Naturparke vernetzen Lebensräume österreichweit

Elf Naturparke aus sechs Bundesländern bündelten ihre Kräfte: Mit 15 Initiativen zum Schutz gefährdeter Arten und zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme wächst ein starkes Netzwerk für lebendige, vernetzte Lebensräume in ganz Österreich

Mit dem Projekt „Landschaften voller Leben“ setzten elf Naturparke gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs ein kraftvolles Zeichen für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Gefördert durch den Biodiversitätsfonds wurden österreichweit 15 Initiativen umgesetzt, die den Schutz gefährdeter Arten, die Revitalisierung geschädigter Ökosysteme und die Förderung der Lebensraumvernetzung voranbringen. Insgesamt 62 Projektflächen mit einer Gesamtgröße von 71 Hektar profitieren von diesem gemeinsamen Engagement.

Gefährdete Arten im Fokus

Viele der Maßnahmen dienen unmittelbar der Unterstützung spezialisierter Tier- und Pflanzenarten sowie ihrer oft sensiblen Lebensräume:

  • Kopfweidenschnitt und Neupflanzungen von Sommerlinden im Naturpark Leiser Berge, die Totholzbewohnern und Höhlenbrütern zugutekommen.
  • Schutzmaßnahmen für den heimischen Steinkrebs in den Naturparken Attersee-Traunsee und Ybbstal, der durch den invasiven Signalkrebs bedroht ist.
  • Fördermaßnahmen für seltene Schmetterlinge in den Naturparken Nagelfluhkette und Weißbach.
  • Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen in den Naturparken Rosalia-Kogelberg und Wüste Mannersdorf – wertvolle Refugien für zahlreiche gefährdete Arten.

Revitalisierung geschädigter Ökosysteme

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Wiederherstellung geschädigter Lebensräume:

  • Moorrevitalisierung in den Naturparken Hochmoor Schrems und Rosalia-Kogelberg
  • Wiederherstellung von Feuchtgebieten in den Naturparken in Ötztal, Raab, Rosalia-Kogelberg und Weinidylle
  • Pflege und Renaturierung von Trockenrasen in den Naturparken Leiser Berge und Rosalia-Kogelberg

Durch gezielte Beweidung, Entbuschung, das Entfernen invasiver Arten und die Wiederherstellung natürlicher Wasserhaushalte gewinnen diese Lebensräume ihre typische Struktur und Artenvielfalt zurück.

Wissen teilen – Wirkung stärken

Ein zentrales Element des Projekts war der intensive Wissensaustausch: Ein Expert*innen-Beirat, eine Projekt-Helpline sowie regelmäßige Vernetzungstreffen erleichterten die gemeinsame Problemlösung und schufen Synergien im gesamten Naturpark-Netzwerk. Die dabei gewonnenen Erfahrungen wurden systematisch aufbereitet und öffentlich zugänglich gemacht – ein nachhaltiger Mehrwert für Schutzgebiete in ganz Österreich.

Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Dieses Engagement unterstreicht die zentrale Rolle, die Naturparke als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung und aktiven Naturschutz spielen. Dies betont auch Veit Kern, Projektkoordinator beim Verband der Naturparke Österreichs, wenn er feststellt: „Die Maßnahmen zeigen: Naturschutz wirkt. Und er braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen – für eine lebendige Zukunft, für Vielfalt, für unsere Landschaften voller Leben.“

 

 


 

Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

Naturparke in Österreich
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