Wiederherstellung wichtiger lebensräume

Sieben Naturparke bündeln ihre Kräfte

Natur schützen, Vielfalt erhalten

Die Naturparke Österreichs setzen sich seit Jahren für die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt ein. Mit dem Projekt „Wiederherstellung wichtiger Lebensräume in Naturparken“ bündeln sieben Naturparke in vier Bundesländern gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Kräfte, um gefährdete Lebensräume wiederaufzubauen und langfristig zu sichern.

Lebensräume wiederherstellen

Insgesamt werden auf 28 Flächen in 12 Naturpark-Gemeinden Maßnahmen umgesetzt, womit Lebensräume auf 164 Hektar wiederhergestellt werden. Ziel ist es, Moore, Feuchtgebiete, Trocken- und Halbtrockenrasen sowie Magerwiesen zu renaturieren und ihre ökologische Funktion zu stärken. Viele dieser Lebensräume sind für seltene Pflanzen und Tiere besonders wichtig und zugleich durch menschliche Eingriffe oder invasive Pflanzen bedroht.

Einige Maßnahmen wirken darüber hinaus auf Bäche und Flüsse, stärken die Landschaftspuffer bei Hochwasser und sichern die Vernetzung von Lebensräumen. So profitieren nicht nur seltene Tierarten, sondern die gesamte Natur und das Ökosystem.

© F. Kovacs

Maßnahmen im Überblick

© UnterWasserReich

Wiederherstellung des Hochmoors und Renaturierung von Moorwäldern

Im Naturpark Hochmoor Schrems werden wertvolle Moor- und Moorwaldflächen Schritt für Schritt in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Charakteristische Spirken – aus regionalem Restbestand nachgezogen – werden in bereits renaturierten Bereichen wieder angesiedelt und stärken so das typische Landschaftsbild des Hochmoors. Gleichzeitig wird das invasive Drüsige Springkraut gezielt zurückgedrängt, um den empfindlichen Moorlebensräumen wieder Raum zur Entfaltung zu geben. So entsteht ein widerstandsfähiges Ökosystem, das seltenen Arten dauerhaft Heimat bietet.

© Naturpark Leiser Berge

Revitalisierung eines Feuchtbiotops in Ladendorf

In der Naturpark-Gemeinde Ladendorf im Naturpark Leiser Berge werden drei Waldteiche revitalisiert und ökologisch aufgewertet. Durch gezielten Freischnitt und Aushub entstehen vielfältige Feuchtlebensräume für Amphibien, Wasserpflanzen und zahlreiche weitere Arten. Die strukturreichen Gewässer erhöhen nicht nur die Biodiversität im Weinviertel, sondern wirken auch als natürliche Wasserspeicher bei starken Niederschlägen. So verbinden sich Artenschutz und Klimaanpassung auf ideale Weise.

© Naturpark Raab

Neophytenmanagement in den Raabauen zur Förderung naturnaher Auwälder

In den Raabauen im Naturpark Raab wird die Grundlage für einen naturnahen Auwald geschaffen. Invasive Neophyten werden konsequent entfernt, während standorttypische Baumarten wie Weiden, Erlen und Pappeln aus regionalem Pflanzmaterial herangezogen und eingebracht werden. Durch diese naturnahe Wiederbewaldung entsteht ein artenreicher Lebensraum, der langfristig die ökologische Vielfalt entlang der Raab sichert und die charakteristische Flusslandschaft stärkt.

© Naturpark Rosalia-Kogelberg

Renaturierung und Lebensraumaufwertung von Sonderstandorten

Halbtrockenrasen, Magerrasen und Steilwände zählen zu den artenreichsten, aber auch empfindlichsten Lebensräumen des Naturparks Rosalia-Kogelberg. Durch sorgfältige, überwiegend händische Pflege werden Gehölze und invasive Pflanzen zurückgedrängt, damit seltene Pflanzenarten wieder bessere Entwicklungsbedingungen vorfinden. Auch die charakteristischen Steilwände des Bienenfressers werden weiterhin betreut. Zusätzlich wird ein Magerrasen erweitert und ökologisch aufgewertet – für eine dauerhafte Sicherung dieser besonderen Lebensräume.

