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Foto: goodluz/fotolia

Forschungsfonds

Der Verband der Naturparke Österreichs und die Österreichischen Bundesforste AG (ÖBf) wollen gemeinsam engagierte Studierende fördern, die sich im Rahmen ihrer Diplom- bzw. Masterarbeit mit Naturraummanagement und/oder Naturparken beschäftigen. Hierfür wurde ein Forschungsfonds eingerichtet, aus dessen Mitteln österreichweit Studierende in einem Ausmaß zwischen € 500 und € 1.000 gefördert werden. Die Auswahl der Arbeiten erfolgt auf Basis der Bewertung der eingereichten Forschungsvorhaben durch eine fachkundige Jury. Ziel des Fonds ist einerseits, angehende WissenschaftlerInnen zu fördern, die einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Naturpark-Idee bzw. des Naturraummanagements leisten. Andererseits werden die geförderten Diplom- und Masterarbeiten zum Download bereitgestellt, wodurch Interessierte aus der ganzen Welt auf diese zugreifen und die Ergebnisse dieser wissenschaftlichen Untersuchungen praktische Anwendung finden können.

Bei Rückfragen steht Ihnen das Team des VNÖ gerne zur Verfügung!

Forschungsfonds 2017/2018

Der gemeinsame „Forschungsfonds 2017/2018“ des Verbandes der Naturparke Österreichs und der Österreichischen Bundesforste stellt eine Fördersumme von insgesamt € 6.000 zur Verfügung. Insgesamt neun Studierende werden hiermit bei der Durchführung ihrer Forschungsvorhaben unterstützt. Ihre Arbeiten leisten einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Naturraummanagements und/oder der Naturpark-Idee.

Mit dem „Forschungsfonds 2017/2018“ werden die nachstehenden Diplom- bzw. Masterarbeiten gefördert:

  • „Korrelationen zwischen den Merkmalen SMR, Recapping und der Bruthygiene bei der Apis mellifera carnica"
    von Martin Buchegger
  • „Einflußfaktoren auf die Biodiversität im Laubwald und ihre Zusammenhänge"
    von Sophie Ette
  • „Lebensraum Streuobstwiese - eine pädagogisch bedeutende Kulturlandschaft in Österreich"
    von David Falkenburger
  • „Holzanatomische Analyse der Abwehrreaktion der Robinie gegen die Verticillium Welke“
    von Marcus Feldbaumer
  • „Landscape Services in randalpinen Kulturlandschaften am Beispiel des Naturparks Almenland“
    von Eva Andrea Mayer
  • „Erhebungen zu Euphydryas aurinia im Raum Bad Mitterndorf"
    von Roman Salomon
  • „Hydrochorie-Potential der renaturierten Traisen"
    von Marc Trattnig
  • „Optionen für eine koordinierte Direktvermarktung in der
    Naturparkgemeinde Leibnitz"

    von Elisabeth Zacherl

 

Sofern die Arbeit bereits abgeschlossen ist, können Sie der folgenden Übersicht eine von dem/der betreffenden Studierenden verfasste Zusammenfassung der Ergebnisse entnehmen und deren Diplom- bzw. Masterarbeit downloaden.

Kößl, Jakob

Homogenisierung von Wiesen des Lainzer Tiergartens durch naturschutzfachlich begründete Bewirtschaftungsvorschriften

Masterarbeit an der Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Botanik: Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur

 

Zusammenfassung

Die artenreichen, mageren Wiesenökosysteme sind österreichweit durch Intensivierung oder Flächenstilllegung stark gefährdet. Eine Erhaltung dieser im Naturschutzgebiet Lainzer Tiergarten vorherrschenden waldfreien Vegetationstypen ist das naturschutzfachliche Ziel und deshalb ist deren Bewirtschaftung in einem Managementplan geregelt (LGBl. für Wien Nr. 45/2008).

Im Rahmen dieses Projekts soll untersucht werden, wie sich die Wiesen im Lainzer Tiergarten in den letzten 18 Jahren floristisch verändert haben und inwieweit sich Änderungen in der Bewirtschaftung und der äußeren Rahmenbedingungen wie Stickstoffdeposition oder Klimawandel auf die Pflanzenzusammensetzung ausgewirkt haben. Dazu wurden 64 ausgewählte Vegetationsaufnahmen, welche 1996 und 1997 von LEPUTSCH (1997) angefertigt wurden, in den Jahren 2014 und 2015 wiederholt. Auf den Aufnahmeflächen fand eine Schätzung der Artmächtigkeit nach der Methode von BRAUN-BLANQUET (1951) statt, wobei 2014/15 eine erweiterte 17-teilige Skala zu Anwendung kam.

