Zusammenfassung der

Masterarbeit

Marina Karner

Floodplain meadows in the National Park Donau-Auen

Vegetational developments in the last three decades

Aus extensiver Bewirtschaftung heraus haben sich naturnahe Wiesen und Weiden über Jahrtausende zu biodiversitätsreichen Lebensräumen entwickelt. Diese haben in den letzten Jahrzehnten jedoch massive Verluste erlitten. Zu den Hauptgründen zählen einerseits die die Intensivierung der Landwirtschaft auf potentiell ertragreichen Flächen und andererseits die Aufgabe der Bewirtschaftung in Grenzertragslagen. Der Nationalpark Donau-Auen beherbergt unterschiedliche Wiesentypen als wichtigen Bestandteil seiner Biodiversität, darunter auch Überschwemmungswiesen. In Zeiten von Klimawandel und Flussregulierungen (trotz Renaturierungsmaßnahmen) zählen diese heutzutage zu den seltensten und vom Naturschutzstandpunkt aus gesehen wichtigsten Wiesentypen.

Durch die Wiederholung von Vegetationserhebungen aus den 1990ern wurden im Zuge dieser Masterarbeit die Veränderungen der Diversität und Artenzusammensetzung dieser Wiesen ermittelt. Wegen des menschlichen Ursprungs dieser Wiesen wurden außerdem Bewirtschaftungsformen verglichen. Die Flächen waren heute entweder aufgelassen oder werden sporadisch, einmal oder zweimal jährlich gemäht.

Überraschenderweise konnte der aktuelle Klimawandel nicht als Ursache der Veränderungen der Pflanzenarten auf den Einzelflächen bestätigt werden, zumindest zeigt die Vegetation keine Veränderung in den Temperaturansprüchen innerhalb der letzten 30 Jahre. Dennoch sind die Flächen tendenziell trockener geworden, was auf gesunkene Grundwasserstände zurückzuführen sein könnte. Dieser Trend war am stärksten auf regelmäßig bewirtschafteten Flächen. Verringerte Nährstoffansprüche der Arten zeigen, dass der Nährstoffentzug durch Bewirtschaftung (i.e., Entfernung des Mähgutes) eine wesentliche Rolle spielt. Die Arten aufgelassener Wiesen zeigen aufgrund fortschreitender Entwicklung zu Waldlebensräumen höhere Schattenverträglichkeit.

Insgesamt wurden 4 Pflanzengesellschaften ermittelt, die einen Feuchtegradienten darstellen. Drei dieser Gesellschaften, die sich durch spezialisierte, an nasse Bedingungen angepasste Arten auszeichnen, sind seit den 1990ern zurückgegangen, während jene Gesellschaft, die vom häufigen Glatthafer dominiert wird, mittlerweile auf zwei Dritteln der Flächen zu finden ist. Hier sind seit den 1990ern feuchte Gruppen mit spezialisierten Gräsern zurückgegangen, während Artengemeinschaften mit dem häufigen Glatthafer mittlerweile zu zwei Dritteln vertreten waren. Diese Entwicklung wurde durch den allgemeinen Rückgang von Spezialisten und gefährdeten Rote-Liste-Arten bestätigt. Konkurrenzstarke Arten nahmen zu – besonders auf aufgelassenen Flächen. Dort sind, wie zu erwarten war, Gehölze sowie Neophyten häufiger geworden. Insgesamt wurden hat der Artenreichtum in den letzten Jahrzehnten ein wenig zugenommen.

Somit sprechen gewisse Veränderungen dafür, dass Teilziele des Wiesenmanagements im Nationalpark Donau-Auen erfüllt werden (Freihalten von Gehölzen, Nährstoffentzug…). Der Schutz gefährdeter Arten oder Wiesentypen konnte auf Basis der Ergebnisse leider nur schwach bestätigt werden. Um den Erhalt seltener und spezialisierter Arten im Nationalpark zu gewährleisten, ist die zweimalige Mahd wünschenswert, weil dadurch Gehölze stärker zurückgehalten und Artenreichtum am wahrscheinlichsten bewahrt wird.

Hard Facts

  • Name: Marina Margit Karner
  • Universität: Universität Wien
  • Studiengang: Naturschutz und Biodiversitätsmanagement
  • Titel der Masterarbeit: Floodplain meadows in the National Park Donau-Auen: Vegetational developments in the last three decades

Die Masterarbeit kann hier heruntergeladen werden: PDF-Download (1,3 MB)

© Anja Langbrucker
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