Vögel in Naturparken
Vögel sind Wirbeltiere, deren vordere Gliedmaßen zu Flügeln umgebildet sind. Der Körper ist mit Federn bedeckt, die vielfältig und sehr bunt sein können, und die Knochen sind hohl. Die meisten Arten können fliegen. Sie haben Schnäbel ohne echte Zähne und eine relativ hohe Körpertemperatur von bis zu 42° Celsius. Ein gemeinsames Merkmal aller Vögel ist die Eiablage.
Alpendohle
Die Alpendohle (Pyrrhocorax graculus) lebt im Gebirge. Sie wohnt am liebsten auf steilen, unzugänglichen Felsen und baut ihr Nest in Felsspalten und Höhlen. Da die Alpendohle ein sehr geselliger Vogel ist, siehst du sie meistens in großen Gruppen. Du kannst sie oft in Schigebieten entdecken, wenn sie in der Nähe von Schihütten und Liftstationen nach Essensresten sucht.
Sie ist ganz schwarz. Ihr Schwanz ist sehr lang und ihre Flügel schimmern. Am besten erkennst du sie an ihren kurzen, roten Füßen und ihrem relativ kleinen, gelben Schnabel. Sie ist eine leidenschaftliche Flugkünstlerin und manchmal kannst du sie bei richtigen Flugmanövern oder Verfolgungsjagden beobachten.
Die Alpendohle gehört zu den Allesfressern. Sie frisst im Sommer Insekten und im Winter Beeren und Früchte. Zwar sucht sie ihr Futter gerne in unserer Nähe, aber eher in Schigebieten oder bei Gasthäusern in den Bergen. Deswegen findest du sie nur sehr selten bei deinem Futterhäuschen.
Alpenschneehuhn
Das Alpenschneehuhn (Lagopus mutus) gehört zu den Raufußhühnern. Im Sommer ist der Hahn braungrau mit schwarzen Flecken, die Henne hellbraun durchsetzt mit dunkelbraunen Bändern. Im Winter sind Schneehühner durch ihre weißen Federn optimal getarnt. Einzig die Federn am Schwanz und beim Männchen zudem ein Streifen vom Schnabel bis hinter die Augen bleiben schwarz. Schneehühner werden an die 40 cm groß und ein knappes halbes Kilo schwer. Ihre Flügelspannweite beträgt ca. 50 cm.
Das Alpenschneehuhn bevorzugt als Lebensraum alpine Rasen und Zwergstrauchheiden bis hinauf in die spärlich bewachsenen Geröllfelder der alpin-nivalen Zone. Während der Wintermonate bevorzugen die Vögel vor allem Flächen, die durch den Wind von Schnee freigelegt sind. Die Tiere kommen in den (hoch)alpinen Bereichen oberhalb der Baumgrenze vor. Schneehühner sind monogam und territorial. Ab März/April beginnt die Balz, bei der vor allem die rot gefärbten Hautlappen über den Augen der Hähne hervorstechen. Die Brutzeit ist im April/Mai. Ein Mal pro Jahr gibt es ein Gelege mit 3 bis 11 Eiern; die Brutdauer beträgt ca. 21 Tage. Die Jungen sind Nestflüchter. Die Nahrung der Alpenschneehühner ist sehr breit gefächert: junge Triebe, Beeren, Samen und Knospen, Spinnen, Insekten und Würmer.
Auch ihre Füße sind bis zu den Zehen hinab befiedert. Dadurch können sie auf dem weichen Schnee laufen ohne stark einzusinken. Eine besondere Eigenheit der Schneehühner sind die beiden bis zu 25 cm langen Blinddärme. In ihnen lebt eine spezielle Art von Bakterien, die in der Lage sind, den Holzstoff Lignin zu verdauen, der für alle Pflanzenfresser und auch für den Menschen unverdaubar ist. Auf diese Weise wird in der holzreichen Zwergstrauchnahrung auch das letzte Quäntchen Energie verwertet.
Das Alpenschneehuhn gilt europaweit als nicht gefährdet, da der Vogel auch über die Alpen hinaus sehr weit verbreitet ist. Jedoch können bestimmte menschliche Nutzungen (z.B. Erweiterung von Wintersportgebieten) eine Bedrohung für die Bestände darstellen.
Amsel
Die Amsel (Turdus merula), auch Schwarzdrossel, zählt zu den bekanntesten Vögeln. Sie ist nicht scheu und lebt gerne in von Menschen genutzten Gegenden, daher kannst du sie oft in unseren Gärten beobachten.
Das Männchen hat ein schwarzes Gefieder und das Weibchen ein braunes. Am besten erkennst du sie an ihrem gelben Schnabel und dem gelben Ring rund um die Augen. Auch der Gesang der Amsel ist dir sicherlich bekannt. Hör gut hin!
Die Amsel ist ein Weichfutterfresser und sie sucht ihr Futter meist auf dem Boden. Im Winter frisst sie am liebsten Haferflocken und getrocknete Beeren.
Auerhuhn
Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) ist Europas größter Hühnervogel. Der Hahn wiegt etwa 3,5 bis 6 kg und hat eine Flügelspannweite von 90 cm. Er hat eine dunkelgrau-schwarze Färbung, einen weißen Achselfleck und ein blaugrün schillerndes Brustschild. Die Hennen sind mit ca. 1,3 bis 2,3 kg wesentlich kleiner und haben eine Flügelspannweite von nur 70 cm. Ihr Gefieder ist rostbraun bis rostgelb und weist oft schwarzgraue Sprenkel auf. Das Auerwild hat besonders im Winter stark befiederte Füße. Charakteristisch für beide Geschlechter sind die nackten, roten Rosen oberhalb der Augen, welche zur Balzzeit stark anschwellen (Balzrosen).
Der bevorzugte Lebensraum ist ein lockerer, großflächiger und reich gegliederter Mischwald mit einem hohen Anteil an Nadelhölzern sowie einem üppigen Altholzbestand. Solch lückige Althölzer lassen genügend Licht auf den Boden, wodurch ein guter Bodenbewuchs, ein reiches Insektenleben und ein günstiges Klima für die Küken ermöglicht werden. Auerwild braucht einen ganzjährigen Zugang zu Wasser und die Möglichkeit Magensteine aufzunehmen.
as Vorkommen ist vor allem von März bis Juni durch charakteristische Balzgesänge nachzuweisen. Man unterscheidet generell zwei Arten der Balz: Morgens erfolgt die Baumbalz (auf einem traditionellen Balzbaum sitzend und singend), welche im Tagesverlauf in die Bodenbalz übergeht. Die Eier (durchschnittlich 8 Stück) werden an einem geschützten Ort in eine flach gescharrte Mulde gelegt und von der Henne knapp 4 Wochen bebrütet. Das Auerhuhn ist ein hochspezialisierter Pflanzenfresser. Die Nahrung besteht im Sommer hauptsächlich aus Heidelbeerblättern, Beeren, Grassamen und jungen Sprösslingen. Im Winterhalbjahr ernähren sie sich von Nadeln und Knospen der Kiefern, Fichten, Tannen und Buchen. Die Küken ernähren sich in den ersten Wochen vor allem tierisch (Insekten), stellen sich dann jedoch allmählich auf pflanzliche Kost um.
Der Vogel ist zwar ein tagaktiver, jedoch sehr scheuer, unauffälliger Waldbewohner, dessen Bestand in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen ist. Die Ursache dafür ist eine beträchtliche Reduktion der Lebensräume. So wurden zahlreiche Mischwälder durch (Fichten-)Monokulturen ersetzt und vielschichtige, reich strukturierte Wälder in strukturarme Wirtschaftswälder umgewandelt.
Das Auerwild ist europaweit nicht gefährdet, wird jedoch in der Roten Liste Österreichs als „stark gefährdete Art“ genannt.
Bergfink
Der Bergfink (Fringilla montifringilla), auch Nordfink, lebt in den Wäldern des Nordens. Im Winter besucht er auch gerne dein Futterhäuschen und du kannst ihn manchmal in Parken und offenen Landschaften beobachten. Um sich vor der Kälte zu schützen, rücken die Bergfinken im Winter eng zusammen, so kann es sein, dass sich hunderte Tiere einen Schlafplatz teilen. Bei uns kannst du ihn von September bis Mai beobachten, denn in den warmen Monaten zieht er zurück in seine Heimat. Ganz selten brüten Bergfinken bei uns und bleiben auch über den Sommer.
Du erkennst den Bergfink an seinem orangen Bauch und dem starken braun-schwarzen Muster an Kopf und Schultern. Auch sein Schnabel ist auffällig. Er ist kurz und sieht trotzdem sehr kräftig aus.
Er gehört zu den Körnerfressern und sucht sein Futter gerne auf dem Boden. Beim Futterhäuschen frisst er am liebsten Sonnenblumenkerne.
Bienenfresser
Die ca. 28 cm großen Bienenfresser (Merops apiaster) sind sehr bunt – Bauch- und Brustbereich sind türkis, Scheitel, Nacken und Rücken rostbraun, die Flügel sind ebenfalls in diesen Farben gehalten. Über dem gelblichen Kinn befindet sich ein schwarzer Augenstreif. Der lange Schnabel ist leicht gebogen. Adulte Tiere haben verlängerte mittlere Schwanzfedern (Schwanzspieße). Die insgesamt blasser gefärbten Jungvögel sind, auf dem Rücken und den Flügeldecken zusätzlich grünlich getönt.