Neben dem Vergleich der Artendiversität wurde nach Unterschieden in der Artenzusammensetzung zwischen den Aufnahmejahren gesucht. Die Anwendung einer detrended correspondence analysis (DCA) auf den Gesamtdatensatz ermöglichte eine Gegenüberstellung der Aufnahmen in einem zweidimensionalen Ordinationsraum auf Grundlage der Artenzusammensetzung. Neben allgemeinen Entwicklungen wurde nach Veränderungen in Untergruppen des Datensatzes (Ward-Clustern) gesucht. Um auf Veränderungen der Standortverhältnisse schließen zu können, erfolgte zusätzlich eine Berechnung der Zeigerwerte nach ELLENBERG (1992).

Der mittlere Nährstoffzeigerwert nahm signifikant von 3,8 auf 4,0 zu. Die Einstellung der Düngung im Jahr 2000 führte damit zu keiner Aushagerung der Flächen. Die konstant anhaltende Stickstoffdeposition aus der Luft hat vermutlich zu einem gegenteiligen Effekt und damit einer besseren Nährstoffversorgung der Standorte im Lainzer Tiergarten beigetragen. Vor allem sehr magere Standorte wie Bürstlingrasen- oder Davallseggengesellschaften sind besonders davon betroffen. Düngung soll im Lainzer Tiergarten also weiterhin unterbleiben. Außerdem wird die Messung der jährlichen Stickstoffdepositionen im Lainzer Tiergarten empfohlen, um deren Einfluss auf magere Wiesenökosysteme besser untersuchen zu können.

Die Analyse des Gesamtdatensatzes zeigt zusätzlich, dass es zu einer Homogenisierung des Pflanzenbestandes gekommen ist. Die Aufnahmen unterscheiden sich 2014/15 weniger stark voneinander als noch 1996/97, da eine geringfügige aber signifikante Bewegung der Aufnahmen Richtung Ordinationszentrum erfolgt ist. Auch die Gesamtvariation der beiden Datensätze hat von 4,7 auf 4,2 SD-Einheiten abgenommen. Neben dem ausgleichenden Effekt durch die Düngung aller Flächen über die Stickstoffdeposition kann man diese Entwicklung vor allem darauf zurückzuführen, dass große Wiesenkomplexe zu einem einheitlichen Zeitpunkt gemäht werden. Auch wenn die verschiedenen Vegetationstypen nach wie vor standörtlich klar abgegrenzt sind, wirkt die einheitliche Bewirtschaftung nicht mehr zusätzlich differenzierend. Um dem entgegenzuwirken, wäre der Mahdtermin auf die verschiedenen Vegetationstypen abzustimmen. Im Wesentlichen könnte man dabei den Bewirtschaftungsempfehlungen von LEPUTSCH (1997) auch heute folgen. Auf jeden Fall wird angeraten, nährstoffreiche Wiesensysteme wie die Goldhaferwiesen des Ward-Clusters 2 früher zu mähen, da hier bereits Verbrachungstendenzen zu beobachten sind. Auch ein Zurückdrängen der stark zunehmenden Colchicum autumnale könnte damit erreicht werden. Zusätzlich muss auf eine saubere Mahd in den Wiesenrandbereichen hingewiesen werden, da die naturschutzfachlich wertvollen Vegetationstypen der Furchenschwingel-Trespenböschung (Ward Cluster 6) und der Bürstlingrasen (Ward-Cluster 1), welche zum überwiegenden Teil an Wiesenrändern liegen, eine Zunahme einiger Brachezeiger aufweisen.

