Sieben Naturparke bündeln ihre Kräfte
Natur schützen, Vielfalt erhalten
Die Naturparke Österreichs setzen sich seit Jahren für die Erhaltung und Förderung der biologischen Vielfalt ein. Mit dem Projekt „Wiederherstellung wichtiger Lebensräume in Naturparken“ bündeln sieben Naturparke in vier Bundesländern gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Kräfte, um gefährdete Lebensräume wiederaufzubauen und langfristig zu sichern.
Maßnahmen im Überblick
Naturpark Hochmoor Schrems
Wiederherstellung des Hochmoors und Renaturierung von Moorwäldern
Im Naturpark Hochmoor Schrems werden wertvolle Moor- und Moorwaldflächen Schritt für Schritt in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt. Charakteristische Spirken – aus regionalem Restbestand nachgezogen – werden in bereits renaturierten Bereichen wieder angesiedelt und stärken so das typische Landschaftsbild des Hochmoors. Gleichzeitig wird das invasive Drüsige Springkraut gezielt zurückgedrängt, um den empfindlichen Moorlebensräumen wieder Raum zur Entfaltung zu geben. So entsteht ein widerstandsfähiges Ökosystem, das seltenen Arten dauerhaft Heimat bietet.
Naturpark Leiser Berge
Revitalisierung eines Feuchtbiotops in Ladendorf
In der Naturpark-Gemeinde Ladendorf im Naturpark Leiser Berge werden drei Waldteiche revitalisiert und ökologisch aufgewertet. Durch gezielten Freischnitt und Aushub entstehen vielfältige Feuchtlebensräume für Amphibien, Wasserpflanzen und zahlreiche weitere Arten. Die strukturreichen Gewässer erhöhen nicht nur die Biodiversität im Weinviertel, sondern wirken auch als natürliche Wasserspeicher bei starken Niederschlägen. So verbinden sich Artenschutz und Klimaanpassung auf ideale Weise.
Naturpark Raab
Neophytenmanagement in den Raabauen zur Förderung naturnaher Auwälder
In den Raabauen im Naturpark Raab wird die Grundlage für einen naturnahen Auwald geschaffen. Invasive Neophyten werden konsequent entfernt, während standorttypische Baumarten wie Weiden, Erlen und Pappeln aus regionalem Pflanzmaterial herangezogen und eingebracht werden. Durch diese naturnahe Wiederbewaldung entsteht ein artenreicher Lebensraum, der langfristig die ökologische Vielfalt entlang der Raab sichert und die charakteristische Flusslandschaft stärkt.
Naturpark Rosalia-Kogelberg
Renaturierung und Lebensraumaufwertung von Sonderstandorten
Halbtrockenrasen, Magerrasen und Steilwände zählen zu den artenreichsten, aber auch empfindlichsten Lebensräumen des Naturparks Rosalia-Kogelberg. Durch sorgfältige, überwiegend händische Pflege werden Gehölze und invasive Pflanzen zurückgedrängt, damit seltene Pflanzenarten wieder bessere Entwicklungsbedingungen vorfinden. Auch die charakteristischen Steilwände des Bienenfressers werden weiterhin betreut. Zusätzlich wird ein Magerrasen erweitert und ökologisch aufgewertet – für eine dauerhafte Sicherung dieser besonderen Lebensräume.
Naturpark Steirische Eisenwurzen
Renaturierung von Uferbereichen und Feuchtwiesen
Entlang von Uferbereichen und Feuchtwiesen werden wertvolle Lebensräume im Naturpark Steirische Eisenwurzen gezielt verbessert und erweitert. Durch ein wirksames Neophytenmanagement werden heimische Pflanzen- und Tierarten geschützt – darunter der seltene Flussuferläufer. Am Gamsbach trägt die Entfernung des Staudenknöterichs zudem zur Stabilisierung der Ufer und zum Hochwasserschutz bei. Neu angelegte Tümpel schaffen Laichgewässer für die Gelbbauchunke, während resistente Eschen zur Förderung des Eschenscheckenfalters gepflanzt werden. Ein vielfältiges Maßnahmenpaket für mehr Artenreichtum und stabile Ökosysteme.
Naturpark Weißbach
Vernetzung von Lebensräumen für das geschützte Haselhuhn
Im Naturpark Weißbach werden gezielt Trittsteinbiotope geschaffen, um Lebensräume miteinander zu vernetzen und dem geschützten Haselhuhn bessere Bedingungen zu bieten. Korridore, lichte Waldzonen und strukturreiche Übergangsbereiche fördern stabile Populationen dieser anspruchsvollen Art. Die Maßnahmen basieren auf einem wissenschaftlichen Lebensraummodell und werden bioakustisch überprüft.
Das Haselhuhn gilt als sogenannte Schirmart: Wo es geeignete Lebensbedingungen findet, profitieren zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten strukturreicher Wälder. Sein Schutz stärkt somit ganze Lebensgemeinschaften.
Naturpark Ybbstal
Entbuschung von Trockenrasen zur Erhaltung von Insektenlebensräumen
Um wertvolle Trockenrasen im Naturpark Ybbstal vor der zunehmenden Verbuschung zu bewahren, werden Gehölze gezielt entfernt und die Flächen offengehalten. Dadurch bleiben wichtige Lebensräume für spezialisierte Insektenarten erhalten – darunter der gefährdete Gelbringfalter (Lopinga achine). Ergänzend geschaffene Totholzhaufen bieten zusätzlichen Lebensraum für zahlreiche Tierarten. So bleibt die ökologische Vielfalt dieser sonnigen Standorte langfristig gesichert.