Sie sind Koloniebrüter in Höhlen, in Steilufern von Flüssen, Seen, Teichen oder Sandgruben und mögen besonders offene Landschaften mit einzelnen Bäumen und Gebüschen. Als Nahrung dienen ihnen Hautflügler wie Bienen, Wespen, Hummeln, aber auch Libellen, Zikaden und fliegende Käfer. Ihre Brutzeit reicht von Mitte Mai bis Ende Juli.
Bienenfresser sind Zugvögel, die bei uns den Sommer verbringen und in Afrika überwintern. Sie sind sehr selten und stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Sie bevorzugen warmes Klima; in Deutschland galten sie Ende der 1980er Jahre als ausgestorben, seit 1990 wandern die Vögel jedoch wieder ein.
Birkhuhn
Das Männchen ist blauschwarz gefärbt, hat weiße Unterschwanzdecken und ein weißes Flügelband. Über den Augen hat es einen markanten, roten Fleck; die Hennen sind schlicht braun und schwarz gefleckt. Das Birkhuhn ist etwa so groß wie ein Haushuhn, also ca. 50 cm und bis zu 1,5 kg schwer.
Birkhühner (Lyrurus tetrix) halten sich gerne in Waldlebensräumen auf, bevorzugen aber besonders lichte Randbereiche und Lichtungen. Lieblingsstellen sind Sumpfränder, Ufer und Inseln, Ränder von Feldern und Holzschlagflächen. Sie nehmen hauptsächlich pflanzliche Nahrung zu sich. Die Jungen fressen Insekten und Weichtiere.
Die Paarungszeit ist von April bis Mai. Das Birkhuhn legt ca. 7 bis 10 gelblich-weiße, schwach gefleckte Eier, aus denen die Jungen schlüpfen. Diese sind dann nach ca. 2 Wochen flugfähig.
Von März an führen die Birkhähne einen Balztanz an ganz bestimmten Balzplätzen auf, die sie jedes Jahr aufsuchen. Sie plustern sich auf, springen plötzlich in die Höhe, tragen Scheinkämpfe aus und geben dabei eigenartige zischende und gluckernde Laute von sich. Die Weibchen suchen die Balzplätze viel später als die Männchen auf und erscheinen dort erst im April.
Blaumeise
Die Blaumeise (Cyanistes caeruleus) lebt gerne in Wäldern, aber auch häufig in unseren Parken und Gärten.
Sie hat einen grünen Rücken und einen gelben Bauch. Ihre Flügel und ihr Schwanz sind blau. Am besten erkennst du sie an ihrer tollen Frisur: ihr Oberkopf ist leuchtend blau. Von ihrem Schnabel bis zum Hinterkopf zieht sich ein schwarzer Augenstrich. Ihr Schnabel ist sehr kurz.
Die Blaumeise gehört zu den Allesfressern. Im Sommer frisst sie Insekten, im Winter Pflanzensamen. Wenn du Meisenringe oder Meisenknödel auf dein Futterhäuschen hängst, freut sie sich sehr, weil die mit Fett vermischten Körner ihr besonders gut schmecken.
Braunkehlchen
Der Körper des Braunkehlchens (Saxicola rubetra) ist 12 – 14 cm lang, kurzschwänzig und kompakt. Die Gefieder-Oberseite ist braun-schwarz gemustert, der Bauch weiß gefärbt. Kehle und Brust sind orange-gelb. Das Männchen besitzt einen schwarz-braunen Kopf mit weißem Überaugen- und weißem Kinnstreif. Das Weibchen ist allgemein heller gefärbt, der Überaugenstreif ist beige-weiß.
Das Braunkehlchen ist ein Bodenbrüter, das Nest wird gut getarnt unter Grasbüscheln gebaut. Brutzeit ist von Mai bis August, das Weibchen legt 4 – 7 blaugrüne Eier, die 12 – 15 Tage bebrütet werden.
Seine Nahrung besteht vorwiegend aus Insekten und deren Larven. Es frisst auch Würmer, Schnecken, Spinnen und Beeren.
Das Braunkehlchen ist ein Charaktervogel für insektenreiche Wiesen mit maximal zwei Mahden pro Jahr. Es besiedelt vor allem ausgedehnte, feuchte Wiesen- und Weidegebiete, Brachflächen und Niedermoore mit herausragenden Sitzwarten wie Stauden, Pflöcken oder Zäunen. Er kommt von Westeuropa bis Zentralasien vor. Man kann es in Österreich in allen Bundesländern antreffen und es brütet meist zwischen 600 und 1000 m Seehöhe.
Die Trockenlegung von Feuchtwiesen und Niedermooren, Flurbereinigung, Überweidung und Düngung sind häufige Gefährdungsursachen. Durch zu frühe Mahdtermine werden viele Bruten zerstört.
Diese Beschreibung wurde uns dankenswerterweise vom Verein Naturparke Steiermark zur Verfügung gestellt, der sich stark für den Schutz der Biodiversität einsetzt. Expert*innen aus dem Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen haben sie verfasst.
Buchfink
Der Buchfink (Fringilla coelebs) lebt in Wäldern, Parken und unseren Gärten. Er mag Wälder, Dickichte und Hecken und fühlt sich auch in Obstanbauflächen wohl.
Das Weibchen ist braun, um sich gut verstecken zu können. Das Männchen ist viel bunter. Es hat einen braun-roten Bauch, Kopf und Schultern sind blaugrau. Am besten erkennst du den Buchfink an den zwei weißen Streifen auf den Flügeln. Beim Laufen am Boden nickt der Buchfink mit dem Kopf.
Der Buchfink gehört zu den Körnerfressern. Wie im Sommer pickt er auch im Winter am liebsten sein Futter vom Boden auf. Er freut sich sehr, wenn du Sonnenblumenkerne unter dem Futterhäuschen ausstreust. Er bewegt sich beim Picken sehr schnell und sucht an Stellen, wo keine Pflanzen wachsen.
Buntspecht
Der Buntspecht (Dendrocopos major) lebt nicht nur in Wäldern, sondern auch in Parken und überall sonst, wo es Bäume gibt.
Der Buntspecht hat einen weißen Unterkörper, einen schwarzen Schwanz und schwarze Flügel mit zwei großen weißen Flecken. Unter dem Schwanz ist er rot und das Männchen hat auch einen roten Hinterkopf. Den Buntspecht bemerkst du auch an seinem Trommeln, wenn er mit dem Schnabel gegen Bäume klopft um einen Unterschlupf zu bauen oder Weibchen anzulocken.
Der Specht gehört zu den Allesfressern und ihm schmeckt auch wirklich alles in deinem Vogelhäuschen. Er liebt Erdnüsse und mag auch gerne Meisenknödel, da das Fett die Insekten, die er im Winter nicht finden kann, ersetzt.
Dreizehenspecht
Der Dreizehenspecht (Picoides tridactylus) ist mit einer Körperlänge von 20 bis 22 cm etwas kleiner als ein Buntspecht und auf Grund des Fehlens jeglichen Rots in der Gefiederfärbung gut bestimmbar. Kennzeichnend sind die dunklen Wangen und der helle, gelbliche Bart- sowie der weiße Überaugenstreif. Die bei den meisten Kletterspechten weitgehend funktionslose nach hinten gerichtete Zehe ist bei dieser Art äußerlich völlig zurückgebildet. Beim normalen Auf- bzw. Abwärtsklettern stehen zwei Zehen nach vorne und eine nach hinten. Beim spiraligen Klettern stehen die drei Zehen etwa im rechten Winkel zueinander.
Der Vogel kommt in allen Waldtypen, vorzugsweise Hochstammwald mit Starkholz, vor. Er braucht einen entsprechenden Totholzanteil und beigemischte Laubwälder. Der Specht ist indirekt durch die Ringelung der Bäume gut nachweisbar.
Dreizehenspechte legen jedes Jahr neue Bruthöhlen an, die allein das Männchen in tote oder absterbende Nadelbäume, meist Fichten, meißelt. Nur selten werden vorjährige Bruthöhlen oder solche von anderen Spechten benutzt. Die 3 bis 5 reinweißen, spitzovalen Eier werden auf den nur durch Hackspäne etwas aufgelockerten Höhlenboden abgelegt und unter regelmäßiger Ablösung etwa
12 Tage bebrütet.
Der Specht ernährt sich vor allem von Insekten, die er durch Hacken oder Stochern aus der Rinde meist toter oder zumindest in ihrer Lebenskraft stark beeinträchtigter Bäume erbeutet. Die Aktivitätsperiode beginnt mit Sonnenaufgang und endet mit Sonnenuntergang. Ausgesprochenes Schlechtwetter kann diese Periode etwas verkürzen. Der Dreizehenspecht ist laut Vogelschutzrichtlinie geschützt. Ein bereits wesentlicher Beitrag für den Schutz aller Spechtarten sind die Naturwaldreservate, in denen keine forstwirtschaftliche Nutzung mehr stattfindet.
Eichelhäher
Der Eichelhäher (Garrulus glandarius) hat ein Gewicht von ca. 170 g, bei einer Größe von 33 bis 35 cm. Der Oberkopf ist überwiegend hell, mit kräftigen schwarzen Streifen. Der Rücken ist rötlich-grau und die Flügeldecken sind auffällig schwarz-blau gebändert. Die Bauchmitte sowie der hintere Rücken und der Bürzel sind weiß. Letzteres Merkmal fällt vor allem im Flug deutlich auf.