Die Artendiversität zeigt einen naturschutzfachlich wünschenswerten Trend und nimmt von durchschnittlich 46 auf 55 Pflanzenarten pro Aufnahmefläche signifikant zu. Zu beachten ist die starke räumliche und zeitliche Heterogenität des Pflanzenbestandes, die durch den hohen Schwarzwildbestand und deren Wühltätigkeit auf den Wiesen verursacht wird. Unter gegebenen Wildeinfluss sind daher Schwankungen in den Artenzahlen zu erwarten. Grundsätzlich tragen die Beweidung durch Wild und die Wühltätigkeit der Wildschweine zu der hohen Artendiversität im Lainzer Tiergarten bei. Beispielsweise sind die stark umgebrochenen und nährstoffreichen Wiesentypen des Ward-Clusters 2 sehr artenreiche Systeme. Auf einigen Aufnahmeflächen des Bürstlingrasen (Ward-Cluster 1) zeigt sich aber, dass massive Wühltätigkeit durchaus zu einer Beeinträchtigung der typischen Artengarnitur führen kann. Daher ist ein Monitoring der Wühlstellen anzuraten, um Auswirkungen der Wühltätigkeit auf den Pflanzenbestand zu untersuchen und Empfehlungen zum Schwarzwildbestand geben zu können.

Der im beobachteten Untersuchungszeitraum stattgefundene Jahresmitteltemperaturanstieg hatte keine Auswirkungen auf den Pflanzenbestand, da der Zeigerwert der mittleren Temperaturzahl keine Veränderungen zeigt. Es ist daher zu keiner Verschiebung der Artengarnitur hin zu wärmeliebenderen Pflanzenarten gekommen.

Ein regelmäßiges Monitoring der Vegetationstypen ist zu empfehlen, um den Erfolg der Wiesenbewirtschaftung zu kontrollieren und gegebenenfalls Adaptierungen vornehmen zu können.

 

PDF Download: Homogenisierung von Wiesen des Lainzer Tiergartens durch naturschutzfachlich begründete Bewirtschaftungsvorschriften (2017)

Landscape Services in randalpinen Kulturlandschaften am Beispiel des Naturparks Almenland



Kooperationspartner

Österreichische Bundesforste AG

Pummergasse 10-12
3002 Purkersdorf
Tel.: 02231 600-0
E-Mail: bundesforste@bundesforste.at
Web: www.bundesforste.at

 

Mehr Informationen darüber, wie die Österreichischen Bundesforste die Forschung unterstützen, zur Themenfindung und -bearbeitung im wissenschaftlichen Bereich beitragen und sich an der Projektumsetzung beteiligen, finden Sie hier!

Forschungsfonds 2016/2017

Mit dem „Forschungsfonds 2016/2017“ des Verbandes der Naturparke Österreichs wurden die nachstehenden Diplom- bzw. Masterarbeiten gefördert:

  • „Öffentlichkeitsarbeit und strategische Zielsetzung durch Social Media Aktivitäten der Naturparke Österreichs“
    von Florian Brechelmacher
  • „Benthic invertebrate response to small-scale restoration at the Raab river, Burgenland, Austria“
    von Elias Hoffmann
  • „Habitat assessment and possible conservation measures of the woodlark in the Nature Park Mühlviertel“
    von Marlies Resch
  • „Außerschulischer Lernort "Lebensraum Alpen": Konzept für eine Projektarbeit für die Sekundarstufe“
    von Maria Wielscher

Sofern die Arbeit bereits abgeschlossen ist, können Sie der folgenden Übersicht eine von dem/der betreffenden Studierenden verfasste Zusammenfassung der Ergebnisse entnehmen und deren Diplom- bzw. Masterarbeit downloaden.

Öffentlichkeitsarbeit und strategische Zielsetzung durch Social Media Aktivitäten der Naturparke Österreichs

Universität Wien: Lehramtsstudium "Geographie und Wirtschaftskunde"

Elsneg, Ulrike

Kulturlandschaftsdynamik in der Südsteiermark

Masterarbeit an der Karl-Franzens-Universität Graz, Institut für Geographie und Raumforschung: Umweltsystemwissenschaften Geographie

 

