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Schmalblättrige Wollgras, Foto: Naturpark Riedingtal

Hirschbirne, Foto: Ewald Neffe

Schachblume, Foto: F. Kovacs

Echte Johanniskraut, Foto: Ewald Neffe

Rostblättrige Alpenrose, Foto: R. Zideck

Hirschzungenfarn, Foto: H. Marek

Spinnweb-Hauswurz, Foto: H. Marek

Herbstzeitlose, Foto: E. Neffe

Holler

Foto: Andreas Kristl

Der Schwarze Holunder (Sambucus nigra) ist ein Strauch oder kleiner Baum, der eine Wuchshöhe von bis zu 11 m erreichen kann und stark verzweigt ist. Die Rinde ist graubraun und korkartig und auf jungen Zweigen sitzen helle Korkporen. Die Laubblätter sind gegenständig angelegt und unpaarig gefiedert. Die Blattfiedern sind etwa 30 cm lang und haben 5 – 7 elliptische Einzelblätter, die ca. 12 cm lang sind.
Die kleinen Blüten fassen sich in bis zu 30 cm großen, flachen Schirmrispen zusammen. Die Blüten sind weiß bis leicht gelblich, fünfzählig und haben einen frischen, fruchtigen Duft, den die Pflanze auch verströmt, wenn man die Laubblätter zwischen den Fingern zerreibt. Die Blütezeit ist ab Mai bis in den Juni. Die Holler-Beeren (eigentlich Steinfrüchte) sind ca. 6 mm groß, anfangs rot, später schwarz und reifen im August und September. Auch die Stiele, auf denen die Früchte sitzen, färben sich in der Reife rötlich. Verbreitet werden die Früchte hauptsächlich durch Vögel. Die Pflanze kann bis zu 100 Jahre alt werden.

Der Schwarze Holunder gehört zu den in Mitteleuropa häufigsten Straucharten. Er ist robust und anspruchslos und gedeiht gut im Halbschatten, auf Unkraut- und Ruderalfluren, auf Waldlichtungen oder an Wegrändern. Er ist ein Stickstoffzeiger und ist in den Alpen bis ca. 1.500 m Seehöhe anzutreffen. Der Holler wird auch kultiviert, wobei die Steiermark das größte Anbauzentrum Österreichs und Europas ist.

Die Blüten und Früchte des Hollers finden Verwendung als Heilmittel, Lebensmittel und Farbstoff. Roh genossene Früchte können zu Durchfall und Erbrechen führen, abgekocht als Saft, Mus, Marmelade oder Suppe sind sie bedenkenlos zu genießen. Die Blüten können herausgebacken oder zu Saft verarbeitet werden. Weit verbreitet ist die Mischung dieses Saftes mit Sekt. Da die Beeren sehr Vitamin C-haltig sind, sind sie ein gutes Mittel gegen Erkältungen und Grippe. Auch Tees aus Rinde und Blütenständen gelten als Hausmittel gegen Erkältungskrankheiten, Nieren- und Blasenleiden sowie zur Stärkung von Herz- und Kreislauf.

Die Beeren enthalten einen violetten Farbstoff, der früher zum Färben von Haaren und Leder eingesetzt wurde. Heute wird er in der Lebensmittelindustrie zum Färben von Süßigkeiten und Molkereiprodukten verwendet. Im Phänologischen Kalender ist der Schwarze Holunder eine Zeigerpflanze. Wenn die Beeren reif werden, beginnt der Herbst. Auch im Volksglauben nimmt der Holler eine bedeutende Rolle ein. Das Abhacken oder Verstümmeln eines Hollers brachte Unglück und Tod. Wenn Teile abgestorben sind, zeigte das den Tod eines Familienmitglieds an. Im Hausgarten ist der Holler ein Lebensbaum und Beschützer des Hauses gegen schwarze Magie, Feuer und Blitzeinschlag. Auch gute Hausgeister sollen im Holunder wohnen; dadurch entwickelte sich der Spruch, dass man vor einem Hollerbusch den Hut ziehen soll.

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