Trockenrasen erblühen wieder

Nach Jahren zunehmender Verbuschung sind Trockenrasen im Naturpark Kaunergrat wieder auf dem besten Weg ihren natürlichen, artenreichen Zustand zu erreichen

Die einzigartigen Trockenrasenflächen im Naturpark Kaunergrat gehören zu den artenreichsten Lebensräumen Österreichs. Fehlende Nutzung, insbesondere Beweidung, führten in den vergangenen Jahrzehnten zu einer fortschreitenden Verbuschung. Besonders in steilen, felsigen Hanglagen, die nicht ausreichend beweidet werden können, drohte der Verlust dieser offenen, sonnenexponierten Lebensräume – entscheidend für seltene, wärmeliebende Arten wie den Apollofalter.

Gemeinsam mit 16 Landwirt:innen und Privatpersonen, Vereinen und Gemeinden aus der Region ist es gelungen, die typische Struktur- und Artenvielfalt von
27 Trockenrasenflächen auf insgesamt 18 Hektar wiederherzustellen. Seit 2023 wurden spezielle Maßnahmen umgesetzt – von der Entbuschung über gezielte Pflege bis zur Verbesserung der ökologischen Vernetzung. Die Aktivitäten zeigen bereits deutliche Wirkung.

„Die erfolgreiche Umsetzung der Maßnahmen in steilem Gelände war oft herausfordernd. Umso beeindruckender ist es, die Projektflächen nun in ihrer Vielfalt erstrahlen zu sehen!“, freut sich Elisabeth Falkeis, Projektleiterin des Naturparks Kaunergrat. „Besonders seltene Arten wie der Apollofalter profitieren von den verbesserten Lebensbedingungen.“

Durch die erfolgreiche Umsetzung in den Gemeinden Faggen, Fließ, Kaunerberg und Kauns wird nicht nur das Landschaftsbild erhalten, auch zahlreiche Tier- und Pflanzenarten finden wieder optimale Voraussetzungen vor. Damit wird ein bedeutender Beitrag zur langfristigen Sicherung der Biodiversität im Naturpark Kaunergrat geleistet. Die Anstrengungen zeigen eindrucksvoll, welche Wirkung gezielte Pflegemaßnahmen entfalten können.

Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme in Naturparken Österreichs

Diese Maßnahmen des Naturparks Kaunergrat waren Teil eines österreichweiten Projekts: Gemeinsam mit vier weiteren Naturparken und dem Verband der Naturparke Österreichs setzte man ein starkes Zeichen für gelebten Naturschutz. Seit 2023 wurden, mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, Feuchtgebiete und Sonderstandorte auf 46 Hektar revitalisiert – ein wichtiger Beitrag zur Biodiversitäts-Strategie Österreich 2030+.

Die Maßnahmen reichten von der Pflege und Entbuschung wertvoller Trockenrasen über die Wiederbelebung seltener Feucht- und Magerstandorte bis hin zur Stabilisierung empfindlicher Uferzonen. Überall zeigen sich sichtbare Erfolge: Offenflächen sind wieder artenreich, Feuchtgebiete haben ihren charakteristischen Zustand zurückgewonnen und gefährdete Arten wie Große Kuhschelle, Smaragdeidechse oder Apollofalter profitieren unmittelbar.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war der intensive Austausch zwischen den Naturparken. Dieser sorgte dafür, dass Herausforderungen rasch gelöst und Synergien optimal genutzt werden konnten. Die wertvollen Erkenntnisse aus unserem gemeinsamen Projekt werden nun aufbereitet und dem gesamten Naturschutznetzwerk zur Verfügung gestellt.

„Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll: Wenn Engagement, Fachwissen und regionale Zusammenarbeit zusammenkommen, können geschädigte Ökosysteme nachhaltig wiederhergestellt und für kommende Generationen gesichert werden“ freut sich Veit Kern, Projektkoordinator des VNÖ.

 


 

Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

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