Erhellendes über die Dunkelheit

Über die Besonderheiten der Nacht und wie das Thema in den Unterrichts- bzw. Kindergartenalltag integriert werden kann, informiert eine neue Broschüre

Die Nacht hat seit jeher eine besondere Faszination auf uns Menschen ausgeübt. Sie ist nicht nur der Zeitraum, in dem wir schlafen und neue Kraft schöpfen, sondern auch eine Zeit, in der viele Tiere aktiv sind, das Licht der Sterne den Himmel schmückt und das Leben auf unserem Planeten in eine andere, geheimnisvolle Welt eintaucht. Für viele von uns ist die Nacht heute jedoch nicht mehr die tiefdunkle Zeit, die sie einst war: Straßenlampen, Häuserlichter und Leuchtreklamen hellen die Dunkelheit auf und haben nicht nur unseren Blick auf die Sterne verändert, sondern auch das Leben vieler nachtaktiver Lebewesen beeinflusst.

Der Verband der Naturparke Österreichs hat zusammen mit der E.C.O. – Institut für Ökologie eine Sammlung an Aktivitäten, Versuchen und Spielen zusammengestellt. Diese soll Kindern und Jugendlichen die Nacht, Himmelskörper, nachtaktive Tiere und ihre Anpassungen an die Dunkelheit sowie Lichtverschmutzung und ihre Auswirkung auf die Lebewesen näherbringen. Ein weiteres Ziel ist es, diese Themen in den Schul- und Kindergartenalltag zu integrieren und die Kinder für die Schönheit und Einzigartigkeit der Naturnacht zu sensibilisieren.

Die Broschüre kann auf der Website des Verbandes der Naturparke gratis heruntergeladen werden. Außerdem stehen weitere Informationen zu Himmelskörpern, Lichtverschmutzung und Angebote in den Naturparken zur Verfügung.

Leben in der Nacht

Rund 60% sämtlicher auf der Erde vorhandenen Lebewesen sind nachtaktiv. Sie haben sich über Jahrtausende an die Dunkelheit angepasst und brauchen eine natürlich dunkle Nacht zum Überleben. Igel, Dachse, Marder und Füchse sind einige der bekanntesten Vertreter der bei uns heimischen nachtaktiven Säugetiere. Auch viele Vögel, wie zum Beispiel Eulen, haben sich an die Dunkelheit angepasst. Verbessertes Gehör, ein ausgeprägter Geruchsinn und die Fähigkeit sich lautlos zu bewegen sind nur ein paar der Anpassungen, die diese Tiere entwickelt haben.

Durch Spiele und Experimente, die in der Broschüre vorgestellt werden, können Kinder in die Haut von Igeln, Nachtfaltern oder Fledermäusen schlüpfen und erleben, welchen Herausforderungen sich diese Tiere zu stellen haben.

Naturparke in Österreich und ihre zertifizierten Bildungseinrichtungen im Überblick

In Österreich gibt es 47 Naturparke. Sie verteilen sich über das ganze Land – vom Neusiedler See im Osten bis zur Nagelfluhkette im Ländle. Zusammen haben sie eine Fläche von knapp 6.000 km2, also ca. 7% der Fläche Österreichs. Naturparke sind geschützte Natur- und Kulturlandschaften und zeichnen sich durch ihre jeweilige regionale Eigenart, die nachhaltige Nutzung, kulturelle Besonderheiten sowie ein breites Angebot an Möglichkeiten des Naturerlebens aus.

Im Sinne einer gemeinsamen Weiterentwicklung haben sich die 47 Naturparke Österreichs im Verband der Naturparke Österreichs zusammengeschlossen. Seit knapp 30 Jahren ziehen sie unter dem Dach dieses gemeinnützigen Vereins gemeinsam an einem Strang. Das österreichweite Zertifikat für Naturpark-Schulen und -Kindergärten ist ein ganz besonderes Ergebnis dieser Zusammenarbeit.

In diesen zertifizierten Bildungseinrichtungen wächst Naturbewusstsein spielerisch. Was für frühere Generationen an Naturbegegnungen selbstverständlich war, bleibt Kindern heutzutage oft verwehrt. Mit den Naturpark-Schulen und -Kindergärten haben die Naturparke einen konsequenten Weg eingeschlagen, um Kindern und Jugendlichen ein spielerisches Lernen in und mit der Natur zu ermöglichen. Derzeit gibt es in acht Bundesländern rund 300 Naturpark-Schulen und -Kindergärten, die von über 15.000 Kindern und Jugendlichen besucht werden. Sie alle erfüllen österreichweit gültige Kriterien, um dieses Zertifikat tragen zu dürfen.

Naturparke in Österreich
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