Kleinlebensräume anlegen
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Kleinlebensräume anlegen
Das Anlegen von Kleinlebensräumen für Insekten ist oft sehr einfach und benötigt keine aufwendige Pflege. Wir zeigen, welche Maßnahmen gesetzten werden können, um einen Garten oder Gemeinde zu einem Refugium für unsere kleinen Superhelden zu machen.
Was brauche ich für die Anlage einer Blühfläche?
Im Vorfeld gilt es, eine geeignete Fläche auszuwählen und die Zustimmung der Grundeigentümer*innen für die Umsetzung der Maßnahme einzuholen. Im Falle privater Flächen sollte man rechtzeitig anfragen und eine schriftliche Nutzungsvereinbarung treffen. Es ist sinnvoll auch gleich festzulegen, wer für die langfristige Pflege der Fläche verantwortlich ist und wer die notwendigen Maschinen dafür zur Verfügung stellen kann. Dann gilt es, den geeigneten Zeitpunkt für die Anlage der Blühflächen festzulegen, am besten im Zeitraum von Mitte März bis maximal Mitte Mai. In Ausnahmefällen kann auch im Herbst ausgesät werden. Für die Anlage eignen sich besonders Schlechtwetterphasen, um sicherzustellen, dass der Boden danach auf keinen Fall austrocknet.
Material und Geräte
- Saatgut
- Samenmischung aus heimischen Arten, die sich aus ein- aber besonders vielen mehrjährigen Kräutern zusammensetzt, die Blüten für Insekten aufweisen und damit besonders pollen- und nektarreich sind. Ein genauerer Blick auf die Samenmischungen lohnt sich jedenfalls und auch die Investition in hochwertige Mischungen, damit die Flächen längerfristig bunt blühen.
- Es gibt sehr große Preisunterschiede, aber hier sollte man auf keinen Fall sparen, wenn man zumindest mehrere Jahre lang Freude an der Blühfläche haben möchte. Eine Möglichkeit ist auch hochwertiges Saatgut mit billigerem zu „strecken“
- Die empfohlene Mengenangabe für die Aussaat findet sich auf der Verpackung, häufig sind es 2–3 g pro m2.
- Werkzeug
- Grabegabel, Rechen, Schaufel, Bodenwalze (optional, bei größeren Flächen hilfreich), Scheibtruhe, evtl. Streuwagen (optional, Aussaat kann auch von Hand erfolgen), ggf. Fräse für Bodenabtrag (abhängig vom Standort)
- Quarzsand
Standort und Fläche
Benötigt wird ein sonniger Standort. Die angelegte Blühfläche sollte so groß wie möglich sein, aber auch bereits kleinere Flächen ziehen schnell Insekten an. Im Hinblick auf den langfristigen Erhalt wäre eine Breite von mindestens 2 m wichtig, im Optimalfall sind es 4 und mehr Meter Breite. Bei schmäleren Streifen kann die Vielfalt der Pflanzen schneller verarmen, weil von außen konkurrenzstärkere Pflanzen nach und nach einwandern oder von angrenzenden Flächen Stickstoffe und Schadstoffe den Bestand beeinflussen.
Kosten und personeller Aufwand
Kosten fallen an für die Blühmischung und den Quarzsand, die Werkzeuge und evtl. für Leihgeräte, falls eine Fräse ausgeborgt werden soll. Benötigt werden je nach Größe der Fläche 1–2 Personen. Die Maßnahme kann auch gut von einer Gruppe umgesetzt werden.
Wie erfolgt die Anlage einer Blühfläche?
Der erste Schritt der Anlage wird durch die Bodenbeschaffenheit entschieden. Auf extensiv genutzten Randflächen, Böschungen oder Säumen kann gleich mit der Auflockerung des Bodens begonnen werden. Wenn der Boden aufgelockert ist, wird die Fläche mit dem Rechen eingeebnet und eine feinkrümelige Struktur erzeugt.
Bisher intensiv genutzte, nährstoffreiche Standorte benötigen unter Umständen davor einen Umbruch der obersten Bodenschicht, um die bestehende Vegetation zu entfernen. Dafür werden ca. 30 cm mithilfe einer Fräse abgetragen und umgewälzt. Danach muss man dem Boden ca. 2–3 Wochen Zeit lassen, sich abzusetzen. Bei sehr hohem Nährstoffgehalt ist evtl. noch eine weitere Aushagerung, z. B. durch Einarbeitung von Sand nötig oder es erfolgt ein Oberbodenabtrag von 15–30 cm.
