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Foto: goodluz/fotolia

Forschungsfonds

Der Verband der Naturparke Österreichs und die Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) wollen gemeinsam engagierte Studierende fördern, die sich im Rahmen ihrer Diplom- bzw. Masterarbeit mit Naturraummanagement und/oder Naturparken beschäftigen. Hierfür wurde ein Forschungsfonds eingerichtet, aus dessen Mitteln österreichweit Studierende in einem Ausmaß zwischen € 500 und € 1.000 gefördert werden. Die Auswahl der Arbeiten erfolgt auf Basis der Bewertung der eingereichten Forschungsvorhaben durch eine fachkundige Jury.

Ziel des Fonds ist einerseits, angehende WissenschaftlerInnen zu fördern, die einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Naturpark-Idee bzw. des Naturraummanagements leisten. Andererseits werden die geförderten Diplom- und Masterarbeiten zum Download bereitgestellt, wodurch Interessierte aus der ganzen Welt auf diese zugreifen und die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchungen praktische Anwendung finden können.

Bei Rückfragen steht Ihnen das Team des VNÖ gerne zur Verfügung!

Forschungsfonds 2018/2019

Foto: Ewald Neffe

Der gemeinsame „Forschungsfonds 201/2019“ des Verbandes der Naturparke Österreichs und der Österreichischen Bundesforste stellt eine Fördersumme von insgesamt € 6.000 zur Verfügung. Interessierte Studierende können Ihre Forschungsvorhaben heuer zu zwei Terminen einreichen, einen im Sommer (Juli 2018) und einen im Winter (November 2018). Die geförderten Arbeiten sollen einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Naturraummanagements und/oder der Naturpark-Idee leisten.

Anforderungen

Um eine Förderung aus dem "Forschungsfonds 2018/2019" erhalten zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt werden:

  • Die Untersuchung beschäftigt sich mit einem für die Kooperationspartner relevanten Thema.
  • Es handelt sich um eine Diplom- oder Masterarbeit (also keine Bachelorarbeit oder Dissertation).
  • Die Arbeit wird innerhalb eines Jahres nach Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung fertigverfasst (und ist nicht bereits abgeschlossen).
  • Ein ausgefüllter Antrag auf Förderung aus dem „Forschungsfonds 2018/2019“ wird zeitgerecht an den Verband der Naturparke Österreichs per E-Mail übermittelt.
  • Der Untersuchungsgegenstand (Gebiet, Management, Tier, Pflanze etc.) befindet sich auf österreichischem Staatsgebiet oder ist Teil eines länderübergreifenden Österreichischen Naturparks.

Hinweis: Das Erfüllen dieser Kriterien allein garantiert keine Förderung aus dem Forschungsfonds – nur jene Studierende bekommen diese, deren übermittelten Forschungsvorhaben von einer fachkundigen Jury am besten beurteilt wurden. Der/die Studierende hat sich dazu bereitzuerklären, zusätzlich eine allgemein verständliche zweiseitige Zusammenfassung zu verfassen und diese wie auch die Abschlussarbeit selbst dem VNÖ und den ÖBf zur freien Verwendung zur Verfügung zu stellen (der/die Autorin wird natürlich stets genannt). Die Förderung wird auf Basis einer Kooperationsvereinbarung und auschließlich nach einer positiven Beurteilung durch den/die wissenschaftliche/n Betreuer/in ausbezahlt.

Relevante Themenbereiche

Die behandelten Fragestellungen bzw. Ergebnisse der Studierenden sollen Strategien bzw. Projekten der Kooperationspartner dienen, also einen hohen Praxisbezug aufweisen, und sich nicht mit bereits hinlänglich erforschten und bekannten Thematiken auseinandersetzen.

Themenbereiche, die für eine Förderung in Betracht kommen, sind:

  • Biodiversität und Naturraummanagement
  • Ökologisch nachhaltige Regionalentwicklung in Schutzgebieten (inkl. regionalwirtschaftlicher Nutzen)
  • Natur als Bildungsraum (didaktisch, sozio-ökonomisch, Besucher leitend, …)
  • Leitarten und ihre Bedürfnisse an die Habitate – praxisnahe Managementvorschläge
  • Vorschläge zur Messung der Biodiversität (Entwicklung eines Indexes)
  • Managementmaßnahmen für bestimmte Lebensräume
  • Biodiversitätsmanagement und Risikovorsorge   

Einreichung und Fristen

An einer Förderung interessierte Studierende können einen Antrag auf Förderung aus dem Forschungsfonds 2018/2019 stellen. In diesem sind der vorläufige Abschlusstitel, der Themenschwerpunkt, eine Kurzbeschreibung des Forschungsvorhabens, die Forschungsfrage/n, Methodik und der praktische Nutzen anzugeben. Dieser Antrag ist dem VNÖ per E-Mail an office@naturparke.at bis zu einem der nachstehenden Termine zu übermitteln.

  • Sommertermin: 31. Juli 2018, 12.00 Uhr
  • Wintertermin: 30. November 2018, 12.00 Uhr

Kooperationspartner

Österreichische Bundesforste AG

Pummergasse 10-12
3002 Purkersdorf
Tel.: 02231 600-0
E-Mail: bundesforste@bundesforste.at
Web: www.bundesforste.at

 

Mehr Informationen darüber, wie die Österreichischen Bundesforste die Forschung unterstützen, zur Themenfindung und -bearbeitung im wissenschaftlichen Bereich beitragen und sich an der Projektumsetzung beteiligen, finden Sie hier!

Forschungsfonds 2017/2018

Der gemeinsame „Forschungsfonds 2017/2018“ des Verbandes der Naturparke Österreichs und der Österreichischen Bundesforste stellt eine Fördersumme von insgesamt € 6.000 zur Verfügung. Insgesamt neun Studierende werden hiermit bei der Durchführung ihrer Forschungsvorhaben unterstützt. Ihre Arbeiten leisten einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Naturraummanagements und/oder der Naturpark-Idee.

Mit dem „Forschungsfonds 2017/2018“ werden die nachstehenden Diplom- bzw. Masterarbeiten gefördert:

  • „Korrelationen zwischen den Merkmalen SMR, Recapping und der Bruthygiene bei der Apis mellifera carnica"
    von Martin Buchegger
  • „Lebensraum Streuobstwiese - eine pädagogisch bedeutende Kulturlandschaft in Österreich"
    von David Falkenburger
  • „Hydrochorie-Potential der renaturierten Traisen"
    von Marc Trattnig

 

Sofern die Arbeit bereits abgeschlossen ist, können Sie der folgenden Übersicht eine von dem/der betreffenden Studierenden verfasste Zusammenfassung der Ergebnisse entnehmen und deren Diplom- bzw. Masterarbeit downloaden.

Ette, Sophie

Einflussfaktoren auf die Biodiversität in laubwalddominierten Waldökosystemen

Diplomarbeit an der Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Waldwachstum

 

Zusammenfassung

Biodiversitätsverlust ist eine der größten ökologische Herausforderung unserer Zeit. Die Vielfalt von Arten, Ökosystemen und die genetische Vielfalt bilden zusammen die Grundlage für die zahlreichen Ökosystemfunktionen und somit die Basis unseres Wirtschaftssystems. Das politische und wissenschaftliche Interesse an der Bewertung der Biodiversität von Ökosystemen steigt aus diesem Grund stetig. Für eine umfassend nachhaltige Waldbewirtschaftung ist daher wichtig, dass die Auswirkungen von Entscheidungen auf die Biodiversität berücksichtigt werden.

Untersuchungsgebiet & Berechnungsgrundlage
Für die Diplomarbeit wurden Daten aus den 37 unbewirtschafteten Kernzonen des Biosphärenparks Wienerwald mit einer Fläche von 5400 Hektar ausgewertet. Das Beobachten der Veränderungen des Waldes nach Ende der Holznutzung liefert wertvolle Informationen über Bodenaufbau, Waldstruktur, Wildtierein-fluss auf junge Bäume und Totholz. Aus diesen Kennzahlen kann mit statistischen Methoden indirekt auf den Zustand der Biodiversität im Wald geschlossen werden. Hierfür werden die sogenannten Biodiversitätsindizes verwendet. Biodiversitätsindizes geben Hinweise darauf, wie sich bestimmte Strukturen und Baumartenzusammensetzungen vermutlich auf die Vielfalt an Arten und Ökosystemen auswirken. Um sicher zu gehen, dass die Indizes den Waldzustand ganzheitlich abbilden, müssen immer mehrere verschiedene Indizes verwendet werden.

Wissenschaftliches Ziel
Das Ziel der Diplomarbeit war herauszufinden, welche der im Wienerwald beobachteten Kenngrößen die Biodiversität am stärksten beeinflussen. Außerdem soll für Buchen-Mischwälder gezeigt werden, welche Möglichkeiten WaldbesitzerInnen und Wald-bewirtschafterInnen haben, um die Biodiversität im Wald gezielt zu steigern oder sie zu bewerten. Zudem wurde berechnet, welche statistischen Zusammenhänge zwischen den Biodiversitätsindizes vorhanden sind.

