Der Rote Apollofalter ist stark gefährdet. In einem umfassenden Projekt setzt der Naturpark Nagelfluhkette nun konkrete Maßnahmen, um die Art zu erhalten und ihre Lebensräume langfristig zu sichern. Auch weitere seltene Schmetterlingsarten profitieren davon.
Der Rückgang alpiner Tagfalter ist deutlich sichtbar. Besonders betroffen ist der Rote Apollofalter, dessen Vorkommen in den letzten Jahren stark abnimmt. Auch andere spezialisierte Arten wie der Schwarze Apollofalter, der Thymian-Ameisenbläuling oder der Goldene Scheckenfalter sind auf Lebensräume angewiesen, die zunehmend unter Druck stehen. Sie bevorzugen warm-trockene Offenlandstandorte, Felslebensräume und extensiv genutzte Magerwiesen. Durch fehlende Lebensraumvernetzung, Nutzungsaufgabe und Veränderungen in der Bewirtschaftung gehen solche Standorte zunehmend verloren oder werden isoliert – auch im Naturpark Nagelfluhkette. Das erschwert die Ausbreitung der Arten und beeinträchtigt langfristig ihre Stabilität.
Um dem entgegenzuwirken, stehen verschiedene Maßnahmen zur Verfügung: Dazu gehören die Sicherung geeigneter Flächen, die Förderung typischer Futterpflanzen, das Offenhalten von Übergangszonen zwischen Wald und Offenland sowie die Vernetzung isolierter Vorkommen. Grundlage dafür ist ein kontinuierliches Monitoring, das Entwicklungen dokumentiert und Anpassungen ermöglicht.
„Diese Maßnahmen sind auch wichtig, um unsere Lebensräume klimafit zu machen. Je strukturierter unsere Offenlandflächen werden, desto leichter können sich die verschiedenen Arten auf die geänderten Klimabedingungen einstellen“, meint Carola Bauer, Geschäftsführung des Naturparks Nagelfluhkette im Vorderwälder Teil.
Mit dem Schutz des Roten Apollofalters wird ein Beitrag zur langfristigen Sicherung artenreicher Kulturlandschaften geleistet. Strukturreiche Offenflächen und naturnahe Übergangszonen zwischen Wald und Wiese bieten nicht nur Schmetterlingen, sondern zahlreichen weiteren Tier- und Pflanzenarten wertvolle Lebensräume.
Landschaften voller Leben
Das Projekt im Naturpark Nagelfluhkette ist eines von insgesamt 15 Initiativen im Rahmen des Projekts „Landschaften voller Leben“, welches durch den Biodiversitätsfonds gefördert wird. In diesem Projekt bündeln elf Naturparke aus sechs Bundesländern gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs die Kraft ihres Netzwerks zum Schutz der biologischen Vielfalt.
Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
