Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme

Gemeinsam für die Artenvielfalt

Maßnahmen für lebendige Lebensräume

Mit dem Projekt „Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme in Naturparken Österreichs“ nutzen und bündeln fünf Naturparke aus vier Bundesländern gemeinsam mit dem Verband der Naturparke Österreichs die Kraft ihres Netzwerks. 

Die Wiederherstellungsmaßnahmen zielen auf prioritäre, beeinträchtigte Ökosysteme und deren Verbesserung bzw. Wiederherstellung ab und betreffen 7 Feuchtgebiete und 37 Sonderstandorte mit einer Gesamtfläche von 46,3 ha. So erhalten die Naturparke wichtige Lebensräume und die dort vorkommenden Arten. Mit diesem Projekt, das vom nationalen Biodiversitätsfonds gefördert wird, tragen sie zur der Umsetzung „Biodiversitäts-Strategie Österreich 2030+“ bei.

Naturpark Kamptal-Schönberg

In der Region sind acht Trockenrasenflächen durch fehlende Nutzung und fortschreitende Verbuschung bedroht. Davon betroffen sind wertvolle FFH-Lebensräume sowie seltene Arten wie die Große Kuhschelle und die Smaragdeidechse.

Durch gezielte Pflegemaßnahmen werden die Flächen Naturpark Kamptal-Schönberg entbuscht, Streufilz entfernt und der Neophytenanteil reduziert. Ziel ist die Wiederherstellung typischer Trockenrasenstrukturen und die Sicherung gefährdeter Arten.

Inzwischen sind die betreffenden Flächen (Größe: 2,6 ha) wieder offener, artenreicher und bieten bessere Lebensbedingungen für viele spezialisierte Pflanzen und Tiere.

Foto: Naturpark Kamptal-Schönberg

Naturpark Kaunergrat

(Halb-)Trockenrasenflächen sind in der Region durch fehlende Nutzung und zunehmende Verbuschung gefährdet. Die steilen, felsdurchsetzten Hänge können nicht beweidet werden, wodurch wertvolle Lebensräume verloren zu gehen drohen. Besonders betroffen sind wärmeliebende Arten wie der seltene Apollofalter, für die diese Flächen überlebenswichtig sind.

Ziel des Projekts ist im Naturpark Kaunergrat, die typische Struktur- und Artenvielfalt von 27 Trockenrasen (Größe: 18 ha) wiederherzustellen und zu erhalten. Durch Entbuschung, gezielte Pflege und die Verbesserung der Verbindung zwischen den Flächen werden die Lebensräume deutlich verbessert. Die Maßnahmen zeigen bereits Wirkung – ein wichtiger Beitrag zur langfristigen Sicherung der Biodiversität im Naturpark.

Naturpark: Kaunergrat

Naturpark Rosalia-Kogelberg

Im jüngsten Naturpark des Burgenlands sind wertvolle Feucht- und Trockenlebensräume durch Nutzungsaufgabe, Verbuschung und Neophyten gefährdet. Betroffen sind artenreiche Feuchtwiesen, Halbtrockenrasen und Magerstandorte, die im pannonischen Raum stark zurückgegangen sind. Ohne gezielte Pflege droht der Verlust dieser Lebensräume und der darin vorkommenden gefährdeten Arten.

Im Naturpark Rosalia-Kogelberg ist Ziel des Projekts die Wiederherstellung und langfristige Sicherung von fünf Flächen (Größe: 8,2 ha) durch angepasste Bewirtschaftung wie Mahd und Beweidung. Zusätzlich werden strukturreiche Lebensraumelemente wie Tümpel und Hecken angelegt, um die ökologische Vielfalt zu fördern.

Die Maßnahmen führen dazu, dass verbuschte Flächen wieder offener und artenreicher werden. Charakteristische Pflanzen und Tiere kehren zurück, und typische Biotoptypen wie Feuchtwiesen und Halbtrockenrasen bleiben langfristig erhalten.