Zusammenfassung

Ziel der Masterarbeit zur „Kulturlandschaftsdynamik in der Südsteiermark“ ist es, die Veränderungen der Kulturlandschaft in der Südsteiermark, mit besonderem Augenmerk auf das Untersuchungsgebiet Südsteirische Weinstraße, anhand von demographischen und sozioökonomischen sowie physiognomischen und funktionalen Parametern darzustellen und zu analysieren. Für den Betrachtungszeitraum 1955 bis 2016 werden mithilfe von umfangreichen Datenanalysen und -interpretationen, Fotovergleichen sowie qualitativen und quantitativen Daten aus Interviews mit land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, die wichtigsten regionalen Veränderungsprozesse und Trends aufgezeigt. Diese werden einerseits durch die politischen Rahmenbedingungen seitens der Europäischen Union und Österreichs beeinflusst, andererseits auch durch kleinräumigere Entwicklungen auf Bezirks- bis land- und forstwirtschaftlicher Betriebsebene. Da auch die persönlichen Entscheidungen der LandwirtInnen Einfluss auf die Entwicklungen der Kulturlandschaft haben, wird anhand von 6 land- und forstwirtschaftlichen Beispielbetrieben und ihrer persönlichen Hofgeschichten ein Einblick in diese Thematik gegeben. Ebenso wird die Rolle des Naturpark Südsteiermark in Zusammenhang mit der Bewusstseinsbildung der Bevölkerung für den Wert der Kulturlandschaft in der Region diskutiert und kritisch hinterfragt. Folgende Forschungsfragen wurden auf Basis der Erkenntnisse der Forschungsarbeit beantwortet:

  • Welche Parameter kennzeichnen die Kulturlandschaftsdynamik (demographische, sozioökonomische, physiognomische und funktionale Veränderungen) im Untersuchungsgebiet 1955-2016?

Die Kulturlandschaft im Untersuchungsgebiet Südsteirische Weinstraße (und ebenso auf Ebene des Naturpark Südsteiermark) wird besonders durch die Teilsysteme Bevölkerung, Siedlungsstruktur, Verkehrsinfrastruktur und Land- und Forstwirtschaft in ihrer Dynamik beeinflusst. Veränderungen dieser Teilsysteme sind über unterschiedliche Parameter erkennbar. In der Masterarbeit wurden als wesentliche Kennzeichen für die demographischen und sozioökonomischen Veränderungen die Parameter Bevölkerungsentwicklung, PendlerInnen und Mobilität, Altersstruktur und Überalterung, Erwerbstätigkeit, Tourismus und die land- und forstwirtschaftliche Betriebsstruktur dargestellt. In Hinblick auf physiognomische und funktionale Veränderungen liegt der Fokus auf den Dynamiken in Landschaftsbild, Flurformen und Siedlungsstruktur, der Baukulturregion Südsteiermark, Bodennutzung und Kulturlandschaft sowie der Viehwirtschaft. Diese Parameter haben sich im Untersuchungsgebiet innerhalb des Untersuchungszeitraumes räumlich stark differenziert entwickelt, was sehr unterschiedliche Auswirkungen zur Folge hatte. Dies führt zur zweiten Forschungsfrage:

  • Welche wesentlichen Auswirkungen hatte diese Dynamik bisher und wie könnte die Zukunft der Kulturlandschaft im Untersuchungsgebiet aussehen?

