Seit 2023 arbeitet der Naturpark Kamptal-Schönberg intensiv an der Wiederherstellung seiner wertvollen Trockenrasen – nun wurden die Maßnahmen erfolgreich abgeschlossen
Auf den steilen Hängen am Hirnwickl, bei der Hubertuskapelle, in der Schütt und am Goldberg brachte ein Team junger Landschaftspfleger:innen des Vereins LANIUS wertvolle Trockenrasen in mühevoller Handarbeit wieder in einen pflegeleichten, naturnahen Zustand. Die Flächen in der Gemeinde Schönberg wurden gemäht und abgerecht, dicht verbuschte Bereiche freigestellt und Gehölze samt Wurzelwerk entfernt.
Um die Lebensräume weiter zu verbessern, entstanden zusätzlich kleine Strukturen wie Stein- und Asthaufen, die etwa der Smaragdeidechse wertvolle Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten bieten. In Stiefern wurde eine ehemalige Pferdeweide gemäht und das Mähgut zur Wiederherstellung einer artenreichen Wiese auf einer Ackerfläche ausgebracht. Auch verbrachte Terrassenflächen entlang des Waldlehrpfads konnten freigestellt und damit wichtige Trittsteine zwischen bestehenden Trockenrasenflächen gesichert werden. Bereits im Frühjahr unterstützten freiwillige Helfer:innen die Bekämpfung der invasiven Robinie, die sich auf den Offenflächen stark ausbreitet. Durch das Ringeln der Stämme wurde ihre Ausbreitung deutlich eingedämmt.
„Die Ergebnisse sind klar sichtbar“, freut sich Gerald Amsüss, Obmann des Naturparks Kamptal-Schönberg. „Die revitalisierten Trockenrasen bieten nun deutlich bessere Bedingungen für zahlreiche seltene und gefährdete Arten. Neben der EU-weit geschützten Großen Kuhschelle und der Smaragdeidechse profitieren viele weitere Spezialisten dieser offenen Standorte.“
Der Naturpark Kamptal-Schönberg arbeitet gemeinsam mit der NÖ Schutzgebietsbetreuung bereits an der Fortsetzung der Pflege, um die Offenhaltung dieser wertvollen Lebensräume langfristig zu sichern – auch im Rahmen der Verpflichtungen des Europaschutzgebiets Kamp- und Kremstal.
Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme in Naturparken Österreichs
Diese Maßnahmen des Naturparks Kamptal-Schönberg waren Teil eines österreichweiten Projekts: Gemeinsam mit vier weiteren Naturparken und dem Verband der Naturparke Österreichs setzte man ein starkes Zeichen für gelebten Naturschutz. Seit 2023 wurden, mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, Feuchtgebiete und Sonderstandorte auf 46 Hektar revitalisiert – ein wichtiger Beitrag zur Biodiversitäts-Strategie Österreich 2030+.
Die Maßnahmen reichten von der Pflege und Entbuschung wertvoller Trockenrasen über die Wiederbelebung seltener Feucht- und Magerstandorte bis hin zur Stabilisierung empfindlicher Uferzonen. Überall zeigen sich sichtbare Erfolge: Offenflächen sind wieder artenreich, Feuchtgebiete haben ihren charakteristischen Zustand zurückgewonnen und gefährdete Arten wie Große Kuhschelle, Smaragdeidechse oder Apollofalter profitieren unmittelbar.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor war der intensive Austausch zwischen den Naturparken. Dieser sorgte dafür, dass Herausforderungen rasch gelöst und Synergien optimal genutzt werden konnten. Die wertvollen Erkenntnisse aus unserem gemeinsamen Projekt werden nun aufbereitet und dem gesamten Naturschutznetzwerk zur Verfügung gestellt.
„Das Ergebnis zeigt eindrucksvoll: Wenn Engagement, Fachwissen und regionale Zusammenarbeit zusammenkommen, können geschädigte Ökosysteme nachhaltig wiederhergestellt und für kommende Generationen gesichert werden“ freut sich Veit Kern, Projektkoordinator des VNÖ.
Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
