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Foto: Naturpark Jauerling-Wachau

Foto: Büro LACON

Foto: Naturpark Attersee-Traunsee

Biodiversität

in den Österreichischen Naturparken von Veit Kern, MA und DI Gerlinde Wakonigg

Projektbeschreibung

Die Österreichischen Naturparke repräsentieren charakteristische Natur- und Kulturland-schaften, in denen man eine Vielzahl an naturnahen Lebensräumen findet. Diese zeichnen sich durch eine hohe biologische Vielfalt aus und nehmen eine gestaltende und damit zukunftsweisende Rolle für den Schutz und Erhalt der Biodiversität ein.
Eine Zielsetzung des Projektes war es, die Erhaltung und Weiterentwicklung der Biodiversität in Heckenlandschaften durch die Umsetzung von Pilotaktionen (z.B. „Naturpark verwurzeln“) zu unterstützen und einen Bewusstseinsbildungsprozess zu fördern. Zudem sollte dieser als Anregung für eine breite Umsetzung in den Naturparken dienen.

Ein weiteres Ziel war es, praxisorientierte Grundlagen zu erstellen, die im Zusammenhang mit der Erhaltung, Verbesserung und Wiederherstellung von schützenswerten Lebensräumen und Arten oder zu sonstigen biodiversitätsrelevanten Themen stehen. Damit sollte u.a. die Leistung der „Österreichischen Naturpark-Spezialitäten“, also landwirtschaftlichen Produkten, die durch die traditionelle Bewirtschaftung biodiversitätsrelevanter Flächen entstehen und zur Erhaltung der Biodiversität bzw. spezieller Lebensraumtypen beitragen, herausgearbeitet werden.

Rezeptkarten-Set (Foto: VNÖ)

Wichtig war es auch, durch Motivation und Bewusstseinsbildung lokaler Akteure und Stakeholder sowie durch begleitende Öffentlichkeitsarbeit, die Verankerung der Ziele des Naturschutzes und des Erhalts der Biodiversität als gesellschaftlich anerkannten Wert zu unterstützen.

 

 

 

Im Projekt wurden folgende Kommunikations- und Bewusstseinsbildungsmaßnahmen umgesetzt:

  • Erstellung eines Kommunikationskonzeptes, das eine verständliche und plakative Darstellung zur Kommunikation der Biodiversität für die unterschiedlichen Zielgruppen in den Naturparken ermöglicht.
  • Erstellung einer Naturpark-Biodiversitätsbroschüre, in der jeder Naturpark mit biodiversitätsrelevanten Besonderheiten beschrieben ist.
  • Erstellung entsprechender Kommunikationsmittel bzw. Kommunikationstools für die „BotschafterInnen“ der Biodiversität in den Naturparken (wie Natur- und LandschaftsführerInnen, Naturpark-Partnerbetriebe, MitarbeiterInnen).
  • Permanente Öffentlichkeitsarbeit: Während der Projektlaufzeit wurden mit den Naturpark- und Länderverantwortlichen biodiversitätsrelevante Aktionen im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit koordiniert. Es gab regelmäßige Presseaussendungen sowie Pressekonferenzen.
  • Aufbereitung von Best-Practice-Beispielen: Die Erfahrung hat gezeigt, dass in einzelnen Naturparken sehr interessante Projektbeispiele existieren, die auch aufgrund der Länderkompetenz im Naturschutz oft nicht über die Ländergrenzen hinweg bekannt sind. Daher wurden Best-Practice-Beispiele aufbereitet und allen Naturparken sowie einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht und zur Verfügung gestellt.
  • Spezielle Aufbereitung des Themas Biodiversität auf der Website des VNÖ und für Facebook: Um den Biodiversitätsgedanken schon hier zu integrieren und bestmöglich zu kommunizieren, wurde die Website adaptiert und neugestaltet. Zudem wurden viele Inhalte zum Thema Biodiversität nicht nur auf der Website, sondern auch auf Facebook kontinuierlich kommuniziert.
  • Fachliche Begleitung und Fachunterlagen aufbereiten: Um die Richtigkeit der betreffenden Inhalte rund um das Thema Biodiversität gewährleisten zu können, wurde eine fachliche Begleitung zur Unterstützung bei der Erstellung diverser Unterlagen in Anspruch genommen. Die aufbereiteten Fachunterlagen ermöglichen eine bessere Kommunikation biodiversitätsrelevanter Informationen bei unterschiedlichen Zielgruppen.
  • Pilotprojekt „Naturpark verwurzeln“: Heckenlandschaften sind unverzichtbare Lebensraumstrukturen und Nahrungsgrundlage für Wildtiere, seltene Vogel- und gefährdete Insektenarten. Mit „Naturpark verwurzeln“ wurden in sieben Naturparken Maßnahmen für den Erhalt der Artenvielfalt der heimischen Hecken gesetzt. Die Früchte charakteristischer Gehölzarten (z.B. Wacholder, Felsenbirne, Schlehe oder Alpen-Heckenrose) wurden besammelt und fachgerecht vermehrt. Die so gewonnenen Nachkommen wurden im Zuge von Aktionen in Hausgärten, öffentlichen Grünflächen, bei Bauernhöfen u. dgl. ausgepflanzt und somit die Biodiversität der Naturparke „in der Region verwurzelt“. Insgesamt sieben Pilot-Aktionen in je einem Naturpark pro Bundesland wurden durchgeführt.
  • Studie „Biodiversitätseffekte von Naturpark-Spezialitäten“: In dieser Studie wurde herausgearbeitet, welche Naturpark-Spezialitäten besonders zur Biodiversität beitragen und warum sie das tun. Zudem wurde ein Rezeptkarten-Set entwickelt („Landschaften voller Lebensräume und Gaumenfreuden“), das Interessantes und Wissenswertes über den Zusammenhang von Lebensräumen, traditioneller Bewirtschaftung und schmackhaften Produkten vermittelt.

Resümee

Wacholder (Foto: Herfried Marek)

Die mit dem Projekt verfolgten Ziele konnten durchgehend erreicht werden. Einige Projektinhalte haben ein besonders großes Echo in der Bevölkerung hervorgerufen. Hier sind vor allem die Rezeptkarten „Landschaften voller Lebensräume und Gaumenfreuden“ zu nennen, die schon ein paar Wochen nach ihrer Produktion vergriffen waren. Auch das Pilotprojekt „Naturpark verwurzeln“ hat großen Anklang gefunden; die herangezogenen Jungpflanzen wurden teilweise nach Projektende in den jeweiligen Naturparken ausgepflanzt und erinnern auch in den kommenden Jahren noch an den Wert der Biodiversität.

Ausblick

Das Projekt hatte eine Laufzeit von 01.09.2015 bis 31.08.2017. Mit September 2017 startete das Folgeprojekt „Österreichische Naturparke – Landschaften voller Leben“, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die erfolgreiche Bewusstseinsbildung weiter fortzusetzen und dabei noch mehr in die Tiefe zu gehen. Durch Plakate, Roll-Ups und die verstärkte Nutzung von Social Media (Facebook, Instagram) wird Biodiversität nicht nur nach außen, sondern auch nach innen kommuniziert. Auch die Naturpark-Schulen werden stärker integriert – die Aktionstage zum „Internationalen Tag der Biodiversität“ (jeweils im Mai) freuen sich großer Beliebtheit und sollen auch nach Ende dieses Projektes weitergeführt werden.

Service-Angaben

Verband der Naturparke Österreichs • Geschäftsführer: Franz Handler
Alberstraße 10 • 8010 Graz • Tel.: +43 (0) 316 / 31 88 48-99
E-Mail: office@naturparke.at • Web: www.naturparke.at


Stand: Jänner 2019


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