Aussaat
Die Aussaat kann mittels Handsaat, Streuwagen oder Sähmaschine erfolgen. Durch Vermischen des Saatguts mit Quarzsand wird eine gleichmäßigere Aussaat ermöglicht. Die Samen sollen abgelegt und nicht tief in den Boden eingearbeitet werden. Wichtig ist allerdings ein Festdrücken der Samen mittels Bodenwalze oder mithilfe einer Schaufel bei kleineren Flächen, damit sie nicht davongeweht werden.
Kurzfristige Pflege
Unbedingt nötig ist die Feuchthaltung des Bodens in der ersten Zeit nach der Anlage, damit der Keimerfolg sichergestellt wird. Die Fläche sollte keinesfalls gedüngt werden. Sechs bis acht Wochen nach der Aussaat könnte ein Pflegeschnitt nötig sein, um das Aufkommen unerwünschter Arten einzudämmen. Dies könnte der Fall sein, wenn offensichtlich eine Pflanzenart aus der Mischung überhandnimmt oder Neophyten, also gebietsfremde Pflanzenarten, wie die Goldrute, Einjähriges Berufkraut oder der Staudenknöterich sich breit machen. Der Schnitt sollte so hoch gemacht werden, dass die mehrjährigen Wiesenblumen noch bis zum Herbst aufblühen können. Das Schnittgut muss von der Fläche entfernt werden, um unerwünschten Nährstoffeintrag zu verhindern.
Welche langfristigen Pflegemaßnahmen sind nötig?
Der Schnitt der Fläche erfolgt in der Regel Anfang September, wenn davor kein Pflegeschnitt nötig ist. Die Blühfläche soll erst gemäht werden, wenn alle Pflanzen zum Aussamen gekommen sind. Das Mähgut sollte auf der Fläche getrocknet werden, um ggf. noch eine weitere Aussamung zu ermöglichen. Nach zwei trockenen Tagen soll das Mähgut entfernt werden.
Mögliche Probleme und Lösungen
- Unerwünschte Arten eindämmen: Bei verstärktem Aufkommen unerwünschter Arten kann auch ein zweiter Pflegeschnitt im Sommer nötig sein, um das Aussamen dieser Beikräuter zu verhindern. Sollten Schmetterlingsblütler (Leguminosen) wie Kleearten (Rotklee, Inkarnatklee, Schwedenklee, Luzerne) überhandnehmen, ist eine teilweise Neueinsaat mit hochwertigem Saatgut mit vorangehender Bodenbearbeitung notwendig.
Naturwiesensaatgut braucht Geduld: Bis sich Wiesenblumen auf einem nährstoffreichen Standort wirklich durchsetzen, dauert es 3–5 Jahre. - Bis dahin braucht es ein entsprechendes Mähregime (mit Abtransport des Mähgutes) mit Pflegeschnitten, um unerwünschte Pflanzen zurückzudrängen, und Geduld.
Was brauche ich für die Anlage einer Käferburg?
Neben der Standortwahl geht es auch darum, ausreichend Holz verschiedener Laubbaumarten zu beschaffen in unterschiedlichen Zersetzungsgraden und Stärken.
Material und Geräte
Laubholzstämme
An sich gilt je stärker, desto besser!
- unterschiedliche Zersetzungsgrade, mehr Frischholz
- 36 lfm. Stämme mit einem Durchmesser von 15–40 cm, die einzelnen Stämme sollen zwischen 60 und 190 cm hoch sein
- 18 lfm. stärkere Äste mit 8–12 cm Durchmesser als Abstandshalter zwischen den Stämmen
Sägespäne oder Sand
Werkzeug
- Spitzhacke, Spaten, Fäustel oder Vorschlaghammer zum Einschlagen der Abstandshalter, Handhacke, Äxte zum Anspitzen der Abstandshalter, Astsäge
Standort und Fläche
Ein sonnenexponierter und windgeschützter Standort in Gehölznähe (Feldgehölz, Hecke oder Wald) ist ideal für eine Käferburg. Die Anlage lohnt sich aber auch im Halbschatten, da Käfer unterschiedlichste Ansprüche haben. Die Grundfläche für die Käferburg sollte 2 mal 2 m betragen und der Untergrund tief genug sein, um ein geeignetes Loch graben zu können. Idealerweise kann man sie direkt über einem alten Wurzelstock bauen.
Kosten und personeller Aufwand
Kosten fallen an für die Stämme, das Werkzeug und die Sägespäne. Es werden zumindest 2 Personen benötigt.