Dieser Vogel kommt in Laub-, Misch- und Nadelwäldern vor, die eine reiche untere Baumschicht oder hohe Strauchschicht aufweisen. Er ernährt sich überwiegend von pflanzlicher Nahrung wie Eicheln, Haselnüssen, Bucheckern, Mais, Getreide, Beeren und Früchten. Der Eichelhäher beginnt Ende März bis Anfang April mit seinem Brutgeschäft. Das Weibchen legt 3 bis 7 Eier, nach 16 bis 19 Tagen schlüpfen die Jungen und verlassen nach 21 bis 23 Tagen das Nest. Erst nach 6 bis 8 Wochen sind die Jungvögel selbstständig.
Der Alarmruf des Eichelhähers ist ein lautes, raues und charakteristisches Rätschen. Er ist in der Lage, Stimmen anderer Vögel oder auch Geräusche nachzuahmen. Sehr charakteristisch ist der Flug, der durch die unregelmäßigen Flügelschläge leicht unbeholfen wirkt. Auf dem Boden und im Geäst bewegt er sich meist hüpfend.
Eisvogel
Der Eisvogel (Alcedo atthis) hat einen gedrungenen Körper (16 bis 18 cm) mit kurzen Schwanzfedern und eine Flügelspannweite von etwa 25 cm. Der spitze Schnabel ist ca. 4 cm lang. Das Gewicht liegt zwischen 35 und 40 g. Die Oberseite wirkt je nach Lichteinfall kobaltblau bis türkisfarben; auf dem Rücken befindet sich ein leuchtend blauer Streifen.
Eisvögel leben an mäßig schnell fließenden oder stehenden, klaren Gewässern mit Kleinfischbestand. Diese sollten ausreichend von Gehölzen gesäumt sein. Er ist in West- und Mitteleuropa ein Standvogel. Seine Nahrung besteht aus Fischen, Wasserinsekten und deren Larven, Kleinkrebsen und Kaulquappen. Die Jagdmethode des Eisvogels ist das Stoßtauchen. Die Eiablage findet vormittags statt. Jeden Tag wird ein Ei gelegt. Die Eier sind weiß, glatt, fast rund und zeigen in den ersten Tagen zartes Rosa. Danach färbt sich die Oberfläche porzellanweiß. Die Brutzeit dauert 19 bis 21 Tage.
An einer lotrechten oder leicht nach vorn geneigten Steilwand aus Lehm oder festem Sand wird mit dem Schnabel eine Nisthöhle gegraben. Die leicht ansteigende Nisthöhle mit einem Kessel am Ende ist 40 bis 80 cm lang, im Querschnitt hochoval und etwa 8 cm hoch. Der Kessel hat einen Durchmesser von 17 cm.
Erlenzeisig
Der Erlenzeisig (Carduelis spinus) wohnt in Nadel- und Mischwäldern. Am liebsten baut er sein Nest in Fichten.
Der Erlenzeisig ist gelblich-grün gefärbt, wobei die Oberseite grün ist. Das Männchen ist stärker gefärbt und hat einen schwarzen Kopf. Das Weibchen ist unscheinbarer und stark gestrichelt. Der Bauch vom Erlenzeisig ist weiß. Am besten erkennst du ihn an den zwei gelben Streifen auf seinen Flügeln. Vielleicht hast du Glück und entdeckst ihn auch kopfüber an einem Erlenzapfen hängend, wenn er mit seinem spitzen Schnabel die Samen herauspickt.
Er ist ein Körnerfresser und ernährt sich von Samen. Im Winter frisst er am liebsten ganze oder zerhackte Nüsse, die du am besten in kleinen Säckchen am Vogelhäuschen aufhängst.
Feldsperling
Der Feldsperling (Passer montanus), auch Feldspatz, wohnt gerne auf Feldern und in Parken. Sein Nest baut er in Baumhöhlen, Mauernischen, Felsspalten oder zwischen Kletterpflanzen an Mauern. Er ist sehr gesellig und oft leben mehrere Feldsperlinge zusammen.
Der Feldsperling ist recht scheu. Er hat einen weißen Bauch, eine braun gefärbte Oberseite und einen kastanienbraunen Kopf. Du erkennst ihn an seiner schwarzen Kehle und dem schwarzen Fleck auf der Wange.
Er ist ein Allesfresser. Hauptsächlich frisst er Samen von Gräsern und Getreide, die er vom Boden aufpickt. Manchmal sitzt er aber auch auf Getreidehalmen und holt sich die Samen heraus. Beim Futterhäuschen ist er überhaupt nicht wählerisch und wird alles fressen, was du ihm servierst.
Fichtenkreuzschnabel
Der Fichtenkreuzschnabel (Loxia curvirostra) wohnt hauptsächlich in Nadelwäldern. Manchmal findest du ihn aber auch in Parken.
Männchen und Weibchen sehen sehr unterschiedlich aus. Das Männchen ist rot mit schwarzen Flügeln und schwarzem Schwanz. Das Weibchen dagegen ist grau-grün und sieht damit völlig anders aus. Du erkennst die beiden schnell an ihrem Schnabel. Er ist dick und vorne überkreuzt.
Er ist ein Körnerfresser. Seine Hauptnahrung sind Samen von Fichtenzapfen. Auch andere Samen von Nadelbäumen frisst er gern. Beim Vogelhäuschen schmecken ihm Körner am besten, er liebt vor allem Sonnenblumenkerne. Bei der Nahrungssuche klettert und hängt der Fichtenkreuzschnabel an den Ästen und verwendet sogar seinen Schnabel als Unterstützung beim Festhalten.
Flussuferläufer
Der Flussuferläufer (Actitis hypoleucos) wird bis zu 22 cm groß und erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 40 cm. Sein Gewicht beträgt 40 bis 80 g. Er hat einen weißen Bauch und eine olivbraune Oberseite; die Beine sind blassgelb.
Er lebt in Bach- und Flussauen und brütet in Mulden auf den Kiesbänken. Seine Nahrung sind Insekten, Spinnen und Weichtiere. Der Zugvogel überwintert im Mittelmeerraum bis Südafrika. Das größte Brutvorkommen in Österreich gibt es – mit ca. 30 bis 36 Brutpaaren – übrigens im Naturpark Tiroler Lech.
Gartenrotschwanz
Der Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) lebt gerne in aufgelockerten Laub-, Misch und Kiefernwäldern. Wichtig ist ihm, dass es dort Altholz und Höhlen zum Brüten gibt. Er wohnt auch manchmal in alten Bäumen auf Friedhöfen, in Parken oder unseren Gärten.
Der Gartenrotschwanz hat eine graue Oberseite. Sein Gesicht, die Kehle und der Schnabel sind schwarz. Auf der Stirn ist er weiß. Am besten erkennst du ihn an seiner roten Brust und dem roten Schwanz. Auch an den Seiten ist er leicht rot gefärbt. Sein Bauch ist weiß. Er beginnt meist schon ganz in der Früh zu singen und lässt seinen klaren, etwas wehmütigen Gesang erklingen. Dabei macht er gerne andere Vögel nach. Er kann 30 andere Vogelarten nachahmen. Da musst du schon ganz genau hinhören, um ihn zu ertappen.
Der Gartenrotschwanz gehört zu den Weichfutterfressern und ernährt sich von Insekten, die auf dem Boden leben. Im Winter zieht er in wärmere Gebiete weiter, daher wirst du ihn nicht bei deinem Futterhäuschen entdecken können.
Gimpel
Der Gimpel (Pyrrhula pyrrhula), auch Dompfaff oder Blutfink, wohnt in Wäldern, Parken und unseren Gärten. Das Männchen hat einen roten Bauch und rote Wangen. Das Weibchen ist dort eher bräunlich.
Beide sind unter dem Schwanz weiß und am Rücken grau. Der Schwanz und die Flügel sind schwarz und die Flügel haben einen weißen Streifen in der Mitte.
Du erkennst den Gimpel am besten an seinem kurzen kräftigen Schnabel und dem schwarzen Kopf. Er sieht ein bisschen rundlich aus, weil sein Hals sehr breit ist.
Er gehört zu den Körnerfressern und mag am liebsten kleine Samen, sowie Hanf. Auch zerkleinerte Nüsse frisst er im Winter sehr gerne.
Goldammer
Die Goldammer (Emberiza citrinella) lebt auf Feldern und Wiesen mit Gebüschen und Hecken. Im Winter finden sich viele Goldammern zu großen Gruppen zusammen und gehen gemeinsam auf Nahrungssuche.
Sie hat braun-gestrichelte Flügel, Bauch und Kopf sind gelb. Das Gelb des Männchens ist stärker, das Weibchen ist eher hellgelb und auf der Seite braun-gestrichelt. Du erkennst die Goldammer auch an ihrem Gesang. Sie singt zuerst mehrmals ganz kurze Töne und dann einen langen. Wenn du beim Gesang ganz genau hinhörst, kannst du auch das ungefähre Alter der Goldammer erkennen, denn je länger sie zwischen den kurzen und dem langen Ton eine Pause macht, desto älter ist sie.
