Raumberg-Gumpenstein: Projektpräsentation mit Wilhelm Graiss, Matthias Rode, LR Hannes Amesbauer, Oliver Gulas und Andreas
Steinwidder (Bild von li.n.re)
Blumenreiche Wiesen mit Margeriten, Glockenblumen, Wiesen-Salbei oder Klee zählen zu den schönsten Landschaften der Steiermark. Gleichzeitig sind sie wertvolle Lebensräume für Bienen, Schmetterlinge und zahlreiche weitere Tierarten. Doch genau diese artenreichen Wiesen sind in den vergangenen Jahrzehnten vielerorts seltener geworden.
Mit dem neuen Kooperationsprojekt „Regionales Wiesensaatgut Steiermark“ wollen die Naturparke Steiermark und Raumberg-Gumpenstein Research & Development nun einen wichtigen Beitrag leisten, um diese Vielfalt langfristig zu erhalten und wieder auszubauen.
Auf einer extensiv bewirtschafteten Wiese, also einer Wiese, die nur wenig gedüngt und schonend genutzt wird, können mehr als 50 verschiedene Blumen-, Kräuter- und Gräserarten wachsen. Diese Vielfalt prägt nicht nur das Landschaftsbild, sondern bildet auch die Grundlage für eine funktionierende Natur. Viele Insektenarten sind auf genau diese Pflanzen angewiesen.
Damit solche Wiesen auch künftig entstehen können, braucht es das richtige Saatgut. Genau hier setzt das Projekt an. In den kommenden Jahren werden in allen Regionen der Steiermark besonders wertvolle Wiesen erfasst. Von diesen sogenannten Spenderflächen werden Samen heimischer Pflanzen gesammelt, vermehrt und für die Anlage neuer Blumenwiesen aufbereitet.
Naturschutzlandesrat Hannes Amesbauer sieht darin einen wichtigen Schritt für den Naturschutz im Land: „Mit dem Aufbau einer regionalen Wiesensaatgutproduktion schaffen wir eine wichtige Grundlage für den Schutz und die Wiederherstellung artenreicher Wiesen. Gleichzeitig stärken wir die regionale Wertschöpfung und setzen ein starkes Zeichen für den Biodiversitätsschutz in der Steiermark.“
Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt die Forschungseinrichtung Raumberg-Gumpenstein. Forschungsleiter Andreas Steinwidder betont die Bedeutung regionaler Pflanzenherkünfte: „Für die erfolgreiche Wiederherstellung artenreicher Wiesen braucht es regional angepasstes Saatgut. Das Projekt verbindet Forschung und Praxis und schafft damit die Basis für langfristig stabile Wiesenlebensräume.“
Auch Wilhelm Graiss vom Bereich Vegetations- und Biodiversitätsmanagement hebt die langfristige Wirkung hervor: „Gebietseigenes Saatgut hilft dabei, die natürliche Vielfalt unserer Wiesen zu erhalten und dauerhaft zu sichern.“
Eine zentrale Rolle übernehmen die sieben steirischen Naturparke. Gemeinsam mit Landwirtinnen und Landwirten, Gemeinden und weiteren Partnern werden geeignete Flächen ausgewählt und die regionale Saatgutgewinnung aufgebaut. Für Oliver Gulas, Obmann der Naturparke Steiermark, bringt das Projekt mehrere Vorteile zusammen: „Dieses Projekt verbindet Naturschutz und regionale Wertschöpfung. Die Naturparke schaffen gemeinsam mit den Betrieben die Grundlage dafür, dass heimisches Wiesensaatgut künftig in ausreichender Menge verfügbar ist.“
Auch Matthias Rode, Geschäftsführer der Naturparke Steiermark, sieht großes Potenzial: „Das Projekt zeigt, wie erfolgreich die Zusammenarbeit von Naturschutz, Forschung und Landwirtschaft funktionieren kann. Unser Ziel ist es, regionales Wiesensaatgut dauerhaft in der Steiermark zu verankern.“
Das gewonnene Saatgut soll künftig nicht nur für Naturschutzprojekte eingesetzt werden. Auch Gemeinden, Infrastrukturprojekte und größere Bauvorhaben sollen davon profitieren, wenn neue Grünflächen oder Blumenwiesen angelegt werden. So kann Schritt für Schritt wieder mehr blühende Vielfalt in die steirische Landschaft zurückkehren, zum Nutzen von Mensch, Natur und den vielen Tierarten, die auf artenreiche Wiesen angewiesen sind.
Rückfragen & Kontakt: Mag. Matthias Rode (GF Naturparke Steiermark), t: 0650/9403214, e: m.rode@naturparke-steiermark.at, www.naturparke-steiermark.at