Wie erfolgt die Anlage einer Käferburg?
Aushub
Eine 60 cm tiefe Grube mit einem Durchmesser von mindestens 2 m wird ausgehoben. Bei wasserundurchlässigem Boden muss eine Abflussrinne angelegt werden, damit das Holz nicht durch das stehende Wasser rasch vermodert.
Aufbau
Der Aufbau der Käferburg erfolgt Reihe um Reihe. Als erstes werden in der ersten, also äußersten Reihe die Stammstücke eingesetzt und mit eingeschlagenen Ästen als Abstandshaltern fixiert. Danach werden die Zwischenräume zur Stabilisierung ca. 40 cm hoch mit Erdreich aufgefüllt und festgestampft. Im Anschluss wird mit den nächsten Reihen gleich vorgegangen. In der Mitte der Käferburg bleibt am Ende ein holzfreier Raum, der – ebenso wie die Zwischenräume der Stämme – mit einem Erde-Sägespäne-Gemisch aufgefüllt wird. Dieser geschützte Bereich wird von den Käfern für die Eiablage und später von den Larven zur Verpuppung genutzt.
Pflege
Um ein Zuwachsen der Käferburg zu verhindern, soll regelmäßig um diese herum gemäht werden. Alternativ kann auch in einer Breite von ca. 50 cm eine Kies- oder Sandfläche um die Stämme angelegt werden. Sandflächen sind gleichzeitig Nistlebensräume für viele Insekten, wie Wildbienen.
Was brauche ich für die Anlage eines Tümpels?
Der Platz für den Tümpel muss entsprechend der Standortbedingungen ausgewählt und die langfristige Verfügbarkeit abgesichert sein. Bereits bei der Auswahl der Fläche sollten die Übergangsbereiche und mögliche Überschwemmungszonen am Rande des Tümpels eingeplant werden, damit die Vielfalt sich hier optimal entfalten kann. Die Form kann man auch bereits bei der Flächenwahl mitdenken. Unregelmäßige Ufer mit Buchten und Verlandungszonen erhöhen die Strukturvielfalt.
Material und Geräte
Natürliche Abdichtung des Bodens
- Lehm: Wenn man den Lehm nicht aus dem Boden entnehmen kann, kann man ihn auch als Aushubprodukt bei Kiesgruben bekommen.
- Waschschlamm: Waschschlamm entsteht als Abfallprodukt in Kiesgruben und kann ebenfalls dort bezogen werden.
Alternative, künstliche Abdichtung mit schadstofffreier Teichfolie
Bodensubstrat Kies- oder Quarzsand (Körnung 0,6–2 mm)
Werkzeug: Schaufel oder Minibagger – je nach Größe und Tiefe
Optional: Heimische Pflanzen zur Initialbepflanzung
Standort und Fläche
Man benötigt einen sonnigen Standort, wo der Aushub einer unterschiedlich tiefen Mulde, in der sich Schmelz- und Regenwasser ansammeln können, möglich ist. Ab 4 m2 Größe lohnt sich die Anlage aus Naturschutzsicht. Zu Äckern und Straßenrändern sollte man einen Pufferstreifen von einigen Metern einplanen, um den Nährstoff- und Schadstoffeintrag möglichst gering zu halten.
Kosten und personeller Aufwand
Im Idealfall hat man Lehm zur Verfügung und kann den Waschschlamm kostenlos oder günstig bei einem Kieswerk beziehen. Alternativ fallen Kosten für die Teichfolie an. Das Bodensubstrat ist ein weiterer Kostenpunkt und ggf. die Pflanzen. Je nach Größe des Tümpels sind 2–3 Personen für die Anlage nötig.
Wie erfolgt die Anlage eines Tümpels?
Die bereits festgelegte Form des Tümpels wird grob abgesteckt. Im Anschluss erfolgt der Aushub. Bei größeren Tümpeln empfiehlt sich dafür ein Minibagger, bei kleineren gelingt es auch mit einer Schaufel. Die Mitte des Tümpels sollte die tiefste Stelle sein und zwar mindestens 1 Meter tief – zum Rand hin wird flacher gegraben. Zu bedenken ist, dass die Lehmschicht, die zur Abdichtung aufgetragen wird, etwa 50 cm dick sein sollte – dies muss man beim Aushub hinzurechnen. Alternativ kann man den Boden mit schadstofffreier Teichfolie abdichten und gleich die endgültige Tiefe ausheben.
