Trockenrasen sind ökologische Hotspots, die durch traditionelle, extensive Nutzung entstanden. Heute gefährden Intensivierung oder Nutzungsaufgabe diese seltenen Biotope massiv. Seit den 1950er-Jahren sind bereits 90 % dieser wertvollen Flächen in Österreich verschwunden, weshalb ihr Erhalt für die Biodiversität und das Landschaftsbild essenziell ist.
Renaturierung durch Mahd/Entbuschung
Regelmäßige, standortangepasste Bewirtschaftung ist entscheidend für den Erhalt der Artenvielfalt im Extensivgrünland.
Naturschutzfachliche Beweidung
Mit naturschutzfachlicher Beweidung werden wertvolle Lebensräume bewahrt und das Landschaftsbild erhalten.
Weideunkräuter
Die Bekämpfung von Weideunkräutern ist wichtig zur Erhaltung artenreicher, produktiver Weideflächen.
Feuchtstandorte
Ökologisch wertvolle Feuchtstandorte wie Moore und Feuchtwiesen bieten spezialisierten Arten wie Rohrweihen, Amphibien oder dem Pfeifengras lebensnotwendigen Raum. Diese Biotope sind durch ihre hohe Wasserverfügbarkeit geprägt und beherbergen eine einzigartige Naturausstattung, die für den Erhalt der biologischen Vielfalt und seltener Vogelpopulationen unverzichtbar ist.
Klimawandel und Entwässerung gefährden Feuchtbiotope massiv. Um deren charakteristische Vegetation zu bewahren, sind gezielte Managementmaßnahmen wie die Sicherung der Wasserzufuhr, Gehölzentfernung und Wiedervernässung drainagierter Flächen essenziell. Nur durch Wiederherstellung der ursprünglichen Hydrologie bleiben diese wertvollen Lebensräume als funktionale Ökosysteme langfristig für die Biodiversität erhalten.
Anlage Teich/Tümpel
Die Anlage von Teichen und Tümpeln ist eine wirksame Maßnahme zur Förderung der Artenvielfalt.
Gehölzentfernung
Gehölzentfernung ist wichtig zur Erhaltung und Wiederherstellung ökologisch wertvoller Feuchtlebensräume.
Moorrenaturierung
Ökologisch wertvolle Feuchtstandorte wie Moore und Feuchtwiesen bieten spezialisierten Arten wie Rohrweihen, Amphibien oder dem Pfeifengras lebensnotwendigen Raum. Diese Biotope sind durch ihre hohe Wasserverfügbarkeit geprägt und beherbergen eine einzigartige Naturausstattung, die für den Erhalt der biologischen Vielfalt und seltener Vogelpopulationen unverzichtbar ist.
Klimawandel und Entwässerung gefährden Feuchtbiotope massiv. Um deren charakteristische Vegetation zu bewahren, sind gezielte Managementmaßnahmen wie die Sicherung der Wasserzufuhr, Gehölzentfernung und Wiedervernässung drainagierter Flächen essenziell. Nur durch Wiederherstellung der ursprünglichen Hydrologie bleiben diese wertvollen Lebensräume als funktionale Ökosysteme langfristig für die Biodiversität erhalten.
Das Wasser bleibt im Moor
Viele Hochmoore sind durch Torfabbau, Beweidung, Entwässerung und/oder Aufforstung massiv und unwiederbringlich degeneriert.
Pflegearbeiten im Moor
Extreme Hochmoorzentren sind, außer in mit Zwergsträuchern wie Preiselbeere, Rauschbeere oder Rosmarinheide bewachsenen Bereichen, gehölzfrei und sehr nass.
Neophytenmanagement
Invasive Neophyten verdrängen heimische Arten und destabilisieren sensible Ökosysteme wie Trockenrasen. Durch ihre schnelle Ausbreitung gefährden sie die Biodiversität und verursachen ökonomische Schäden in der Landwirtschaft sowie an der Infrastruktur. Die Kontrolle dieser gebietsfremden Pflanzen ist daher für den Naturschutz und die Wirtschaft gleichermaßen entscheidend.
Klimabedingt verdrängen invasive Neophyten wie der Staudenknöterich oder die Goldrute zunehmend die heimische Flora. Diese Ausbreitung gefährdet die biologische Vielfalt massiv. Um problematische Arten wie den Götterbaum effektiv zu kontrollieren, sind spezifische, auf die jeweilige Pflanze abgestimmte Managementstrategien und Bekämpfungsmethoden für den Naturschutz unerlässlich.
Japanischer Staudenknöterich
Der Japanische Staudenknöterich zählt in Österreich zu den konkurrenzstärksten invasiven Arten und stellt ein ernstes Problem für heimische Arten dar.
Robinie
Die Robinie ist eine aus Nordamerika stammende Baumart, die in Österreich als invasiver Neophyt gilt.
Cotoneaster
Die Zwergmispeln umfassen neben zwei heimischen auch mehrere aus Asien stammende Arten, die in Österreich als invasive Neophyten zunehmend ökologische Probleme verursachen.