Um diese Fragestellungen zu beantworten, wurden zunächst fünf Biodiversitätsindizes ausgewählt. Diese repräsentieren die Verteilung der Bäume auf der Fläche (Clark & Evans- Index), den Dichtstand der Einzelstämme (Stand Density Index, Crown Competition Factor), die Verteilung der Stammdurchmesser (Durchmesserdifferenzierung nach Füldner) und die Baumartendiversität (Shannon-Index). Der Zustand der genetischen Vielfalt als Teilbereich des Begriffs Biodiversität kann durch die vorhandenen Kenngrößen aus dem Wald auf diesem Weg nicht bewertet werden.

Berechnungsmethode
Für jeden der 1650 Aufnahmepunkte im Wald wurden die fünf oben genannten Biodiversitätsindizes berechnet. Anschließend erfolgte die Berechnung von Regressionen in dem Statistikprogramm R (random Forest). In drei Modellen wurde dann getestet, welche Faktoren die Biodiversität im Wald am stärksten beeinflussen (VSURF). Verglichen wurden folgende Gruppen von Einflussfaktoren:

  1. Alters- und Dichtebedingte Einflussfaktoren (Stammanzahl, Stammgrundfläche, Holzvorrat, durchschnittlicher Stammdurchmesser)
  2. Strukturbedingte Einflussfaktoren (Häufigste Baumart, Totholzmenge, Jungbäume)
  3. Standortsbedingte Einflussfaktoren (Exposition, Seehöhe und Geländeform)
  4. Wildbedingte Einflussfaktoren (Durch Wildtiere beschädigte Jungbäume)
  5. Boden- und Grundgesteinsbedingte Einflussfaktoren (Flysch- oder Kalkgebiet, Wassergehalt im Boden, Grundgesteinsart, Bodenart und Oberste Bodenschicht)

Ergebnisse
Werden alle Probepunkte und Biodiversitätsindizes gemeinsam betrachtet, hat die Gruppe der „Alters- und Dichtebedingten Einflussfaktoren“ zusammen mit den „Strukturbedingten Einflussfaktoren“ den größten Einfluss auf die Biodiversität im unbewirtschafteten Laub-mischwalds.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass klassische Forstinventuren durchaus dazu geeignet sind, auch die Entwicklung der Biodiversität auf der Fläche zu beschreiben. Außerdem zeigt sich, dass in vergleichbaren Waldökosystemen die Vielfalt an Arten und Ökosystemen steigt, wenn Flächen oder Einzelbäume später (längere Umtriebszeit) oder nicht mehr zur Holzproduktion genutzt werden. International werden diese Konzepte der Nutzung mit dem Begriff „Retention Forestry“ bezeichnet. Eine weitere Möglichkeit, die Biodiversität im Wald bei gleichzeitiger Holznutzung gezielt zu steigern ist, mit Holzernteeinsätzen das natürliche Störungssystem zu imitieren. Für Buchen-Mischwälder bedeutet dies, häufige kleine Störung-en (Schirmschlag/Femelschlag) und seltene große Störungs-ereignisse (Kahlschlag) einzusetzen. Dies fördert die charakteristischen Waldarten, welche auf diese Form von Störungen in ihrer Biologie angepasst sind.

Das Ziel aller Bemühungen zur Steigerung der Biodiversität sollte nie sein, eine maximal hohe Artenzahl zu erreichen, sondern die lokal typische Artenzusammensetzung zu fördern. Denn, dies als das wichtigste Fazit, Biodiversität bezeichnet als Begriff viel mehr als nur Artenvielfalt!

 

PDF-Download: Einflussfaktoren auf die Biodiversität in laubwalddominierten Waldökosystemen (2018)

Feldbaumer, Marcus

Untersuchung der Abwehrreaktion von Robinia pseudoacacia bei Inokulation mit Verticillium nonalfalfae (2018)

Masterarbeit an der Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Botanik: Stoffliche und energetische Nutzung nachwachsender Rohstoffe

 

Zusammenfassung

Bei der Gewöhnlichen Robinie (Robinia pseudoacacia) handelt es sich um einen ursprünglich in Nordamerika beheimateten Baum, der Anfang des 17. Jahrhunderts in Europa eingeführt wurde. Hier gelang es ihr sich teilweise massiv auszubreiten und die heimische Vegetation zu verdrängen. Auch im Osten Österreichs kann die Robinie gehäuft auftreten und mitunter ökologische sowie wirtschaftliche Probleme verursachen. Ihre Bekämpfung gestaltet sich leider äußerst schwierig. Mechanische Bekämpfungsmaßnahmen führen aufgrund ihrer Kostenintensität und mangelnder Wirksamkeit meist nicht zu einem befriedigenden Ergebnis. Aus diesem Grund wurde ein vielversprechendes biologisches Herbizid das auf einem Pilz, dem Welkeerreger Verticillium nonalfalfae, basiert, an der Robinie getestet. Dieses sogenannte Myko-Herbizid wurde ursprünglich zur Bekämpfung des Götterbaumes, einer aus China stammenden Problembaumart, am Institut für Forstentomologie, Forstpathologie und Forstschutz (IFF) der Universität für Bodenkultur Wien entwickelt und lieferte hier sehr vielversprechende Ergebnisse. Im Gegensatz zum Götterbaum, der nach der Behandlung (Inokulation) mit dem Myko-Herbizid ausnahmslos abstarb, konnte sich die Robinie nach anfänglichem Welken wieder erholen. Die Masterarbeit “Untersuchung der Abwehrreaktion von Robinia pseudoacacia bei Inokulation mit Verticillium nonalfalfae“ ging nun der Frage nach, wie sich die Robinie gegen den Pilz zur Wehr setzt. Zu diesem Zweck wurde infiziertes und gesundes Holz der Robine untersucht.

Das Holz der mit dem Myko-Herbizid behandelten Robinien wies eine Reihe von Veränderungen auf, die teils bereits mit freiem Auge ersichtlich waren. Der Jahrring der im Jahr der Verabreichung des Herbizides gebildet wurde, zeigte vornehmlich im großporigen Frühholz punktförmige gräulich-, bräunliche Verfärbungen als Reaktion auf den Welkeerreger. Diese Verfärbungen waren meist über den gesamten Querschnitt verteilt und bildeten so einen Ring aus. Es zeigte sich auch, dass diese Verfärbungen von der Verabreichungsstelle des Herbizides über die Baumhöhe hin erst zunahmen und schließlich ab einer gewissen Höhe wieder abnahmen.

Unter dem Mikroskop konnten weitere Details der Abwehrreaktion erkannt werden. Einzelne Holzporen, die Gefäße genannt werden und zur Wasserleitung dienen
sowie das sie umgebene Gewebe, wiesen starke Verfärbungen auf. Auch die Verthyllung, Zellmembranen die Gefäße verschließen, waren stark verfärbt. Diese Verfärbungen deuteten zum einen auf die Einlagerung phenolischer Verbindungen, chemische Abwehrstoffe des Baumes, sowie auf abgestorbene Zellen hin. Das
Vorhandensein von abgestorbenem Gewebe wiederum, kann Zeichen einer sogenannten “Hypersensitiven Reaktion“ sein. Dabei handelt es sich um das vorsätzliche Absterben von mit einem Krankheitserreger infiziertem Gewebe, um dessen weitere Ausbreitung zu verhindern. Aber auch vom Krankheitserreger produzierte Giftstoffe könnten für das Absterben des Gewebes verantwortlich sein.

Neben den Verfärbungen konnten auch strukturelle Änderungen der Holzanatomie beobachtet werden. In gesundem Robinienholz wird im Frühholz ein mehrreihiges
Band aus großporigen Gefäßen gebildet. In weiterer Folge nimmt der Gefäßdurchmesser sowie die Häufigkeit der Gefäße stetig ab. Das Spätholz besteht dann zum Großteil aus dickwandigen Holzfasern mit nur mehr vereinzelten Gefäßen geringen Durchmessers.

Bei den mit dem Myko-Herbizid behandelten Robinien wurde hingegen ein weiteres Band an großen Gefäßen im Spätholz gebildet. Die relative Gefäßfläche des Spätholzes der behandelten Robinien war signifikant größer als jene der Kontrollproben und es konnte überdies auch kein statistischer Unterschied mehr zwischen der relativen Gefäßfläche des Frühholzes und der relativen Gefäßfläche des Spätholzes behandelter Robinien erkannt werden. Die Zellwanddicke der Holzfasern des Spätholzes der behandelten Robinien nahm hingegen deutlich ab. Das Phänomen eines zusätzlichen Bandes großer Gefäße im Spätholz ist der Literatur durchaus bekannt. Beispielsweise reagiert die Gewöhnliche Esche (Fraxinus excelsior) nach Zurückstutzen ihrer Krone ebenfalls mit der Anlage eines Bandes großporiger Gefäße im Spätholz. Die Abnahme der Zellwanddicke bei gleichzeitiger Zunahme großporiger Gefäße dürfte auf einen Trade-Off Effekt hindeuten. Das heißt, die Pflanze produziert vermehrt Leitungsgewebe auf Kosten von dickwandigen Holzfasern die der Festigkeit dienen.

