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Illustrationen: Antrey/stock.adobe.com, Tims Insects/stock.adobe.com, Pixabay

Illustrationen: Alonso Aguilar/stock.adobe.com, Pixabay

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Betriebe und Tourismus Biodiversität als Wirtschaftsgrundlage

Insekten sind die artenreichste Gruppe in der Tierwelt – sie bilden somit einen wesentlichen Teil der Biodiversität – der Vielfalt der Arten, Gene und Lebensräume. Diese Vielfalt wiederum ist die Grundlage für besonders wichtige Leistungen der Natur, den so genannten Ökosystemdienstleistungen: Intakte Böden, die Verfügbarkeit von sauberem Trinkwasser, die Speicherung von Kohlenstoff bis hin zur Sicherung unserer Ernährung – rund ein Drittel der Nahrungsmittel weltweit ist abhängig von der Bestäubung durch Insekten und andere Tiere. Erholung in attraktiven Naturlandschaften ist für mehr und mehr Tourist*innen ein wichtiges Kriterium in der Wahl der Urlaubsdestination. Der Erhalt der Vielfalt des Lebens bedeutet also Erhalt der Lebens- und Wirtschaftsgrundlagen. Um diese außerordentlich wichtigen Funktionen zu bewahren und zu stärken, können auch Betriebe vielfältige Beiträge leisten – angefangen am eigenen Betriebsgelände bis hin zu umfassenden Biodiversitätschecks des eigenen Unternehmens.

Diese Informationen können Sie auch als Infoblatt downloaden: (PDF-Download: 1,5 MB)

Was bringt es uns?

Schutz vor Überschwemmungen, Abmilderung von Hitze

Intakte, vielfältige Lebensräume bieten Schutz vor Bodenerosion und tragen zur Regulierung des Klimas bei – sowohl auf globaler Ebene als auch im Kleinen. Grünflächen und Baumpflanzungen helfen bei der Entschärfung von Hitzeinseln – es lohnt sich hier also in mehrfacher Hinsicht Flächen nicht zu versiegeln, sondern insektenfreundlich zu gestalten. Diese Maßnahmen sind für das lokale Kleinklima in Zeiten der Klimaerwärmung zudem von hoher Wichtigkeit. Wenn man an das große Ganze - also Biodiversität an sich - denkt, sind Kleinlebensräume als Trittsteine sehr wichtig für die Förderung dieser Vielfalt und damit auch für den Erhalt intakter Ökosysteme. Diese wiederum bieten Schutz vor Überschwemmungen und sind außerdem natürliche CO2-Speicher.

Weniger Aufwand und Kosten

Bisher ungenutzte Flächen am Betriebsgelände können in artenreiche Blühflächen umgewandelt werden, die nur mehr einmal im Jahr gemäht werden müssen und somit den Pflegeaufwand gegenüber konventionellen Rasenflächen deutlich reduzieren. Durch Anlage einer naturnahen Hecke wird ebenfalls der Arbeitsaufwand auf Dauer reduziert im Vergleich zu konventionellen Pflanzungen die mehrmals im Jahr gepflegt oder sogar jährlich erneuert werden müssen.

Glaubwürdige Unternehmenskommunikation statt Greenwashing

Unternehmen, die sich mit den eigenen Auswirkungen auf die Biodiversität auseinandersetzen, um ihren negativen Input auf die Biodiversität zu reduzieren und mit konkreten Maßnahmen aktiv einen Beitrag zur Förderung der Insektenvielfalt leisten, können davon auch in der Öffentlichkeit profitieren. Durch Aufzeigen der durchgeführten Initiativen und das erarbeitete Expertenwissen zeichnen sie sich als glaubwürdige Partner*innen im Einsatz für den Erhalt der biologischen Vielfalt aus. Diese Merkmale können und sollen zu Marketing- und Kommunikationszwecken eingesetzt werden – Ihr Betrieb kann hier mit positivem Beispiel vorangehen.

Natur als Tourist*innenmagnet

Für Gast- und Beherbergungsbetriebe sind Alleinstellungsmerkmale, um Tourist*innen anzuziehen, von großer Bedeutung. Durch insektenfreundliche Gestaltung der eigenen Flächen wertet man die Umgebung optisch auf und zeigt, dass Nachhaltigkeit im Betrieb gelebt wird. In Zusammenarbeit mit Naturvermittler*innen können maßgeschneiderte Angebote für die Gäste geschaffen werden, die von der Erholung in den artenreichen Natur- und Kulturlandschaften profitieren können.

Wie sollen wir beginnen?

Wenn Sie ein Betriebsgelände oder Flächen rund um Ihren Gastbetrieb haben, können Sie aus diesem Handbuch Maßnahmen unterschiedlicher Größenordnung auswählen. Zuerst starten Sie mit einer Planungsphase, in der es ratsam wäre, dass Sie bei größeren Maßnahmen externe fachliche Unterstützung heranziehen. Danach können Sie in die Umsetzung gehen und Ihr Betriebsgelände für Insekten aufwerten. Um die Auswirkungen Ihres Unternehmens auf die Biodiversität im Detail zu erfassen, ist eine Analyse der Wertschöpfungs- und Lieferketten der entscheidende Schritt. Umfassende Informationen dazu erhalten Sie bei der Business and Biodiversity-Initiative „Biodiversity in Good Company“.

Wen brauchen wir dafür?

Eine gute Anlaufstelle um Kooperationspartner*innen zu finden sind die Naturparke in ihrer Umgebung, die evtl. gemeinsam mit Naturpark-Schulen bei Ihnen am Betriebsgelände aktiv werden könnten. Wenn Ihr Betrieb in einem der 47 österreichischen Naturparke liegt, können Sie sich bei Erfüllung der Kriterien das Prädikat „Naturpark-Partnerbetrieb“ verleihen lassen und von dem Know-How und Netzwerk des Naturparks profitieren. 

Alternativ können Sie auch Naturschutzorganisationen oder im Naturschutz aktive Privatpersonen oder Vereine zu Rate ziehen. Ökologische Planungsbüros oder Gärtnereien mit Erfahrung zum Thema naturnahe Begrünung wären ebenfalls wichtige Kooperationspartner*innen. Erfragen Sie dazu Kontakte auch in Ihrer Gemeinde. Die eigenen Mitarbeiter*innen können ebenfalls wichtige Partner*innen bei der Umsetzung von biodiversitätsfreundlichen Maßnahmen am Betriebsgelände sein.

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