Sie gehört zu den Körnerfressern, am liebsten frisst sie beim Vogelhäuschen Haferflocken und Sonnenblumenkerne.
Grünfink
Der Grünfink (Chloris chloris), auch Grünling, wohnt am Waldrand, in Parken und unseren Gärten. Er ist einer der Vögel, die du am häufigsten in der Stadt finden kannst.
Wie der Name schon sagt, hat der Grünfink grüne Federn. Das Männchen ist sehr farbenfroh gefärbt, es hat einen grünen Kopf, einen grünen Rücken und einen gelblich-grünen Bauch. An den Flügeln hat es einen gelben Randstreifen und auch der Schwanz hat einen gelben Fleck. Das Weibchen ist eher grau-gelb und weniger farbenfroh als das Männchen. Du erkennst den Grünfink an seiner grünen Farbe und am hellen, kräftigen Schnabel.
Er gehört zu den Körnerfressern und liebt Sonnenblumenkerne und Erdnüsse.
Grünspecht
Der Grünspecht (Picus viridis) wird bis zu 31 cm lang und hat eine Flügelspannweite von bis zu 52 cm. Die Oberseite ist dunkelgrün, die Unterseite blass hell- bis graugrün. Der Kopf ist an den Seiten durch eine schwarze Gesichtsmaske gezeichnet, die vom Schnabel bis hinter die Augen reicht. Der Oberkopf und der Nacken sind rot, der Bürzel grüngelb. Die Ohrgegend, Kinn und Kehle sind dagegen weißlich. Die Flügel oder Schwingen der Tiere sind braunschwarz, gelblich oder bräunlich-weiß gefleckt. Die Steuerfedern sind auf grüngrauem Grund schwärzlich gebändert.
Er bevorzugt halboffene Landschaften mit ausgedehnten Altholzbeständen und sucht seine Nahrung fast ausschließlich auf dem Boden („Erdspecht“). Am Speiseplan stehen Ameisen, Würmer, Käfer, Spinnen, gelegentlich auch Beeren. In Mitteleuropa ist er eine der am weitesten verbreiteten Spechtarten.
Die Balz beginnt ab Dezember und nimmt dann über den Jänner und Februar deutlich zu. Die eigentliche Paargründung erfolgt Mitte März bis Anfang April. Als Nisthöhlen dienen im Regelfall verlassene Brut- und Überwinterungshöhlen anderer Spechte oder die eigenen Überwinterungshöhlen.
Das Weibchen legt fünf bis acht reinweiße Eier. Die Brutdauer beträgt 14 bis 17 Tage, 23 bis 27 Tage nach dem Schlüpfen fliegen die Jungen aus, eine lose Elternbindung bleibt jedoch noch einige Wochen bestehen. Auffällig ist der markante Reviergesang, der wie ein lautes Lachen klingt.
Haubenmeise
Die Haubenmeise (Lophophanes cristatus) wohnt in Nadelwäldern und in Parken und großen Gärten mit Nadelbäumen. Sie braucht morsches Holz, weil sie sich darin ihr Nest selbst bohrt.
Die Unterseite der Haubenmeise ist weiß, ihr Rücken ist grau. Ihr Kopf und die Halsseiten sind weiß. Sie hat eine schwarze Kehle und hinter den Augen ein schwarze, halbmondförmige Färbung. Am besten erkennst du sie an ihrer Haube: Sie hat am Kopf eine weiß-schwarze Federhaube, die leicht nach vorne gebogen ist. Diese kann sie auch anlegen.
Sie gehört zu den Allesfressern. Am liebsten frisst sie Meisenknödel, sie mag aber auch zerhackte Hasel- und Erdnüsse und Sonnenblumenkerne.
Haubentaucher
Der Haubentaucher (Podiceps cristatus) wohnt in größeren Gewässern, in denen es Fische gibt und am Ufer Pflanzen wachsen.
Der Haubentaucher hat eine weiße Unterseite und auch der lange Hals und das Gesicht sind weiß. Sein Schnabel ist rot und spitz und seine Flügel sind braun. Du erkennst ihn an seiner Haube: er hat eine schwarze Kopfkappe auf, die nach hinten mit zwei Spitzen absteht. Auch seine Halskrause ist auffällig, weil der Haubentaucher sie richtig aufstellt, wenn er auf Partnersuche ist. Das sieht ein bisschen aus wie ein Bart.
Der Haubentaucher schwimmt die meiste Zeit, kann sehr gut tauchen und fliegt nur sehr ungerne. Wenn er landet, läuft er zuerst einige Zeit am Wasser entlang. Er frisst hauptsächlich Fische, aber auch Wasserinsekten, Kaulquappen und Frösche.
Hausrotschwanz
Der Hausrotschwanz (Phoenicurus ochruros) lebt gerne in Dörfern, Städten und manchmal auch in Industriegebieten. Sein Nest baut er oft bei Dachvorsprüngen. Den Winter verbringt er in wärmeren Gebieten.
Männchen und Weibchen sehen unterschiedlich aus. Während das Männchen richtig schwarz ist, hat das Weibchen eher einen braunen, helleren Körper. Die Flügel des Männchens sind an den Spitzen weiß. Gemeinsam haben beide ihren roten Schwanz, an dem du sie auch sofort erkennst. In der Mitte ist ihr Schwanz dunkelbraun.
Der Hausrotschwanz gehört zu den Weichfutterfressern. Im Sommer frisst er Insekten, im Spätsommer und Herbst ernährt er sich von Beeren.
Heckenbraunelle
Die Heckenbraunelle (Prunella modularis) lebt, wie es ihr Name verrät, gerne in Hecken und Büschen. Dabei hält sie sich am liebsten am Boden oder auf sehr niedrigen Ästen auf. Du findest sie in Gärten, Parken und Wäldern.
Die Heckenbraunelle hat einen grauen Kopf und einen grauen Hals. Ihre Flügel und ihr Rücken sind bräunlich. Ihr Schnabel ist schwarz und sehr spitz. Sie fliegt sehr niedrig. Wenn sie singt, sitzt sie auf hohen Ästen, oft ganz oben auf dem Baum. Sie singt sehr eilig und gerne in der Abenddämmerung.
Sie gehört zu den Körnerfressern. Beim Futterhäuschen ist sie sehr scheu. Auch dort hält sie sich am liebsten auf dem Boden auf, daher freut sie sich besonders, wenn du ihr Mohn, Ramtillkraut-Samen und klein zerhackte Nüsse am Boden ausstreust.
Heidelerche
Die Heidelerche (Lullula arborea) wohnt an Waldrändern und Lichtungen und sie mag sonnige Plätze. Ihr Nest baut sie versteckt am Boden. Sie lebt von März bis November bei uns, danach fliegt sie in wärmere Gebiete im Süden.
Die Heidelerche hat einen weißen Bauch, alles andere ist braun gestrichelt. Über den Augen hat sie weiße Streifen, die im Nacken zusammenlaufen. Sie hat einen dünnen, dunklen Schnabel. Ihr Gesang zählt zu den schönsten unserer Heimat, weil er sehr melodisch ist. Sie sitzt beim Singen gerne auf dem Boden aber auch auf Bäumen oder sie singt beim Fliegen. Ihr Gesang wird immer tiefer. Du kannst sie sogar in der Nacht hören.
Sie gehört zu den Weichfutterfressern und ernährt sich von Insekten, Samen, Gräsern und Knospen. Im Winter frisst sie hauptsächlich Samen.
Kernbeißer
Der Kernbeißer (Coccothraustes coccothraustes) lebt in Mischwäldern, unseren Gärten und Obstgärten. Er wohnt meist hoch oben in den Bäumen, kommt aber auch zum Futterhäuschen auf Besuch.
Der Kernbeißer ist hellbraun, seine Flügel sind braun und am Rand schwarz. Auch rund um den Schnabel ist er schwarz bis zur Kehle. Die Männchen haben einen rostbraunen Kopf. Du erkennst sie am schnellsten an ihrem sehr auffälligen Schnabel: er ist groß, breit und sehr kräftig. Durch die Form und die starke Muskulatur kann der Kernbeißer auch richtig harte Obstkerne aufknacken.
Er gehört zu den Körnerfressern. Beim Futterhäuschen frisst er am liebsten Sonnenblumenkerne, die er mit seinem Schnabel leicht öffnen kann.
Kleiber
Den Kleiber (Sitta europaea) kannst du überall finden, wo größere Bäume zur Verfügung stehen, also z.B. in Parken und auch in unseren Gärten. Er verklebt die Baum- oder Mauerhöhlen, in denen er sein Nest baut, mit Schlamm, bis sie nur noch ein kleines Schlupf-Loch haben, durch das der Kleiber gerade noch passt. Daher kommt auch sein Name.
Seine Oberseite ist blau-grau, die Unterseite gelblich. An der Seite ist er bräunlich. Am besten erkennst du ihn an seinem schwarzen Augenstrich. Vielleicht entdeckst du ihn einmal auf einem Stamm kletternd, denn das macht er sehr oft. Er kann auch mit dem Kopf nach unten am Stamm entlang gehen.
Er gehört zu den Weichfutterfressern. Er frisst Insekten und Samen. Der Kleiber kommt selten ans Futterhäuschen, weil er im Winter das Fett am liebsten direkt vom Baum frisst. Er frisst sehr gerne Getreideflocken, Hanf, Nüsse und geschälte Sonnenblumenkerne. Oft verschwindet er mit den Leckerbissen und versteckt sie unter der Rinde von Bäumen.
