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Blauflügel-Prachtlibelle, Foto: Andreas Kristl

Foto: Franz Kovacs

Honigbiene, Foto: Ewald Neffe

Wildschwein, Foto: Ewald Neffe

Moorfrosch, Foto. Herfried Marek

Blaue Holzbiene, Foto: Herfried Marek

Fischotter, Foto: Ewald Neffe

Alpenbockkäfer, Foto: Herfried Marek

Moorfrosch

Foto: Herfried Marek

Blaue Frösche in Österreich? Gibt es solche wirklich? Ja! Die Männchen des Moorfrosches färben sich zur Paarungszeit für wenige Tage tatsächlich himmelblau. Warum sie das tun, war lange Zeit ungeklärt. Neueste Forschungen liefern Antworten.

Leben in zwei Welten

Foto: Sonja Eder

Der Moorfrosch ist ein mittelgroßer, hell- bis dunkelbraun gefärbter Frosch mit einem dunklen Streifen hinter den Augen, der ihn als Vertreter der sogenannten „Braunfrösche“ ausweist. Von seinen beiden nächstverwandten Arten, dem Gras- und dem Springfrosch, unterscheidet er sich durch einen hellen, breiten Streifen am Rücken, der in der Regel dunkel gesäumt ist. Außerhalb der Paarungszeit sehen Männchen und Weibchen der Art gleich aus. Der Moorfrosch bewohnt Lebensräume mit einem hohen Grundwasserspiegel wie Augebiete, Bruchwälder oder Hoch- und Niedermoore bis in eine Seehöhe von 1.000 Metern. Wie bei allen heimischen Amphibienarten spielt sich sein Leben in zwei Welten ab: im Wasser und an Land. Im Frühling, wenn der Bärlauch den Boden in den Auwäldern grün einfärbt, wandern Männchen und Weibchen zu ihren Laichgewässern, um sich zu verpaaren und abzulaichen. Zur Anlockung der Weibchen bilden die Männchen Rufgemeinschaften. Die tiefen, leisen Rufe („wuog, wuog, wuog“) sind sowohl tagsüber als auch nachts zu hören. Jedes Weibchen kann zwischen 500 und 3.000 Eier abgeben. Als Anpassung an Moorgewässer, in denen die Art häufig vorkommt, weisen sowohl der Laich als auch die Larven, die allseits bekannten „Kaulquappen“, eine gewisse Toleranz gegenüber erhöhten Säurewerten auf. Außerhalb der Fortpflanzungszeit halten sich Moorfrösche an Land auf. Die Sommerlebensräume befinden sich meist in unmittelbarer Nähe der Laichgewässer. Die Überwinterung erfolgt an Land, in Hohlräumen und Spalten. Infolge der Trockenlegung und Kultivierung von Mooren und anderen Feuchtgebieten ist der Moorfrosch in Österreich gefährdet. Intensive Landwirtschaft und auch Straßenverkehr bedingen eine Verinselung der Populationen. Das hat dazu geführt, dass die Art europaweit streng geschützt ist.

Blau für die Liebe

Foto: Tobias Schernhammer

Jedes Jahr im zeitigen Frühjahr findet ein Naturereignis der besonderen Art statt: die Paarung der Moorfrösche. Doch was ist daran so besonders? Als einzige heimische Froschart verfärben sich die Männchen des Moorfrosches in dieser Zeit himmelblau. Eine derartige visuelle Signalgebung ist bei Fröschen fast ausschließlich von tropischen Arten bekannt. Durch die Einlagerung von Lymphflüssigkeit unter die Haut kommt es zu spektralen Veränderungen der Haut und die Moorfrösche werden zu blauen Farbklecksen. Mit dem Blau nutzen die Tiere einen Farbton, der für Frösche besonders gut wahrnehmbar ist. Warum es zu dieser einzigartigen Verfärbung kommt, war lange Zeit unklar. Neueste Forschungen konnten nun zeigen, dass die Männchen nicht wegen der Weibchen „blau anlaufen“, sondern um anderen Männchen gegenüber unmissverständlich ihr Geschlecht zu demonstrieren. Bei den Moorfröschen als sogenannte „Explosivlaicher“ muss es schnell gehen mit der Zeugung des Nachwuchses. Innerhalb weniger Tage drängen sich hunderte, zum Teil sogar tausende Männchen auf engstem Raum um ein Weibchen zu ergattern und sich zu paaren. Da können Fehlverpaarungen unter Männchen wertvolle Zeit kosten und den Fortpflanzungserfolg schmälern. Die auffällige Farbveränderung dient daher nicht – wie so oft im Tierreich – dem Imponieren der Weibchen. Sobald die Weibchen abgelaicht und das Gewässer verlassen haben, nehmen die Männchen wieder ihre unauffällige braune Färbung an.

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