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Foto: Engelbert Kenyeri

Foto: Naturpark Dobratsch

Foto: ARGE Naturparke

Integrativ dynamischer Naturschutz

in den Kärntner Naturparken Dobratsch und Weißensee von Mag. Robert Heuberger

Projektbeschreibung

Uferzonenplan Naturpark Weissensee, Foto: Arge NATURSCHUTZ

Integrativ dynamischer Naturschutz (IDN)
Der integrativ dynamische Naturschutz kann als „Weiterentwicklung“ des Vertrags-Naturschutzes bezeichnet werden. Hier nimmt der Naturpark Dobratsch seine gesellschaftliche Rolle als Vermittler und Initiator für neue Entwicklungen wahr. In einem Prozess mit allen Beteiligten, vom Tourismus über NaturschutzexpertInnen, GrundbesitzerInnen und BewirtschafterInnen, VertreterInnen der Bildungseinrichtungen und politischen VertreterInnen wird ein fairer Interessensausgleich zum Wohle aller gesucht. Aufbauend auf dem hoheitlichen Naturschutz sollen neue Ziele des Schutzes durch Information und Aufklärungsarbeit sowie durch eine faire Dialogkultur erreicht werden. Der Naturschutz in den Naturparken lebt dabei von diesem Partizipationsprozess.

Uferzonenplan Weißensee; Kulturlandschaftsschutz trifft touristische Interessen
Die über Jahrhunderte gepflegten Feuchtwiesen und Niedermoore entlang des Weißensee-Ufers sind durch Nutzungsaufgaben zurückgegangen und verwalden. Um diese wertvollen Biotope mit vielen seltenen und geschützten Tier- und Pflanzenarten zu erhalten wurde ein Uferzonen-Maßnahmenplan erarbeitet. Im partizipativen Prozess wurde mit TourismusvertreterInnen und Naturschützern (NGOs) von Seiten des Naturparks Weißensee eine Erhebung durchgeführt, die zum Ziel hatte naturschutzfachlich wertvolle Florenelemente zu belassen, die Niedermoore und Feuchtwiesen wiederherzustellen und gleichzeitig den „freien Blick“ auf den See zu verbessern.

Ziel ist die Wiederaufnahme der Bewirtschaftung der Feuchtflächen. Zuvor werden die Flächen gerodet, geschwendet und gefräst. Dabei werden bereits gut entwickelte Florenelemente, wie Baumgruppen, beerentragende Sträucher, baumartiger Wacholder belassen.

Der Uferzonenplan ist somit ein gutes Beispiel für gemeinsame Interessen von Naturschutz und Tourismus, der Naturpark hat hier eine konstruktive Vermittlerfunktion eingenommen.

Die Ausarbeitung erfolgte in den Jahren 2014 – 2016, die Umsetzung ist für 2018 geplant.

Für die laufende Erhaltung der Feuchtwiesen und Niedermoore wird ein Naturpark-Ranger die LandwirtInnen unterstützen (Mäharbeiten, Abtransport von Mähgut,…).

Die Kosten von ca. € 60.000,-- werden über das Naturpark-Budget finanziert, eine Förderung wurde aufgrund der komplexen Auftragsvergabe (GrundbesitzerInnen führen Rodungen selbst durch, Schwenden über Dienstleister,…) nicht beantragt.

Naturzonen im Naturpark Dobratsch
Die hohe Besuchernutzung hat im Naturpark Dobratsch zur Ausweisung von Erlebnis- und Naturzonen geführt. Dabei handelt es sich im Sinne des IDN um freiwillige, in Form eines Partizipationsprozesses entwickelte Naturzonen, die aus Rücksicht auf die Natur nicht betreten werden sollen. Die Zonen werden in Form von Führungen, Aktionen wie „Ranger vor Ort“ (hier sind Naturpark-Ranger an Hochfrequenzpunkten und informieren Wanderer und Wanderinnen „im Vorbeigehen“), Wanderkarten und Schautafeln kommuniziert.

Positiv hervorzuheben ist dabei, dass sowohl Tourismus als auch Jägerschaft und Naturschutz NGO´s diese Maßnahme als besonders gelungen bezeichnen.

Die Kosten für die Erforschung und Ausweisung der Naturzonen wurden über Interreg und Naturschutz Förderungen getragen. Die Veröffentlichung erfolgte über ELER/ Natur-schutzförderung in Form von Übersichtstafeln im Gelände und Erlebniskarten.

Aufbauend auf den „Naturzonen“ ist derzeit ein Prozess mit allen Interessensgruppen (Tourismus, Naturschutz, GrundbesitzerInnen, Jägerschaft,…) zur Lenkung der Besucherströme auf die zwei wichtigsten Wanderwege und zur Hintanhaltung weiterer Nutzungen durch Trendsportarten im Gange.

Naturzonen im Naturpark Dobratsch, Foto: Naturpark Dobratsch

Resümee

Integrativ dynamischer Naturschutz ist ein sehr komplexer Prozess. Der Naturpark als Vermittler zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen kann hier eine Stärke aufbauen.

Die Ergebnisse von IDN-Prozessen sind oft für den behördlichen Naturschutz zu wenig greifbar. Die Messbarkeit der Maßnahmen schwierig und von vielen Faktoren abhängig (z.B.: gehen wirklich weniger Menschen abseits der Wanderwege,…).

Ausblick

In den Kärntner Naturparken sind in den nächsten Jahren zahlreiche weitere Prozesse als IDN geplant (Wald- und Vogelschutzprojekt).

Service-Angaben

Naturparke Kärnten • Mag. Robert Heuberger
AMT DER KÄRNTNER LANDESREGIERUNG
Abteilung 8 (Umwelt, Wasser und Naturschutz – Innovation und Konzepte)
9500 Villach • Klagenfurter Str. 66 • Tel.: +43 (0) 4242 / 205 60 17
E-Mail: robert.heuberger@ktn.gv.at • Web: www.ktn.gv.at

Kooperationspartner

Naturpark Dobratsch
Klagenfurter Str. 66 • 9500 Villach
Tel.: +43 (0) 4242 / 205 60 17
E-Mail: office@naturparkdobratsch.at
Web: www.naturparkdobratsch.at

  • Agrargemeinschaft Villacher Alpe
  • Hegering Villach West
  • Bird Life Kärnten

Naturpark Weissensee
Techendorf 90 • 9762 Weissensee
Tel.: +43 (0) 4713 / 2030
E-Mail: weissensee@ktn.gde.at
Web: www.weissensee-naturpark.at

  • Arge NATURSCHUTZ
  • Respect to Wildlife

Stand: Juli 2018


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