© Naturpark Steirische Eisenwurzen

Renaturierung von Uferbereichen und Feuchtwiesen

Entlang von Uferbereichen und Feuchtwiesen werden wertvolle Lebensräume im Naturpark Steirische Eisenwurzen gezielt verbessert und erweitert. Durch ein wirksames Neophytenmanagement werden heimische Pflanzen- und Tierarten geschützt – darunter der seltene Flussuferläufer. Am Gamsbach trägt die Entfernung des Staudenknöterichs zudem zur Stabilisierung der Ufer und zum Hochwasserschutz bei. Neu angelegte Tümpel schaffen Laichgewässer für die Gelbbauchunke, während resistente Eschen zur Förderung des Eschenscheckenfalters gepflanzt werden. Ein vielfältiges Maßnahmenpaket für mehr Artenreichtum und stabile Ökosysteme.

© Naturpark Weißbach

Vernetzung von Lebensräumen für das geschützte Haselhuhn

Im Naturpark Weißbach werden gezielt Trittsteinbiotope geschaffen, um Lebensräume miteinander zu vernetzen und dem geschützten Haselhuhn bessere Bedingungen zu bieten. Korridore, lichte Waldzonen und strukturreiche Übergangsbereiche fördern stabile Populationen dieser anspruchsvollen Art. Die Maßnahmen basieren auf einem wissenschaftlichen Lebensraummodell und werden bioakustisch überprüft.

Das Haselhuhn gilt als sogenannte Schirmart: Wo es geeignete Lebensbedingungen findet, profitieren zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten strukturreicher Wälder. Sein Schutz stärkt somit ganze Lebensgemeinschaften.

© Ronnie Walcher/ Naturpark Ybbstal

Entbuschung von Trockenrasen zur Erhaltung von Insektenlebensräumen

Um wertvolle Trockenrasen im Naturpark Ybbstal vor der zunehmenden Verbuschung zu bewahren, werden Gehölze gezielt entfernt und die Flächen offengehalten. Dadurch bleiben wichtige Lebensräume für spezialisierte Insektenarten erhalten – darunter der gefährdete Gelbringfalter (Lopinga achine). Ergänzend geschaffene Totholzhaufen bieten zusätzlichen Lebensraum für zahlreiche Tierarten. So bleibt die ökologische Vielfalt dieser sonnigen Standorte langfristig gesichert.

Akzeptanz und langfristiger Erfolg

Bei vielen dieser Maßnahmen wird die lokale Bevölkerung aktiv eingebunden. Freiwilligenaktionen, Mitmachangebote und Informationen vor Ort ermöglichen es den Menschen in den Regionen, selbst Verantwortung für die Natur zu übernehmen. Durch diese Beteiligung wird das Bewusstsein für die Bedeutung der Lebensräume gestärkt und eine nachhaltige Akzeptanz sowie langfristige Sicherung der Projekterfolge gewährleistet.

© Christine Klenovec

Wissen teilen und langfristig sichern

Das Projekt fördert zudem den bundesweiten Erfahrungsaustausch zwischen den Naturparken und dem VNÖ. Eine fachliche Begleitung sowie die Vernetzung und Dokumentation von Erfahrungen sorgen dafür, dass das gesammelte Wissen langfristig verfügbar bleibt und zukünftige Projekte gestärkt werden.

© Verband der Naturparke Österreichs / Julia Friedlmayer

Ein Beitrag für Natur, Klima und Gesellschaft

Dieses Projekt zeigt: Naturschutz lohnt sich – nicht nur für Pflanzen und Tiere, sondern auch für die Menschen, die in und mit diesen Landschaften leben. Indem bedrohte Lebensräume wiederhergestellt, vernetzt, nachhaltig gepflegt und von den Gemeinden aktiv unterstützt werden, leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität in Österreich.

© Herfried Marek

Wichtige Eckdaten

  • Projektträger: Verband der Naturparke Österreichs 
  • Laufzeit: 2026–2028
  • Budget: € 349.993,–
  • Förderung: Biodiversitätsfonds des BMLUK

Dieses Projekt wird durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft gefördert.

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