Die Seichtwasserbereiche sollten etwa ein Drittel der Fläche des Tümpels ausmachen und ca. 30–50 cm tief sein. Am Rand des Tümpels entsteht eine sumpfige Zone, die noch seichter ist.
Der Wert der unterschiedlichen Zonen und Übergangsbereiche
Die unterschiedlichen Tiefen des Tümpels erzeugen verschiedene Zonen, die die unterschiedlichen Bedürfnisse der Tümpelbewohner erfüllen. Von den regelmäßig überfluteten Randbereichen können eine Vielzahl weiterer Arten profitieren. Bei starken Niederschlägen tritt das Wasser über den Rand hinaus und es können mit der Zeit spezielle Feuchtbiotope entstehen, wie feuchte Hochstaudensäume, die mit besonderem Blütenreichtum für Insekten aufwarten. Diese an sich feuchten Lebensräume, die zwischendurch austrocknen, sind auch besonders für Laufkäfer und Spinnen von Bedeutung.
Anlage
Abdichten: Nach dem Aushub wird zuerst die Lehmschicht etwa 50 cm dick aufgetragen. Im Anschluss wird eine Schicht des Waschschlamms auf dem Lehm verteilt, der darin Risse und Poren abdichtet.
Alternativ kann der Boden nach dem Aushub mit der schadstofffreien Teichfolie abgedeckt werden, die über den Rand hinausragen sollte, damit die angrenzende Erde nicht dem Tümpel über die Folie das Wasser entzieht.
Bodenauftrag: Auf den abgedichteten Boden wird eine 20–30 cm dicke Schicht aus Kies oder Quarzsand unterschiedlicher Körnung ausgebracht. Das Wasser wird sich mit dem nächsten starken Niederschlag einfinden.
Bepflanzung
Wenn sich in der Nähe des angelegten Tümpels bereits andere stehende Gewässer befinden, wird sich die Ufervegetation mit der Zeit selbst ansiedeln. Dafür braucht es nur etwas Geduld. Es kann auch eine Initialbepflanzung mit heimischen Sumpf- und Wasserpflanzen vorgenommen werden, wie z. B. mit Sumpfdotterblumen und Blutweiderich. Vor allem bei großer Hitze oder ungewöhnlicher Trockenheit ist das besonders wichtig.
Welche langfristigen Pflegemaßnahmen sind nötig?
In der Regel ist die Pflege des Tümpels nicht aufwendig. Einfallendes Laub oder verrottendes Pflanzenmaterial sollte entfernt werden. Aufkommende Gehölze im nahen Umfeld sollten entfernt oder stark zurückgeschnitten werden, um eine zu intensive Beschattung zu verhindern.
Bei natürlichen Tümpeln üblich, aber bei unserem Naturschutztümpel nicht erwünscht, ist das vollständige Verlanden und Trockenfallen des Gewässers, insbesondere bei kleineren, seichteren Tümpeln. Um dem Entgegenzuwirken, sollte man alle 3–5 Jahre Rohrkolbengewächse oder sonstige Röhricht-Bestände abschnittsweise ausheben oder ausbaggern.
Was brauche ich für die Anlage eines Insektengartens?
Zuerst sollte man sich überlegen, wo man einen guten Platz für ein geeignetes Insektenhotel hat und wie groß es werden kann. Dann kann man verschiedene Nisthilfen in einem „Insektenhotel“ kombinieren. Wichtig ist, sich vorher damit auseinander zu setzen, wie Insektennisthilfen jedenfalls nicht aussehen dürfen.
„No-Gos“ bei Insektennisthilfen
- Ausgefranste Stängel oder rissige, scharfkantige Bohrlöcher in weichem Holz verletzen die zarten Flügel. Damit schadet man den Insekten, statt ihnen zu helfen.
- Querliegende Halme, die fast vollständig durch Mark befüllt sind, werden von Hohlraumbesiedlern nicht verwendet.
- Springendes, frisches Holz
- Lackierte oder anderweitig chemisch behandelte Hölzer haben im Insektenhotel nichts verloren
Standort und Fläche
Nisthilfen können auf Freiflächen, im Garten oder auch auf Balkonen und Terrassen angebracht werden – wichtig ist ein Platz in der Sonne und Schutz vor Regen und starken Winden. Im Idealfall erfolgt die Ausrichtung nach Südost oder Südwest. Die Nisthilfen sollten vor Haustieren geschützt sein, eine erhöhte Montage ist sinnvoll. In der näheren Umgebung sollten die Bewohner Zugang zu genügend geeigneten Nahrungsquellen vorfinden (siehe Kapitel „Insektengärten“ oder „Blühflachen“).
