Impulsgeber für nachhaltige Entwicklung
Schützen durch Nützen
Naturparke stehen für gelebten Naturschutz, der verbindet: Mensch und Natur, Tradition und Zukunft, Schutz und Nutzung. Durch diesen integrativen Ansatz setzen die Naturparke auf enge Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung. Gleichzeitig sind sie Motoren einer nachhaltigen Regionalentwicklung: Sie schaffen Lebensqualität, stärken die regionale Identität, fördern den sanften Tourismus und leisten wertvolle Beiträge in der Umweltbildung. Wesentliche Basis hierfür ist das 4 Säulen-Modell der Naturparke.
Die Entwicklung der Naturparke schreitet laufend voran, auf neue Herausforderungen wird aktiv reagiert. Im Fokus stehen heute mehr denn je:
- der Erhalt der Artenvielfalt
- aktiver Klimaschutz und Klimawandelanpassung
- die nachhaltige Nutzung regionaler Ressourcen
Naturparke im internationalen Kontext
In den Naturparken wird global gedacht und regional agiert. In unserer täglichen Arbeit orientieren wir uns an nationalen und internationalen Strategien und Zielsetzungen – allen voran an den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen.
Die Naturparke leisten Beiträge zu vielen SDGs, darunter:
SDG 4: Hochwertige Bildung – Umweltbildung für alle Altersgruppen
Ziel: Inklusive, gleichberechtigte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern.
Eine hochwertige Bildung ist entscheidend für nachhaltige Entwicklung und soziale Teilhabe. Trotz Fortschritten beim Bildungszugang, besonders für Mädchen, sind weltweit über 265 Millionen Kinder nicht in der Schule – viele davon im Grundschulalter. Auch unter den Schulkindern fehlen oft grundlegende Lese- und Rechenkenntnisse.
Ursachen hierfür sind u.a. unzureichend ausgebildete Lehrkräfte, mangelhafte Schulgebäude und ungleiche Chancen für Kinder in ländlichen Regionen. Um allen Kindern – besonders aus armen Familien – Bildung zu ermöglichen, sind Investitionen in Lehrkräfte, Infrastruktur und Bildungsprogramme notwendig.
SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum – durch sanften Tourismus und regionale Wertschöpfung
Ziel: Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
Trotz wirtschaftlichen Wachstums leben rund die Hälfte der Weltbevölkerung von weniger als zwei US-Dollar pro Tag, und ein Arbeitsplatz schützt vielerorts nicht vor Armut. Ungleichmäßiger Fortschritt, fehlende menschenwürdige Arbeit und geringe Investitionen gefährden den sozialen Zusammenhalt.
Um Armut zu bekämpfen und das globale Wachstumsziel zu erreichen, braucht es eine Neuausrichtung der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Nachhaltiges Wachstum erfordert gute Arbeitsbedingungen, Zugang zu Finanzdienstleistungen sowie gezielte Investitionen in Handel, Landwirtschaft und Infrastruktur – besonders in den ärmsten Regionen.
SDG 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden – lebenswerte Regionen gestalten
Ziel: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig gestalten.
Städte sind zentrale Motoren für Entwicklung und Innovation, stehen jedoch durch das rasche Wachstum – bis 2030 sollen 5 Milliarden Menschen in Städten leben – vor großen Herausforderungen. Probleme wie Verkehrsstaus, Wohnungsmangel, überlastete Infrastruktur und Umweltverschmutzung erfordern eine nachhaltige Stadtplanung.
Um Städte lebenswerter zu machen, müssen Ressourcen effizient genutzt, Grundversorgungen wie Abfallentsorgung ausgebaut und Armut verringert werden. Ziel ist es, Städte zu schaffen, die allen Menschen Chancen und Zugang zu Wohnen, Energie, Verkehr und Versorgung bieten.
SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz
Ziel: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen
Der Klimawandel betrifft alle Regionen der Welt und hat schwerwiegende Folgen für Menschen, Umwelt und Wirtschaft – besonders für die ärmsten Bevölkerungsgruppen. Extreme Wetterereignisse nehmen zu, der Meeresspiegel steigt und die Treibhausgasemissionen erreichen Rekordwerte. Ohne entschlossenes Handeln droht ein Temperaturanstieg von über drei Grad Celsius.
Dennoch gibt es bereits bezahlbare Lösungen wie erneuerbare Energien, die den Übergang zu klimafreundlichen, widerstandsfähigen Volkswirtschaften ermöglichen. Der Klimawandel erfordert global abgestimmte Maßnahmen – wie das Pariser Abkommen von 2015, in dem sich die Staaten verpflichteten, die Erderwärmung deutlich unter zwei Grad zu halten.
SDG 15: Leben an Land – Schutz von Ökosystemen und Biodiversität
Ziel: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodendegradation beenden und umkehren und dem Verlust der biologischen Vielfalt ein Ende setzen.
Wälder bedecken knapp ein Drittel der Erde und sind entscheidend für Ernährung, Klimaschutz, Biodiversität und das Überleben indigener Völker. Doch jährlich gehen 13 Millionen Hektar Wald verloren, und Trockengebiete veröden zunehmend. Entwaldung und Wüstenbildung – verstärkt durch menschliches Handeln und den Klimawandel – gefährden die nachhaltige Entwicklung und die Lebensgrundlagen vieler Menschen.
Trotz bestehender Schutzgebiete bleibt die Artenvielfalt bedroht. Internationale Abkommen und Investitionen setzen sich für den Erhalt der Wälder, die nachhaltige Nutzung von Ressourcen und den Schutz der biologischen Vielfalt ein.