Kohlmeise
Die Kohlmeise (Parus major) lebt in Laub- und Mischwäldern, in Parkanlagen und in unseren Gärten. Sie freut sich über alte Bäume. Ihr Nest baut sie in Baumhöhlen, Nistkästen oder anderen Hohlräumen. Im Winter schließen sich Kohlmeisen zu größeren Gruppen zusammen, manchmal auch mit anderen Meisenarten.
Die Kohlmeise hat einen gelben Bauch, einen grün-blauen Rücken und blaue Flügel. Du erkennst sie am leichtesten am schwarzen Kopf, den weißen Wangen und dem schwarzen Strich vom Kopf über die Bauchmitte. Ihren auffälligen, hellen Gesang kann man schon früh im Frühjahr hören.
Wie andere Meisen gehört auch sie zu den Allesfressern. Sie freut sich über geschälte Sonnenblumenkerne und zerhackte Nüsse. Am liebsten mag sie Meisenknödel und Meisenringe.
Kuckuck
Das Aussehen des Kuckucks (Cuculus canorus) ähnelt dem des Sperbers oder des Turmfalken. Das Gefieder der Männchen ist grau bis graubraun gefärbt. Bauchseite, Brust und Kehle sind hellgrau bis fast weißlich. Das Gefieder der Weibchen ist oberseits braun bis rostbraun. Bauch- und Brustseite sind deutlich heller. Die Jungvögel ähneln bis zur ersten Mauser dem Weibchen. Der Kuckuck wird ca. 33 cm lang und erreicht ein Gewicht von ca. 120 g. Die Flügel sind spitz und der abgerundete Schwanz ist. 13 bis 15 cm lang. Der gestufte Schwanz wird nicht selten gefächert, und die Flügel werden etwas abgespreizt hängen gelassen. Die Flügelspannweite beträgt 55 bis 60 cm. Der kräftige Schnabel weist eine dunkelgraue Färbung auf und ist leicht nach unten gebogen. Der Fuß der Kuckucke ist zygodactyl – die erste und vierte Zehe weisen nach hinten, die zweite und dritte sind nach vorn gerichtet. Der Reviergesang des Männchens ist der namensgebende Ruf „gu kuh“.
Der Kuckuck benötigt vor allem vielfältige Landschaften mit naturnahen Lebensräumen und unzähligen Kleinstrukturen. Mischwälder, Moor- und Heidelandschaften bis über die obere Waldgrenze, mit exponierten Plätzen im Gehölz oder Hochgebirge sind sein bevorzugtes Revier. Dabei ist das Vorkommen der Vögel, die ihm bei der Fortpflanzung als Wirte dienen, ausschlaggebend. Er ist ein Brutparasit; das Weibchen legt seine Eier einzeln in fremde Nester. Die Eier des Kuckucks sind größer als die des Gastgebers und viele Wirtsvögel merken den Betrug und entfernen dieses fremde Ei oder es wird die ganze Brut aufgegeben. Nimmt das Singvogelpaar aber das Ei an, hat der eigene Nachwuchs keine Chance mehr. Sofort nach dem Schlüpfen des Jungkuckucks entfernt dieser die anderen Jungen oder die Eier. Behaarte Raupen, die von anderen Vögeln meist verschmäht werden, bilden einen großen Anteil der Nahrung. Aber auch Käfer, Heuschrecken, Ohrwürmer usw. gehören mit auf den Speiseplan.
Der Kuckuck ist ein Langstreckenzieher. Kleine Teile der Population überwintern schon in Westafrika, der größte Teil wandert über den Äquator hinaus. In Österreich treffen die Vögel erst im Mai ein und schon Anfang/Mitte August wird das Brutgebiet wieder verlassen. Nach neuesten Erkenntnissen bewacht das Kuckucksweibchen seinen Nachwuchs in den verschiedenen Nestern und fliegt im August gemeinsam mit ihnen in den Süden.
Mornellregenpfeifer
Die Mornellregenpfeifer (Charadrius morinellus) sind ca. 20 cm groß mit einer Flügelspannweite von etwa 60 cm und einem Gewicht von 100 (Männchen) bis 120 g (Weibchen). Wichtigste Erkennungsmerkmale sind der breite, bis in den Nacken verlaufende weiße Überaugenstreifen und ein weißes, dunkel eingefasstes Brustband. Die Nahrung des Mornell besteht vor allem aus Insekten.
Sie sind Zugvögel, die in Nordafrika und im Mittleren Osten überwintern und von Mai bis September im Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen zu Gast sind. Der Vogel ist gemäß der Artenschutzverordnung des Landes Steiermark geschützt und vor allem besonders bedeutsam ob seines in Mitteleuropa einzigartigen Vorkommens in den Seetaler Alpen.
Neuntöter
Der Neuntöter (Lanius collurio) ist mit 16 bis 18 cm Länge die kleinste mitteleuropäische Würgerart. Die Flügellänge beträgt durchschnittlich 93 mm. Das Durchschnittsgewicht liegt bei den Männchen bei 28 g und kann sich bei den Weibchen während der Brutzeit auf 32,8 g erhöhen. Er zeigt einen sehr ausgeprägten Sexualdimorphismus – Männchen und Weibchen unterscheiden sich deutlich in der Färbung. Das Männchen hat, worauf der Name „Rotrückenwürger“ hinweist, einen rostrotbraunen bis kastanienbraunen Rücken und ebenso gefärbtes Schultergefieder. Oberkopf und Nacken heben sich mit ihrem hellen Blaugrau deutlich davon ab.
Dieser Vogel besiedelt gut überschaubares, sonniges Gelände, das offene Bereiche mit niedrigem oder kargem Bewuchs (z.B. Staudenfluren, Wiesen, Trockenrasen) im Wechsel mit versprengten Hecken oder Gehölzen mit weniger als 50% Deckung aufweist. Zur Ansitzjagd und Revierbeobachtung sowie als Neststandort benötigt er
1 bis 3 m hohe Sträucher. Hierbei werden Dornsträucher wie Schlehen, Weißdorne oder Heckenrosen bevorzugt. Der Vogel ist vor allem durch sein Verhalten bekannt, Beutetiere auf Dornen aufzuspießen.
Zu seiner Nahrung zählen vorwiegend Großinsekten (Käfer, Hummeln, Bienen und Wespen), aber auch kleine Säugetiere und Vögel. Seine Nester legt er bevorzugt in Dornsträuchern an. Neuntöter verpaaren sich meistens nur für die Dauer einer Brutsaison. Die Vögel sind bereits im ersten Jahr geschlechtsreif. Sie sind Zugvögel und in Österreich von Mai bis Oktober anzutreffen; überwintert wird im tropischen Afrika.
Rauchschwalbe
Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica), auch Hausschwalbe, baut ihr Nest am liebsten in der Nähe von uns Menschen. Sie benutzt Ställe, Wohnhäuser und andere Gebäude und lebt manchmal auch unter Brücken und in Schächten. Ihren Namen hat sie, weil sie früher durch die Öffnungen im Giebel ein- und ausgeflogen ist, durch die auch der Rauch des Herdfeuers abgezogen ist. Im Winter zieht sie nach Afrika.
Sie hat eine blauschwarze, schimmernde Oberseite, ihre Unterseite ist gelblich-weiß. Du erkennst sie am schnellsten an ihrem roten Gesicht und dem tief gegabelten Schwanz. Außerdem hat sie weiße Flecken an den Flügeln, die du sehen kannst, wenn sie fliegt.
Sie frisst Insekten. Auf Nahrungssuche macht sie spektakuläre Flugmanöver! Sie jagt ihre Beute sogar durch die Beine von Weidetieren hindurch, vielleicht kannst du das einmal beobachten. Bei Schlechtwetter fängt sie ihre Beute über dem Wasser.
Rotkehlchen
Das Rotkehlchen (Erithacus rubecula) liebt den Wald, es wohnt aber auch in Parken und unseren Gärten.
Es hat einen weißen Bauch und sein Rücken und seine Flügel sind braun. Am besten erkennst du es, wie der Name schon verrät, an seiner roten Kehle. Wangen und Brust sind orangerot. Der seitliche Hals ist gräulich. Ihr Gesang besteht aus reinen, perlenden Tönen, manchmal sind auch sehr scharfe Laute dabei. Das Rotkehlchen ist nicht sehr scheu und kann fast zutraulich werden, wenn du geduldig bist.
Das Rotkehlchen gehört zu den Weichfutterfressern. Im Sommer frisst es hauptsächlich Insekten und Würmer. Beim Futterhäuschen freut es sich besonders über klein zerhackte Nüsse, die du am besten auf den Boden streust. Es mag Getreideflocken und Meisenknödel. Am allerbesten schmeckt dem Rotkehlchen spezielles Futter für Insektenfresser, denn darin findet es getrocknete Mehlwürmer und Ameisenpuppen.
Schwanzmeise
Die Schwanzmeise (Aegithalos caudatus) lebt in lockeren Wäldern mit Unterholz, Flusslandschaften, Parken und manchmal in unseren Gärten.
Sie hat einen kleinen Körper und einen sehr langen Schwanz. Sie ist schwarzweiß, ihre Schultern und ihr hinterer Körper sind rosa. Ihr Kopf ist weiß und sie hat einen schwarzen Streifen über den Augen, der bis zu den Flügeln führt.
