Folgen des

Klimawandels

Klimawandel & Biodiversität

Wie sich Artenvielfalt und Klima gegenseitig beeinflussen

Klimawandel und Biodiversitätsverlust zählen zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Die Auswirkungen sind längst spürbar: Gletscher schmelzen, Vegetationsperioden verlängern sich, Tiere und Pflanzen geraten unter Druck. Gleichzeitig können naturnahe Lebensräume wie Moore, Wälder und artenreiche Wiesen einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Anpassung leisten.

Unsere 47 Naturparke stehen für „Landschaften voller Leben“. Sie bewahren nicht nur die Vielfalt an Arten und Lebensräumen, sondern wirken auch als natürliche Klimaschützer. In den Naturparken wird erforscht, vermittelt und umgesetzt, wie eine klimaangepasste und biodiversitätsfördernde Landnutzung aussehen kann – gemeinsam mit engagierten Menschen vor Ort. Denn nur durch das Zusammenspiel von Vielfalt und Klimaschutz können wir langfristig zukunftsfähige Lösungen entwickeln.

Klimawandel – eine Tatsache

Der Klimawandel ist real und wissenschaftlich eindeutig belegt: In Österreich ist die Durchschnittstemperatur bereits um rund 3,1 °C gestiegen (siehe Zweiter Österreichischer
Sachstandsbericht zum Klimawandel) – zwei Drittel davon allein in den letzten 50 Jahren. Gletscher ziehen sich zurück, Extremwetterereignisse wie Hitzewellen und Starkregen nehmen zu. Das betrifft auch unsere Naturparke – ob in Form von Gletscherschmelze im Naturpark Ötztal oder durch trockengestresste Wälder im Osten des Landes.

Hitze I Foto: Envato Sandsun

Auswirkungen auf die Biodiversität

Die biologische Vielfalt reagiert unmittelbar auf den Klimawandel. Längere Vegetationszeiten, mehr Trockenperioden und extreme Wetterereignisse bringen Tier- und Pflanzenarten unter Druck. Manche wandern – etwa in höhere Lagen oder nördlichere Regionen. Andere verlieren ihren Lebensraum. Besonders bedroht sind Arten mit engen ökologischen Nischen, wie der seltene Nordostalpen-Leuenzahn. Gleichzeitig profitieren wärmeliebende Arten wie die Gottesanbeterin, die sich in Österreich immer weiter ausbreitet.

Obstgarten I Foto: Kovacs

Biodiversität wirkt zurück – als Klimaschützerin

Umgekehrt spielt die biologische Vielfalt eine entscheidende Rolle für den Klimaschutz und die Klimawandelanpassung. Artenreiche Wiesen, Wälder und Moore speichern CO₂, regulieren das Mikroklima und stabilisieren Ökosysteme. Ein artenreiches Grünland kann mehr Kohlenstoff im Boden binden. Moore – wie im Naturpark Heidenreichsteiner Moor – sind sogar wahre Klimaschützer: Sie speichern mehr CO₂ pro Hektar als jeder Regenwald.

Heidenreichsteiner Moor I Foto: Herfried Marek

Zwei Krisen, eine Antwort

Klimakrise und Biodiversitätskrise sind eng miteinander verflochten – und können auch nur gemeinsam gelöst werden. Die Naturparke Österreichs setzen genau hier an: Sie erhalten und fördern artenreiche Kulturlandschaften, unterstützen klimafitte Bewirtschaftung und stärken regionale Kooperationen. Gemeinsam mit Landwirt*innen, Schulen, Gemeinden und Freiwilligen arbeiten sie an einer klimaresilienten Zukunft – mitten in Österreich.

Mehr dazu: Broschüre „Vielfalt schafft gutes Klima“ (PDF-Download: 3,25 MB)

Naturparke in Österreich
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