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Foto: Naturpark Jauerling-Wachau

Foto: Büro LACON

Foto: Naturpark Attersee-Traunsee

Glückboten in Hof und Stall

Schwalbenschutzprojekt der Naturpark-Volksschule St. Thomas a. Blasenstein von Mag. Barbara Derntl

Projektbeschreibung

Im Kuhstall bei den Rauchschwalben, Foto: Barbara Derntl

Die Idee zum Projekt entstand, weil die Naturpark-Volksschule St. Thomas am Blasenstein für ihr bereits vom Naturpark Mühlviertel finanziertes und begleitetes Schmetterlingsbildungs- und schutzprojekt den mit € 750,-- dotierten Preis „Die Brennnessel“ erhielt. Das Preisgeld musste einem Artenschutzprojekt zweckgewidmet werden. Da sich im Vorprojekt die Schule schwerpunktmäßig dem Naturpark-Leittier „Schwalbenschwanz“ widmete, lag es nahe sich mit den Schwalben, die diesem Tagfalter ihren Namen gaben, zu beschäftigen. Seit Jahrhunderten leben Schwalben in enger Nachbarschaft zu Menschen im Stall und unter den Dächern unserer Gebäude.

Schwalben gehören zu den bedrohten Vogelarten, weil ihre Bestände in den letzten beiden Jahrzehnten wegen des allgemeinen Strukturwandels in der Landwirtschaft stark zurückgegangen sind. Im Naturpark sieht man Rauchschwalben noch häufig, bei den Mehlschwalben wird aufgrund ornithologischer Beobachtungen allerdings von einer starken Bestandsabnahme ausgegangen.

Wesentliches Ziel war es daher, die Kinder im Rahmen des Unterrichtes mit ExpertInnen des Naturparks auf diese Problematik aufmerksam zu machen sowie sie in der Unterscheidung von Rauch- und Mehlschwalbe und deren Standort- und Nahrungsansprüchen zu schulen. Die fachliche Begleitung der Schule im Rahmen des Unterrichts und der Exkursion übernahmen die Naturparkgeschäftsführerin Barbara Derntl und Julia Kropfberger vom OÖ Naturschutzbund.

Natürlich sollten die Schwalben auch praktisch unterstützt werden. Deshalb fertigten die Kinder bereits im Februar 2018 mit dem Preisgeld der Stiftung Blühendes Österreich rund 40 kunstvolle Nisthilfen aus Ton an. Hierbei wurden sie von Nikola Jakadofsky, einer Keramikerin und Naturvermittlerin im Naturpark begleitet.

Im Mai besuchten die SchülerInnen dann einen Bauernhof in ihrer Gemeinde, wo Mehl- und Rauchschwalben brüten. Die hautnahe Beobachtung dieser geschickten Baumeister mit Fernglas und Spektiv beeindruckte die Kinder. Da man bei aktiven Schutzmaßnahmen für die Schwalben auch einiges falsch machen kann, wurde ein Infozettel für die Eltern erarbeitet. Dieser enthält neben den artspezifischen Informationen auch eine Zusammenfassung, auf welche Abstände beim Anbringen von Nisthilfen und Kotbrettchen zu achten ist.

Resümee und Ausblick

Präsentation der Nisthilfen, Foto: Nikola Jakadofsky

Das Schwalbenprojekt hat Kinder und Pädagoginnen begeistert, weil sie mit dem Bau von Nisthilfen auch aktiv etwas zum Artenschutz beitragen wollten. Fehlgeschlagen ist leider die geplante Selbstbestimmung der Pädagoginnen und Kinder, wo sie die Nisthilfen anbringen möchten. Die Kinder wollten ihre selbst gefertigten Nester behalten und nicht einfach dem Naturpark übergeben.

Während der fachlichen Betreuung im Unterricht wurden zwar im Gespräch mit Kindern und Lehrerinnen geeignete Standorte für die Nisthilfen besprochen und vereinbart, welches Kind, aufgrund ungeeigneter Standorte, sein Nest bei einem Schulfreund bzw. einer Schulfreundin montieren möchte. Deshalb sollten die Pädagoginnen in einer Namensliste die Haus- und Hof-Standorte zusammenfassen sobald diese fest standen. Aufgrund dringlicherer Aktivitäten im Unterricht kam diese Liste leider nicht zustande.

Nach dem vorgegebenen Montagezeitraum bis Ostern erhielten wir von der Schule erst Mitte April die Nachricht, dass erst wenige Nester montiert wurden. Da zu diesem Zeitpunkt ein Forcieren der Montage wegen des bereits begonnenen Nistverhaltens der Schwalben kontraproduktiv war, wurden die Pädagoginnen gebeten den Kindern bzw. ihren Eltern mitzuteilen, nun keine Nester mehr anzubringen. Deshalb kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeschätzt werden, ob alle Nester montiert wurden. Die Montage und Verortung aller Nester wird für die Brutsaison 2019 im heurigen Herbst nachgeholt.

Service-Angaben

Naturpark Mühlviertel • Mag. Barbara Derntl
4324 Rechberg 9 • Tel.: +43 (0) 7264 / 4655-25
E-Mail: derntl@naturpark-muehlviertel.at
Web: www.naturpark-muehlviertel.at

Kooperationspartner

Naturpark-Volksschule St. Thomas a. Blasenstein
Schulstraße 6 • 4364 Sankt Thomas a. Blasenstein
Tel.: +43 (0) 7265 / 5461 • E-Mail: s411241@schule-ooe.at



Die Fertigung der Nisthilfen wurde von der Stiftung blühendes Österreich finanziert. Die Fachbegleitung und der Bericht wurden vom Land OÖ und EU finanziert:

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