Aufgrund der umfangreichen Abwehrreaktion der Robinie, dürfte das verwendete Myko-Herbizid nicht in der Lage sein, diesen Baum nachhaltig zu bekämpfen. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass andere Stämme des Pilzes eine größere Wirksamkeit zeigen könnten.

 

PDF-Download: Untersuchung der Abwehrreaktion von Robinia pseudoacacia bei Inokulation mit Verticillium nonalfalfae (2018)

Kößl, Jakob

Homogenisierung von Wiesen des Lainzer Tiergartens durch naturschutzfachlich begründete Bewirtschaftungsvorschriften (2017)

Masterarbeit an der Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Botanik: Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur

 

Zusammenfassung

Die artenreichen, mageren Wiesenökosysteme sind österreichweit durch Intensivierung oder Flächenstilllegung stark gefährdet. Eine Erhaltung dieser im Naturschutzgebiet Lainzer Tiergarten vorherrschenden waldfreien Vegetationstypen ist das naturschutzfachliche Ziel und deshalb ist deren Bewirtschaftung in einem Managementplan geregelt (LGBl. für Wien Nr. 45/2008).

Im Rahmen dieses Projekts soll untersucht werden, wie sich die Wiesen im Lainzer Tiergarten in den letzten 18 Jahren floristisch verändert haben und inwieweit sich Änderungen in der Bewirtschaftung und der äußeren Rahmenbedingungen wie Stickstoffdeposition oder Klimawandel auf die Pflanzenzusammensetzung ausgewirkt haben. Dazu wurden 64 ausgewählte Vegetationsaufnahmen, welche 1996 und 1997 von LEPUTSCH (1997) angefertigt wurden, in den Jahren 2014 und 2015 wiederholt. Auf den Aufnahmeflächen fand eine Schätzung der Artmächtigkeit nach der Methode von BRAUN-BLANQUET (1951) statt, wobei 2014/15 eine erweiterte 17-teilige Skala zu Anwendung kam.

Neben dem Vergleich der Artendiversität wurde nach Unterschieden in der Artenzusammensetzung zwischen den Aufnahmejahren gesucht. Die Anwendung einer detrended correspondence analysis (DCA) auf den Gesamtdatensatz ermöglichte eine Gegenüberstellung der Aufnahmen in einem zweidimensionalen Ordinationsraum auf Grundlage der Artenzusammensetzung. Neben allgemeinen Entwicklungen wurde nach Veränderungen in Untergruppen des Datensatzes (Ward-Clustern) gesucht. Um auf Veränderungen der Standortverhältnisse schließen zu können, erfolgte zusätzlich eine Berechnung der Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992).

Der mittlere Nährstoffzeigerwert nahm signifikant von 3,8 auf 4,0 zu. Die Einstellung der Düngung im Jahr 2000 führte damit zu keiner Aushagerung der Flächen. Die konstant anhaltende Stickstoffdeposition aus der Luft hat vermutlich zu einem gegenteiligen Effekt und damit einer besseren Nährstoffversorgung der Standorte im Lainzer Tiergarten beigetragen. Vor allem sehr magere Standorte wie Bürstlingrasen- oder Davallseggengesellschaften sind besonders davon betroffen. Düngung soll im Lainzer Tiergarten also weiterhin unterbleiben. Außerdem wird die Messung der jährlichen Stickstoffdepositionen im Lainzer Tiergarten empfohlen, um deren Einfluss auf magere Wiesenökosysteme besser untersuchen zu können.

Die Analyse des Gesamtdatensatzes zeigt zusätzlich, dass es zu einer Homogenisierung des Pflanzenbestandes gekommen ist. Die Aufnahmen unterscheiden sich 2014/15 weniger stark voneinander als noch 1996/97, da eine geringfügige aber signifikante Bewegung der Aufnahmen Richtung Ordinationszentrum erfolgt ist. Auch die Gesamtvariation der beiden Datensätze hat von 4,7 auf 4,2 SD-Einheiten abgenommen. Neben dem ausgleichenden Effekt durch die Düngung aller Flächen über die Stickstoffdeposition kann man diese Entwicklung vor allem darauf zurückzuführen, dass große Wiesenkomplexe zu einem einheitlichen Zeitpunkt gemäht werden. Auch wenn die verschiedenen Vegetationstypen nach wie vor standörtlich klar abgegrenzt sind, wirkt die einheitliche Bewirtschaftung nicht mehr zusätzlich differenzierend. Um dem entgegenzuwirken, wäre der Mahdtermin auf die verschiedenen Vegetationstypen abzustimmen. Im Wesentlichen könnte man dabei den Bewirtschaftungsempfehlungen von LEPUTSCH (1997) auch heute folgen. Auf jeden Fall wird angeraten, nährstoffreiche Wiesensysteme wie die Goldhaferwiesen des Ward-Clusters 2 früher zu mähen, da hier bereits Verbrachungstendenzen zu beobachten sind. Auch ein Zurückdrängen der stark zunehmenden Colchicum autumnale könnte damit erreicht werden. Zusätzlich muss auf eine saubere Mahd in den Wiesenrandbereichen hingewiesen werden, da die naturschutzfachlich wertvollen Vegetationstypen der Furchenschwingel-Trespenböschung (Ward Cluster 6) und der Bürstlingrasen (Ward-Cluster 1), welche zum überwiegenden Teil an Wiesenrändern liegen, eine Zunahme einiger Brachezeiger aufweisen.

Die Artendiversität zeigt einen naturschutzfachlich wünschenswerten Trend und nimmt von durchschnittlich 46 auf 55 Pflanzenarten pro Aufnahmefläche signifikant zu. Zu beachten ist die starke räumliche und zeitliche Heterogenität des Pflanzenbestandes, die durch den hohen Schwarzwildbestand und deren Wühltätigkeit auf den Wiesen verursacht wird. Unter gegebenen Wildeinfluss sind daher Schwankungen in den Artenzahlen zu erwarten. Grundsätzlich tragen die Beweidung durch Wild und die Wühltätigkeit der Wildschweine zu der hohen Artendiversität im Lainzer Tiergarten bei. Beispielsweise sind die stark umgebrochenen und nährstoffreichen Wiesentypen des Ward-Clusters 2 sehr artenreiche Systeme. Auf einigen Aufnahmeflächen des Bürstlingrasen (Ward-Cluster 1) zeigt sich aber, dass massive Wühltätigkeit durchaus zu einer Beeinträchtigung der typischen Artengarnitur führen kann. Daher ist ein Monitoring der Wühlstellen anzuraten, um Auswirkungen der Wühltätigkeit auf den Pflanzenbestand zu untersuchen und Empfehlungen zum Schwarzwildbestand geben zu können.

Der im beobachteten Untersuchungszeitraum stattgefundene Jahresmitteltemperaturanstieg hatte keine Auswirkungen auf den Pflanzenbestand, da der Zeigerwert der mittleren Temperaturzahl keine Veränderungen zeigt. Es ist daher zu keiner Verschiebung der Artengarnitur hin zu wärmeliebenderen Pflanzenarten gekommen.

Ein regelmäßiges Monitoring der Vegetationstypen ist zu empfehlen, um den Erfolg der Wiesenbewirtschaftung zu kontrollieren und gegebenenfalls Adaptierungen vornehmen zu können.

 

PDF Download: Homogenisierung von Wiesen des Lainzer Tiergartens durch naturschutzfachlich begründete Bewirtschaftungsvorschriften (2017)

Landscape Services in randalpinen Kulturlandschaften am Beispiel des Naturparks Almenland


Mayer, Eva Andrea

Landschaftsleistungen in randalpinen Kulturlandschaften am Beispiel des Naturparks Almenland (Steiermark)(2018)

Masterarbeit an der Universität Wien, Department für Botanik und Biodiversitätsforschung

 

Zusammenfassung

Die Natur mit ihren Funktionen ist ein bedeutsamer Lieferant von Rohstoffen und anderen lebenswichtigen und lebenserleichternden Leistungen für den Menschen.
Der Ökosystemdienstleistungs-Ansatz, der 1992 von de Groot entwickelt wurde, versucht, den Wert dieser Leistungen möglichst objektiv festzumachen. Er ist mittlerweile ein gängiges Instrument im Naturschutz und der Regionalplanung und wird von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern immer wieder ergänzt und verfeinert. In dieser Arbeit wird stets von „Landschaftsleistungen“ gesprochen, da im Naturparkkonzept das Zusammenspiel von Mensch und Natur der wichtigste Aspekt ist und somit die Landschaft als Ganzes entscheidender ist als einzelne Ökosysteme.
Diese Arbeit stellt sich zur Frage, inwieweit sich die behandelten Raumeinheiten in Bezug auf ihre Landschaftsleistungen voneinander unterscheiden.

