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Foto: Naturpark Jauerling-Wachau

Foto: Büro LACON

Foto: Naturpark Attersee-Traunsee

Töne aus der Zeit der Jäger und Sammler

Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen von Mag. Katharina Weiskopf

Projektbeschreibung

Naturpark-Schule VS Brandberg auf den Spuren der Steinzeit im Zamsergrund (Foto: Stefan Dengg)

Im Hochgebirgs-Naturpark entdeckten die Naturpark-Schulen an den Tagen der Arten-vielfalt 2019 die Töne aus der Zeit der Jäger und Sammler vor 9.000 Jahren. Die Volksschule Tux ging im Tuxertal auf Spurensuche, die Volksschule Brandberg besuchte den Zamsergrund. Welchen Tieren begegneten die Steinzeitjäger? Welche Naturgeräusche hörten sie? Ob Steinbock, Gams oder Murmeltier – die Töne der Tiere im Hochgebirge begleiteten die Kinder bei dieser Steinzeitführung, auf der sie eine längst vergangene Zeit mit allen Sinnen entdeckten. Und eine spannende Jagdgeschichte entführte sie in die Zeit der Steinzeitjäger am Pfitscher Joch.

Das Modul „Jäger und Sammler“ wurde im Rahmen des Projektes „Umweltbildungsprogramm“ in den Jahren 2016-2018 entwickelt. Ziel war es, durch spezielle Angebote den Naturpark mit seiner Natur- und Kulturlandschaft und deren Zusammenhänge begreifbar zu machen. Das Interesse von Kindern soll durch neue und individuelle Angebote gezielt geweckt und gefördert werden. Das Modul „Jäger und Sammler“ wurde mit einem integrativen Ansatz umgesetzt. Wissenschaftler, regionale Experten, NaturparkführerInnen, SchülerInnen, LehrerInnen und die Naturparkbetreuung arbeiteten zusammen, tauschten Erfahrungen aus, evaluierten und adaptieren das Programm in einem Zeitraum von drei Jahren.

Wissenschaftlich begleitet wurde das Modul von den Archäologen Prof. Dr. Walter Leitner und Mag. Thomas Bachnetzer. Im Rahmen des Interreg-IV-Projektes „Pfitscherjoch grenzenlos, Geschichte und Zukunft eines zentralen Alpenüberganges“ fanden von 2011 bis 2014 im Gebiet um das Pfitscher Joch Untersuchungen zur Ur- und Frühgeschichte statt, deren Ergebnisse die Basis des Moduls darstellen (Thomas Bachnetzer, Walter Leitner, 2014). Das Pfitscher Joch im Zamsergrund ist ein Alpenübergang der schon vor 9.000 Jahren von den Steinzeitjägern in den Sommermonaten zur Jagd auf Steinwild, Gämsen und Murmeltiere genutzt wurde. Die Fragen der Kinder wurden in Probeführungen der Naturpark-Ferienwochen über drei Jahre gesammelt und dann von den Experten beantwortet. Besonderen Wert haben wir auf die Qualität der Materialien gelegt. Hier wurden zahlreiche nachgebaute prähistorische Werkzeuge von der Überlebensschule Tirol für den Naturpark herge-stellt.

Das Modul „Jäger und Sammler“ wurde für Kinder von der 1.- 6. Schulstufe als zweitätige Exkursion mit Übernachtung auf der Dominikushütte entwickelt. Es umfasst neben den Tönen aus der Steinzeit, die wir im speziellen für die Tage der Artenvielfalt ergänzt haben, eine archäologische Grabung, eine spannende Jagdgeschichte, das Mahlen von Urgetreidesorten, das Herstellen von Werkzeug, den Bau eines Unterstandes, das Malen mit Naturfarben, die Ausrüstung eines Steinzeitjägers mit Bogenschießen und dem Basteln eines Lederbeutels sowie Talismans aus Speckstein. Für die Töne aus der Steinzeit haben wir sowohl Tierlaute als auch Geräusche der Werkzeuge und auch Wetterphänomene vorbereitet und bauen diese in die Jagdgeschichte ein.

Resümee

Naturpark-Schule VS Tux als Tonkünstler unterwegs (Foto: Frederick Manck)

Begibt man sich mit Kindern auf die Spuren der Steinzeit, sollte dies authentisch sein und in einem Gebiet stattfinden, in dem die Jäger und Sammler nachweislich gelebt haben. Dies ist im Hochgebirge nicht so einfach, da viele Fundorte für Kinder schwer zugänglich sind. Durch die fachliche Begleitung der Archäologen konnten wir spannende Einheiten für den Zamsergrund entwickeln. Eines der Highlights ist die archäologische Grabung, in der die Kinder in einem Grabungsplan ihre Funde einzeichnen, die sie dann auch mitnehmen können. Die Jagdgeschichte mit den Tönen aus der Steinzeit verfasste Alfred Kröll. Sie spiegelt das Leben im Hochgebirge vor 9.000 Jahren wider. Noch etwas Übung benötigen wir in der Vermittlung der Methoden des Feuermachens. Wir haben daher die Überlebensschule Tirol nochmals zu einer Schulung eingeladen.

Ausblick

Wir hoffen, dass weitere archäologische Grabungen in der Naturparkregion genehmigt werden, da es bereits viele spannende Fundstellen gibt, die auf eine wissenschaftliche Untersuchung warten. Es könnte durchaus sein, dass wir dann die Geschichte der Naturparkregion mit neuen Inhalten vermitteln. Umweltbildung in den Naturpark-Schulen soll innovativ und nachhaltig sein und neue Entwicklungen widerspiegeln.

Literaturhinweis

Thomas Bachnetzer, Walter Leitner, 2014: pfitscherjoch grenzenlos, Der Vergangenheit auf der Spur, Archäologische Untersuchungen am Pfitscherjoch, S. 46 - 59

Service-Angaben

Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen
Mag. Katharina Weiskopf
6295 Ginzling, Nr. 239 • Tel.: +43 (0) 5286 / 5218-1
E-Mail: info@naturpark-zillertal.at
Web: www.naturpark-zillertal.at 


Stand: Juli 2019


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