Auf einer 2,2 Hektar großen Streuobstwiese beim Kloster St. Anna in Mannersdorf am Leithagebirge hat der Naturpark Wüste Mannersdorf gezielte Maßnahmen umgesetzt, um bedrohte Arten wie den Hirschkäfer, den Schwarzen Apollo und den Russischen Bären zu schützen. Durch die Kombination von traditioneller Pflege und modernen Naturschutzmethoden entsteht hier ein wertvoller Lebensraum – zum Wohl von Insekten, Vögeln und der gesamten Region.
Der Naturpark Wüste Mannersdorf setzte auf der Streuobstwiese beim Kloster St. Anna gezielt Projekte um, um den Lebensraum für seltene und geschützte Arten langfristig zu sichern. Altbäume und Totholz wurden erhalten und in Kooperation mit der Mannersdorfer Mittelschule eine Hirschkäfer-Wiege errichtet, um Totholzkäfern wie dem Hirschkäfer zusätzliche Brutmöglichkeiten zu bieten.
Für den Schwarzen Apollo, einen stark gefährdeten Schmetterling, werden die Standorte seiner Futterpflanze, des Lerchensporns, erhalten und in Zukunft regelmäßig beobachtet. Gleichzeitig wurde die Bewirtschaftung der Wiese an den Lebenszyklus des Russischen Bären und anderer seltener Insekten angepasst z. B. etwa durch spätere Mahd Zeiten und das Stehenlassen von Altgrasstreifen. So bleibt der Lebensraum für die Tiere während ihrer kritischen Entwicklungsphasen ungestört.
Die Streuobstwiese im Naturpark Wüste Mannersdorf wurde schon zu Zeiten Maria Theresias, als das Kloster St. Anna der Unbeschuhten Karmeliter noch in Betrieb war, als „Pomarium“ genutzt. Das Projekt zeigt, wie durch einfach umsetzbare Maßnahmen und gezielte Bewirtschaftung dieser historische artenreiche Lebensraum auch heute noch zum wertvollen Rückzugsort für seltene Arten wird. Durch die Zusammenarbeit von Naturparkverein, Mittelschule, Expert:innen, Bewirtschafter und den Österreichischen Bundesforsten als Grundbesitzer konnte hier ein Mehrwert für die Biodiversität geschaffen werden.
„Besonders begeistert hat mich der Elan und die Motivation, mit der die Schüler:innen der Mittelschule beim Bau der Käferburg dabei waren. Ein großer Dank gilt dem Bewirtschafter Karl Pickem, der schon seit Jahrzehnten ganz viel richtig macht im Sinne der Artenvielfalt und die Tipps der Expert:innen perfekt in die Praxis umgesetzt hat“, freut sich Sandra Karanitsch-Ackerl, Naturpark-Management.
Landschaften voller Leben
Das Projekt im Naturpark Wüste Mannersdorf war eine von insgesamt 15 Initiativen im Rahmen des Projekts „Landschaften voller Leben“, welches durch den Biodiversitätsfonds gefördert wird. In diesem Projekt bündeln elf Naturparke aus sechs Bundesländern gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs die Kraft ihres Netzwerks zum Schutz der biologischen Vielfalt.
Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