Die Grundlage für die Bewertungsmethodik sind die Arbeiten von Hermann et al. (2014) und Wrbka et al. (2012). Für die Auswahl der Samplingflächen wurden zunächst drei repräsentative Großräume ausgewählt (NO, TA, WE) und anschließend per Zufall drei Quadranten mit einer Fläche von je 500x500m pro Großraum ermittelt (NO34, NO69, NO85, TA73, TA129, TA150, WE357, WE536, WE636), die einen Waldanteil von maximal 50% aufweisen, da vorrangig die Offenlandschaft betrachtet werden soll. Zwei der Großräume werden als Kulturlandandschaftstyp „Grünlandgeprägte Kulturlandschaft“ definiert, einer als „Subalpines Weideland“. Somit ergeben sich als Raumeinheiten, die es in Bezug auf ihre Landschaftsleistungen zu vergleichen gilt, zwei Landschaftstypen, drei Großräume und neun Quadranten.

Die Landschaftsleistungen gliedern sich auf in Regulations- (Regulation), Lebensraum- (Habitat), Versorgungs- (Provision) und Landnutzungsleistungen (Carrier), ebenso wie sozio-kulturelle Leistungen (Information). Für die ersten vier Leistungsgruppen dient eine Biotoptypenkartierung als Basis der Berechnung, für die sozio-kulturellen Leistungen ist eine Landschaftscharakterkartierung ausreichend. Die Werte können zwischen 0 und 5 liegen, wobei 0 „keine relevante Beziehung“ und 5 „sehr hohe relevante Beziehung“ bedeutet.

Die Werte der zwei Landschaftstypen unterscheiden sich kaum, jedoch weist das subalpine Weideland bei den Regulations-, Lebensraum-, Versorgungs- und Landnutzungsleistungen etwas höhere Werte auf. Die grünlandgeprägte Kulturlandschaft hat lediglich bei den sozio-kulturellen Leistungen einen besseren Wert. Es gibt signifikante Unterschiede bei der lokalen Klimaregulierung, wildwachsender Nahrung und genetischen Ressourcen, hier weist das subalpine Weideland deutlich höhere Werte auf.

Die Leistungswerte der drei Großräumen sind recht ähnlich, sie unterscheiden sich um maximal 0,5 (WE 2,7 und NO&TA 3,2). TA hat bis auf die Information-Leistungen immer die besten Werte. Es gibt signifikante Unterschiede bei der lokalen Klimaregulierung, wildwachsender Nahrung und sowohl bei den genetischen als auch den medizinischen Ressourcen. Bis auf den Provision-Wert (2,7) von WE und alle Carrier-Werte (1,6 bzw. 1,9) liegt kein Wert unter 3,0, was auf recht gute Leistungen schließen lässt. Es ist allerdings auch kein Wert von über 3,7 zu verzeichnen, was wiederum bedeutet, dass es überall Verbesserungspotenzial gibt.

Zwischen den einzelnen Quadranten gibt es größere Unterschiede. Bei den Versorgungsleistungen unterscheiden sich die Werte sogar um bis zu 1,5. Die Quadranten mit den meisten hohen Werten sind TA129, TA150, WE357, die meisten niedrigen weisen NO85, TA73 und WE536 auf. Signifikante Unterschiede auf Subfunktionsniveau gibt es z.B. bei der lokalen Klimaregulierung zwischen TA73 (1,01) und NO85 (2,86) und bei den genetischen Ressourcen au TA129 (3,73) und WE536 (1,53).

Insgesamt lässt sich sagen, dass alle Hauptgruppen-Werte, bis auf die Landnutzungsleistungen, recht hoch sind, die untersuchten Flächen des Naturparks also gute Landschafsleistungen zur Verfügung stellen.

Dass generell keine allzu großen Unterschiede zwischen den Raumeinheiten zu finden sind, kann damit begründet werden, dass Naturparke im Gegensatz zu z.B. Biosphärenparks nicht in Zonen aufgeteilt sind und daher die Grenzen zwischen den Kulturlandschaftstypen teilweise stark verschwimmen. So gibt es z.B. auch in der grünlandgeprägten Kulturlandschaft durchaus extensivere Weiden und im subalpinen Weideland ebenfalls sehr intensive Wiesen. Ein weiterer Störfaktor stellt die hohe bewaldete Fläche dar, da Wald sehr hohe Werte für viele der Leistungen hat, in dieser Arbeit jedoch die Offenlandschaft im Vordergrund stehen soll.

Um die Landschaftsleistungen hoch zu halten bzw. eventuell teilweise noch zu verbessern, ist es zielführend, gewisse Landschaftselemente zu erhalten und zu fördern. So leisten z.B. Feldgehölze, Baum- und Strauchhecken und Feuchtgebiete einen großen Beitrag zur Wasserregulierung, da sie überschüssiges Wasser speichern können und so das umliegende Land vor Hochwasser schützen können. Auch als Refugium sind Feldgehölze und Baum- und Strauchhecken von Bedeutung. Sie stellen wichtige Trittsteine bzw. Korridore für die Fauna dar.

Diese Arbeit kann mit ihren Ergebnissen als erster Schritt einer den Naturpark übergreifenden Landschaftsleistungsbewertung gesehen werden und helfen, zuständige Personen vor Ort bei Entscheidungsprozessen zu unterstützen. Dadurch kann eine mögliche Degradierung von Landschaftsflächen rechtzeitig erkannt werden, um erhaltende Maßnahmen einzuleiten. Des Weiteren soll die Biotopkartierung als Grundstein für eine flächendeckende Biotopkartierung im Naturpark Almenland dienen.

PDF-Download: Landschaftsleistungen in randalpinen Kulturlandschaften am Beispiel des Naturparks Almenland (Steiermark)(2018)

Salomon, Roman

Goldene Zeiten für den Scheckenfalter?! Erhebungen zum Goldenen Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) im Raum Bad Mitterndorf (Stmk.) – Erhaltungszustand und Maßnahmenvorschläge (2018)

Masterarbeit am Institut für Integrative Naturschutzforschung, Universität für Bodenkultur Wien

 

Zusammenfassung

In den vergangenen Jahrzehnten wurden bei den Beständen der Tieflandform des Goldenen Scheckenfalters (Euphydryas aurinia) in weiten Teilen Europas, sowie auch in Österreich, drastische Rückgänge verzeichnet. Einige wenige Restpopulationen der Falterart, die in Anhang II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union (92/43/EWG) gelistet ist, konnten im Raum Bad Mitterndorf in der Obersteiermark vor allem aufgrund von Bemühungen zur Pflege der Moorrandbereiche durch den örtlichen Naturschutz sowie durch die Renaturierung der in ihrer Hydrologie beeinträchtigten Moore im Zuge eines EU LIFE+ Projekts erhalten werden.

Im Rahmen einer Masterarbeit wurden aktuelle Vorkommen in diesem Gebiet aufgezeigt sowie der Erhaltungszustand von E. aurinia unter Zuhilfenahme eines bereits bestehenden Monitoring-Designs und dem dazugehörigen Bewertungsschema beurteilt. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss diverse Habitatfaktoren auf die Vorkommen haben und welche Maßnahmen notwendig sind, um die lokalen Bestände der Art nicht nur zu sichern, sondern auch zu fördern.

Die Erhebungen zeigen, dass die lokalen Populationen über die letzten Jahre weitgehend stabil geblieben sind. Die Zahl der dokumentierten Raupengespinste von 385 im Jahr 2017 ist vergleichbar mit der Zahl an Gespinsten von 395 aus dem Jahr 2009. Die Populationsentwicklungen auf einzelnen LIFE+ Projektflächen in den letzten vier Jahren sind unterschiedlich, in Summe ist jedoch eine Zunahme an Imagines von über 60 %, an Raupengespinsten sogar über mehr als 85 % zu verzeichnen.

