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Schmalblättrige Wollgras, Foto: Naturpark Riedingtal

Hirschbirne, Foto: Ewald Neffe

Schachblume, Foto: F. Kovacs

Echte Johanniskraut, Foto: Ewald Neffe

Rostblättrige Alpenrose, Foto: R. Zideck

Hirschzungenfarn, Foto: H. Marek

Spinnweb-Hauswurz, Foto: H. Marek

Herbstzeitlose, Foto: E. Neffe

Pimpernuss

Foto: Klaus Wanninger

Die Pimpernuss (Staphylea pinnata) ist ein wahres Kleinod unter den heimischen Gehölzen. Zur Blütezeit im Mai ist sie mit ihren weißen, zart duftenden, traubigen Blütenrispen ein echter Augenschmaus und Zierde für jeden Garten. Aber auch während der Fruchtreife ist die Pimpernuss mit ihren blasig aufgetriebenen, lampionähnlichen Früchten, in denen an windigen Tagen die hartschaligen Kerne aneinander klappern, ein richtiger Hingucker.

Im Freistand kann der große Strauch einen Kronendurchmesser von vier bis fünf Metern erreichen und ungefähr so hoch wie eine Haselnuss werden. Die an Halbschatten angepasste Art hält zwar im Bestandesinneren von Laubwäldern lange mit, aber erst im Waldmantel, in parkartig aufgelichteten Hainen und in Hecken bekommt sie ihre charakteristische pilzförmige Pflanzengestalt. Sie bevorzugt Edellaubwälder (z.B. Eichenwälder), die meisten Vorkommen gibt es in der Gruppe der Linden-Ahorn-Wälder.

 

Unverwechselbar

Unsere Pimpernuss ist von allen anderen heimischen Gehölzarten leicht zu unterscheiden. Keine andere heimische Strauch- oder Baumart besitzt die für die Pimpernuss typischen Endknospen in Form eines „Victory-Zeichens“ und die charakteristische, netzartige Zeichnung der älteren Rinde.

 

Eine außergewöhnliche Blüte

Die Pimpernuss-Blüte zeigt sich etwas nach dem Blühbeginn der Vogelbeere und ein wenig vor dem Weißdorn. Die zahlreichen traubighängenden, weißen Blütenrispen ziehen eine Vielzahl von Insekten an. Die Blüten werden zwar von Bienen besucht, wegen des spezifischen Duftprofils werden aber auch Fliegen und Schwebefliegen angelockt. Der für den Weißdorn so charakteristische Rosenkäfer fehlt bei der Pimpernuss übrigens als typischer Bestäuber, denn der Käfer kann bei den hängenden Blüten der Pimpernuss einfach nicht landen.

 

Wie die Pimpernuss zu ihrem Namen kommt

Zur Fruchtreife bildet die Pimpernuss eine lampionähnliche, blasig aufgetriebene, papierartige Hülle, in der hartschalige Samen sitzen. Zur Zeit der Vollreife sitzen die Samen in der Fruchtkapsel nur mehr ganz locker am Hocker, bilden ein Trenngewebe aus und nabeln sich schließlich von der Mutterpflanze ab. Wenn sich nun die lampionartige Hülle im Wind bewegt, klappern die darin befindlichen Kerne hörbar aneinander.

Verstärkt wird dieser Effekt durch die langen und dünnen Fruchtstiele, an denen die Pimpernuss-Früchte wie an einer Pendelschnur befestigt sind. Eben dieses „Pempern“ der Samen hat sich im deutschen Namen niedergeschlagen.

 

Die Größe hat Bestand

Die auch als „Nüsse“ bezeichneten Samen der Pimpernuss sind nur perlengroß und wurden früher wegen ihrer schönen glatten Oberfläche häufig für Ketterln oder Rosenkränze verwendet. Dazu werden die glatten Nüsschen einfach von der Ansatzstelle her durchbohrt und aufgefädelt. Eine Besonderheit der Pimpernuss ist die Größenkonstanz der Samen. Wenn es der Pflanze schlecht geht, bildet sie pro Hülle weniger Samen aus, aber an der Größe wird nicht gerüttelt!

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