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Foto: Engelbert Kenyeri

Foto: Naturpark Dobratsch

Foto: ARGE Naturparke

Erlebnispfad Fledermaustunnel Huldange

Naturpark Our / Luxemburg von Eva Rabold

Projektbeschreibung

Eingang zum Fledermaustunnel, Foto: Caroline Martin

Im Rahmen der Planungen für den Ausbau des Vennbahn-Radweges von Troisvierges (L) nach St. Vith (B) und von dort aus weiter nach Aachen (D) sollte der Radweg über die ehemalige Eisenbahntrasse und damit auch durch den ehemaligen Eisenbahntunnel geführt werden. Nachdem in den 1960er Jahren der letzte Zug den Tunnel durchquert hatte, blieb er von Menschen fast unberührt. Durch das spezielle Mikroklima vor und im Tunnel entwickelte er sich zu einem bevorzugten Winterquartier für verschiedene Fledermausarten. Während der Planung des Radweges stellte sich die Präsenz von Fledermäusen heraus und eine genauere Untersuchung musste abklären, um welche Arten es sich handelte. Es wurden dort 12 der 19 in Luxemburg vorkommenden Fledermausarten nachgewiesen und das Gebiet wurde umgehend als Teil des FFH-Gebietes LU0001038 Troisvierges-Cornelysmillen in das europäische Natura 2000-Schutzgebietsnetz aufgenommen. Somit war eine Nutzung des Tunnels als Radweg ausgeschlossen. Doch wie sollte man die dadurch entstandene Lücke im Radweg schließen? Und was sollte mit dem Tunnel und den Bereichen davor bzw. dahinter auf luxemburgischer und belgischer Seite geschehen? Wie sollte man die Akzeptanz für das Natura 2000-Gebiet und dessen Bewohner fördern?

Zur Beantwortung dieser Fragen mussten alle betroffenen Akteure (Gemeinde, GrundstückseigentümerInnen, Tourismus, Naturpark, Straßenbauverwaltung und Naturverwaltung) an einen Tisch gebracht werden. Deren Aufgabe war es nun eine neue Streckenführung zu erarbeiten und ein Konzept für eine Inwertsetzung des Vennbahntunnels aufzustellen.

Ergebnis des zwei Jahre andauernden Projektes war neben der neuen Streckenführung der Erlebnispfad zur Sensibilisierung der RadfahrerInnen/BesucherInnen für die Fledermäuse als geschützte und gefährdete Tierart sowie die Geschichte des Eisenbahntunnels.

Um die Fledermäuse zu schützen wurde der Zugang 75 m vor den Tunnelausgängen (sowohl auf luxemburgischer als auch auf belgischer Seite) mit einem Gitter verschlossen. Die vorhandene Eisenbahntrasse wurde als Weg ausgebaut und von beiden Seiten mit jeweils sechs Stationen mit Informationen zu den Fledermäusen und dem Eisenbahntunnel ausgestattet. Die Stationen sind auf beiden Seiten identisch. Dabei handelt es sich um einen kleinen Rastplatz mit Holzbänken, Fahrradstellplatz, Informationstafeln, eine Hörstation, bei der die benötigte elektrische Energie mithilfe einer Handkurbel erzeugt wird und einer Multi-mediastation mit Touchscreen, an der man das Leben im Tunnel dank Videos, Bildern und Informationstexten entdecken kann. Zudem veranstaltet der Naturpark Our jährlich vier Aktivitäten für Kinder und Erwachsene mit einer begrenzten Besucherzahl, um über die Fledermäuse und ihre Lebensweise zu informieren. Somit bleibt der Tunnelbereich geschützt und trotzdem profitiert die Gemeinde/Region von der Attraktivität dieses Ortes.

Als nächster Schritt werden in Kürze die Stützmauern im Bereich vor dem Tunnel auf der luxemburgischen Seite an einigen Stellen instand gesetzt um die BesucherInnen zu schützen, aber auch um die mikroklimatischen Bedingungen des Lebensraumes zu erhalten. Die diesem Schritt vorausgegangenen botanischen Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass die Mauern viele verschiedene Farn- und Moosarten beherbergen, die teilweise ebenfalls unter Schutz stehen, sodass dieses Gebiet auch in botanischer Hinsicht interessant ist.

Resümee

Ist da eine Fledermaus?, Foto: Caroline Martin

Die große Herausforderung bestand darin einen mindestens gleichwertigen Ersatz für die Durchfahrt des Tunnels zu finden, vor allem da die Verlegung der Radstrecke auch mit einem erheblichen Aufstieg für die RadfahrerInnen verbunden ist. Die anfängliche Skepsis der Gemeinde und des Tourismusverbandes konnte durch die Aufwertung des Tunnels und seine Einbeziehung in das touristische Konzept des Radweges überwunden werden. Jedoch lassen sich in Rahmen von Diskussionen zum Beispiel bei Informationsveranstaltungen zu den Fledermäusen noch Vorbehalte bei bestimmten Personengruppen erkennen.

Ausblick

Auch in Zukunft sollen Führungen und andere Aktivitäten durch den Naturpark Our durchgeführt werden. Die Sensibilisierung ist ein wichtiger Punkt um das Verständnis für diesen besonderen Ort zu wecken und die Akzeptanz für die Schließung des Tunnels und die Umlegung des Radweges zu fördern. Ein weiteres wichtiges Sensibilisierungsprojekt steht für das ehemalige Bergwerk „Emeschbaach“ an, das ebenfalls als Winterquartier für Fledermäuse dient.

Service-Angaben

Naturpark Our (L) • Christian Kayser
12, Parc • 9836 Hosingen • Luxemburg • Tel.: +352 / 90 81 88 1
E-Mail: info@naturpark-our.lu • Web: www.naturpark-our.lu

Kooperationspartner

Administration communale de Troisvierges • Guy Schumacher
7-11, Grand-Rue • 9905 Troisvierges • Luxemburg • Tel.: +352 / 99 80 50 - 35
E-Mail: secretariat@troisvierges.lu • Web: www.troisvierges.lu

Administration des ponts et chaussées • Georges Majerus
38, boulevard de la Foire • 1528 Luxembourg • Luxemburg • Tel.: +352 / 28 46 - 11 00
E-Mail: info@pch.public.lu • Web: www.pch.public.lu/fr/index.html

Administration de la nature et de forêts • Jean-Pierre Arend
81, avenue de la Gare • 9233 Diekirch • Luxemburg • Tel.: +352 / 80 33 72 751
E-Mail: jean-pierre.arend@anf.etat.lu • Web: www.emwelt.lu/

Administration communale de Burg-Reuland • Marion Dhur
Königshofstraße, Thommen, 64 • 4790 Burg-Reuland • Belgien • Tel.: +32 / 80 32 90 14
E-Mail: info@burg-reuland.be • Web: www.burg-reuland.be

ORTAL • Paul Ihry
B.P. 12 • 9401 Vianden • Luxemburg • Tel.: +352 / 26 95 05 66
E-Mail: info@ortal.lu • Web: www.visit-eislek.lu/

Tourismusagentur Ostbelgien • Sandra de Taeye
Hauptstraße 54 • 4780 Sankt Vith • Belgien • Tel.: +352 / 80 22 76 64
E-Mail: info@eastbelgium.com • Web: www.eastbelgium.com/de



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