Hinsichtlich der für E. aurinia relevanten Habitatfaktoren Nektarpflanzen- und Raupennahrungspflanzenangebot, Bodenfeuchte, Zeitpunkt und Art der Bewirtschaftung, Bracheanteil sowie Beschattungsgrad konnten folgende Beobachtungen gemacht werden:

  • Gute Bestände an Raupennahrungspflanzen von Succisa pratensis (Gewöhnlicher Teufelsabbiss) wurden vor allem auf Teilflächen mit feuchtem und nassem Boden, in geringerer Zahl auch in trockenen, allerdings noch weniger in überstauten Bereichen registriert. Raupengespinste von E. aurinia fanden sich hauptsächlich in feuchten, selten in trockenen und kaum in nassen Abschnitten.
  • Mit fehlender Bewirtschaftung steigt das Alter der Brache und damit der Beschattungsgrad auf den Flächen. Sowohl Falter als auch Raupengespinste wurden jedoch beinahe ausschließlich auf gut besonnten Teilflächen gezählt. Vor allem in stark beschatteten Abschnitten, die an hohe Baumbestände angrenzen, gab es mit wenigen Ausnahmen kaum Sichtungen. Lediglich während der größten Mittagshitze wurden schattige Bereiche von einzelnen Faltern aufgesucht.
  • Andererseits kann eine Aufgabe der Nutzung auch positive Effekte mit sich bringen. Beispielsweise kann es dadurch zumindest in den ersten Jahren zu einem Anstieg des Nektar- und Raupennahrungspflanzenangebots kommen.
  • Besonders auf Teilflächen mit Beständen an S. pratensis spielte der Zeitpunkt der Mahd eine erhebliche Rolle. Je später solche Flächen gemäht worden waren, umso eher wurden Raupengespinste an den Wirtspflanzen gefunden.

Für die Nektaraufnahme wurden Falter saugend an verschiedensten Arten von Blütenpflanzen beobachtet, vorwiegend an Ranunculus acris (Scharfer Hahnenfuß), Primula farinosa (Mehlprimel), Leontodon hispidus (Rauer Löwenzahn) und Arnica montana (Echte Arnika). Seltener nutzten Falter Leucanthemum vulgare (Magerwiesen-Margarite), Myosotis scorpiodies (Sumpf-Vergissmeinnicht), Valeriana dioica (Sumpf-Baldrian), Dactylorhiza majalis (Breitblättriges Knabenkraut), Lychnis flos-cuculi (Kuckucks-Lichtnelke), aber auch Trollius europaeus (Trollblume), sofern die Blütenblätter geöffnet waren. Demnach zeigt E. aurinia im Untersuchungsgebiet je nach Verfügbarkeit von Nektarpflanzen opportunistisches Verhalten und kann somit im adulten Stadium als polyphag bezeichnet werden.

Eispiegel sowie Raupengespinste von E. aurinia wurden im Zuge der Erhebungen im Jahr 2017 ausschließlich an S. pratensis gefunden. An Gentiana asclepiadea (Schwalbenwurz-Enzian) wurde kein Raupengespinst entdeckt, kommt diese Pflanzenart auf den untersuchten Flächen auch in weitaus geringer Zahl vor als die hier bevorzugte Wirtspflanze.

Bezüglich des Flugverhaltens kann E. aurinia als sehr standorttreu mit geringen Aktionsradien bezeichnet werden. Die Falter gleiten im Schwirrflug knapp oberhalb der Vegetationsschicht und lassen sich dabei wiederholt alle paar Meter auf Nektarpflanzen oder Sitzwarten nieder. Es konnten keine Individuen beim Verlassen des Habitats beobachtet werden und es hat den Anschein, dass sich die Falter während des Fluges stark an einer niedrigen Vegetationsschicht orientieren und sowohl Baumbestände als auch Güter- bzw. Spazierwege ein gewisses Hindernis darstellen.

Für eine längerfristige Persistenz für der Falter im Untersuchungsgebiet sind weitere Anstrengungen erforderlich, denn ungünstige Bodenfeuchte, erhöhte Beschattung und ein geringes Nektarquellenangebot haben einen negativen Einfluss auf die Bestände von E. aurinia im Untersuchungsgebiet Bad Mitterndorf.

Ziele sind die Förderung des Raupennahrungspflanzen- und Nektarangebots durch Wiedereinführung der habitatprägenden Nutzung in Form einer Rotationsmahd, sowie die Schaffung artspezifischer Habitatstrukturen mithilfe der Wiedervernässung entwässerter Niedermoore und der Entnahme der dort unerwünschten Gehölze.

PDF-Download: Goldene Zeiten für den Scheckenfalter?! Erhebungen zum Goldenen Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) im Raum Bad Mitterndorf (Stmk.) – Erhaltungszustand und Maßnahmenvorschläge (2018)

Zacherl, Elisabeth

Optionen für eine koordinierte Direktvermarktung in der Naturparkgemeinde Leibnitz (2018)

Masterarbeit an der Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Geographie und Raumforschung

 

Zusammenfassung

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Thematik der Direktvermarktung innerhalb der Stadtgemeinde Leibnitz. Ziel dieser Forschungsarbeit ist es, die Direktvermarktungslandschaft von Leibnitz zu untersuchen und mögliche Maßnahmen auszuarbeiten, die eine koordinierte Direktvermarktung zum Ziel haben. Bestehende Kooperationen der verschiedenen Akteure sollen identifiziert, und Möglichkeiten, um diese zu verstärken, ausgearbeitet werden. Weiters werden Herausforderungen in der Landwirtschaft sowie Zukunftsperspektiven in Bezug auf den Erhalt der Kulturlandschaft und Biodiversität diskutiert.

Mit Hilfe eines Fragebogens wurden direktvermarktende Betriebe und deren Angebot erhoben. Weiters wurden mit sechs Direktvermarktern Experteninterviews durchgeführt, um Chancen und Potenziale sowie Hindernisse und Barrieren in der Direktvermarktung zu identifizieren. Im Rahmen der Interviews wurden auch bestehende Kooperationen der verschiedenen Akteure sowie Herausforderungen und Zukunftsperspektiven in der Landwirtschaft diskutiert. Die Ergebnisse der Interviews bildeten die Basis für die darauffolgende SWOT-Analyse. Folgende Forschungsfragen wurden im Rahmen dieser Arbeit behandelt und hier zusammenfassend dargestellt:

  • Welche Maßnahmen können dazu beitragen, um eine koordinierte Direktvermarktung zu implementieren?

Durch ein gemeinschaftliches Auftreten der direktvermarktenden Betriebe kann die Direktvermarktungslandschaft von Leibnitz optimiert und somit auch die regionale Wertschöpfung erhöht werden. Konkret könnte hier die Implementierung einer eigenen Marke „Hergestellt in Leibnitz“ in Erwägung gezogen werden. Es könnte dadurch eine Plattform zum Austausch unter den landwirtschaftlichen Betrieben entstehen und gemeinsam mit der Stadtgemeinde die Erarbeitung einer gemeinsamen Vermarktung „Hergestellt in Leibnitz“ erfolgen. Neben Lebensmitteln könnte die Marke „Hergestellt in Leibnitz“ auch lokal produzierte Handarbeiten miteinbeziehen und so einen zusätzlichen Kundenkreis ansprechen.

  • Lassen sich bereits Kooperationen zwischen den einzelnen Akteuren (Landwirte, Gemeinde, Naturpark, etc.) erkennen bzw. wie können solche geschaffen/verstärkt werden?

Es gibt bereits Kooperations- und Interaktionsbeziehungen zwischen den direktver-marktenden Betrieben und anderen Akteuren jedoch lässt sich keine ausgeprägte Netzwerkstruktur innerhalb der Direktvermarktungslandschaft von Leibnitz erkennen.

Kooperationen bestehen vorrangig mit lokalen und regionalen Gastronomen. Diese Zusammenarbeit könnte mit Hilfe einer Regionalitätsgarantie in Leibnitzer Gasthäuser, Hotels und Buschenschänken ausgebaut werden. Kooperationen der Direktvermarkter und dem Naturpark werden hauptsächlich über das Projekt „Naturparkspezialitäten Südsteiermark“ geführt. Einen wirklich relevanten Nutzen sehen die regionalen Produzenten aber in dieser Kooperation nicht und begründen dies aufgrund des noch relativ jungen Projektes.

Die Zusammenarbeit der Direktvermarkter mit der Stadtgemeinde wurde in den Interviews als gut bewertet. Die Implementierung einer FoodCoop, ausgehend von der Stadtgemeinde, würde den direktvermarktenden Betrieben einen zusätzlichen Absatzkanal verschaffen und die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Landwirte ausbauen.

Kooperationen unter den Landwirten selbst basieren hauptsächlich auf einer gemeinsamen Gerätschaftsnutzung und dem Austausch von Know-how. Die Einführung einer eigenen Marke „Hergestellt in Leibnitz“ könnte diese Kooperationen optimieren.

  • Welche Herausforderungen und Zukunftsperspektiven lassen sich im Bereich der Landwirtschaft mit dem Erhalt der Kulturlandschaft und Biodiversität identifizieren?

