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Foto: Andreas Kristl

Foto: Horst Dolak

Foto: Johannes Puch

Weißbach blüht auf!

Renaturierung des Weißbachs mit Wildblumen von Barbara Depisch und DI (FH) David Schuhwerk

Projektbeschreibung

Vorbereitung der Fläche für die Aussaat der Wildblumen (Foto: Naturpark Weißbach)

Ein Uferabschnitt des Weißbachs wird mit regionalen Wildblumenarten renaturiert – die Naturpark-Schule Weißbach hilft tatkräftig mit. Das Engagement und die gute Zusammenarbeit der Naturpark-Schule mit dem Naturpark Weißbach hat schon eine lange Tradition. 2018 wurde ein ganz besonderes, gemeinsames Projekt gestartet: Die Renaturierung des neuen Bachufers in Weißbach.

Mit Unterstützung des Pinzgauer Schutzgebietsbetreuers Andreas Scharl soll wertvolles und artenreiches Wiesensaatgut im Uferbereich ausgebracht werden. Das Saatgut stammt aus dem „Wild und Kultiviert“-Projekt, welches unter dem Motto „Regionale Vielfalt säen“ steht. Die Samen wurden direkt aus der Region geerntet und dann vor Ort mit den Kindern zu einer Saatgutmischung vermengt.

Die Aussaat der neuen Wildblumenkultur am Weißbach war der Höhepunkt des Tages. Bereits gut geschult durch vorangegangene Exkursionen und Unterrichtsstunden wissen die Kinder um die Notwendigkeit von bunten, artenreichen Blumenwiesen als Nahrungsquelle für zahlreiche Insektenarten. Umso tatkräftiger wurde mit angepackt, als es darum ging, den Faltern und Wildbestäubern einen Uferabschnitt am Weißbach zur neuen Festtafel umzugestalten.

Dazu wurde vorbereitend der Oberboden mit Grasnarbe abgetragen und der neue Horizont mit Flussschotter durchmischt Die SchülerInnen waren in Kleingruppen mit Kübeln auf der teilweise steilen Uferböschung stetig auf und ab unterwegs, um für eine flächendeckende Einsaat zu sorgen. Mit viel Begeisterung und ganzem Einsatz blieb das Lernen bei diesem Projekt auch nicht auf der Strecke: denn die Kinder wissen bereits gut Bescheid, dass beispielsweise der Apollofalter rote und violette Blüten bevorzugt. Die Wildblumensaat wird vielen weiteren Faltern und anderen Wildbestäubern neuen Lebensraum und Nahrung geben.

Doch warum gibt es überhaupt schon wieder eine „Baustelle” am Weißbach? Vor zwei Jahren wurde das Bachbett des Weißbachs aus der Ortsmitte heraus umgeleitet, damit das Gewässer wieder mehr Platz hat und natürlicher fließen kann. Nun kommt eine weitere Renaturierungsmaßnahme hinzu. Die Uferbereiche sind mit einer überdüngten, artenarmen Fettwiese bewachsen, wie sie leider auch hier in den Tallagen im Salzburger Land vorherrscht. Der potenzielle natürliche Boden an diesem Standort wäre allerdings viel kalkreicher und nährstoffärmer, wodurch ideale Voraussetzungen für viele gefährdete Pflanzengesellschaften bestünden. Das Ziel ist es also, das Bild der grünen, satten Wiese mit ihren vorwiegend dottergelben Blüten umzuwandeln in ein bunteres, artenreiches Blütenmeer.

Gemeinsame Aussaat der Wildblumensamen (Foto: Naturpark Weißbach)

Doch bevor es soweit ist, braucht es vor allem eines: Geduld. Weder Düngen noch Gießen ist notwendig. Da einjährige Pflanzenarten in dieser bunten Mischung eher untergeordnet vorkommen, sondern der Schwerpunkt eher auf ausdauernden, mehrjährigen Arten liegt, dauert es drei bis vier Jahre, bis das gewünschte Pflanzenbild etabliert ist. Bis dahin gibt es jedoch einige ein- und zweijährige Arten, die die Wiese in viele Kleidern erscheinen lassen. Die Kinder der Naturpark-Schule, die bei der Ansaat beteiligt waren, können nun also in den Folgejahren „ihrer” Wiese bei der Entwicklung zusehen. Die Aktion zeigt, dass jeder mit nur geringem Aufwand einen Beitrag leisten kann zum Erhalt wichtiger Arten und ihrer Lebensräume. Wer Interesse hat auf eigenen Flächen Wildblumen ein neues Zuhause zu bieten, kann übrigens über die Homepage von wildundkultiviert.at kostenfrei Saatgut bestellen!

Resümee

Wir freuen uns über eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Naturpark-Schule. Wir freuen uns ebenfalls sehr darüber, dass wir die Gemeinde für unseren Vorschlag gewinnen konnten, etwas für die Artenvielfalt in der dicht besiedelten und relativ artenarmen Talregion zu tun. Der Erfolg unserer Aussaat wird sich abschließend aber erst in ein paar Jahren beurteilen lassen.

Ausblick

Da es sich überwiegend um mehrjährige Pflanzen handelt, werden wir die Fläche in den nächsten Jahren noch begleiten, pflegen und dokumentieren. Wenn sich die gewünschten Arten etabliert haben, möchten wir zusammen mit der Naturpark-Schule eine gemeinsame Veranstaltung zu „ihrer“ Blühwiese durchführen.

Service-Angaben

Naturpark Weißbach • DI (FH) David Schuhwerk (Geschäftsführung und Gebietsbetreuung)
Unterweißbach 36 • 5093 Weißbach • Tel.: +43 (0) 6582 / 8352-12
E-Mail: info@naturpark-weissbach.at • Web: www.naturpark-weissbach.at


PDF Download: Weißbach blüht auf!

Stand: Mai 2019


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