16.10.2026, Maria Laach – Rund 40 Teilnehmer:innen diskutierten beim Waldgespräch am Jauerling über die Herausforderungen des Klimawandels und Wege zu widerstandsfähigen Wäldern.
Wie können unsere Wälder mit zunehmender Trockenheit, Starkregen, Borkenkäferbefall sowie Eis- und Schneebruch umgehen? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Waldgesprächs „Wald der Zukunft in Zeiten der Dürre“, zu dem der Naturpark Jauerling-Wachau gemeinsam mit der KLAR!-Region Wachau-Dunkelsteinerwald-Jauerling eingeladen hatte. Rund 40 Interessierte, Waldbewirtschafter:innen und Expert:innen nahmen an der Exkursion von der Talstation des Skilifts Jauerling bis zur Naturwerkstatt Jauerling teil.
Naturverjüngung als Chance für den Wald der Zukunft
Eine zentraurverjüngung als Chance für den Wald der Zukunftle Botschaft der Veranstaltung war die Bedeutung der natürlichen Waldverjüngung. Bäume, die sich aus vorhandenen Samen selbst entwickeln, bieten die Chance auf eine standortangepasste nächste Waldgeneration – und das kostenlos durch die Natur. Voraussetzung dafür sind geeignete Rahmenbedingungen, die das Aufkommen junger Bäume ermöglichen.
Ebenso wichtig ist ein schonender Umgang mit dem Waldboden bei der Bewirtschaftung. Gesunde, möglichst wenig verdichtete Böden sind entscheidend für die Wasserspeicherung und die Widerstandsfähigkeit der Wälder gegenüber Trockenperioden und Starkregenereignissen.
Mehr Struktur, Vielfalt und Stabilität für widerstandsfähige Wälder
Bernhard Funcke, Maren Röttger und Marcus Estl von den Österreichischen Bundesforsten erläuterten vor Ort, wie eine zukunftsfähige Waldbewirtschaftung aussehen kann. Moderiert wurde die Exkursion von Katharina Bancalari. Im Mittelpunkt stand die Förderung strukturreicher und vielfältiger Waldbestände. Unterschiedliche Baumarten, Altersklassen und mehrschichtige Bestandsstrukturen können dazu beitragen, Risiken zu verteilen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Kalamitäten und extremen Wetterereignissen zu erhöhen. Auch die Stabilität einzelner Bäume und ganzer Waldbestände spielt dabei eine wesentliche Rolle. Gerade die ausgeprägte Trockenheit des heurigen Jahres verdeutlicht, wie wichtig die Anpassung unserer Wälder an veränderte Klimabedingungen ist.
Bezirksförster Martin Widhalm informierte zudem über weiterhin bestehende Fördermöglichkeiten, insbesondere für den Erhalt von Einzelbäumen (zB. Veteranen-, Horst-, Bruthöhlen- und Totholzbäume) sowie andere waldbauliche Maßnahmen, wie Pflegeeingriffe und Aufforstungen.
Gemeinsam Verantwortung für die Zukunft unserer Wälder übernehmen
„Unsere Wälder prägen die Landschaft und die Artenvielfalt im Naturpark Jauerling-Wachau. Umso wichtiger ist es, sie zukunftsfit zu gestalten. Naturverjüngung, Struktur-, und Artenvielfalt und ein sorgsamer Umgang mit dem Boden sind wesentliche Grundlagen, damit unsere Wälder auch für kommende Generationen erhalten bleiben“, betont Mathilde Stallegger, Geschäftsführerin des Naturparks Jauerling-Wachau.
Auch Michael Tanzer, KLAR!-Manager der Region Wachau-Dunkelsteinerwald-Jauerling, unterstreicht die Bedeutung vorausschauender Maßnahmen: „Die Trockenheit in diesem Jahr zeigt deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels längst in unseren Wäldern angekommen sind. Der Austausch zwischen Waldbewirtschafter:innen und Fachleuten ist dafür besonders wertvoll, um gezielte Maßnahmen auch im Kleinwald umzusetzen.“
Regionaler Ausklang bei Sonnenschein
Zum Abschluss luden der Naturpark Jauerling-Wachau und die KLAR!-Region zu einer gemeinsamen regionalen Jause ein. Bei Sonnenschein vor der Naturwerkstatt Jauerling konnten die Teilnehmer:innen die Gespräche in gemütlicher Atmosphäre fortsetzen. Die Jause wurde vom Naturpark-Produzentenbetrieb Heuriger Riegler aus Emmersdorf bereitgestellt.
Die Veranstaltung zeigte, wie wichtig der gemeinsame Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Forstwirtschaft, Naturschutz und regionalen Akteur:innen sind, um unsere Wälder langfristig klimafit zu gestalten.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der KLAR!-Region Wachau-Dunkelsteinerwald-Jauerling statt.