Kooperationsprojekt

Regionales Wiesensaatgut

PROJEKT

Regionales Wiesensaatgut Steiermark

„Regionales Wiesensaatgut Steiermark“ schafft die Grundlage für mehr Blumenwiesen und Artenvielfalt. Gemeinsam mit Landwirtschaft, Forschung und den steirischen Naturparken wird heimisches Saatgut gewonnen, vermehrt und für zukünftige Naturschutz- und Begrünungsmaßnahmen bereitgestellt.

Artenreiche Blumenwiesen zählen zu den wertvollsten Lebensräumen der Steiermark. Sie bieten Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Insekten, Vögel und andere Tierarten und prägen unsere Kulturlandschaft. Mit dem Kooperationsprojekt „Regionales Wiesensaatgut Steiermark“ schaffen die Naturparke Steiermark gemeinsam mit Forschungsinstitut Raumberg-Gumpenstein Research & Development die Grundlage für eine regionale Saatgutproduktion aus heimischen Wildpflanzen.

Dafür werden besonders wertvolle Wiesen als Spenderflächen erfasst, Saatgut regionaler Pflanzenarten gewonnen und für die Anlage neuer Blumenwiesen aufbereitet. Ziel ist es, artenreiche Wiesen zu erhalten, die Biodiversität zu fördern und regionales Saatgut für Naturschutz-, Renaturierungs- und Begrünungsprojekte bereitzustellen.
Das Projekt verbindet Naturschutz, Forschung und Landwirtschaft und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der blühenden Vielfalt in der Steiermark.

Projektpräsentation mit Wilhelm Graiss, Matthias Rode, LR Hannes Amesbauer, Oliver Gulas und Andreas Steinwidder
Projektpräsentation mit Wilhelm Graiss, Matthias Rode, LR Hannes Amesbauer, Oliver Gulas und Andreas Steinwidder

Mehr Blumenwiesen für die Steiermark: Neues Projekt setzt auf heimisches Saatgut

Das Projekt-Kickoff und eine Pressemeldung sind bereits erfolgt.

Aktuell haben die Erhebungen von Spenderflächen und die Suche für die Vorauswahl der Vermehrungsflächen begonnen.

Weitere Details folgen. 

Ziele des Projekts
  • Schutz und Förderung der Biodiversität: Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung artenreicher Wiesenlebensräume durch die Bereitstellung von regionalem, gebietseigenem Wiesensaatgut.
  • Stärkung der Landwirtschaft: Einbindung landwirtschaftlicher Betriebe in die Saatgutgewinnung und -vermehrung sowie Schaffung zusätzlicher regionaler Wertschöpfungsmöglichkeiten.
  • Naturschutz und Renaturierung: Bereitstellung von hochwertigem Saatgut für Naturschutz-, Renaturierungs- und Begrünungsmaßnahmen sowie Unterstützung der Umsetzung nationaler und europäischer Naturschutzziele.
  • Qualitätssicherung und Forschung: Aufbau eines qualitätsgesicherten Systems für Saatgutgewinnung, Vermehrung, Dokumentation und Herkunftszertifizierung auf wissenschaftlicher Grundlage.
  • Regionale Zusammenarbeit: Vernetzung von Naturparken, Forschungseinrichtungen, Gemeinden, Behörden und landwirtschaftlichen Betrieben zur langfristigen Sicherung artenreicher Wiesen.
  • Wissenstransfer und Bewusstseinsbildung: Vermittlung von Wissen über den Wert artenreicher Wiesen, regionales Saatgut und eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung durch Schulungen, Demonstrationsflächen und Öffentlichkeitsarbeit.
Konkrete Maßnahmen von NATURPARKE STEIERMARK (Auswahl)

Eine zentrale Grundlage des Projekts ist die Identifikation und Erfassung besonders artenreicher Wiesen in allen Regionen der Steiermark. Diese sogenannten Spenderflächen dienen als Quelle für regionales, gebietseigenes Wiesensaatgut und werden nach naturschutzfachlichen Kriterien bewertet. Dabei werden unter anderem die Artenvielfalt, die ökologische Qualität, die regionale Herkunft sowie die Eignung für eine nachhaltige Saatgutgewinnung berücksichtigt.