Foto: Naturpark Rosalia-Kogelberg

Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen

Die Feuchtwiesen beim Freizeitpark Mooslandl und Pribil sind durch Entwässerung, Verbuschung, invasive Neophyten und das Fehlen eines geeigneten Managements stark beeinträchtigt. Standortfremde Gehölze verdrängen typische Feuchtwiesenarten, wodurch der ökologische Zustand der Fläche deutlich verschlechtert wurde.

Um den ursprünglichen Feuchtwiesencharakter wiederherzustellen, werden im Natur- und Geopark Steirische Eisenwurzen die Flächen (Größe: 2,5 ha) revitalisiert. Der typische Charakter der Feuchtwiesen wird schrittweise wiederhergestellt, wodurch sich auch die Lebensbedingungen für feuchteliebende Pflanzen- und Tierarten nachhaltig verbessern. Ziel ist ein stabiler, naturnaher Zustand, der langfristig durch geeignete Pflege gesichert werden kann.

Foto: Naturpark Steirische Eisenwurzen

Naturpark Südsteiermark

In drei Schutzgebieten entlang der Sulm und in der Heiligengeistklamm sind wertvolle Uferlebensräume durch Entwässerung, Eutrophierung, invasive Neophyten und fehlendes Management bedroht. In der Heiligengeistklamm kommt zusätzlich eine starke touristische Nutzung hinzu, die das Ökosystem weiter unter Druck setzt.

Um die Uferbereiche ökologisch zu stabilisieren, werden im Naturpark Südsteiermark auf einer Fläche von 15 ha Neophyten gezielt entfernt und durch standortgerechte, regionale Wildgehölze ersetzt. Die Pflegearbeiten erfolgen regelmäßig, um die Entwicklung langfristig zu sichern. Die Wirkung der Maßnahmen wird durch botanisches und zoologisches Monitoring überprüft.

Durch die Reduktion invasiver Arten und die Pflanzung regionaler Gehölze verbessern sich Struktur und Artenvielfalt in den Uferzonen spürbar. Die Lebensräume werden ökologisch aufgewertet, stabilisiert und können wieder ihre wichtige Funktion für Flora und Fauna erfüllen.

Foto: Naturpark_Südsteiermark

Mehrwert abseits der Fläche

Darüber hinaus gibt es im Projekt auch verschiedene Begleitmaßnahmen, die dem Erfahrungsaustausch dienen. Um eine erfolgsversprechende Vorgehensweise in den Naturparken und den Informationsfluss über Bundesländergrenzen hinweg zu ermöglichen, werden ein Expert:innen-Beirats eingebunden sowie diverse Workshops und Fachexkursionen durchgeführt. Zur optimalen Durchführung der Wiederherstellungsmaßnahmen wurde zudem auch eine „Helpline“ für die die beteiligten Naturparke eingerichtet. Hier beantworten Expert:innen im Prozess aufkommende Frage- und Problemstellungen fachkundig und lösungsorientiert.

Damit die gewonnenen Erfahrungen für künftige Maßnahmen dieser Art auch dem Naturschutz- und Naturpark-Netzwerk zugänglich sind, werden diese fachkundig aufbereitet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt („Lessons Learned“). Diese Form der Wissenssicherung ermöglicht verschiedenen Akteur*innen auch über das Projekt hinaus von der Expertise zu Wiederherstellungsmaßnahmen dieser Art zu profitieren. 

Zur optimalen Umsetzung dieser Vorhaben unterstützt das E. C. O. – Institut für Ökologie dieses Projekt. Dieses bringt sein Fachwissen ein und begleitet den Prozess. Durch Einbeziehung führender Expert:innen werden ein Erfahrungsaustausch über Bundesländergrenzen hinweg gefördert und Synergieeffekte initiiert.

Eine weitere Begleitmaßnahme im Projekt ist die Bewusstseinsbildung. Diese zielt auf die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Bedeutung von Feuchtgebieten und Sonderstandorten für die Biodiversität ab.

Mit Unterstützung des Biodiversitätsfonds, finanziert von der Europäischen Union – NextGenerationEU und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.

Naturparke in Österreich
Ausflugstipps