Die Schwanzmeise gehört zu den Weichfutterfressern. Sie ernährt sich von Insekten und am liebsten frisst sie Spinnen. Sie sucht ihre Nahrung meist in den Baumkronen. Durch ihren kleinen Körper und ihre Geschicklichkeit kommt sie leicht an alle Stellen des Baumes. Sie besucht im Winter eher selten Futterhäuschen. Wenn sie einmal da ist, freut sie sich über fettiges, weiches Futter.
Schwarzspecht
Der Schwarzspecht (Dryocopus martius) lebt in Nadel- und Mischwäldern mit großen Bäumen. Er wohnt aber auch in waldnahen Parken. Er braucht totes Holz, um Nahrung zu finden und dicke Bäume für seine recht breite Höhle.
Der Schwarzspecht ist ganz schwarz, bis auf den oberen Kopf. Der ist beim Männchen von der Stirn bis zum Schnabel rot, beim Weibchen nur an der Stirn. Er hat gelbe Augen und einen hellen Schnabel. Er hat eine laute Stimme und ist sehr weit zu hören. Sein Gesang klingt ein bisschen wie ein Schrei. Er trommelt auch gerne auf Bäumen. Um herauszufinden, ob ein Schwarzspecht einen Wald bewohnt, kannst du zerhackte Baumstümpfe und längliche Löcher in Baumstämmen suchen, denn das sind typische Werke eines Schwarzspechtes.
Aus dem toten Holz holt er sich seine Nahrung. Er frisst Insekten, am liebsten Ameisen, ihre Larven und holzbewohnende Käfer.
Steinkauz
Der Steinkauz (Athene noctua) bevorzugt offene Landschaften, wie Wiesen, Parke und Steinbrüche. Er wohnt gerne auf Streuobstwiesen, weil er dort Baumhöhlen zum Brüten findet und sie regelmäßig gemäht werden. Er braucht zum Jagen nämlich niedrige Wiesen. Er ist dämmerungs- und nachtaktiv, aber auch manchmal am Tag zu beobachten.
Der Steinkauz ist eine relativ kleine Eule. Er hat einen gelblich-weißen Bauch mit braunen Flecken. Die Flügel und der Kopf sind braun mit weißen Flecken. Die Beine sind weiß befiedert. Du erkennst ihn schnell an seinem Gesicht. Er hat einen sehr flachen Kopf mit einer breiten, niedrigen Stirn. Er hat gelbe Augen und es sieht so aus, als hätte er eine weiße Maske auf. Die weißen Streifen über den Augen können aussehen wie Augenbrauen.
Er frisst hauptsächlich Insekten. Aber vor allem in der kalten Jahreszeit frisst er auch Mäuse und andere Vögel. Im Winter sucht der Steinkauz gerne Scheunen und Ställe auf, um dort Nahrung zu finden und Schutz vor der Kälte zu haben.
Stockente
Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist die bei uns am häufigsten gesehene Ente. Sie lebt in Gewässern aller Art, auch in Parken. Sie leben oft in größeren Gruppen und an sogenannten Sammelstellen kann man sie zu Tausenden beobachten.
Männchen und Weibchen unterscheiden sich. Das Weibchen ist sehr unscheinbar braun gefleckt. Ihr Schnabel ist grüngelblich und ein kleiner Streifen auf den Flügeln ist blau. Das Männchen ist viel auffälliger. Sein Kopf ist dunkel-grün schimmernd, und ein weißer Ring um den Hals trennt den grünen Kopf vom braunen Hals. Der Körper des Männchens ist weiß, der Schwanzansatz schwarz.
Die Stockente frisst am liebsten Pflanzen, aber auch manchmal Weichtiere, Larven, Kaulquappen und vieles mehr. Sie ist relativ faul und frisst eigentlich alles, was leicht zu beschaffen ist. Deswegen freut sie sich auch, wenn du sie mit kleinen Mengen Brot fütterst, wenn es erlaubt ist. Auf Nahrungssuche steckt sie oft ihr Köpfchen unter das Wasser und das Schwänzchen in die Höh. Dieses typische Verhalten für die Stockente heißt gründeln und du kannst sie oft dabei beobachten.
Stieglitz
Der Stieglitz (Carduelis carduelis), auch Distelfink, wohnt in offenen oder halboffenen Landschaften. Er lebt gerne an Orten, an denen es nur wenige Bäume gibt und mag auch unsere Gärten.
Er hat einen weißen Bauch und einen weißen Kopf. Sein Rücken ist braun, die Flügel und der Schwanz schwarz. Du erkennst ihn am schnellsten an seinem bunten, Kopf: der vordere Teil ist rot, am oberen Kopf ist er schwarz, der Rest ist weiß. Auch der gelbe Streifen auf seinen Flügeln ist sehr auffällig.
Er gehört zu den Körnerfressern und ernährt sich hauptsächlich von Samen. Am liebsten frisst er Distelsamen, aber auch Insekten und Knospen. Wenn sich Stieglitze an das Futterhäuschen gewöhnt haben, besuchen sie es gerne. Um sie zum ersten Mal anzulocken, kannst du einen Distelkopf voller Samen zu deinem Futterhaus legen. Sein Lieblingsfutter sind feine Samen, wie zum Beispiel Mohn.
Tannenhäher
Von Singvögeln erwartet man sich einen melodischen Gesang. Umso überraschender ist es, dass der Tannenhäher, mit seinen krächzenden Rufen zu diesen zählt. Seine „wahre Stärke“ liegt woanders: Im Gedächtnissport kann ihm keiner das Wasser reichen.
Wir zeigen, was diesen Vogel so besonders macht und wie andere Tiere und Pflanzen in seinem Lebensraum von dessen Vorkommen profitieren.
Nomen est Omen
Hört man den Ruf des Tannenhähers, dann kann man es kaum glauben. Der Tannenhäher gehört zu den Raben und die wiederum zu den Singvögeln. Der eigentliche Gesang ist unauffällig und selten zu hören. Der Ruf des Tannenhähers ist schon wesentlich bekannter. Als melodiös, wie bei einem Singvogel zu erwarten, kann man ihn wahrlich nicht bezeichnen. Er ist ein zwar lautes, aber heiseres Krächtzen, das vor allem zur Brutzeit weithin zu vernehmen ist. Mit zunehmender Erregung, etwa wenn sich ein Feind annähert, wird dieser Ruf schneller gereiht. Auch andere Tiere des Waldes verstehen diese Signale und werden so vor möglichen Gefahren gewarnt. Dem Ruf verdankt dieser auffällig weiß gesprenkelte Vogel auch einen Teil seines Namens. Die Wurzel des Wortstamms „Häher“ kommt aus dem Althochdeutschen und bedeuten „heiser schreien“ und wer den Ruft kennt, kann das nur bestätigen. Der zweite Teil des Namens bezieht sich auf seinen ureigensten Lebensraum, den Wald. Der Tannenhäher ist eng an das Vorkommen von Nadelbäumen, wie Fichten, Tannen und Zirben gebunden. In tieferen Lagen sind seine Hauptnahrung Haselnüsse, im Gebirgswald, dort wo die Zirbe vorkommt, ernährt er sich fast ausschließlich von deren Nüssen. Die Nadelbäume braucht die Zirbelkrähe, wie der Tannhäher noch genannt wird, auch für den Nestbau. Die Nester, aus mit feuchter Erde verkleisterten Ästen, Gras, Flechten und Moos, werden bereits früh im Jahr hoch im Baum, bevorzugt in Fichten, Zirben oder anderen Kiefern errichtet.
Das Superhirn
Im Gebirge besiedelt der Tannenhäher neben den eigentlichen Wäldern auch Waldgrenzbereiche und kommt sogar über der Waldgrenze bis zu einer Seehöhe von 2.000 m vor. In einem Lebensraum, wo auch der Steinbock und die Rostblättrige Alpenrose daheim sind, ist der Winter besonders hart. Es herrscht eisige Kälte und in den Hochlagen liegt eine oftmals meterdicke Schneedecke. Diese hält sich nicht selten über sechs Monate oder länger. Sie bedeckt die Vegetation und es ist schwierig Nahrung zu finden. Damit der Tannenhäher auch im Winter genug zu fressen hat, legt er sich Vorratskammern an. Von allen europäischen Vögeln zeigen nur der Tannenhäher und der Eichelhäher dieses Verhalten. Die Anlage von Nahrungsdepots ist unter den Wirbeltieren üblicherweise den Säugern vorbehalten. In bis zu 14.000 Verstecken werden an die 100.000 Zirbensamen und andere Nüsse für den Winter gehortet. Da der Tannenhäher ein wahres Superhirn ist, findet er ungefähr 80 % aller Verstecke, sogar unter einer dicken Schneedecke, wieder. Trotz dieser Fähigkeit, die einem Superhelden würdig ist, bleiben genug Samen über, die sich im nächsten Frühjahr zu jungen Zirbenpflanzen auswachsen können. Dadurch trägt der Tannhäher wesentlich zur Verbreitung und Verjüngung der Zirbenbestände in den Alpen bei. Die Ehrenbezeichnung „Förster der Zirbe“ hat sich der Tannenhäher redlich verdient.
