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Foto: AlpPine Spirits

Foto: Hochgebirgs-Naturpark Zillertaler Alpen

Foto: Gerald Prüller

Schutz, Erhalt und Verbesserung der Vogellebensräume

im Naturpark Karwendel von Mag. Hermann Sonntag

Projektbeschreibung

Schwarzspecht, Foto: M. Chucher

Der gesamte Naturpark Karwendel ist auch Natura 2000 Gebiet – sowohl auf Basis der FFH-Richtlinie, als auch der Vogelschutz-Richtlinie. Vor diesem Hintergrund beauftragte das Land Tirol eine dreijährige umfassende Vogelkartierung, bei der insgesamt 96 Brutvogelarten nachgewiesen werden konnten und mithilfe unterschiedlicher Computermodelle Karten für die Lebensraumeignung erstellt wurden. Eine wesentliche Erkenntnis der Kartierung war, dass von den europaweit bedeutenden Arten ein Großteil an Waldlebensräume gebunden ist. Vor diesem Hintergrund war es für den Naturpark Karwendel naheliegend, die Zusammenarbeit mit der Forstwirtschaft zu intensivieren und gemeinsam ein Vogelschutzprogramm für 12 Zielarten zu konzipieren. Die Auswahl der Vogelarten erfolgte auf Basis fachlicher Kriterien. Folgende Zielarten wurden definiert:

  • Sperlingskauz
  • Raufußkauz
  • Uhu
  • Schwarzspecht
  • Weißrückenspecht
  • Dreizehenspecht
  • Grauspecht
  • Auerhahn
  • Birkhuhn
  • Haselhuhn
  • Waldschnepfe
  • Trauerschnäpper

Ziel des Projekts ist es, generell mehr „Naturschutz in den Wald zu bringen“ und im konkreten Fall den Erhalt der 12 ausgewählten Vogelarten sicher zu stellen. Grundidee ist, dass Naturschutz-Ziele in die Planungen der Forstwirtschaft integriert werden. Dafür werden im Wesentlichen zwei Wege beschritten: Strategische Planung sowie Einbindung der Förster vor Ort mithilfe des Praxishandbuchs.

Folgende Maßnahmen werden umgesetzt:

  • Individuelles Praxishandbuch für alle Förster im Naturpark inkl. Fachexkursionen
  • Integration der Vogeldaten in die 10-jährigen Planungen der großen Forstbetriebe
  • Totholzprogramm und Naturwaldreservate
  • Spezifische Artenschutzprojekte
  • Bewusstseinsbildung

Projektpartner sind alle forstrelevanten Personen (Förster, Waldaufseher) und Institutionen (Forstbetriebe, Landesforstdienst, Bezirksforstinspektionen), Naturschutzbehörden, Abteilung Umweltschutz (Landes-Ornithologe), GrundbesitzerInnen.

Das Programm läuft seit 2014 und wird aus folgenden Mitteln kofinanziert:

  • Tiroler Naturschutzfonds
  • Ländliche Entwicklung
  • Private Sponsoren

Der restliche Betrag wird vom Naturpark selbst finanziert.

Resümee

Sperlingskauz, Foto: W. Kühn

Seit Beginn des Programms konnten bereits in zwei großen Forstrevieren die vogelspezifi-schen Daten integriert und teilweise Biodiversitätsinseln eingerichtet werden. In einem weite-ren Forstrevier der Österreichischen Bundesforste haben wir auf einer Fläche von insgesamt 36 ha (aufgeteilt in 13 Teilflächen) ein eigenes Totholzprogramm umgesetzt und damit genü-gend Totholz für Specht & Co. gesichert. Bei mehreren forstlichen Nutzungen konnten die spezifischen Ansprüche der europaweit bedeutenden Vogelarten berücksichtigt werden.

Ausblick

Ziel ist es, für alle Forstreviere eine flächendeckende Integration des Vogelschutzes für die 12 europaweit gefährdeten Arten sicherzustellen. Darüber hinaus wollen wir noch weitere Arten-schutzprojekte für Weißrückenspecht und Co. umsetzen.

Service-Angaben

Naturpark Karwendel • GF Mag. Hermann Sonntag
Unterer Stadtplatz 19 • 6060 Hall in Tirol
Tel.: ++43 (0) 5245 / 28 914 • E-Mail: info@karwendel.org
Web: www.karwendel.org



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