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Blauflügel-Prachtlibelle, Foto: Andreas Kristl

Foto: Franz Kovacs

Honigbiene, Foto: Ewald Neffe

Wildschwein, Foto: Ewald Neffe

Moorfrosch, Foto. Herfried Marek

Blaue Holzbiene, Foto: Herfried Marek

Fischotter, Foto: Ewald Neffe

Alpenbockkäfer, Foto: Herfried Marek

Wiedehopf

Foto: Franz Kovacs

Der mit den tropisch verbreiteten Nashornvögeln verwandte Wiedehopf ist einer unserer hübschesten und auffälligsten heimischen Vogelarten. In früheren Zeiten ein regelmäßiger Bewohner alter Streuobstwiesen, ist er heute selten geworden.

Leben auf zwei Kontinenten

Foto: Franz Kovacs

Der Wiedehopf ist eine wärmeliebende Vogelart, die in Österreich nur in den niederschlagärmsten und wärmsten Regionen zu finden ist. Er ist ein klassischer Kulturfolger, der extensiv bewirtschaftete Streuobstbestände und Weiden mit schütterer, kurzrasiger Vegetation sowie Laubmischwälder bewohnt. Seine Beute – Großinsekten und deren Larven – sucht er auf dem Boden. Dabei hilft ihm sein langer, gebogener Schnabel, mit dem er im Boden verborgene Grillen, Raupen, Engerlinge oder Käfer ertastet. Eine spezielle Kiefermuskulatur erlaubt es ihm, den Schnabel im lockeren Boden zu öffnen und zu schließen. So kann er Beutetiere packen und herausziehen. Da seine Zunge winzig und deshalb nicht dazu geeignet ist, einen mit der Schnabelspitze ergriffenen Bissen nach hinten in den Schlund zu befördern, wirft der Wiedehopf die oft großen, sperrigen Insekten in die Luft, fängt sie mit dem Schnabel auf und schluckt sie dann.

Wenn bei uns der Sommer seinen Höhepunkt erreicht, machen sich die ersten Vögel bereits auf ihren langen Weg in Richtung Süden. Auf ihrem Zug folgen sie keinen festen Zugrouten und sind meist einzeln unterwegs. Dabei entpuppen sich die nur rund 70 Gramm schweren Vögel als richtige „Dauerflieger“. Die Alpen, das Mittelmeer und gelegentlich auch die Sahara werden ohne Umweg überflogen. Dabei dringen die Vögel in beachtliche Höhen vor: Im Himalayagebiet wurden ziehende Wiedehopfe in Höhen von fast 7.000 Metern beobachtet. Ziel der europäischen Tiere ist Afrika. Dort überwintern sie in der Sahelzone. Die ersten Rückkehrer erreichen ihre europäischen Brutplätze Mitte März.

„Stinken wie ein Wiedehopf“

Foto: Tobias Schernhammer

Zur Balzzeit im April stellen die Männchen ihren auffälligen Kopfschmuck zur Schau und versuchen mit lauten Rufen die Weibchen auf sich aufmerksam zu machen. Ihr unverkennbare „Gesang“ besteht meistens aus drei dumpfen, flötenähnlichen Elementen, die auf „u“ enden und zum wissenschaftlichen Gattungsnamen „upupa“ geführt haben. Gelingt es dem Männchen ein Weibchen in seine Bruthöhle zu locken, ist die Paarbildung abgeschlossen. Die Neststandorte sind äußerst unterschiedlich und umfassen Ganz- oder Halbhöhlen jeglicher Art. Bei Brutbäumen zeigt die Art eine Bevorzugung von hochstämmigen, alten Obstbäumen, insbesondere von Apfelbäumen; Hirschbirnbäume werden nur selten bewohnt. Das Weibchen legt sechs bis zehn Eier, die sie alleine bebrütet. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Küken. Solange diese gehudert werden, erfolgt die Versorgung mit Nahrung durch das Männchen.

Zur Abwehr von Fressfeinden hat der Wiedehopf eine ganz besondere Verhaltensweise entwickelt, die ihm den Beinamen „Stinkvogel“ eingebracht hat. Fühlen sich die Jungvögel in ihrer Bruthöhle bedroht, stoßen sie schlangenähnliche Zischlaute aus und spritzen als Abwehrreaktion ihren Kot aus der Höhle. Schreckt das mögliche Fressfeinde noch nicht ab, sondern sie ein übelriechendes Sekret aus der Bürzeldrüse ab. Diese Drüse ist während der Brutzeit sowohl beim Weibchen, als auch bei den Nestlingen besonders gut entwickelt. Von diesem Bürzeldrüsensekret rührt der strenge Geruch her, der üblicherweise von Wiedehopfbrutstätten ausgeht und zu der Redewendung „Du stinkst wie eine Wiedehopf“ geführt hat.

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