Tannenmeise
Die Tannenmeise (Periparus ater) lebt am liebsten in Nadelwäldern und dunklen, dichten Fichtenforsten. Aber auch in Mischwäldern und Parken ist sie anzufinden, weil auch einzelne Tannen für sie ausreichen. Manchmal findest du sie auch in Laubbäumen.
Ihr Rücken, die Flügel und der Schwanz sind grau und die Unterseite gräulich. Ihr Kopf und ihr Schnabel sind schwarz, aber die Wangen sind weiß. Sie hat einen großen schwarzen Fleck bei der Kehle, der sich fast bis zu den Flügeln zurück zieht. Du kannst sie an dem weißen Fleck im Nacken und den weißen Streifen auf den Flügeln erkennen und von ähnlichen Meisenarten unterscheiden.
Sie gehört zu den Weichfutterfressern. Sie frisst Insekten, Spinnen und Raupen und im Winter hauptsächlich Samen. Beim Futterhäuschen liebt sie Meisenknödel, aber auch Hanf, Ramtillkraut-Samen und geschälte Sonnenblumenkerne.
Turmfalke
Die Männchen der Turmfalken (Falco tinnunculus) erreichen durchschnittlich eine Körperlänge von 34 cm, die Weibchen von 36 cm; die Flügelspannweite beträgt etwa 75 cm. Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal zwischen den Geschlechtern ist die Kopffärbung; bei den Männchen ist der Kopf grau, bei den Weibchen einheitlich rotbraun.
Der Turmfalke ist eine anpassungsfähige Art, die in unterschiedlichsten Lebensräumen zu finden ist. Generell meidet er sowohl dichte, geschlossene Waldbestände als auch völlig baumlose Steppen. In Mitteleuropa ist er ein häufiger Vogel der Kulturlandschaft, der überall dort leben kann, wo Feldgehölze oder Waldränder vorhanden sind. Grundsätzlich benötigt er zum Jagen freie Flächen mit niedrigem Bewuchs.
Die Turmfalken können ganzjährig, aber speziell zur Brutzeit im Frühjahr beobachtet werden. Sie legen meist 3 bis 6 Eier, in der Regel ab Mitte April. Die ocker-gelblich bis braunen Eier sind meist stark gefleckt und zwischen 3,4 und 4,4 cm lang. Das Weibchen brütet die Eier allein aus. Die Jungen schlüpfen nach etwa 27 bis 29 Tagen. Als Nahrung dienen ihnen kleine Säugetiere oder kleine Singvögel.
Nach dem Mäusebussard ist der Turmfalke die häufigste mitteleuropäische Greifvogelart. Der Bestand an Turmfalken war in Mitteleuropa über viele Jahrzehnte weitgehend stabil. Nur nach sehr kalten Wintern oder schlechten Mäusejahren kam es kurzzeitig zu Bestandseinbußen, die aber gewöhnlich sehr schnell wieder ausgeglichen wurden.
Uhu
Der Uhu (Bubo bubo) zählt zu den größten Nachtgreifvögeln weltweit. Er erreicht eine Flügelspannweite von bis zu 1,80 m und ein Gewicht bis 3,5 kg. Die großen orangefarbenen Augen sind vor allem für die Jagd in der Dämmerung und Nacht geeignet, für einen guten Gesamtüberblick kann der Uhu seinen Kopf um 270° drehen.
Der sehr scheue Vogel lebt bevorzugt in abwechslungsreichen, bewaldeten Gebieten mit Felswänden (Felsenbrüter); zur Brutzeit im Frühjahr können durchschnittlich 2 bis 4 Jungtiere schlüpfen. Zu seinen bevorzugten Beutetieren zählen kleinere Säugetiere wie Mäuse, Ratten, aber auch Igel und Kaninchen.
Waldkauz
Der Waldkauz (Strix aluco) ist eine mittelgroße Eulenart, die eine Körperlänge von 40 bis 42 cm erreichen kann. Das Gewicht liegt zwischen 450 und 550 g, das Weibchen ist größer als das Männchen. Der Vogel hat eine eher gedrungene Gestalt mit rundem Kopf, das Gefieder ist rindenähnlich gefärbt.
Waldkäuze sind wendige Flieger, was ihnen in ihrem Lebensraum, Wäldern und Parkanlagen, zu Gute kommt. Sie sind nacht- und dämmerungsaktiv und ernähren sich von Vögeln, Fischen, Insekten und Kleinsäugern. Im Februar/März werden 2 bis 4 Eier gelegt und die Jungvögel schlüpfen nach 30 Tagen.
Wasseramsel
Unter allen österreichischen Vögeln, nimmt die Wasseramsel eine besondere Stellung ein. Sie ist der einzige Singvogel, der als echter Wasservogel bezeichnet werden kann. Ein dichtes Federkleid hilft dabei, ist aber nur eine Anpassung von vielen.
H2O macht die Amsel froh
Über 4.000 Singvogelarten sind weltweit bekannt. Der Lebensraum Wasser wird von den wenigsten Vertretern dieser Vogelgruppe intensiv genutzt. In Österreich stellt die Wasseramsel ein Unikum unter den Singvögeln dar. Nur sie erbeutet praktisch ihre ganze Nahrung tauchend unter Wasser. Dabei ist sie ziemlich heikel. Vegetarische Kost wird verschmäht und nur versehentlich verzehrt. Was sie wirklich will, ist Fleisch, besser gesagt, tierisches Eiweiß. In klaren und sauberen Fließgewässern geht sie auf Jagd nach Wasserinsekten, Würmern und selten kleinsten Fischen. Die Art und Weise, wie sie diese fängt, ist bemerkenswert. Neben der Möglichkeit in stehender Position den Gewässeruntergrund nach Beute abzusuchen, ist die Wasseramsel in der Lage zu tauchen. Die Schwimmbewegungen durch die biegsamen Handschwingen der Flügel erwecken den Eindruck eines Vogelflugs unter Wasser. So ein Tauchgang, kann bis zu 30 Sekunden dauern, ist aber meist schon nach wenigen Sekunden vorbei. Ein einzigartiges Verhalten in der heimischen Vogelwelt. Nicht die einzige Besonderheit: Die meisten Singvögel geben ihren Gesang im Frühjahr zum Besten. Das Lied der Wasseramsel ist vor allem im Winter, von Dezember bis Februar, zu hören. Es ist ein abwechslungsreiches Zwitschern, Murmeln und Pfeifen, welches trotz des Rauschens eines Bachs auch noch in 50 Meter Entfernung zu hören sein kann. Für die Verständigung unter Artgenossen ist der Gesang häufig trotzdem zu leise. Die Wasseramsel weiß sich auch hier zu helfen. Durch auffälliges „Knicksen“, ein Wippen des gesamten Körpers, und Augenblinzeln spricht man untereinander mittels Zeichensprache.
Ein cooler Typ
Klare, saubere Fließgewässer, bevorzugt am Oberlauf der Flüsse, mit rascher Strömung und seichtem Wasser: So sieht das Zuhause der Wasseramsel aus. Bei einem Spaziergang durch eine naturnahe, wasserführende Schlucht mit Linden, Ahorn, Eschen, Hollerbeeren und dem typischen Hirschzungenfarn kann man sie auf Steinen sitzen sehen. Wird sie dabei von einem angreifenden Sperber überrascht, stürzt sie sich kopfüber ins Wasser. Feinde können nicht folgen. Sie ist gerettet. Dieser Lebensraum bietet ihr Sicherheit, Nahrung und Brutraum. Sie verlässt ihn auch im Winter nicht. Während andere Vögel vor der Kälte und dem Schnee in den Süden flüchten, harrt sie so lange aus, bis der Bach gänzlich zugefroren ist. Erst dann muss sie weichen und sucht nach eisfreiem Fließgewässer. Der Winter am Fluss kann sehr streng sein, doch selbst bei minus 40°C taucht sie im Wasser nach Nahrung. Durch ihr dichtes, eingefettetes Gefieder ist sie vor Kälte und Nässe geschützt. Ab dem Spätwinter widmet sich dieser „coole“ Vogel der Fortpflanzung. Hat das Wasseramselmännchen ein passendes Weibchen gefunden, werden fußballgroße Kugelnester aus Moos gebaut oder alte Nester ausgebessert und bezogen. Die Brutplätze finden sich immer nahe am stark strömenden Wasser, oft tief in Höhlungen versteckt. Je feuchter und dunkler, desto besser, könnte man meinen. Dies dient dazu, dass mögliche Nesträuber wenig Chancen auf Erfolg haben. Nach dem Schlüpfen dauert es noch ein gutes Monat bis die Jungen selbständig sind und sich ihre eigene Reviere suchen. Hat es noch in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts besorgniserregend für die Wasseramsel ausgesehen, so ist durch die Verbesserung der Wasserqualität und wasserbauliche Maßnahmen dieser prächtige und einzigartige Vogel an unseren Fließgewässern wieder häufig zu beobachten.
Weißstorch
Der Weißstorch (Ciconia ciconia) ist ein Weitstreckenzieher, der in Afrika südlich der Sahara überwintert. Er ist standortreu und kehrt im März/April in sein vorjähriges Nest zurück. Im August/September zieht er wieder nach Afrika. Der Weißstorch sucht die traditionelle Kulturlandschaft, vor allem offene Wiesenflächen, die ihm als Nahrungsrevier dienen, denn hier ist das Vorkommen der Nährtiere, wie Frösche, Heuschrecken und Kleinsäuger reichhaltig. Weißstörche sind bis zu einem Meter große, schwarz-weiß gefiederte Schreitvögel. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden; die Jungtiere erkennt man an den dunkler gefärbten Schnäbeln.