Kosten und personeller Aufwand
Je nachdem wieviel Material bereits im Garten vorhanden ist, kann die Anlage einer Nisthilfe nahezu nichts kosten. Wenn ein größeres „Hotel“ kombiniert werden soll, kommen die Kosten für das Gerüst aus Holz, Brettern für das Dach und die Schrauben hinzu. Die Anlage kann man alleine machen, ein großes Hotel kann man aber auch gut in einer Gruppe bauen.
Baumstämme mit Bohrgängen
Besonders nützlich für Wildbienen, z. B. verschiedene Blattschneiderbienen- und Scherenbienen-Arten
Material und Geräte
- Baumstämme
- in einer Länge von 30–100 cm ab 15 cm Durchmesser
- aus Hartholz wie Eiche, Esche, Obstbäume, Ahorn oder Buche
- Werkzeug
- Bohrmaschine und Holzbohrer
Anlage
Die abgestorbenen Laubbaumstämme müssen zuerst entrindet werden. Wenn sie gut durchgetrocknet sind, ist eine glatte und saubere Bohrung möglich. Die Bohrung der Löcher erfolgt niemals ins Stirnholz, sondern immer ins Längsholz. Die Löcher in unterschiedlichen Bohrdimensionen (0,2–1 cm Durchmesser und 5–12 cm Tiefe) werden quer zur Faser seitlich in den Stamm gebohrt. Kleinere Baumstämme können in ein Hotel miteingebaut, größere am Boden aufgeschichtet werden.
Bündel aus Pflanzenstängeln
Besonders nützlich für verschiedene Wildbienenarten, wie die Schwarzglänzende Keulhornbiene und einige Grab- und Faltenwespenarten
Material und Geräte
- Hohle, trockene Pflanzenstängel
- B. Schilf, Bärenklau oder Ampfer in unterschiedlichen Durchmessern (2–10 mm) und einer Länge von 8–20 cm.
- Markhaltige Pflanzenstängel
- B. Holunder, Königskerze, Himbeere oder Rose
- Bindfaden zum Fixieren der Bündel
Anlage
Bündel aus Pflanzenstängeln, die waagrecht abgelegt werden, lassen sich in einem Insektenhotel gut einsetzen, um Zwischenräume zwischen größeren Holzelementen oder Kisten zu befüllen. Achten Sie beim Schneiden der Stängel auf saubere, splitterfreie Schnittkanten. Trennen Sie die Stängel immer hinter dem natürlich vorhandenen Knoten ab, damit das hintere Ende verschlossen ist. Nun machen Sie aus den hohlen Stängeln in verschiedenen Dimensionen Bündel. Bündel markhaltiger Stängel sollten im Insektenhotel senkrecht aufgestellt werden, dann können marknagende Insekten sie nutzen.
Gefüllte Kisten
Besonders nützlich für verschiedene Wildbienenarten, wie die Gehörnte Mauerbiene oder die Rote Mauerbiene (Foto: zimuwe – stock.adobe.com)
Material und Geräte
- Kisten mit mindestens 15 cm Tiefe
- Füllmaterial
- möglichst feiner Lehm, Ton oder Löss
- Werkzeug
- Bohrmaschine und Holzbohrer
Anlage
Kisten werden mit Lehm, Ton oder Löss gefüllt. Im Anschluss werden Löcher in einem Durchmesser von 0,4–0,9 cm in das Substrat gebohrt. Die Kisten werden dann so hingelegt, dass die Bohrgänge waagrecht sind. Damit entspricht die Kiste dem Pendant in der Natur – einer Böschung mit offenen Stellen. Durch Bereitstellung von feuchtem Lehm im Garten unterstützt man verschiedene Wildbienen beim Nestbau – sie verschließen damit ihre Bruthöhlen.
Ohrwurmquartier
Ohrwürmer halten sich tagsüber in Ritzen oder Spalten auf, also finden sie auch in den anderen Nisthilfen Unterschlupf. Um sie gezielt zu fördern, kann man ihnen einfach ein Quartier bauen. Dafür hängt man einen mit Holzwolle oder Stroh gefüllten kleinen Blumentopf verkehrt in einem Baum oder Strauch auf oder befestigt ihn an einem Stecken.
Wichtig ist, dass die Ohrwürmer über den Stecken oder einen Ast direkt in den Topf klettern können. Man kann die Nützlinge mit dem Topf bei Bedarf direkt zu von Blattläusen befallenen Pflanzen umsiedeln.