Die große Herausforderung in Bezug auf den Erhalt der Kulturlandschaft und Biodiversität stellt der stetige Rückgang an landwirtschaftlichen Betrieben dar. Landwirte tragen durch die Nutzung der Flächen und der Landschaftspflege wesentlich zum Landschaftsbild und der Kulturlandschaft bei und fördern dadurch die Biodiversität. Dass sich immer mehr Landwirte dazu entschließen, ihren Betrieb aufzugeben, hat vielfältige Gründe. Die Direktvermarktung kann für landwirtschaftliche Betriebe als Zukunftsperspektive angesehen werden. Durch die zusätzliche Einkommensquelle kann für manche Betriebe das Bestehen in Zukunft gesichert werden. Innovatives Denken und neue Formen der Landwirtschaft, wie beispielsweise das Konzept der solidarischen Landwirtschaft können dazu beitragen, dass die kleinstrukturierte Landwirtschaft erhalten bleibt.

Leibnitz liegt im Naturpark Südsteiermark und verfolgt somit das Ziel, die Kulturlandschaft und Biodiversität zu erhalten. Ausgehend davon, dass sich ein Großteil der im Naturpark ansässigen Landwirte nicht bewusst ist, in einem Naturpark zu leben und zu wirtschaften, sollte in Zukunft Aufklärungsarbeit dahingehend durchgeführt werden. Die Landwirte müssen sich im Klaren sein, welche Bedeutung die Bewirtschaftung ihrer Flächen für die Biodiversität und Kulturlandschaft hat und gemeinsam mit dem Naturpark bzw. der Gemeinde Strategien ausarbeiten, damit der Erhalt für nachkommende Generationen gesichert ist.

 

PDF-Download: Optionen für eine koordinierte Direktvermarktung in der Naturparkgemeinde Leibnitz (2018)

Forschungsfonds 2016/2017

Mit dem „Forschungsfonds 2016/2017“ des Verbandes der Naturparke Österreichs wurden die nachstehenden Diplom- bzw. Masterarbeiten gefördert:

  • „Benthic invertebrate response to small-scale restoration at the Raab river, Burgenland, Austria“
    von Elias Hoffmann
  • „Habitat assessment and possible conservation measures of the woodlark in the Nature Park Mühlviertel“
    von Marlies Resch

Sofern die Arbeit bereits abgeschlossen ist, können Sie der folgenden Übersicht eine von dem/der betreffenden Studierenden verfasste Zusammenfassung der Ergebnisse entnehmen und deren Diplom- bzw. Masterarbeit downloaden.

Brechelmacher, Florian

Öffentlichkeitsarbeit der Naturparke Österreichs mittels Social-Media-Plattformen (2018)

Diplomarbeit an der Universität Wien, Lehramtsstudium "Geographie und Wirtschaftskunde"

 

Zusammenfassung
Die sozialen Medien helfen dabei, die eigenen Ziele und Werte zu vermitteln. Sie sind ein geeignetes Medium, die eigene Zielgruppe zu erweitern und den eigenen Bekanntheitsgrad zu steigern. Sie eigenen sich somit hervorragend für die österreichischen Naturparke um deren Bekanntheit zu steigern und deren Ziele und Aufgaben einer breiteren Öffentlichkeit näher zu bringen.

Im Fokus sollte dabei die Arbeit mit Facebook und Instagram stehen. Auf diesen Plattformen müssen Geschichten erzählt werden. Geschichten, die tagtäglich im Naturpark entstehen und außerhalb eines Naturparks nicht auf diese Art und Weise entstehen könnten. Diese Geschichten sollten die österreichischen Naturparke gemeinsam erzählen. Soziale Medien sind kein lästiger Trend, der irgendwann sein Ende findet, sondern werden unser gesellschaftliches Zusammenleben auch in den kommenden Jahren und Jahrzehnten bestimmen. Umso wichtiger wird es werden, hier eine gemeinsame Strategie zu finden, wie man auch aus diesen Plattformen das Optimum herausholt.

Meine Untersuchung zeigt folgende Ergebnisse:

  1. Eigener Content: Die Naturparke sollten vermehrt auf eigenen Content setzen, da geteilter Content eine geringere Reichweite erzielt. Eigener Content gibt den Social-Media-Profilen auch mehr Profil und erlaubt es besser, sich als Naturpark zu etablieren.
  2. Weitere Angebote nutzen: Die Social-Media Welt fängt nicht bei Facebook an und hört dort auch gleich wieder auf. Es gibt noch andere Plattformen, die sich einfacher benutzen lassen und teilweise auch effektiver sind. Die Werte der Instagram-Profile der Naturparke Almenland, Karwendel und „UnterWasserReich“-Hochmoor-Schrems, sprechen eine eindeutige Sprache. Viele Interaktionen mit einem geringen Aufwand.
  3. Die volle Palette eines Naturparks präsentieren: Das Vier-Säulen-Modell ist ein ständiger Begleiter in der Arbeit der österreichischen Naturparke. Somit sollte es dieser auch in der Welt der sozialen Medien sein. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass es bei einigen Naturparken noch Ungleichverteilungen zwischen den Säulen gibt. Oft kam es auch vor, dass eine Säule komplett unterrepräsentiert war gegenüber den anderen Säulen. Wenn man auf den sozialen Medien ein Gesamtbild der Naturpark-Arbeit abgeben möchte, muss man hier ein Gleichgewicht herstellen.

Um dieses Optimum zu erreichen, ergeben sich aus meiner Arbeit folgende Schlussfolgerungen:

  1. Instagram nutzen: Instagram wächst und wird immer populärer. Die Naturparke sollte sich auf dieser Plattform stärker engagieren.
  2. Inhalte aufwerten: Die einzigartigen Landschaften und Lebensräume für Mensch und Tier - die durch die Naturparke geschützt werden und dazu führen, dass sich eine ganze Region entwickeln kann - sind das einzigartige Verkaufsargument von österreichischen Naturparken. Dieses sollte noch stärker zur Geltung kommen.
  3. Gemeinsam auftreten: Die einzelnen Naturparke sollten stärker zeigen, dass sie zusammengehören und einheitliche Ziele und Vorstellungen haben. Eine gemeinsame Guideline des VNÖ könnte hier hilfreich sein.
  4. Geschichten erzählen: Geschichten sind ein wesentlicher Faktor in der Arbeit mit Social-Media. Die Naturparke sollten viele dieser Geschichten erzählen, da sich dadurch auch Strategien und Projekte wesentlich leichter erklären lassen und mehr Aufmerksamkeit bekommen. Die österreichischen Naturparke sind einzigartige Regionen in Österreich. Sie bringen diesen Lebensqualität, nachhaltige Entwicklung und Schutz. Täglich entstehen hier verschiedene Geschichten, die erzählt werden wollen. Die sozialen Medien eigenen sich gut dafür. Außerdem wird gezeigt, dass nachhaltiger Schutz unserer Lebensräume kein Hirngespinst ist, sondern von 48 engagierten Regionen bereits umgesetzt wird.

 

PDF-Download: Öffentlichkeitsarbeit der Naturparke Österreichs mittels Social-Media-Plattformen (2018)

Elsneg, Ulrike

Kulturlandschaftsdynamik in der Südsteiermark (2017)

Masterarbeit an der Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Geographie und Raumforschung: Umweltsystemwissenschaften Geographie

 

Zusammenfassung

Ziel der Masterarbeit zur „Kulturlandschaftsdynamik in der Südsteiermark“ ist es, die Veränderungen der Kulturlandschaft in der Südsteiermark, mit besonderem Augenmerk auf das Untersuchungsgebiet Südsteirische Weinstraße, anhand von demographischen und sozioökonomischen sowie physiognomischen und funktionalen Parametern darzustellen und zu analysieren. Für den Betrachtungszeitraum 1955 bis 2016 werden mithilfe von umfangreichen Datenanalysen und -interpretationen, Fotovergleichen sowie qualitativen und quantitativen Daten aus Interviews mit land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, die wichtigsten regionalen Veränderungsprozesse und Trends aufgezeigt. Diese werden einerseits durch die politischen Rahmenbedingungen seitens der Europäischen Union und Österreichs beeinflusst, andererseits auch durch kleinräumigere Entwicklungen auf Bezirks- bis land- und forstwirtschaftlicher Betriebsebene. Da auch die persönlichen Entscheidungen der LandwirtInnen Einfluss auf die Entwicklungen der Kulturlandschaft haben, wird anhand von 6 land- und forstwirtschaftlichen Beispielbetrieben und ihrer persönlichen Hofgeschichten ein Einblick in diese Thematik gegeben. Ebenso wird die Rolle des Naturpark Südsteiermark in Zusammenhang mit der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung für den Wert der Kulturlandschaft in der Region diskutiert und kritisch hinterfragt. Folgende Forschungsfragen wurden auf Basis der Erkenntnisse der Forschungsarbeit beantwortet:

  • Welche Parameter kennzeichnen die Kulturlandschaftsdynamik (demographische, sozioökonomische, physiognomische und funktionale Veränderungen) im Untersuchungsgebiet 1955-2016?

