Gudrun Bruckner
Natural Darkness and its Significance for Nature Protection Measures
Ecological assessment of the zonation of a planned International Dark Sky Reserve using light-averse bats as indicator species
Natürliche Lichtzyklen – Tages-, Mond- und Jahreszeiten – steuern das Leben auf der Erde seit Millionen von Jahren. Im Gegensatz zu Temperatur- oder atmosphärischen Veränderungen bleiben diese Zyklen sehr stabil und sind für biologische Prozesse von grundlegender Bedeutung. Die zunehmende Präsenz von künstlichem Licht in der Nacht (ALAN) und die Lichtverschmutzung haben jedoch bei Wissenschaftlern und in der Öffentlichkeit Besorgnis ausgelöst, da sie sich auf die menschliche Gesundheit, die Ökosysteme und den Energieverbrauch auswirken. Angesichts der aktuellen Energiekrise, des Klimawandels und des Verlusts der biologischen Vielfalt haben Naturschutzbemühungen begonnen, den Schutz des dunklen Himmels einzubeziehen.
In Zentralösterreich soll durch die Zusammenarbeit von sechs Schutzgebieten das größte Schutzgebiet für den dunklen Himmel in den Ostalpen geschaffen werden. Diese Arbeit unterstützt die Schaffung eines internationalen Schutzgebiets für den dunklen Himmel, indem sie die ökologischen Auswirkungen der Lichtverschmutzung anhand von lichtempfindlichen Fledermäusen (Myotis- und Rhinolophus-Arten) als Indikatoren untersucht. Die Studie befasst sich mit zwei Hauptforschungsfragen:
Frage 1: Kann die vorgeschlagene Kernzone des Zielgebiets die nächtliche biologische Vielfalt ausreichend schützen?
Frage 2: Was muss getan werden, um eine gut vernetzte dunkle und natürliche Landschaft im gesamten Zielgebiet zu gewährleisten?
Die GIS-Analyse von Fledermaus- und Lichtverschmutzungsdaten sowie die Überprüfung von Strategien zur Lichtminderung zeigen, dass sich derzeit nur etwa 10 % der Fledermaus-Mutterschaftsquartiere innerhalb der vorgeschlagenen Kernzone befinden. Darüber hinaus sind fast 47 % aller Wochenstuben direkt von der Lichtverschmutzung betroffen, was bei einem Radius von 2,5 km auf 68 % ansteigt. Die Ausweitung der Kernzone ist in der Praxis schwierig, so dass umfassendere Lichtmanagementstrategien erforderlich sind. Techniken wie die Anpassung der Beleuchtungspläne, der spektralen Zusammensetzung und der Intensität sowie die Priorisierung fledermausempfindlicher Gebiete sind entscheidend für die Minimierung der ökologischen Auswirkungen.
Ein wirksamer Naturschutz erfordert eine multidisziplinäre Zusammenarbeit, die sich auf Zoologie, Ökologie, Astronomie, Raumplanung und adaptives Management stützt. Die Auswirkungen der Lichtverschmutzung sind je nach Art, Lebensraumtyp und Umweltbedingungen sehr unterschiedlich. Während diese Studie anhand von Fledermäusen ein erstes Verständnis vermittelt, ist eine breitere Überwachung mehrerer Arten (wie Insekten und Vögel) für einen umfassenden Schutzansatz von entscheidender Bedeutung.
Auch wenn Fledermäuse als starke Indikatoren dienen, kann ihr Schutz allein nicht das gesamte nächtliche Ökosystem schützen. Eine Ausweitung der Indikatorarten wird die Ergebnisse des Schutzes verbessern, da die Maßnahmen aufgrund ökologischer Abhängigkeiten einem breiten Spektrum von Organismen zugute kommen.
Die spektrale Zusammensetzung des Lichts ist ein weiterer kritischer Faktor – Organismen nehmen verschiedene Wellenlängen unterschiedlich wahr, und selbst für den Menschen unsichtbares Licht kann störend wirken. Das Gleichgewicht zwischen menschlichen Bedürfnissen (wie Sicherheit und Verkehrsbeleuchtung) und ökologischen Belangen bleibt eine komplexe Herausforderung.
Wichtig ist, dass Lichtverschmutzung im Gegensatz zu anderen Schadstoffen nicht herausgefiltert werden kann. Ihre Eindämmung erfordert eine direkte Kontrolle der Quelle: die Reduzierung oder Beseitigung unnötiger Beleuchtung. Wenn wir die Lichtverschmutzung bekämpfen, schützen wir nicht nur die Tierwelt, sondern fördern auch das menschliche Wohlbefinden und die Gesundheit der Umwelt.
Abschließend (Zusammengefasst) zeigt diese Arbeit, dass selbst bei begrenzter Datenverfügbarkeit strategische Schutzmaßnahmen gegen Lichtverschmutzung möglich sind. Die wachsende internationale Aufmerksamkeit und die Entwicklung von Rahmenbedingungen zur Verringerung der Lichtverschmutzung geben Hoffnung auf ein breiteres Vorgehen. Letztendlich wird ein strategischer und transdisziplinärer Umgang mit Lichtverschmutzung erhebliche ökologische und gesellschaftliche Vorteile mit sich bringen. Durch die Verbindung von ökologischer Wissenschaft und strukturierter Beleuchtungspolitik zielt die Studie darauf ab, eine Landschaft zu fördern, in der nächtliche Artenvielfalt und menschliche Aktivitäten nachhaltig koexistieren können.