Drüsiges Springkraut
Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) ist ursprünglich im indischen Subkontinent beheimatet.
Neophytenmanagement in Feuchtbiotopen
Gerade an feuchten Standorten – z. B. entlang von Flussufern oder an Stillgewässern – breiten sich Neophyten sehr stark aus.
Zusammenarbeit mit Gemeinden im Neophytenmanagement
Neophyten treten häufig an Standorten wie Straßenböschungen, Wegrändern oder Gewässerufern auf.
Artenschutz durch lebensraumverbessernde Maßnahmen
Artenschutz erfordert primär den Schutz und die Vernetzung geeigneter Lebensräume. Stabile Populationen entstehen nur durch ausreichende Nahrung, Fortpflanzungsmöglichkeiten und Schutz vor negativen Einflüssen. Der genetische Austausch zwischen Habitaten ist für das langfristige Überleben essenziell, weshalb Pufferzonen und die Minimierung von Störfaktoren für gefährdete Arten entscheidend sind.
Effektiver Artenschutz basiert auf Fachwissen über Gefährdungsgrade und ökologische Bedürfnisse. Die praktische Umsetzung gelingt durch Flächenerhebungen sowie die enge Kooperation zwischen Grundbesitzern, Experten und erfahrenen Partnern. Gemeinsam werden spezifische Maßnahmen zur Wiederherstellung bedrohter Biotope geplant und gezielt auf den Flächen realisiert.
Schmetterlingsschutz
Schmetterlinge finden in traditioneller, naturnaher Kulturlandschaft ideale Bedingungen vor.
Lebensräume für Totholzkäfer erhalten und schaffen
Viele Käferarten sind für ihre Entwicklung auf Totholz in unterschiedlichen Stadien angewiesen.
Wiederherstellung von Lebensraum für den Bienenfresser
Der Bienenfresser ernährt sich vorwiegend von Insekten.
Schutz des Steinkrebses
Diese heimische Flusskrebsart lebt in strukturreichen, kühlen Bächen.
Lebensraum artenreiche Streuobstwiese
Streuobstwiesen vereinen als artenreiche Kulturlandschaften Landwirtschaft und Naturschutz. Durch die extensive Nutzung hochstämmiger Obstbäume bieten sie bedrohten Tieren und seltenen Obstsorten wertvolle Lebensräume. Dieser ökologische Hotspot sichert die biologische Vielfalt sowie das kulturelle Erbe und prägt durch das harmonische Zusammenspiel von Mensch und Natur unser Landschaftsbild.
Ökologisch wertvolle Streuobstwiesen schwinden durch Bebauung, wirtschaftlichen Druck und mangelnde Nachpflanzung. Dieses Sterben traditioneller Bewirtschaftung gefährdet die Biodiversität sowie das regionale Kulturerbe massiv. Ihr Schutz ist eine zentrale Aufgabe nachhaltiger Landschaftspflege, um diese artenreichen Lebensräume und die damit verbundene Identität für die Zukunft zu bewahren.
Pflege und Erhalt von Streuobstwiesen
Schmetterlinge finden in traditioneller, naturnaher Kulturlandschaft ideale Bedingungen vor.
Vernetzung von Streuobstwiesen
Die Vernetzung von Streuobstbeständen ist entscheidend, um ihre ökologische und genetische Vielfalt langfristig zu erhalten.
Naturschutzfachlich angepasste Bewirtschaftung von Streuobstwiesen
Eine naturschutzfachlich angepasste Bewirtschaftung von Streuobstwiesen verbindet ökologische Ziele mit traditioneller Nutzung.
Querschnittsthemen
Erfolgreiches Flächenmanagement erfordert neben ökologischem Fachwissen die strategische Vernetzung aller Akteure. Die Zusammenarbeit mit Stakeholdern, Profis zur Neophytenbekämpfung sowie die Beratung zu Förderungen wie ÖPUL sind entscheidend. Nur durch diesen interdisziplinären Ansatz lassen sich Maßnahmen auf der Fläche wirksam und nachhaltig umsetzen.
Neben der fachlichen Planung entscheiden organisatorische Faktoren über den Erfolg ökologischer Maßnahmen. Die frühzeitige Einbindung von Stakeholdern fördert Akzeptanz und Verständnis. Zudem müssen Ausschreibung und Vergabe externer Leistungen strikt den gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie spezifischen Fördervorgaben entsprechen, um eine reibungslose Umsetzung zu gewährleisten.
Stakeholdermanagement
Die Einbindung und Unterstützung von Stakeholder:innen wie Grundbesitzer:innen, Bewirtschafter:innen, Vereinen und anderen Interessensgruppen wie Jagd, Forstwirtschaft oder Imkerei ist ausschlaggebend für die erfolgreiche Umsetzung ökologischer Maßnahmen.
ÖPUL
ÖPUL unterstützt eine naturnahe Bewirtschaftung, indem es Anreize für schonende Nutzung, vielfältige Fruchtfolgen und den Erhalt wertvoller Lebensräume schafft.
Angebotseinholung/Leistungsausschreibung
Bei ökologischen Maßnahmen ist oft externe Unterstützung notwendig.