Die Kulturlandschaft im Untersuchungsgebiet Südsteirische Weinstraße (und ebenso auf Ebene des Naturpark Südsteiermark) wird besonders durch die Teilsysteme Bevölkerung, Siedlungsstruktur, Verkehrsinfrastruktur und Land- und Forstwirtschaft in ihrer Dynamik beeinflusst. Veränderungen dieser Teilsysteme sind über unterschiedliche Parameter erkennbar. In der Masterarbeit wurden als wesentliche Kennzeichen für die demographischen und sozioökonomischen Veränderungen die Parameter Bevölkerungsentwicklung, PendlerInnen und Mobilität, Altersstruktur und Überalterung, Erwerbstätigkeit, Tourismus und die land- und forstwirtschaftliche Betriebsstruktur dargestellt. In Hinblick auf physiognomische und funktionale Veränderungen liegt der Fokus auf den Dynamiken in Landschaftsbild, Flurformen und Siedlungsstruktur, der Baukulturregion Südsteiermark, Bodennutzung und Kulturlandschaft sowie der Viehwirtschaft. Diese Parameter haben sich im Untersuchungsgebiet innerhalb des Untersuchungszeitraumes räumlich stark differenziert entwickelt, was sehr unterschiedliche Auswirkungen zur Folge hatte. Dies führt zur zweiten Forschungsfrage:

  • Welche wesentlichen Auswirkungen hatte diese Dynamik bisher und wie könnte die Zukunft der Kulturlandschaft im Untersuchungsgebiet aussehen?

Die wesentlichen Auswirkungen dieser Dynamiken bisher konnten besonders in den unterschiedlichen Abbildungen und Fotovergleichen dargestellt werden. Einerseits führte die Zunahme der Bevölkerung besonders in Ortszentren und Ballungsräumen zu einer Ausweitung der Siedlungsstruktur, andererseits führt die Zersiedelung im ländlichen Raum und die gleichzeitige Zunahme von PendlerInnen zu Herausforderungen in der Verkehrsinfrastruktur. Die mit dem Wachsen der Bevölkerung einhergehende Zunahme der Bautätigkeit macht das Thema Baukultur in der Region allgegenwärtig. Gleichzeitig hat der Rückgang der in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten Personen, einhergehend mit dem Rückgang der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe einerseits und die Nutzungsintensivierung andererseits, wesentliche Auswirkungen auf Hof- und Flurformen. Beide Prozesse beeinflussten das Landschaftsbild maßgebend. Neben den durch politische Systeme beeinflussten Veränderungen in der Agrarstruktur, sind auch ganz persönliche Entscheidungen der BetriebsinhaberInnen ausschlaggebend für die Nutzungsformen der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, was sich in weiterer Folge auch auf die Kulturlandschaft auswirkt. Wie auch anhand der Beispielbetriebe dargelegt werden konnte, sind persönliche und familiäre Entscheidungen der jeweiligen HofinhaberInnengeneration ausschlaggebend für Intensivierungs- oder Extensivierungsprozesse am Betrieb. Intensivierungsvorgänge zeigen sich besonders durch die in den 1970er und 1980er Jahren durchgeführten Geländebearbeitungen und damit einhergehend oft der Rückgang von Landschaftselementen wie Streuobstwiesen, aber auch durch die Spezialisierungen der Betriebe und zusätzliche Nutzungen im Bereich Tourismus. Extensivierungsprozesse sind insbesondere in Hinblick auf die Viehhaltung erkennbar, mit welcher auch der Rückgang der Wiesen- und Weideflächen einhergeht. Die Anforderungen der multifunktionalen Landwirtschaft an die LandwirtInnen, die politischen Rahmenbedingungen und Subventions- und Fördersysteme, die in der Untersuchungsregion nicht ideal nutzbar sind, sowie die betriebsinterne und familiäre Fragestellung nach einem/r HofnachfolgerIn und geeigneten Haushaltsstrategien waren und sind die größten Herausforderungen für die Landwirtschaft in der Südsteiermark. Da LandwirtInnen als AkteurInnen und KulturlandschaftspflegerInnen eine wesentliche Rolle im Erhalt und der pfleglichen Weiterentwicklung von Kulturlandschaft spielen, muss auch in Zukunft ihre Position gestärkt werden. Es existieren bereits einige Lösungsansätze um dies zu erreichen, sei es durch Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung für den Wert der Kulturlandschaft und einheimische, regionale Produkte oder auch Ideen eines eigenen Fördersystems für Landschaftserhaltung. Hier ist in den Augen der Autorin besonders der Naturpark Südsteiermark gefragt, ein umfangreiches Maßnahmenpaket zu schnüren und (erfolgreich) umzusetzen, um an bisherige Erfolge anzuknüpfen. Die regionalen Veränderungsprozesse und Trends werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft fortsetzen. Es gilt daher nochmals zu betonen, dass ein konservierender Ansatz der Kulturlandschaftspflege für die Region nicht zielführend sein kann und sein wird, sondern eine integrativ erhaltende und pflegliche Weiterentwicklung, ganz im Sinne der Angewandten Historischen Geographie und der Regionalentwicklung.

 

PDF-Download: Kulturlandschaftsdynamik in der Südsteiermark (2017)

Benthic invertebrate response to small-scale restoration at the Raab river, Burgenland, Austria

Universität für Bodenkultur Wien: Applied Limnology

Schürz, Tina

Die Biodiversitätsstrategie in den Österreichischen Naturparken am Beispiel Obst-Hügel-Land (2017)

Diplomarbeit an der Universität Wien, Institut für Geographie und Regionalforschung: Lehramtsstudium Unterrichtsfach "Geographie und Wirtschaftskunde"

 

Zusammenfassung

In der Arbeit werden einerseits die Bezeichnung Biodiversitätsstrategien (Mehrzahl), weil drei Strategien thematisiert werden und diese aufeinander aufbauen bzw. sich gegenseitig ergänzen, wie auch Biodiversitätsstrategie (Einzahl) verwendet, um im empirischen Teil und bei den Forschungsfragen effektiv kommunizieren zu können.

Zu Beginn werden die wesentlichen Begriffe (Biodiversität, biologische Vielfalt und Artenvielfalt) der Arbeit abgegrenzt. Ebenso wird auf die Vielzahl der Schutzgebietskategorien in Österreich eingegangen, um auf die Österreichischen Naturparke und den Naturpark Obst-Hügel-Land überzuleiten. Die Biodiversitätsstrategie bis 2020, welche 2011 von der Europäischen Union (EU) aufgenommen wurde, die 2014 von der österreichischen Bundesregierung implementierte Strategie Österreich 2020+ und die Biodiversitätsstrategie des VNÖ Naturparke und Biodiversität repräsentieren den zentralen Kern der Diplomarbeit.
Als weiterer theoretischer Teil wird die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) bearbeitet, weil Biodiversität auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen möglich ist und die Biodiversitätsstrategien neben Subjekten auch verschiedene Objekte betreffen. Da Biodiversität als Summe der Arten und genetischen Diversität sowie als Vielfalt einer Landschaft zu beschreiben ist, hat diese sowohl auf Menschen, als auch auf sog. nicht-menschliche Wesen (Tiere, Pflanzen etc.) Auswirkungen.

Neben einer Literatur- und Online-Recherche werden die Inhalte der Abschlussarbeit ferner mittels einer empirischen Untersuchung durchgeführt. Letztere beinhaltet einen quantitativen und qualitativen Methodenmix, wobei einerseits Fragebogen-Befragungen mit der lokalen Bevölkerung im Naturpark Obst-Hügel-Land (Liste mit 58 Betrieben und Anbieter/innen von regionalen Produkten) und andererseits Expert/innen-Interviews (aus dem Naturpark Obst-Hügel-Land, VNÖ, Politik und NGOs) anhand eines Leitfadens durchgeführt.

Die nachfolgenden Forschungsfragen wurden in der Diplomarbeit ausführlich behandelt und werden nun für diese Zusammenfassung kurz und bündig resümiert:

  • Wie zeichnet sich Biodiversität im Naturpark Obst-Hügel-Land aus?

Im Zuge der Literatur- und Recherchearbeit wurde gezeigt, dass im Naturpark Obst-Hügel-Land die Streuobstwiesen ein wesentliches Merkmal für Biodiversität sind.
Diese Forschungsfrage war auch Bestandteil der empirischen Forschung, wo ersichtlich wurde, dass sich die Befragten und Expert/innen dem Biodiversitäts-Charakteristikum Streuobstwiese im Naturpark Obst-Hügel-Land bewusst sind (hohe Akzeptanz).

  • Wie wird die Biodiversitätsstrategie im Naturpark Obst-Hügel-Land hinsichtlich aller vier Säulen umgesetzt und der Bevölkerung vertraut gemacht?