Die ausgewählten Flächen werden in einem steiermarkweiten digitalen Spenderflächenkataster erfasst. Dieses dient der Dokumentation von Standortdaten, Artenvorkommen, Bewirtschaftungsinformationen und Saatgutentnahmen und ermöglicht eine transparente und nachvollziehbare Herkunftssicherung. Gleichzeitig bildet der Kataster die Grundlage für die Planung und Koordination der Saatgutgewinnung sowie für die langfristige Sicherung und Weiterentwicklung eines regionalen Wiesensaatgut-Netzwerks in der Steiermark.

Die Naturparke Steiermark koordinieren die regionale Gewinnung von Wiesensaatgut und fungieren dabei als zentrale Schnittstelle zwischen landwirtschaftlichen Betrieben, Forschung, Naturschutz und weiteren regionalen Akteurinnen. Gemeinsam mit den Bewirtschafterinnen der ausgewählten Spenderflächen werden Ernteeinsätze geplant, abgestimmt und begleitet, um eine fachgerechte und nachhaltige Saatgutgewinnung sicherzustellen.

Gleichzeitig werden die beteiligten Betriebe und Partner laufend betreut, vernetzt und in den Projektablauf eingebunden. Durch den regelmäßigen Austausch von Erfahrungen, Wissen und Praxisbeispielen entsteht ein steiermarkweites Netzwerk für regionales Wiesensaatgut. Damit werden sowohl die naturschutzfachlichen Ziele des Projekts als auch die regionale Wertschöpfung gestärkt und langfristige Kooperationen zwischen Landwirtschaft und Naturschutz gefördert.

Ein wesentlicher Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Vermittlung von Wissen und der Sensibilisierung für die Bedeutung artenreicher Wiesen und regionalen Wiesensaatguts. Dazu werden in allen sieben steirischen Naturparken Blühflächen als sichtbare Demonstrationsflächen angelegt. Diese zeigen anschaulich, welchen Beitrag heimische Blumen- und Kräuterarten zur Biodiversität leisten und wie regionales Saatgut erfolgreich eingesetzt werden kann.

Ergänzend werden Wiesen-Neuanlagen und sogenannte Schauwiesen fachlich begleitet, um praktische Erfahrungen zu sammeln und erfolgreiche Beispiele für die Umsetzung in der Region sichtbar zu machen. Workshops, Exkursionen und Informationsveranstaltungen vermitteln Wissen rund um die Anlage, Pflege und Bedeutung artenreicher Wiesen und fördern den Austausch zwischen Landwirtschaft, Naturschutz, Gemeinden und interessierten Bürger*innen.

Ein weiterer Bestandteil sind regionale Saatgut-Abgabeveranstaltungen („Wiesentage“), bei denen Projektinhalte vorgestellt, Saatgut verteilt und neue Interessierte für das Thema gewonnen werden. Begleitende Öffentlichkeitsarbeit über Medien, Informationsmaterialien, Veranstaltungen und digitale Kanäle trägt dazu bei, das Bewusstsein für den Wert heimischer Wiesenlebensräume zu stärken und die Akzeptanz für Naturschutzmaßnahmen in der Bevölkerung zu erhöhen.

Organisation und Finanzierung

Projektlaufzeit: 01.02.2026 bis 31.01.2029

Projektträger & Gesamtprojektleitung: ARGE Regionales Wiesensaatgut Steiermark (Projektlead: NATURPARKE STEIERMARK, Projektpartner Research & Development / HBLFA Raumberg-Gumpenstein)

Projektkosten: € 550.264.- (ELER M7.1.1, EU/Land)

Externe fachliche Begleitung für NATURPARKE STEIERMARK: Heli Kammerer/grünes handwerk

Das ggst. Projekt trägt zur steiermarkweiten Initiative „Naturverbunden Steiermark“ bei, welche die Förderung des Biotopverbundes in der Steiermark zum Inhalt hat.

Logo-NaturVerbunden_Steiermark
PDF-Download:
Logoleiste_A13+GAP+EU_DE_2023_Naturschutz

Naturparke Steiermark

Mag. Matthias Rode (Geschäftsführung)

Perlmooserstraße 160, 8461 Ehrenhausen an der Weinstraße

UID: ATU 64395069

ZVR-Zahl: 838001199

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