Die Paarung, die bis zu achtmal am Tag wiederholt werden kann, erfolgt am Nest und ist, da von heftigem Klappern begleitet, ein auffälliges Schauspiel. Ende April ist das Gelege mit 2 bis 5 Eiern meist komplett. Die Brutdauer beträgt etwa 32 Tage. Beim Brüten lösen sich die Partner ab. Bis zum Alter von 3 bis 4 Wochen wird die Nahrung abwechselnd von je einem Altvogel herbeigeschafft, während der andere am Horst bleibt. Ungefähr 65 Tage nach dem Schlüpfen fliegen die Jungen schließlich aus.
Infolge der Intensivierungen in der Landwirtschaft hat sich der Weißstorchbestand erheblich verringert. Seit einigen Jahren ist der Bestand durch spezielle Maßnahmen jedoch wieder stark angestiegen. Beispielsweise gelang es im Naturpark In der Weinidylle durch das mit dem Naturschutzpreis 2012 ausgezeichnete Projekt „Weißstorchbelebung im Naturpark in der Weinidylle“ (2010 bis 2014) den Weißstorchbestand von 9 Brutpaaren und 28 Jungstörchen (2011) innerhalb kurzer Zeit auf 17 Brutpaare und 38 Jungstörche (2013) zu erhöhen.
Wespenbussard
Der Wespenbussard (Pernis apivorus) ist ein mittelgroßer, breitflügeliger Greifvogel (Länge: 52 bis 59 cm, Flügelspannweite: 113 bis 135 cm). Männchen haben einen blaugrauen Kopf und eine braungraue Oberseite; Weibchen sind unscheinbarer und auf der Oberseite dunkelbraun. Der Schwanz hat eine deutliche dunkle Endbinde. Die Iris ist gelb, bei Jungtieren dunkel gefärbt.
Der Wespenbussard bewohnt klimatisch begünstigte, offene Landschaften. Seine Nahrung (Wespen und Bienen, aber auch Amphibien, Spinnen oder Jungvögel) sucht er auf Lichtungen, Waldrändern und Wiesen. Im Juli und der ersten Augusthälfte werden die Jungen im Horst gefüttert. Es werden ihnen v.a. Wespennester gebracht, die die Altvögel mit den Füßen ausscharren. Dafür sind Schnabel und Augen mit schuppenartigen Federn vor Stichen geschützt.
Wiedehopf
Der mit den tropisch verbreiteten Nashornvögeln verwandte Wiedehopf ist einer unserer hübschesten und auffälligsten heimischen Vogelarten. In früheren Zeiten ein regelmäßiger Bewohner alter Streuobstwiesen, ist er heute selten geworden.
Leben auf zwei Kontinenten
Der Wiedehopf ist eine wärmeliebende Vogelart, die in Österreich nur in den niederschlagärmsten und wärmsten Regionen zu finden ist. Er ist ein klassischer Kulturfolger, der extensiv bewirtschaftete Streuobstbestände und Weiden mit schütterer, kurzrasiger Vegetation sowie Laubmischwälder bewohnt. Seine Beute – Großinsekten und deren Larven – sucht er auf dem Boden. Dabei hilft ihm sein langer, gebogener Schnabel, mit dem er im Boden verborgene Grillen, Raupen, Engerlinge oder Käfer ertastet. Eine spezielle Kiefermuskulatur erlaubt es ihm, den Schnabel im lockeren Boden zu öffnen und zu schließen. So kann er Beutetiere packen und herausziehen. Da seine Zunge winzig und deshalb nicht dazu geeignet ist, einen mit der Schnabelspitze ergriffenen Bissen nach hinten in den Schlund zu befördern, wirft der Wiedehopf die oft großen, sperrigen Insekten in die Luft, fängt sie mit dem Schnabel auf und schluckt sie dann.
Wenn bei uns der Sommer seinen Höhepunkt erreicht, machen sich die ersten Vögel bereits auf ihren langen Weg in Richtung Süden. Auf ihrem Zug folgen sie keinen festen Zugrouten und sind meist einzeln unterwegs. Dabei entpuppen sich die nur rund 70 Gramm schweren Vögel als richtige „Dauerflieger“. Die Alpen, das Mittelmeer und gelegentlich auch die Sahara werden ohne Umweg überflogen. Dabei dringen die Vögel in beachtliche Höhen vor: Im Himalayagebiet wurden ziehende Wiedehopfe in Höhen von fast 7.000 Metern beobachtet. Ziel der europäischen Tiere ist Afrika. Dort überwintern sie in der Sahelzone. Die ersten Rückkehrer erreichen ihre europäischen Brutplätze Mitte März.
„Stinken wie ein Wiedehopf“
Zur Balzzeit im April stellen die Männchen ihren auffälligen Kopfschmuck zur Schau und versuchen mit lauten Rufen die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Ihr unverkennbare „Gesang“ besteht meistens aus drei dumpfen, flötenähnlichen Elementen, die auf „u“ enden und zum wissenschaftlichen Gattungsnamen „upupa“ geführt haben. Gelingt es dem Männchen ein Weibchen in seine Bruthöhle zu locken, ist die Paarbildung abgeschlossen. Die Neststandorte sind äußerst unterschiedlich und umfassen Ganz- oder Halbhöhlen jeglicher Art. Bei Brutbäumen zeigt die Art eine Bevorzugung von hochstämmigen, alten Obstbäumen, insbesondere von Apfelbäumen; Hirschbirnbäume werden nur selten bewohnt. Das Weibchen legt sechs bis zehn Eier, die sie alleine bebrütet. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Küken. Solange diese gehudert werden, erfolgt die Versorgung mit Nahrung durch das Männchen.
Zur Abwehr von Fressfeinden hat der Wiedehopf eine ganz besondere Verhaltensweise entwickelt, die ihm den Beinamen „Stinkvogel“ eingebracht hat. Fühlen sich die Jungvögel in ihrer Bruthöhle bedroht, stoßen sie schlangenähnliche Zischlaute aus und spritzen als Abwehrreaktion ihren Kot aus der Höhle. Schreckt das mögliche Fressfeinde noch nicht ab, sondern sie ein übelriechendes Sekret aus der Bürzeldrüse ab. Diese Drüse ist während der Brutzeit sowohl beim Weibchen, als auch bei den Nestlingen besonders gut entwickelt. Von diesem Bürzeldrüsensekret rührt der strenge Geruch her, der üblicherweise von Wiedehopfbrutstätten ausgeht und zu der Redewendung „Du stinkst wie eine Wiedehopf“ geführt hat.
Zaunkönig
Der Zaunkönig (Troglodytes troglodytes) lebt gerne im Dickicht, er braucht daher Orte, an denen es viele Pflanzen gibt. Du findest ihn in Parken, Gärten und Wäldern. Am liebsten wohnt er in der Nähe von Bächen oder feuchten Stellen. Meistens versteckt er sich tief in den Büschen.
Der Zaunkönig ist sehr klein. Du erkennst ihn an seinem kurzen Schwanz, den er meistens senkrecht aufstellt. Sein Schnabel ist recht lang und leicht gebogen. Er hat eine rotbraune Oberseite, seine Unterseite ist heller und an den Seiten leicht gestreift. Über den Augen hat er einen hellen Streifen. Er singt das ganze Jahr über und hat einen lauten Gesang mit schmetternden Tönen.
Er gehört zu den Weichfutterfressern und frisst hauptsächlich Insekten. Im Winter kannst du ihm beim Futterhäuschen eine Freude machen, wenn du Haferflocken, Mohn, Ramtillkraut-Samen oder winzig zerhackte Haselnüsse am Boden ausstreust.
Zwergohreule
Die Zwergohreule (Otus scops) ist eine drosselgroße, grau oder bräunlich rindenfarbene Eule mit einer Flügelspannweite von 47 bis 54 cm. Der Rücken ist fein dunkel gemustert, die Bauchseite hell-dunkel längsgestreift. Die Federohren werden bei Beunruhigung aufgestellt.
Der nachtaktive Zugvogel, der südlich der Sahara überwintert, lebt hierzulande von April bis September in halboffenen Landschaften und Streuobstwiesen. Früher eintreffende Männchen besetzen ein Revier mit Höhlen in Bäumen. Wichtig sind extensiv genutzte Flächen mit reichem Großinsektenangebot (im Burgenland sind das v.a. Streuobstwiesen). Er jagt größere Insekten und Spinnen, auch Regenwürmer, Asseln sowie Kleinvögel, Kleinsäuger und Laubfrösche. Zwergohreulen führen monogame Saisonehen. Bei der Eiablage Mitte Mai bis Mitte Juni werden 3 bis 4 Eier gelegt. Die Brutdauer beträgt 20 bis 31 Tage; im Alter von 33 Tagen sind die Jungtiere voll flugfähig.
Das größte nationale Brutvorkommen der in Österreich extrem seltenen Zwergohreule findet sich übrigens im Naturpark Rosalia-Kogelberg. Die Tiere werden hier regelmäßig gezählt und Nistkästen im Naturpark angebracht, um sie in ihrer Ausbreitung zu unterstützen.