Der Naturpark Obst-Hügel-Land hat sich bereits für viele (Schutz)Projekte etc. mit Biodiversitäts-Aspekt engagiert, auch wenn diese Arbeit bis dato nicht unter dem Titel der Biodiversitätsstrategie betrieben wurde. Das heißt, dass die Biodiversitätsstrategie erst ab 2016 nach und nach in die Naturpark-Arbeit integriert und implementiert wird, was in der Zeitschrift Obsthügler, die Anfang 2016 herausgegeben wurde, den Naturpark-Bewohner/innen kommuniziert wurde. Maßnahmen, Ziele und Projekte o.ä., die unter dem Titel der Biodiversitätsstrategie angeführt sind, wurden demnach de facto bisher noch nicht umgesetzt. Wie dargelegt wurde, sind die Säulen Schutz und Bildung im Naturpark Obst-Hügel-Land bereits stark verankert. Bei den Säulen Regionalentwicklung und Erholung gibt es Aufholbedarf.

  • Wie kann im Naturpark Obst-Hügel-Land eine (noch) stärkere Bewusstseinsbildung für Biodiversität und deren Strategie vorgenommen werden?

Wie sich durch die Analyse der empirischen Methoden gezeigt hat, gibt es unzählige Verbesserungsvorschläge der Fragebogen-Befragten und Interviewpartner/innen. Zentral ist, dass sich der Naturpark Obst-Hügel-Land oder auch jeder andere Naturpark in Österreich seiner Stärken und Schwächen bewusst ist und darauf aufbauend Umsetzungsmöglichkeiten hinsichtlich der im Naturpark vorhandenen Biodiversität konzipiert. Ein weiterer Punkt ist die bereits bestehenden sechs Themenfelder (z.B. Freiwilligenarbeit oder Naturpark-Schulen und -Kindergärten) des VNÖ zu intensivieren. In der Diplomarbeit wurden Handlungsempfehlungen wie die regionalen Spezialitäten oder die Etablierung einer Arbeitsgruppe etc. vorgeschlagen.

 

PDF-Download: Umsetzung der Biodiversitätsstrategien in den Österreichischen Naturparken – Am Beispiel Obst-Hügel-Land (2017)

Wielscher, Maria

Außerschulischer Lernort "Lebensraum Alpen": Konzept für eine Projektarbeit für die Sekundarstufe (2018)

Diplomarbeit an der Universität Wien: Lehramtsstudium "Biologie und Umweltkunde"

 

Zusammenfassung

Das vorgestellte Projekt ist eine Fortsetzung der Kooperation des Naturparks Kaunergrat mit der Universität Wien und baut auf Ergebnissen bereits durchgeführter Erhebungen und Exkursionen auf. Zum Abschluss des Lehramtsstudiums in den Fächern Mathematik und Biologie und Umweltkunde wurde eine Diplomarbeit ausgearbeitet, welche ein modulares Programm für eine einwöchige Exkursionswoche in das Kaunertal enthält, welche Ende Mai 2018 mit einer vierten Klasse der Sir Karl Popper Schule - Wiedner Gymnasium bereits zum ersten Mal durchgeführt wurde. Hierfür wurden fünf botanische und zwölf zoologische Freilandmodule für die Durchführung mit Schülern und Schülerinnen erstellt. Außerdem wurde für jeden Themenbereich der fachliche Hintergrund mit aktueller, wissenschaftlicher Literatur festgehalten. Weiters wurde eine zusätzliche Literaturempfehlung für die Naturparkmitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Das Projekt wurde inspiriert durch die Lehrveranstaltungen „300440 EX Interdisziplinäre Exkursion in die Alpen LA-BU“ (SS 2015) und „300156 VO Biologie und Ökologie der Alpentiere“ (WS 2015/16) und mit Hilfe der Betreuung von Frau Dr. Barbara-Amina Gereben-Krenn über einen Zeitraum von zwei Jahren ausführlich ausgearbeitet.

Durch das Programm soll Schülerinnen und Schülern einerseits die Einzigartigkeit der Bergwelt aufgezeigt werden, sowie ihre Fauna und Flora nähergebracht werden, andererseits sollen allgemeine biologische und ökologische Konzepte am Beispiel der Hochgebirgslebensräume der Alpen vermittelt werden, da sich in keinem anderem mitteleuropäischen Lebensraum erdwissenschaftliche und ökologische Zusammenhänge so offenkundig darstellen lassen wie im Hochgebirge. Es wird vorwiegend die Methode des forschenden Lernens angewendet und die Schüler und Schülerinnen können selbstständig oder dezent angeleitet, einfache biologische Erhebungs- und Auswertungsmethoden anwenden. Auf diese Weise soll sowohl das Interesse an der Natur als auch das Verständnis für die wissenschaftliche Datenerhebung als Basis der Untersuchung von Biodiversität vermittelt werden. Hierbei spielt die Freilanddidaktik eine besondere Rolle, da jegliche praktischen Erlebnisse im Zuge des forschenden Lernens und das selbstständige, haptische Erfahren eines Lebensraumes den Stellenwert des Gelernten verändert.

Die praktischen Module des erstellten Handbuches können sich beliebig kombinieren lassen und geben den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Naturparkes dadurch die nötige Flexibilität, um die Anwendungen auf die Vorkenntnisse und das Interesse der Schüler und Schülerinnen als auch auf die vorherrschenden Witterungsverhältnisse und Tieraktivität bzw. Phänologie abzustimmen. Die botanischen Themenbereiche beinhalten eine Vegetationsaufnahme entlang des Höhengradienten, eine Vegetationsstrukturmessung, eine phänologische Aufnahme und eine Vegetationsaufnahme nach Braun-Blanquet. Hiervon wurde insbesondere die Vegetationsaufnahme nach Braun-Blanquet von den Schülern und Schülerinnen gut
aufgenommen. Zusätzlich wurde darauf geachtet charakteristische Vertreter der Pflanzengesellschaften (z.B.: Windkante) im Hochgebirge zu vermitteln und während der gesamten Exkursionswoche mehrmals zu wiederholen und von den Schülern und Schülerinnen selbstständig ansprechen zu lassen. Einige zoologische Anwendungen, wie die Blütenbesucherbeobachtung und die quantitative Erfassung der Heuschreckenfauna durch Streifnetzfänge konnten aufgrund der jahreszeitlichen Situation noch nicht durchgeführt werden. Es wurden bereits Punkt-Stopp Kartierungen der Singvögel über der Waldgrenze, Murmeltierbeobachtungen, Tagfalter- und Hummelbestimmung, sowie Untersuchungen verschiedener Entwicklungsstadien des Grasfrosches (Rana temporaria) erfolgreich ausprobiert. Insbesondere das Arbeiten mit lebenden Tieren, vor allem Fröschen, wurde von den Schülerinnen und Schülern positiv aufgenommen. Dies äußerte sich durch ihre Motivation und Bereitschaft zur Mitarbeit. Zusätzlich wurde rund um die Berghütte (Gepatschhaus) ein Standortvergleich mittels Barberfallen durchgeführt, welcher von den meisten Schülern und Schülerinnen sehr professionell und ernsthaft durchgeführt und ausgewertet wurde. Das Bestimmen der gefangenen Bodenlebewesen und die Hummel- und Tagfalterbestimmung wurde von den Jugendlichen sehr gut angenommen. Die erstellten Bestimmungsschlüssel erwiesen sich als verständlich und leicht anwendbar.

Einige Punkte des Programmes werden nun noch aufgrund der Erfahrungen, welche mit den Schülerinnen und Schülern aus Wien gewonnen werden konnten, adaptiert und an die Verhältnisse und die Bedürfnisse der Schüler und Schülerinnen angepasst. Das erstellte Handbuch enthält außerdem ein Glossar zu Fachbegriffen, um Konzepte der Biologie zu verstehen und die Kompetenz zu erlangen, diese im fachlichen Diskurs anzuwenden (z.B.: Biodiversität, Anpassung, natürliche Selektion, ökologische Nische, biologisches Artkonzept, Sukzession, euryök etc.). Das Programm ist so konzipiert, dass man stets Ergänzungen und Adaptionen hinzufügen kann und bietet durchaus das Potential in den nächsten Jahren weiter ausgebaut zu werden. Als besonders imposant hat sich die Begehung der Gletscherzunge des Gepatschferners für die Jugendlichen erwiesen. Dieser Programmpunkt verleiht dem Programm einen zusätzlichen abenteuerlichen Aspekt. Es wurde von den LehrerInnen des Wiedner Gymnasiums bereits Interesse bekundet das Programm ein weiteres Mal mit einer Klasse durchzuführen, da die Eindrücke von der Bergwelt und ihrer Fauna und Flora sehr eindrucksvoll und lehrreich waren.

 

PDF-Download: Außerschulischer Lernort "Lebensraum Alpen": Konzept für eine Projektarbeit für die Sekundarstufe (2018)

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