LR Zumtobel tauschte sich beim Naturpark-Summit im Karwendel mit den fünf Tiroler Naturparken über aktuelle Herausforderungen und die Weiterentwicklung der Schutzgebietsarbeit aus.
Raus aus dem Besprechungszimmer und hinein in die Natur: Beim diesjährigen Summit der Tiroler Naturparke tauschten sich die GeschäftsführerInnen der Naturparke Kaunergrat, Karwendel, Ötztal, Tiroler Lech und Zillertaler Alpen gemeinsam mit Naturschutzlandesrat René Zumtobel zwei Tage lang über aktuelle Entwicklungen, Herausforderungen und gemeinsame Anliegen aus.
Gastgeber war heuer der Naturpark Karwendel und führte die Gruppe über Lamsenjochhütte, Hahnkampl und Gramai Hochleger schließlich auf das Sonnjoch (2.457 m). Unterwegs wurden viele jener Themen unmittelbar sichtbar, die die tägliche Arbeit der Naturparke prägen: der Schutz wertvoller Lebensräume, die Auswirkungen des Klimawandels, die Pflege der Kulturlandschaft und die Frage, wie Erholung und Naturschutz auch bei steigenden BesucherInnenzahlen miteinander vereinbar bleiben.
Die fünf Tiroler Naturparke erfüllen dabei weit mehr Aufgaben als die reine Betreuung von Schutzgebieten. Naturschutz und Landschaftspflege gehören ebenso dazu wie Umweltbildung, Forschung und Monitoring, BesucherInnenlenkung sowie die Zusammenarbeit mit Gemeinden, GrundeigentümerInnen, Landwirtschaft, Tourismus und zahlreichen weiteren PartnerInnen in den Regionen.
„Wir wollen beim Summit nicht nur über einzelne Projekte sprechen. Uns beschäftigt vor allem die Frage, wie wir die Naturparke so aufstellen, dass sie ihre Aufgaben auch in zehn Jahren noch gut erfüllen können. Dafür brauchen wir Zusammenarbeit, neue Ideen – aber auch verlässliche Rahmenbedingungen.“, sagt Anton Heufelder, Geschäftsführer des Naturparks Karwendel.
Neben den gemeinsamen Herausforderungen bot der Summit Gelegenheit, konkrete Erfahrungen aus den fünf Naturparken auszutauschen und neue Ansätze für die Zusammenarbeit zu diskutieren. Gerade bei Themen, die nicht an Schutzgebietsgrenzen enden – vom Klimawandel über Arten- und Lebensraumschutz bis zur BesucherInnenlenkung – gewinnt diese Zusammenarbeit zunehmend an Bedeutung.
Naturschutzlandesrat René Zumtobel unterstrich beim gemeinsamen Austausch die Bedeutung der Naturparke für Tirol: „Rund 27 Prozent der Landesfläche Tirols stehen unter Schutz – ein großer Teil dieser Schutzgebiete liegt in den fünf Naturparks, weshalb mir der direkte Austausch ganz besonders wichtig ist. Die Auswirkungen des Klimawandels, Nutzungskonflikte im Naturraum und der Ausbau einer modernen zielgruppenorientierten BesucherInnenlenkung sind Themen, denen sich die Naturparke in ihrer Kernkompetenz intensiv widmen werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft, Tourismusverbänden, Gemeinden und vielen weiteren fleißigen Helferinnen und Helfern Großartiges, um seltene Lebensräume zu erhalten und die Bedeutung unserer Natur an die Besucherinnen und Besucher zu vermitteln Ich danke allen für ihr unermüdliches Engagement im Sinne unseres Lebens- Naturraums.“
Der zweitägige Summit findet regelmäßig in einem der Tiroler Naturparke statt. Der Wechsel der Gastgeber ermöglicht es, unterschiedliche Landschaften, Projekte und Herausforderungen unmittelbar vor Ort kennenzulernen. Im Karwendel wurde dabei einmal mehr deutlich, wie eng Schutz, Nutzung und Erholung in Tirols Naturparken miteinander verbunden sind.