Bekanntgabe zum Dark Sky Park & zur Dark Sky Community Weißbach

Der Naturpark und die Gemeinde Weißbach wurden von Dark Sky International als „International Dark Sky Park“ und „Dark Sky Community“, zu deutsch Sternenpark und Sternenort, ausgezeichnet. Damit ist Weißbach der erste Dark-Sky-Standort im Bundesland Salzburg (Österreichweit der dritte neben dem Vorreiter Sternenpark Attersee sowie dem neuen Dark Sky Reservat Eisenwurzen).

Weißbach im Naturpark Weißbach ist eine lebendige Gemeinde und dank ihrer besonders lebenswerten Kulturlandschaft nicht nur ein Naturpark (naturpark-weissbach.at) und ein Bergsteigerdorf mit einer lebendigen alpinen Tradition, sondern auch Sitz der Klima- und Energiemodellregion sowie Klimawandelanpassungsregion. Zudem gilt Weißbach im Rahmen des e5-Programms des Landes Salzburg als eine der energieeffizientesten Gemeinden (5 der 5 zu erreichenden „e“s). Nun widmet sich sich die Gemeinde und der Naturpark dem Thema der Lichtverschmutzung. Das Dark-Sky Programm ergänzt und stärkt oben genannte Programme und Institutionen.

Definition: Lichtverschmutzung ist die Erhellung der Naturnacht durch Fehlanwendung von künstlichem Licht.

Am Mittwoch 05. August wurde die Zertifizierung zum Sternenort- und park in der Seisenbergklamm gefeiert. Folgende Ehrengäste haben teilgenommen: Bürgermeister Josef Hohenwarter, TVB Salzburger Saalachtal Geschäftsführer Wolfgang Fegg, Geschäftsführerin des Verbandes der Naturparke Österreich Julia Friedlmayer sowie die LEADER Saalachtal Managerin Astrid Hohenwarter. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Weisenbläser der TMK Weißbach. Anschließend nahmen die Gäste an der wöchentlichen Fackelwanderung „Wasser & Klang“ durch die Klamm teil.

Im Rahmen des Dark-Sky-Programms wurden in Weißbach, sowohl im Naturpark als auch in der Gemeinde, TESS-Photometer installiert, um die Qualität des Nachthimmels langfristig zu überwachen. Die Bemühungen zur Teilnahme am Dark-Sky-Programm wurden sowohl in der Gemeindevertretung als im Vorstand des Naturparks abgestimmt. Die öffentliche Beleuchtung der Gemeinde wurde erfasst und ausgewertet, und es wurden Bereiche ermittelt, in denen die Beleuchtung abgeschaltet wurde. Es wurden ein Leitfaden für die Außenbeleuchtung sowie ein Lichtmanagementplan und eine Außenbeleuchtungs Richtlinie erarbeitet. Der Naturpark bietet verschiedene Bildungsprogramme zu den Themen Nacht und Lichtverschmutzung an; im Sommer finden beispielsweise wöchentlich die Veranstaltung „Im Dunkeln ist gut Munkeln – Auf den Spuren nachtaktiver Tiere“ und jährlich die „Lange Nacht der Naturparke“ (11. September 2026) statt.

„Der Nachthimmel in Europa wird nachgewiesen alle 12 Jahre doppelt so hell! Daher gewinnt das Thema der Lichtverschmutzung zunehmend an Bedeutung. Dieses Problem können wir direkt beeinflussen und relativ einfach einen wesentlichen Beitrag leisten. Wenn es um Beleuchtung geht, gilt: Weniger ist mehr – die Auswirkungen von künstlichem Licht auf die Natur und die menschliche Gesundheit sollten nicht unterschätzt werden“, so Sandra Uschnig, Geschäftsführerin des ausgewiesenen Dark-Sky- und Naturparks Weißbach. „es geht nicht darum alles abzudrehen, wichtiger ist eine korrekte Beleuchtung: besser warmweißes Licht einsetzen (<3000 Kelvin), die Lichtstärke reduzieren (<1000 Lumen) und Beleuchtung auf das notwendige Maß reduzieren. Außerdem sollten vermehrt Zeitschaltuhren und Bewegungsmelder eingesetzt und Lampen vollständig abgeschirmt werden.“ 
Lichtverschmutzung kann unter anderem die Orientierung von Zugvögeln, das Paarungsverhalten von Amphibien und Glühwürmchen, den Jagderfolg von Fledermäusen und selbst die Wasserqualität beeinflussen.

„Als Gemeinde Weißbach sind wir nicht nur eine Naturparkgemeinde, sondern auch e5 Gemeinde des Landes Salzburg und Sitz der Modellregion Klima und Energie. Daher ergänzt die Dark-Sky-Zertifizierung unsere Bemühungen in den Bereichen Natur, Klima und Energieeinsparung perfekt“, sagt Bürgermeister Josef Hohenwarter.

Für die Zukunft sind verschiedene Sensibilisierungskampagnen geplant. Zudem soll die öffentliche Beleuchtung der Gemeinde, welche noch nicht der neuen Außenbeleuchtungs Richtlinie entspricht, in den kommenden Jahren schrittweise angepasst werden.

Über das „International Dark Sky Places Program“: Das 2001 gegründete „International Dark Sky Places Program“ ist ein nicht-regulatorisches und freiwilliges Programm, das Gemeinden, Parks und Schutzgebiete weltweit dazu ermutigt, dunkle Orte durch wirksame Beleuchtungsrichtlinien, umweltverträgliche Außenbeleuchtung und Aufklärung der Öffentlichkeit, zu erhalten und zu schützen. Bei wahlloser Nutzung kann künstliches Licht Ökosysteme stören, die menschliche Gesundheit beeinträchtigen, Geld und Energie verschwenden, zum Klimawandel beitragen und unseren Blick auf das Universum sowie unsere Verbindung zu ihm versperren. Die „Dark Sky Community“ und der „Dark Sky Park Weißbach“ reihen sich nun in die Liste von mehr als 230 Orten ein, die eine starke Unterstützung der Bevölkerung für den Schutz des dunklen Himmels unter Beweis gestellt haben und sich dafür einsetzen, die Nacht vor Lichtverschmutzung zu bewahren. Weitere Informationen finden Sie unter https://darksky.org/what-we-do/international-dark-sky-places/.

 

Hier gibt es noch viele Infos zum Thema Lichtverschmutzung: https://www.naturparke.at/projekte-informiere-dich/nacht/

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