Zusammenfassung der

Masterarbeit

Kathrin Endruteit

Erfassung und Analyse der Artendiversität

Abundanz von bodennahen Insekten und Vögeln in Streuobstwiesen im Naturpark Steirische Eisenwurzen

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Streuobstwiesen für die Artendiversität und Abundanz von bodennahen Insekten und Vögeln im Naturpark Steirische Eisenwurzen 2024. Ziel der Arbeit war es, den Einfluss von Streuobstwiesen auf die Artenvielfalt und Abundanz von Insekten und Vögeln in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren zu erfassen. Zu diesen Faktoren zählen beispielsweise die Größe der Streuobstwiesen, deren Bewirtschaftungsformen sowie die Landnutzung in der umgebenden Landschaft. Zudem wurde untersucht, ob die Präsenz weiterer Streuobstwiesen in unmittelbarer Nähe (200 m und 500 m Puffer) die Biodiversität beeinflusst. 

Die Ergebnisse sind wie Folgt:

Streuobstwiesen und Pufferbereich:

  • Die meisten Flächengrößen aller Streuobstwiesen im Naturpark Steirische
    Eisenwurzen sind relativ klein (Median des Boxplots 1,08 Hektar; untere Quartil 0,38
    Hektar; das obere Quartil 3,27 Hektar).
  • Im 500 m Puffer gibt es eine größere Vielfalt an Landnutzungstypen, während der
    200 m Puffer eine höhere Konzentration auf den Landnutzungstyp Wiese und Weide
    zeigt. Wiesen und Weide dominieren beide Pufferzonen, was auf die
    landwirtschaftliche Nutzung dieser Flächen hinweist.

Insekten:                                     

  • Es zeigte sich, dass die zeitliche Veränderung keinen signifikanten Einfluss auf die
    Gesamtartenabundanz hat, die Artenabundanz nimmt im Verlauf der Zeit tendenziell
    ab. Allerdings ist dieser Rückgang nicht statistisch signifikant.
  • Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Landnutzungstypen im 200 m
    Pufferbereich in Bezug auf die Artenabundanz, Mischwald zeigt aber im Vergleich
    einen größeren Interquartilsabstand.
  • Keinen signifikanten Unterschied in der Insektenabundanz zwischen den Plots mit
    und ohne Streuobstwiesen im 500 m Puffer. Das Vorhandensein von Streuobstwiesen
    in einem kleineren Pufferbereich (200 m) ist signifikant. Die Plots ohne
    Streuobstwiesen im 200 m Puffer haben eine deutlich höhere Insektenabundanz als
    die Plots mit Streuobstwiesen im 200 m Puffer.
  • Es gibt einen signifikanten Unterschied in der Artenabundanz zwischen den
    verschiedenen Formen der Unternutzung gibt. Die Unternutzungsform „Brach“ hat
    den größten Einfluss auf die Artenabundanz.
  • Weitere Faktoren wie Baumalter-Diversität, Totholz, Flächengröße, Bestandsdichte
    und Baumanzahl zeigten keinen signifikanten Einfluss auf die Artenabundanz.
    Insgesamt deutet dies darauf hin, dass die Unternutzungsform eine größere Rolle für
    die Artenabundanz spielt als die anderen untersuchten Faktoren.

Vögel:

  • Stark gefährdet: 12,2%, Gefährdet: 34,1%, Nicht gefährdet: 51,2%, Nicht relevant in
    Europa: 2,4%.
  • Deutliche Dominanz der Haussperlinge und Rauchschwalben in Bezug auf die Anzahl
    der Gesangsaktivitäten.
  • Keinen signifikanten Unterschied in den Vogelaktivitäten oder der Artenvielfalt
    zwischen den Plots mit und ohne Streuobstwiesen im 200 m oder 500 m Puffer. Auch
    die Anzahl der Streuobstwiesen im Pufferbereich hat keine signifikante Auswirkung
    auf die untersuchten Parameter.
  • 200 m und 500 m Puffer vs Artenvielfalt nicht signifikant, 200 m und 500 m Puffer vs
    Vogelaktivitäten nicht signifikant.
 
Die statistischen Auswertungen zeigten keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Flächengröße und der Artenvielfalt von Insekten und Vögeln. Dies deutet daraufhin, dass andere Faktoren als die Flächengröße einen größeren Einfluss auf die Biodiversität haben.
Die Analyse ergab, dass von den sieben Merkmalen von den untersuchten Streuobstwiesen lediglich die Unternutzungsform einen signifikanten Einfluss auf die Insektenabundanz hatte. Besonders Brachland wies eine deutlich höhere Artenvielfalt auf als Flächen, die gemäht oder als Weide genutzt wurden. Dies unterstreicht die Bedeutung extensiver Bewirtschaftungsformen für den Erhalt der Insektenvielfalt. Für Vögel konnte kein signifikanter Einfluss der Merkmale festgestellt werden.
Eine Beeinflussung von Abundanz und Diversität durch die umliegenden Landschaftsnutzungstypen wurde nicht bestätigt. Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Insekten- oder Vogelabundanz in Abhängigkeit von den Landnutzungstypen im 500 m Puffer. Bei den Insekten war eine leichte Tendenz zu erkennen. Im 200 m Pufferbereich deutete sich bei den Insekten jedoch eine leichte Tendenz an, die auf die höhere Vegetationsvielfalt in Mischwäldern zurückgeführt werden könnte, welche im Pufferbereich lagen.
Es wurde kein signifikanter Unterschied in den Vogelaktivitäten oder der Artenvielfalt zwischen den Plots mit und ohne Streuobstwiesen im 200 m oder 500 m Puffer festgestellt. Ebenso zeigte die Anzahl der Streuobstwiesen im Pufferbereich keinen signifikanten Einfluss auf die untersuchten Parameter. Bei der Insektenabundanz gab es im 500 m Puffer ebenfalls keinen signifikanten Unterschied. Im 200 m Puffer zeigte sich jedoch ein signifikanter Effekt: Plots ohne weitere Streuobstwiesen in unmittelbarer Nähe wiesen eine höhere Insektenabundanz auf.

Hard Facts

  • Name: Kathrin Endruteit
  • Universität: Technische Universität München
  • Studiengang: Naturschutz und Landschaftsplanung
  • Titel der Masterarbeit: Erfassung und Analyse der Artendiversität und Abundanz von bodennahen Insekten und Vögeln in Streuobstwiesen im Naturpark Steirische Eisenwurzen


Die Masterarbeit kann hier heruntergeladen werden: PDF-Download (11 MB)

© Anja Langbrucker
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