Die wesentlichen Auswirkungen dieser Dynamiken bisher konnten besonders in den unterschiedlichen Abbildungen und Fotovergleichen dargestellt werden. Einerseits führte die Zunahme der Bevölkerung besonders in Ortszentren und Ballungsräumen zu einer Ausweitung der Siedlungsstruktur, andererseits führt die Zersiedelung im ländlichen Raum und die gleichzeitige Zunahme von PendlerInnen zu Herausforderungen in der Verkehrsinfrastruktur. Die mit dem Wachsen der Bevölkerung einhergehende Zunahme der Bautätigkeit macht das Thema Baukultur in der Region allgegenwärtig. Gleichzeitig hat der Rückgang der in der Land- und Forstwirtschaft beschäftigten Personen, einhergehend mit dem Rückgang der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe einerseits und die Nutzungsintensivierung andererseits, wesentliche Auswirkungen auf Hof- und Flurformen. Beide Prozesse beeinflussten das Landschaftsbild maßgebend. Neben den durch politische Systeme beeinflussten Veränderungen in der Agrarstruktur, sind auch ganz persönliche Entscheidungen der BetriebsinhaberInnen ausschlaggebend für die Nutzungsformen der land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, was sich in weiterer Folge auch auf die Kulturlandschaft auswirkt. Wie auch anhand der Beispielbetriebe dargelegt werden konnte, sind persönliche und familiäre Entscheidungen der jeweiligen HofinhaberInnengeneration ausschlaggebend für Intensivierungs- oder Extensivierungsprozesse am Betrieb. Intensivierungsvorgänge zeigen sich besonders durch die in den 1970er und 1980er Jahren durchgeführten Geländebearbeitungen und damit einhergehend oft der Rückgang von Landschaftselementen wie Streuobstwiesen, aber auch durch die Spezialisierungen der Betriebe und zusätzliche Nutzungen im Bereich Tourismus. Extensivierungsprozesse sind insbesondere in Hinblick auf die Viehhaltung erkennbar, mit welcher auch der Rückgang der Wiesen- und Weideflächen einhergeht. Die Anforderungen der multifunktionalen Landwirtschaft an die LandwirtInnen, die politischen Rahmenbedingungen und Subventions- und Fördersysteme, die in der Untersuchungsregion nicht ideal nutzbar sind, sowie die betriebsinterne und familiäre Fragestellung nach einem/r HofnachfolgerIn und geeigneten Haushaltsstrategien waren und sind die größten Herausforderungen für die Landwirtschaft in der Südsteiermark. Da LandwirtInnen als AkteurInnen und KulturlandschaftspflegerInnen eine wesentliche Rolle im Erhalt und der pfleglichen Weiterentwicklung von Kulturlandschaft spielen, muss auch in Zukunft ihre Position gestärkt werden. Es existieren bereits einige Lösungsansätze um dies zu erreichen, sei es durch Bewusstseinsbildung innerhalb der Bevölkerung für den Wert der Kulturlandschaft und einheimische, regionale Produkte oder auch Ideen eines eigenen Fördersystems für Landschaftserhaltung. Hier ist in den Augen der Autorin besonders der Naturpark Südsteiermark gefragt, ein umfangreiches Maßnahmenpaket zu schnüren und (erfolgreich) umzusetzen, um an bisherige Erfolge anzuknüpfen. Die regionalen Veränderungsprozesse und Trends werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Zukunft fortsetzen. Es gilt daher nochmals zu betonen, dass ein konservierender Ansatz der Kulturlandschaftspflege für die Region nicht zielführend sein kann und sein wird, sondern eine integrativ erhaltende und pflegliche Weiterentwicklung, ganz im Sinne der Angewandten Historischen Geographie und der Regionalentwicklung.

 

PDF-Download: Kulturlandschaftsdynamik in der Südsteiermark (2017)

Benthic invertebrate response to small-scale restoration at the Raab river, Burgenland, Austria

Universität für Bodenkultur Wien: Applied Limnology

Schürz, Tina

Die Biodiversitätsstrategie in den Österreichischen Naturparken am Beispiel Obst-Hügel-Land

Diplomarbeit an der Universität Wien, Institut für Geographie und Regionalforschung: Lehramtsstudium Unterrichtsfach "Geographie und Wirtschaftskunde"

 

Zusammenfassung

In der Arbeit werden einerseits die Bezeichnung Biodiversitätsstrategien (Mehrzahl), weil drei Strategien thematisiert werden und diese aufeinander aufbauen bzw. sich gegenseitig ergänzen, wie auch Biodiversitätsstrategie (Einzahl) verwendet, um im empirischen Teil und bei den Forschungsfragen effektiv kommunizieren zu können.

Zu Beginn werden die wesentlichen Begriffe (Biodiversität, biologische Vielfalt und Artenvielfalt) der Arbeit abgegrenzt. Ebenso wird auf die Vielzahl der Schutzgebietskategorien in Österreich eingegangen, um auf die Österreichischen Naturparke und den Naturpark Obst-Hügel-Land überzuleiten.
Die Biodiversitätsstrategie bis 2020, welche 2011 von der Europäischen Union (EU) aufgenommen wurde, die 2014 von der österreichischen Bundesregierung implementierte Strategie Österreich 2020+ und die Biodiversitätsstrategie des VNÖ Naturparke und Biodiversität repräsentieren den zentralen Kern der Diplomarbeit.
Als weiterer theoretischer Teil wird die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT) bearbeitet, weil Biodiversität auf unterschiedlichen räumlichen Ebenen möglich ist und die Biodiversitätsstrategien neben Subjekten auch verschiedene Objekte betreffen. Da Biodiversität als Summe der Arten und genetischen Diversität sowie als Vielfalt einer Landschaft zu beschreiben ist, hat diese sowohl auf Menschen, als auch auf sog. nicht-menschliche Wesen (Tiere, Pflanzen etc.) Auswirkungen.

