Folgen der

Lichtverschmutzung

Gefahr durch künstliches Licht

Lichtverschmutzung bezeichnet die Aufhellung der natürlichen Nacht durch künstliches Licht. Besonders sichtbar wird sie durch sogenannte Lichtkuppeln über Städten – ein Phänomen, das als „Skyglow“ bekannt ist. Dadurch verschwinden Sterne und die Milchstraße fast vollständig vom Nachthimmel. Doch die Auswirkungen betreffen weit mehr als nur die Sicht auf den Himmel.

Der Großteil aller Säugetiere ist nachtaktiv – sie und viele weitere Arten benötigen Dunkelheit zum Überleben. Künstliche Beleuchtung stört ihre Orientierung, Fortpflanzung und Nahrungssuche. Insekten wie Nachtfalter werden vom Licht angezogen, umkreisen es bis zur Erschöpfung und sterben oft. Das verringert die Bestäubung vieler Pflanzen und gefährdet ganze Ökosysteme.

Auch Vögel, Fische und Amphibien verlieren durch Lichtverschmutzung ihre natürlichen Lebensrhythmen. Selbst für uns Menschen hat die Dauerbeleuchtung der Nacht gesundheitliche Folgen – etwa durch gestörte Schlafzyklen. Lichtverschmutzung reduziert damit nicht nur die Sicht auf den Sternenhimmel, sondern gefährdet die Tierwelt, Pflanzen und uns selbst.

Auswirkungen auf die Tierwelt

Etwa 69 Prozent der Säugetiere sind nachtaktiv, nur 20 Prozent tagaktiv. Die Störung der natürlichen Nachtruhe hat negative Folgen, da viele Tiere ihre Bewegungen am Mondzyklus orientieren.

Auch Insekten reagieren auf künstliche Beleuchtung: Nachtfalter umkreisen Lichtquellen bis zur Erschöpfung und sterben oft. In Gebieten mit starker Beleuchtung gehen die Populationen nachtaktiver Insekten zurück, was die Bestäubung und Ökosysteme beeinträchtigt.

Vögel verlieren durch Licht ihre Orientierung und kollidieren mit Gebäuden. Auch aquatische Systeme, wie das Periphyton, sind betroffen. In Österreich gibt es zehn Eulenarten, die durch Lichtverschmutzung gestört werden.

Künstliches Licht beeinträchtigt die Tierwelt, indem es ihre Lebensräume einschränkt und Wildtierkorridore verkleinert, was die nachtaktive Biodiversität gefährdet.

Eule in der Nacht
Der Sperlingskauz ist die kleinste heimische Eulenart I Foto Pixabay/Erik Karits

Folgen für Pflanzen

Auch die Pflanzenwelt reagiert auf den täglichen Rhythmus von Tag und Nacht. Die Photosynthese ist einer der wichtigsten biochemischen Prozesse, der auf Licht als Quelle angewiesen ist. Sonnenlicht startet hierbei den Tagesablauf, wobei Sauerstoff emittiert und Kohlendioxid aufgenommen wird. In den Nachtstunden kommt es zu einem gegenteiligen Ablauf.

Anstrahlung durch künstliches Licht kann nun dazu führen, dass dieser Rhythmus verloren geht. Resultierend sind zum Beispiel grün bleibende Blätter über das gesamte Jahr sowie kein Abfallen der Blätter im Herbst. Die Lebensdauer dieser Pflanzen kann sich dadurch reduzieren.

Ein Nachtfalter sitzt auf der Blüte einer Pflanze
Viele Pflanzen, wie etwa die Nachtkerze, werden nachts bestäubt I Foto: Pixabay/LeahReiter

Konsequenzen für uns Menschen

Seit jeher ist unser Alltag an den Lauf der Sonne angepasst, und der zirkadiane Rhythmus regelt unseren Schlaf-Wach-Zyklus. Früher war der Schlafrhythmus eng mit Sonnenauf- und -untergang verbunden, doch das Aufkommen von Elektrizität und künstlicher Beleuchtung hat das geändert.

Die Verdrängung der Naturnacht stört natürliche Körperfunktionen, vor allem die Melatoninproduktion, das Schlafhormon, das nur in Dunkelheit gebildet wird. Lichtverschmutzung kann diese Produktion hemmen, besonders kaltweißes Licht hat hier eine starke Wirkung. Die Folge ist häufig eine Störung des zirkadianen Rhythmus und Schlafprobleme.

Eine Frau stützt den Kopf auf die Hände
Lichtverschmutzung kann zu Schlafmangel führen I Foto: StockPhotoPro-stock.adobe.com
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