Fünf Naturparke setzen gemeinsam mit ihrem Dachverband ein starkes Zeichen für wirkungsvollen Naturschutz. Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds wurden seit 2023 Feuchtgebiete, Trockenrasen und weitere sensible Sonderstandorte erfolgreich revitalisiert
Österreichs Naturparke stehen beispielhaft dafür, wie durch Zusammenarbeit, Fachwissen und regionale Verankerung geschädigte Ökosysteme nachhaltig wiederhergestellt werden können. Zwischen 2023 und 2025 wurden in fünf Naturparken auf insgesamt 44 Flächen gezielte Maßnahmen umgesetzt, die von der Entbuschung wertvoller Trockenrasen über die Stabilisierung empfindlicher Uferzonen bis zur Wiederherstellung artenreicher Feuchtgebiete reichen. Die Ergebnisse sind österreichweit sichtbar: Bedrohte Arten kehren zurück, Lebensräume stabilisieren sich und die ökologische Vielfalt wächst.
Ein starkes Netzwerk für die Natur der Zukunft
Ein wesentlicher Faktor für den Projekterfolg war der intensive Wissensaustausch zwischen den Naturparken. Herausforderungen konnten dadurch rasch gelöst, Synergien effektiv genutzt und Managementansätze optimiert werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun österreichweit im Naturschutznetzwerk zur Verfügung gestellt und tragen zur Weiterentwicklung gemeinsamer Standards bei.
„Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll: Wenn Engagement, Fachwissen und regionale Zusammenarbeit zusammenkommen, können geschädigte Ökosysteme nachhaltig wiederhergestellt und für kommende Generationen gesichert werden“, freut sich Veit Kern, Projektkoordinator des Verbands der Naturparke Österreichs.
Maßnahmen im Überblick
Naturpark Kamptal-Schönberg: Trockenrasen bringen neues Leben in die Landschaft
Ein Team junger Landschaftspfleger:innen revitalisierte stark verbuschte Trockenrasen auf mehreren Standorten rund um Schönberg. Kleine Strukturen wie Stein- und Asthaufen verbessern die Lebensbedingungen, wie etwa der Smaragdeidechse, zusätzlich. Auch die Bekämpfung invasiver Robinien zeigt Wirkung.
„Die revitalisierten Trockenrasen bieten nun deutlich bessere Bedingungen für zahlreiche seltene und gefährdete Arten“, freut sich Obmann Gerald Amsüss.
Naturpark Kaunergrat: Trockenrasen erblühen wieder
Gemeinsam mit Landwirt:innen, Gemeinden und Vereinen wurden 27 Trockenrasenflächen auf 18 Hektar entbuscht, gepflegt und ökologisch vernetzt. Besonders wärmeliebende Arten wie der Apollofalter profitieren spürbar.
„Die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen in steilem Gelände war oft herausfordernd. Umso beeindruckender ist es, die Projektflächen nun in ihrer Vielfalt erstrahlen zu sehen“, sagt Projektleiterin Elisabeth Falkeis.
Naturpark Rosalia-Kogelberg: Feucht- und Trockenstandorte gestärkt
Auf 8,2 Hektar wurden artenreiche Feuchtwiesen, Halbtrockenrasen und Magerstandorte durch Mahd, Entbuschung und gelenkte Beweidung wiederhergestellt. Neue Lebensraumelemente wie Tümpel oder Heckenzüge fördern die Biodiversität zusätzlich.
„Zu sehen, wie diese extensiven Flächen – die keinen wirtschaftlichen Nutzen haben und zu 100 % dem Artenschutz und dem Erhalt unserer Kulturlandschaft dienen – wieder aufblühen, ist für uns ein großer Ansporn“, betont Marlene Hrabanek-Bunyai, Geschäftsführerin des Naturparks.
Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen: Feuchtwiesen revitalisiert
Auf zwei Feuchtwiesen konnte der ursprüngliche Landschaftscharakter wiederhergestellt werden. Standortfremde Gehölze wurden entfernt, Wasserhaushalt und Pflege angepasst und damit optimale Bedingungen für typische Feuchtwiesenarten geschaffen.
„Wir haben den Feuchtwiesen Raum zurückgegeben, sich als lebendige, artenreiche Lebensräume zu entfalten,“ betont Eva Maria Vorwagner, Vorhabensleiterin im Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen.
Naturpark Südsteiermark: Neophyten eingedämmt
Uferbereiche entlang der Sulm und in der Heiligengeistklamm durch gezielte Entfernung invasiver Arten sowie die Pflanzung regionaler Wildgehölze aufgewertet. Die revitalisierten Flächen profitieren nun von stabileren Strukturen, höherer Artenvielfalt und einer deutlich verbesserten ökologischen Funktion.
„Die Uferzonen haben spürbar an Qualität gewonnen – ein wichtiger Schritt für ihre langfristige Widerstandskraft“erklärt Anna Luidold, Vorhabensleiterin im Naturpark Südsteiermark.
Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