Neben einer Literatur- und Online-Recherche werden die Inhalte der Abschlussarbeit ferner mittels einer empirischen Untersuchung durchgeführt. Letztere beinhaltet einen quantitativen und qualitativen Methodenmix, wobei einerseits Fragebogen-Befragungen mit der lokalen Bevölkerung im Naturpark Obst-Hügel-Land (Liste mit 58 Betrieben und Anbieter/innen von regionalen Produkten) und andererseits Expert/innen-Interviews (aus dem Naturpark Obst-Hügel-Land, VNÖ, Politik und NGOs) anhand eines Leitfadens durchgeführt.

Die nachfolgenden Forschungsfragen wurden in der Diplomarbeit ausführlich behandelt und werden nun für diese Zusammenfassung kurz und bündig resümiert:

  • Wie zeichnet sich Biodiversität im Naturpark Obst-Hügel-Land aus?

Im Zuge der Literatur- und Recherchearbeit wurde gezeigt, dass im Naturpark Obst-Hügel-Land die Streuobstwiesen ein wesentliches Merkmal für Biodiversität sind.
Diese Forschungsfrage war auch Bestandteil der empirischen Forschung, wo ersichtlich wurde, dass sich die Befragten und Expert/innen dem Biodiversitäts-Charakteristikum Streuobstwiese im Naturpark Obst-Hügel-Land bewusst sind (hohe Akzeptanz).

  • Wie wird die Biodiversitätsstrategie im Naturpark Obst-Hügel-Land hinsichtlich aller vier Säulen umgesetzt und der Bevölkerung vertraut gemacht?

Der Naturpark Obst-Hügel-Land hat sich bereits für viele (Schutz)Projekte etc. mit Biodiversitäts-Aspekt engagiert, auch wenn diese Arbeit bis dato nicht unter dem Titel der Biodiversitätsstrategie betrieben wurde. Das heißt, dass die Biodiversitätsstrategie erst ab 2016 nach und nach in die Naturpark-Arbeit integriert und implementiert wird, was in der Zeitschrift Obsthügler, die Anfang 2016 herausgegeben wurde, den Naturpark-Bewohner/innen kommuniziert wurde. Maßnahmen, Ziele und Projekte o.ä., die unter dem Titel der Biodiversitätsstrategie angeführt sind, wurden demnach de facto bisher noch nicht umgesetzt. Wie dargelegt wurde, sind die Säulen Schutz und Bildung im Naturpark Obst-Hügel-Land bereits stark verankert. Bei den Säulen Regionalentwicklung und Erholung gibt es Aufholbedarf.

  • Wie kann im Naturpark Obst-Hügel-Land eine (noch) stärkere Bewusstseinsbildung für Biodiversität und deren Strategie vorgenommen werden?

Wie sich durch die Analyse der empirischen Methoden gezeigt hat, gibt es unzählige Verbesserungsvorschläge der Fragebogen-Befragten und Interviewpartner/innen. Zentral ist, dass sich der Naturpark Obst-Hügel-Land oder auch jeder andere Naturpark in Österreich seiner Stärken und Schwächen bewusst ist und darauf aufbauend Umsetzungsmöglichkeiten hinsichtlich der im Naturpark vorhandenen Biodiversität konzipiert. Ein weiterer Punkt ist die bereits bestehenden sechs Themenfelder (z.B. Freiwilligenarbeit oder Naturpark-Schulen und -Kindergärten) des VNÖ zu intensivieren. In der Diplomarbeit wurden Handlungsempfehlungen wie die regionalen Spezialitäten oder die Etablierung einer Arbeitsgruppe etc. vorgeschlagen.

 

PDF-Download: Umsetzung der Biodiversitätsstrategien in den Österreichischen Naturparken – Am Beispiel Obst-Hügel-Land (2017)

Außerschulischer Lernort "Lebensraum Alpen": Konzept für eine Projektarbeit für die Sekundarstufe

Universität Wien: Lehramtsstudium "Biologie und Umweltkunde"

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