Gemeinsam für mehr Artenvielfalt: KLAR!-Region setzt auf regionale Wildblumenwiesen

Die schönsten Wildblumenwiesen liegen vor der Haustür

Die KLAR!-Region Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen setzt gemeinsam mit der KLAR! Naturpark Ötscher-Tormäuer einen wichtigen Schritt in Richtung Klimawandelanpassung und Biodiversitätsförderung. Im Rahmen einer Tandemmaßnahme starteten wir im Jahr 2025 mit der ersten Probesammlung. In diesem Jahr ging es ans Eingemachte und im Juni wurden erste Spenderflächen besammelt – vielen Dank geht an alle Landwirtinnen und Landwirte, die dafür ihre Flächen zur Verfügung gestellt haben.

Ziel des Projekts ist es, in den vier Gemeinden der KLAR!-Region bestehende pflegeintensive Grünrasenflächen, wieder zugeschüttete Künetten oder Brachflächen mit regionalem Saatgut schrittweise in artenreiche Wildblumenwiesen umzuwandeln. Diese Umstellung bringt gleich mehrere Vorteile mit sich: Einerseits erhöht sich die Artenvielfalt und die Flächen werden widerstandsfähiger gegenüber Trockenperioden – unser heimisches Saatgut kennt unsere klimatischen Bedingungen gut – andererseits reduziert sich der Pflegeaufwand erheblich, da diese kommunalen Flächen nur ein- bis zweimal jährlich gemäht werden müssen. Dadurch können auch personelle Ressourcen in den Bauhöfen frei werden.

Ein zentraler Baustein der Maßnahme ist die Nutzung von regionalem Wiesensaatgut. Im Rahmen der Initiative „Saatgut ums Eck“ wird bewusst darauf größtenteils verzichtet, konventionell produziertes Saatgut von außerhalb zu verwenden. Stattdessen wurden geeignete Spenderflächen in der Region identifiziert und besammelt. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf möglichst naturbelassenen Wiesen, die sich besonders gut für die Gewinnung standortangepasstem Saatgut eignen.

In enger Zusammenarbeit mit einem Experten wurden geeignete Flächen erhoben, optimale Erntezeitpunkte definiert und ein praktikabler Ablauf für die Saatgutgewinnung definiert. Es gibt nun auch eine steiermarkweite Bestrebung, regionales Wiesensaatgut zu gewinnen. „Wir freuen uns, dass unser Gerät dann einen zusätzlichen Nutzen hat und mehrmals verwendet wird“, so Martin Gebeshuber.

Für die Umsetzung wurde nämlich ein spezielles Bürstensammelgerät angeschafft, das eine möglichst maschinelle Gewinnung des Saatguts ermöglicht. „Das Bürstensammelgerät hat natürlich Limitationen. „Es können nicht alle Wiesenpflanzen abgesammelt werden, eine Handbesammlung bleibt nicht aus (z.B. Wiesensalbei)“, führt Martin Gebeshuber weiter aus.

Begleitend zur praktischen Umsetzung sind Schulungen für Bauhofmitarbeiter:innen sowie interessierte Bürger:innen geplant. Dabei wird Wissen rund um die Anlage, Pflege und langfristige Entwicklung von Wildblumenwiesen vermittelt.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „KLAR! – Klimawandel-Anpassungsmodellregion“ durchgeführt.
Weitere Informationen:
https://eisenwurzen.com/naturpark-geopark/klar-natur-und-geopark/

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