Zwischen Streuobstwiesen, Feuchtgebieten und sonnigen Hängen entsteht im Naturpark Rosalia-Kogelberg ein lebendiges Netzwerk für die Natur. Mit jeder neu gepflanzten Baumreihe, jedem gepflegten Teich und jeder blühenden Wiese wächst der Lebensraum für seltene Arten – von Amphibien bis zur Zwergohreule.
Im Naturpark Rosalia-Kogelberg wird der Naturschutz mit großem Engagement weiter ausgebaut. Durch die Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen, die Renaturierung wertvoller Feuchtgebiete und Moore sowie die Pflege von Halbtrockenrasen entstehen vielfältige Lebensräume für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Die Maßnahmen sind Teil des österreichweiten Projekts „Landschaften voller Leben“, das sich der Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme und dem Schutz gefährdeter Arten in Naturparken widmet.
„Vielfalt entsteht dort, wo Menschen gemeinsam handeln. Durch das Engagement unserer Mitgliedsgemeinden, Partner:innen und die enge Kooperation mit dem VNÖ wächst im Naturpark Rosalia-Kogelberg ein Mosaik wertvoller Lebensräume – und damit ein Stück Zukunft für Mensch und Natur“ freut sich Marlene Hrabanek-Bunyai: Geschäftsführerin des Naturparks Rosalia-Kogelberg.
Revitalisierung und Neuanlage von Streuobstwiesen
In den Gemeinden Drassburg, Schattendorf, Loipersbach und Rohrbach bei Mattersburg wurden im Rahmen des Projekts bislang 21 Streuobststandorte mit einer Gesamtfläche von rund 4,8 Hektar revitalisiert oder neu angelegt. Damit werden artenreiche Kulturlandschaften erhalten und erweitert, die wichtigen Lebensräume für Zwergohreule, Wiedehopf, Smaragdeidechse und Wanstschrecke bieten.
Eine neue Fläche in Rohrbach bei Mattersburg wurde zusätzlich in das Projekt integriert. Dort entsteht eine artenreiche Mähwiese mit zehn Hochstammbäumen regionaltypischer Sorten – darunter Kirsche, Marille, Edelkastanie, Apfel und Birne – sowie einer Benjeshecke als Rückzugsort für Insekten und Kleintiere. Regelmäßige Pflege- und Bewässerungsmaßnahmen sichern den langfristigen Erhalt der Jungbäume und fördern eine stabile Entwicklung des neuen Lebensraums.
Durch diese Erweiterung werden die bestehenden Streuobstbestände im Naturpark noch besser miteinander vernetzt. Es entstehen Trittsteinbiotope, die den genetischen Austausch fördern und wertvolle Nahrungs- und Bruträume für zahlreiche Arten schaffen.
Renaturierung von Feuchtgebieten und Mooren
Auch im Bereich der Feuchtlebensräume konnte der Naturpark Rosalia-Kogelberg bedeutende Fortschritte erzielen. An mehreren Standorten in Drassburg und Rohrbach bei Mattersburg wurden neue Teiche und Tümpel angelegt, die als Laich- und Lebensräume für Gras- und Laubfrösche, Rot- und Gelbbauchunken sowie seltene Vogelarten wie Purpur- und Nachtreiher dienen.
Ein besonders gelungenes Beispiel ist der neu geschaffene Teich in Drassburg, der durch seine gestufte Tiefenstruktur – von flachen Uferzonen bis hin zu tieferen Wasserbereichen – eine hohe ökologische Vielfalt bietet. Um die offene Wasserfläche und die Zugänglichkeit für Amphibien zu erhalten, wird die Vegetation im Uferbereich regelmäßig gepflegt.
Darüber hinaus wurde in Rohrbach bei Mattersburg ein Davall-Seggen-Niedermoor renaturiert – eines der letzten seiner Art im Burgenland. Durch Wiedervernässung und Habitatpflege entsteht hier ein einzigartiger Lebensraum für Erdkröte, Rotbauchunke, Große Quellenjungfer und Davall-Segge.
Pflege von Halbtrockenrasen und Steilwänden
Auf rund 4,6 Hektar wurden im Raum Rohrbach wertvolle Halbtrockenrasen entbuscht und für eine nachhaltige Bewirtschaftung vorbereitet. Diese offenen Landschaftsstrukturen bieten ideale Bedingungen für Wildorchideen, Buntschwertlilien, Smaragdeidechsen, Schlingnattern und zahlreiche Wildbienenarten.
Besonders für den Bienenfresser, der in den sanierten Steilwänden geeignete Brutplätze findet, sind die Maßnahmen von großer Bedeutung.
Ein Netzwerk für die Natur
Die Projekte im Naturpark Rosalia-Kogelberg leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt und zur langfristigen Sicherung charakteristischer Landschaftsstrukturen im Mattersburger Hügelland.
„Unsere Naturpark-Gemeinden beweisen mit Projekten wie diesem, dass Naturschutz und regionale Verantwortung Hand in Hand gehen. Sie sind die treibende Kraft hinter der Entwicklung des Naturparks Rosalia-Kogelberg – und zeigen, wie aus vielen einzelnen Maßnahmen ein lebendiges Netzwerk für die Natur entsteht“ betont Kurt Fischer, Obmann des Naturparks Rosalia-Kogelberg.
Landschaften voller Leben
Diese Maßnahmen im Naturpark Rosalia-Kogelberg sind Teil des Projekts „Landschaften voller Leben“, in dem zwölf weitere Initiativen umgesetzt werden. Elf Naturparke aus sechs Bundesländern bündeln gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs in diesem Projekt die Kraft ihres Netzwerks zum Schutz der biologischen Vielfalt. Finanziert wird dies durch den Biodiversitätsfonds.
Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
